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Allerglücklichste auf Gottes Erdboden und noch in zehn Pfarreien dazu ist heute der Puter- l&gffigjjp piesel: denn seinem Knabenherz n ist ein Wunsch in L.süllnng gegangen, schöner und prächtiger, als es selbst ein Aönigskind träumen mag. was ist's
denn? — Sein Vater, der alte püter-piesel, hat ihm aus dem Walde Pflug und wagen, Egge und Peitsche mitgebracht und zwei prachtschöne Rösser dazu. Die hat der Alte zur Mittagsweile sein säuberlich aus Föhren - rinde geschnitzt. Das Geschirr und das Zaumzeug ist aus Birkenbast u!rd Geigelschnüren zusammengekünstelt, daß cs eine wahre Freude ist.
Man merkt es wohl: der alte piesel hat sich schon gewaltig zusammengenommen, damit es ja etwas Schönes wird, mit dem sich der junge piesel sehen lassen kann, dorsarrs, dorkab.
Der junge Diesel ist aber auch mit einem seligen Freudenschrei über das Wundergeschenk hergesallen und kann den ganzen Tag nichts essen vor Wonne und Entzücken.
will was heißen, wenn ein dreijähriges püterbüblein aus dem Böhmerwald kein Gelüsten hat nach dem Erd- äpfelbrei, aus dem die goldigsten Schmalzbrünnlein quellen.
Ins Dorf!
Der Diesel hat ein dunkles Gefühl: geteilte Freuds ist doppelte Freude. Aber beileibe nicht so, als hätte er im Sinn, ein Rößlein oder ein Rädlein herznscbenken er will den Leuten nur seine stolze Freude zeigen. Er fuhrwerkt von paus zu paus, von Pos zu Pok ®, wie neiden ihn die k.einen Buben, o, wie loben ihn die Großen!
llnd der posbauer sagt: „Ist recht, piesel, wirst eh' nur ein Anechtel. So ein püterbübl kann nicht früh genug mit Roß und Wagen, mit Pslug und Eggen umgehen lernen."
Den piesel freut die Rede, aber er versteht noch nicht, wie sie gemeint ist.
„Nur ein Anechtel!"
was soll denn ein arines püterbüblein sonst werden wollen als „nur ein Anechtel"?
Der piesel hat auch gar nichts anderes im Sinn. Anecht werden ist sein Ziel. Aber ihm' bedeutet es kein ! tlübes, trauriges Geschick, weil er ja nichts anderes weiß, sondern ein hohes, erstrebenswertes Ideal. Pa — wie wird es erst sein, wenn er einmal wirkliche Rösser an- sev.ert, wenn er einmal einen wirklichen Erntewagen durch die Gassen lenkt! Ist doch das Spielen schon so schön!
Die Dorfknechte sind dem kleinen piesel hochberübinle, > nachahmenswerte Vorbilder: der rote, Lois, weil er so schön geißelschnalzen kann; der polzer-panns, der die ; schönsten Fuder Pen aufladet; und der lange Wastel, der
durch seinen kräftigen Dreschflegelschlag weitüm in hohen Ehren steht.
was Wunder, wenn der piesel aufs Leut'fragen, was er einmallwird, mit heißem Eifer entgegnet: „Ein Anecht!"
„So, so," sagen dann die Leute und denken sich etwas dabei oder auch nichts, weil sie ja nicht Zeit haben, mit ihren Sinnen bei kleinen Buben zu verweilen.
Aber die kleinen Buben werden auch größer und kommen in die Schule.
Da gibt's das Abc, das Einmaleins, den Aatechismus und hinwieder auch Tatzen und Mhrenbeutel. Denn bei püterbüblein ist's so, daß sie dem Vater oft das Essen in deit weiten Wald tragen müssen und darob die Schule versäumen.
lind in der Schule träumt der kleine piesel dann von den wildschönen Dingen, die ihm der Vater im Wald gezeigt: von der schwarzen Auerhenne, vom Zaunkönignest, von der großen pornisse und den Aönigskerzen aus der gotlesfreien Waldwiese.
Bei solchem sonnigen Säumen verschwimmen dem Piesel oft die Buchstaben urid Zahlen, und der Lehrer muß mit dem Rütlein wieder ein wenig nachhelfen.
„Ach", seufzt da der piesel vor sich hin, „warum muß ich die fremden Affen auswendig lernen nnd den Lrbfolgekrieg, wo mich der Vater im Waid so notwendig brauchen könnte. Einmal hat's der alte püter-piesel dem Perrit Lehrer gesagt, daß sein Bnb „kein Professor nicht wird", sondern „nur ein Anecht", und daß ihm da die Bruchrechnungen nichts nutzen, aber gerade Glieder, ein Heller Aops und ein rechtschaffenes perz. Und das wolle er dem piesel selbst anerziehen.
Daraufhin hat der piesel keine Tatzen mehr bekommen, aber wie er dann ,aus der Schale gekommen ist, hat er immer noch seinen Platz in der viertelt Alasse gehabt und nicht in der siebenten, wie es sein sollte. Da ist er denn gesessen wie der juitge Auckuck iin Drosselnest, mit gesunden Gliedern und Hellen Augen, Und bei der großeit Prüfung fragt ihn der perr Inspektor, was er denn einmal werden will. „Ein Anecht" ist des piesel Antwort, und der Gestrenge ist zufrieden, deutet aber mit dem Zeigefinger nach der Stirne und beschreibt ein kleines Rädchen.
Die perren lächeln und der piesel wird brennrot.
Am Tag nach der Prüfung aber feiert der piesel schon seinen Linstand als Aleink!techt aus dem pofbauerngut. Der posbauer hat schon hart aus ihn gewartet, nnd der Piesel hat einen Eise>r, daß ihm der Großknecht kaum nachkommt bei der Arbeit. Abends freilich ist er dann schier zuin Umfallen ntüö und er muß seine letzte Arast zu'ammcn- nebmen, daß ihm bei der Nachtsuppe der Lössel nicht aus der pand gleitet vor Schlaf und Mühseligkeit.
