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Samstag. 22. Februar 1918. KbeNd-KUZgübE.
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Ur v 92. . 66. Ialrrgang.
walk besetzt, vubno erreicht.
Steigelise Gesangenenzahl. ,
W. T.-B. Großes Hauptquartier. 28. Febr. (Amtlich.)
östlicher Kriegsschauplatz.
In Estland sind unsere Truppen im Vordringen nach Osten. In Livland wurde Walk besetzt. In der Ukraine haben dis südlich von •£•.,<! vorgslienden Kräfte D«b n o erreicht. ,
Im übrigen nehmen die Operationen ihren Fortgang. Die Zahl der einqebrachten Gefangenen hat sich um zwei Generale» 12 Obersten, 433 Offiziere «nd 8770 Mann erhöht.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.
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W. T.-B. Berlin. 22. F-br. (Amtlich.) Im Osten nehmen die Operationen ihren Fortgang. ,
Bon de« übrigen KrieqSschauplätzeu nicht- Neues.
Der deutsche Vormarsch im Gsten.
Die Schreckensherrschaft der Koten Garde in Estland und Livland.
W. T.-B. Berlin, 22. Febr. Der deutsche Vormarsch im Osten begann am 19. Februar, 4 Uhr mittags, bei schönem klarem Frostwetter. Der Feind leistet« nach Abgabe einiger Schüsse keinen Widerstand. Die russische 12. Armee, nur noch aus aufgelöst-n scharen bestehend, hatte bei«t» am 18. Febowir den Rückzug angetreten. Größtenteils waren die Truppen neuerdings von der Roten Garde abgelöst worden, di« mcht zum Kampf, sondern zur Verwaltung des Landes, d. h. zum Plündern und Brandschatzen bestimmt war. Wie gründlich diese Elitetruppe de: Bolschewisten das besorgt hat. berichtete ein am 19. Februar, abends, bei den deutschen Linien eingetcoffener russischer Offizier aus Dorpat, der aus dem Lazarett heraus als Balte verhaftet wenden sollte, obwohl er als Soldat für Rußland im Felde feine Pflicht treu erfüllt batte. In Dorpat herrscht hi» Echreckensregiment der Roten Garde. Fortwährend« Verhaf- tungen werden vorgenomm<n. In F e l l i n wurde eine alte Stiftsdame in einem Rollstuhl arretiert. In Reval, wo alle Deutsch-Baltrn gefangen gesetzt find, wurden alte Männer durch Schläge und Mißhandlungen getötet. In Naroa wurden zehn Deutsch-Balten ermordet. Besonders grauenhaft Hausen die Volschewikitrnppen aus dem Lande, wo st» auch die meisten deutsch-baltischen Frauen verhafteten und groiisam behandelten. Die Rare Garde geht auf offiziellen Befehl au« Reval in dieser besti-ilischen Weis« vor. Dl« deutsch« Bevölkerung steht vnr »er Vernichtung. Auch Esten, Letten und Juden leiden entsetzlich unter den Maßnahmen der entmenschten Haufen. D'e ganz; Bevölkerung ohne Unterschied der Nationalität ist von einer unsäglichen W ui gegen dre Moximalisten erfaßt und erwartet sehnsüchtig den deutschen Vormarsch zur Befreiung aus rhrer kala- strrpbalen Lage. Selbst ein russischer General erklärte vor einigen Tagen einem deutschen Offizier, im Falle des deutschen Vormarsches wücoe er mit der ganzen Division, die allerdings nur noch ans einem kleinen Häuflein ohne Geschütz« besteh«, zu den Deutschen übergehen.
ver Vormarsch der deutscher Erretter in Livland.
W. T.-B. Berlin, 22. Febr. Der Vormarsch der 8. Armeck dehnte sich bereits am e r st e n Tag auf 75 Kilometer Frontbreit« aus und vollzog sich völlig planmäßig. Di« Truppe, von dem Wunsch beseeilt, dem leiden den Land schnellstens Hilfe zu bringen und Taulenden vergewaltigter Menschen Leber und Freiheit zu retten, kennt keine Müdigkeit. Die Rmaer Einwohnerschaft gab ihnen heiße Segenswünsche für chre StawmeSgenossen in ganz Livland und Estland Mit, die man in größter Gefahr und völliger Verzweiflung weiß. Der systematisch st reifen- weis« erfolgende deutsche Vormarsch wird nach allgemeiner Ansicht der Bevölkerung von Riga und ganz Kurland in den befreiten Gegenden ein unbesihreibliches äu-futmen Hervorrufen und dre endliche Erfüllung de« lang« ge» hegten dringenden Wunsches «n letzter Stunde bringen.
vie Organisation der nationalen Armee.
Der deutsche Vormarsch in der Ukraine.
W. T.-B. Berlin, 22. Febr.> Bei klarem Frosboetter und strahlendem Sonnenschein vollzieht sich der deutsche Vormarsch auf den festgekrocenen Straßen in die Ukraine hinein. Am 21. Februar war die Lirri« Luniniez-Rowno überschritten und damit die wichtige transveisale Bahnver- bindung Baranowitschi-Rowno in deutschen Händen. Bolsche- wistische Banden leisten nur geringen Widerstand. Die Vorräte. di« allerorten aufgfinnde.i und damit vor den Zerstörungen durch di« b„lsck,:wiskischei> Banden geborgen werden. übersteigen die Erwartungen. Außer dem «eichen Kriegsgerät, Geschützen, Maschinengewehren, Flugzeugen und Automobilen siel den Deutschen vor allem erhebliche» vollende« Maierxi! i» we Hände. In Zdoldunowo. südlich von Rr>wn». wurden allein 50 Lokomotiven und mehrere hundert Waggons vorqrfunden. Die besetzten Bahnen stutz bereits « B«t i i tb eeaaq»atu. L» der
noch fehlenden Strecke zwi'chen der deutschen und der russischen Bahnlinie, zwischen den Orten Holoby und Perespa, wird fieberhaft gearbeitet. Die große Landstraße nach Luck ist bereits über die trennenden Schützengräben hinweg fertig- gestellt. In dem Raume von Kowel wird der Grundstock zu der nationalen ukrainischen Armee gelegt. Die erste ukrainische Division, deren Führer. Stabsoffiziere und Mannschaften aus ehemaligen Kriegsgefangenen bestehen, ist bereits in der Bildung begriff-st. Offiziere und Mannschaften, in die historische Uniform der ehemaligen ukrainischen Kosaken gekleidet, lange blaue Rocke und weiß- graue Pelzmützen, machen den besten Eindruck. Stimmung und Aussehen der Leute, die unmittelbar aus deutschen Gefangenenlagern kommen, sind das beste Zeugnis für die Behandlung der Kriegsgefangenen in Deutschland.
Vie französische Wut über die Kapitulation der volschewiki.
W. T.-B. Bern, 21. Febr. Der russische Funkspruch erweckt in der französischen Presse einen heftigen Entrüstungs- sturm. Di« Blätter erklären allerdings, der Entschluß der Bolschewiki sei nur logisch uckd entspreche deren Theorien, trotzdem wird die Haltung der Maximalisten auf das schärfste verurteilt. Die Kapitulation sei ungeheuerlich und stehe in der Geschichte einzig da. Der Maximalismus habe Rußland nach und nach vollkommen kamvfunsähig gemacht, Rußland sw Deutschland vollkommen ausgeliefert. „Petit Journal" meint, die Rückwirkung auf die übrigen Krieasschauplötze dürfe man nicht übertreiben. Militärisch werbe nicht viel geändert, jedenfalls behalte di« Entente die zahlenmäßige Überlegenheit. — .Peru Pärchen' sagt, der Wiederaufbau Osteurovas, der jetzt vr>n den Mittel- mächtetz unternommen werde, könne nur provisorisch sein, da eine territoriale Verteilung Europa» erst auf einem allgemeinen Friedenskongreß geregelt werden könne. Ähnlich spricht di« Mehrzahl der Zeitungen.
*
Die furchtbare Schuld unserer Streiber.
Die Notwendigkeit sicherer russischer Bürgschaft.
— Berlin, 28. Febr. (zd.j Noch zuverlässigen Meldungen anS Rußland kann, wie die „Nvrdd. Allg. Ztg." schreibt, kein Zweifel darüber obwalten, daß die b,lscl.ewistische Regierung ohne weitere - bereit gewesen wäre, die deutschen Frie- denSvedingungen in Brest-Litowsk zu unterzeichnen, wenn sie nicht di« 'Hoffnung gehabt hatte, daß die Streikbewegung in Deutschland und Österreich-Ungarn zur Revolution führen würde. Ein Funkspruch des Rates der Volkskommissare vom 31. Februar liefert zugleich den Beweis dafür, daß es der bolschewistischen Regierung auch jetzt noch genau ebensowenig um einen dauernden Frieden und um die Wiederherstellung freundnachbarlicher Beziehungen mit uns zu tun fit. In dem Funkspruch heiß, e§: Dä sich di« deutsche arbeitende Klasse in dieser drohwden Stund« als unentschlossen und nicht stark genug er- wiesen hat, um die verbrecherische Hand de» eigenen Militarismus auszuhalten, so bleibt uns keine andere Wahl, als He Bedingungen des deutschen Imperialismus anzu- nebmen bi» zu dem Zeitpunkt, Np> die europäische Revolution sie abändern wird. — Auch diese Kundgebung svricbi dafür, daß wir uns bei dem Friedensschluß mit Rußland b e st i m m t e und sichere Bürgschaften fiir dir Erfüllung aller Verpflichtungen geben lassen müssen, die Rußland vertragsmäßig eingeben wird.
Der Lärm um Cholin.
Ekn neutrales Urtell.
W. T.-B. Amsterdam, 22. Febr. „Nieuwe van dem Dag" schreibt: Die Mittfimächtc haben mit der Trennung des Gouvernements Eholm von Polen keineswegs gegen die Nationalitätenyrundsätze gesündigt, denn das Gebiet von Cholm wird von mebr Ukrainern als Polen bewobnt. Es würde ebensoviel Widerst rnd hervorgerufen haben, wenn man Cbolm der Ukraine vorcnthaltcn batte. Aber die Polen stellen viele Forderungen, und obwohl ibr Schicksal von den Mittclmächten abhängig ist, sind sie deshalb nicht weniger nasionolistisch. Diese Frage r^gr aufs neue, wie schwierig, u« nicht zu kageu. wie u i, n, o g l i ch es ist. alle Völker ui« all« Staadeu i« gleicher Weise zusrieoea-zustellen und de- Serückstahtigunq de» ArnnükctzeS de« Selbstbestimmung»- rcchis der Völker dcr Dünsche der Nationalitäten gegen, einander abzuwägen.
Oie Verhandlungen mit Numänien.
W. T.-B. Wien. 22. Febr. (Wieffer U! Korr.-Bur., Der Minister des Äußern Gras C z e r n i n begibt sich heute in Begleitung des Sektionschcfs Dr. Gratz. des Generai- kc nfuls v. Peter und des LegationSratS Grafen E o l o - r « d o nach Birb^rest.
W. T.-B. Wien, 23. Febr. (Wiener k. u, k. Korr.-Bnr.> StacnSsekretär v. Kühlmann hat heute nachmittag ay 2 Uhr di« Reise nach Rumänien fortgesetzt.
Berlin, 23. Febr. (zb.) Die Verhandlungen mit Rumänien, die jetzt in B u k a r e st fortgesetzt werden sollen, wurden gestern in Äufie-a geführt. Die rein militärischen Verhandlungen über dir Erneue rang des Waffensfillsiandcs, die voran- gingen, fanden in F o r s a n i statt AI» der neue rumänische « u u st erp räsideiu 31 t äfß PVh-iMjML» «üLipj. jU&U& JOfl#
nach Buftea über. Das „B. T." meint: Die drei Berhand» lungSorte zeigen gewissermaßen die einzelnen Etappen ttt der Entwicklung der Verständigung an.
In der „Germania" heißt es: Einschneidende Forderungen den Rumänen gegenüber hat eigentlich nur Bulgarien anzumelden. Deutschland und Österreich-Ungarn stellen keine territorialen Ansprüche, wohl werden wir uns aber gewisse wirtschaftliche Vorteile sichern und auch politische Bürgschaften geben lassen Wir können darauf mit gutem Gewissen hestehen. weil wir der Überzeugung sind, daß die Interessen Rumäniens de» unseren nicht entgegengesetzt sind. '
Die „Berliner VolkSztg." sagt- Wenn sich Rumänien in kühler Überlegung Rechenscb-aft gibt über seine Interessen, s» wird eS nicht schwer, mit ihm zu einem Abschluß zu komme«, der es nicht nur aus seiner unmöglichen Zwangslage befreit, sondern ihm auch die Möglichkeit bietet, di« reichen Schätze seines Bodens voll auszunutzen und sich von der schweren Katastrophe zu erholen, in die cS eine verfehlte Politik gebracht hat.
Oie eidmiralstabsmeldung.
W. T.-B. Berlin, 22. Febr. (Amtlich.) Neue Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz:
' 18 000 Bruttqregistertoniirn.
Unter den versenkten Schiften befand sich ein großer Dampfer von über 10 000 Bruttocegistertonnen vom Aussehen des englischen Dampfers „O r a m a".
Der Chef des AdmtvalstabS der Marine.
W. T.-B. Berlin, 22. Febr. Der englische Hilfskreu^r „Orama" war ein schnelles, mit Torpedos und drahtloser Telegraphie ausgeiüstetes Säuft von 12 927 Bruttoregister- wnnen und wurde am 19. Oktober !9l 7 versenkt. An Fahrzeugen über 12 000 Bruttoreg-siertonaen zählte die englische Handelsflotte 1914 nur 71 Stück, auch ver fast tägliche Perlust vieler kleiner Fischerfahrzeuge schädigt die englische Ernährung Englarids empsindl'ch. denn die Hochseefischerei und der Genuß von Fiscken spielt drüben eine erheblich wichsigere Roll« als bei uni. Bon den ebemals 2 200 Dampfer zählenden Fischerflotte steht heute, so weit noch vorhanden, der weitaus größere Teil als Minensucher, Begleit- oder Wachftcbifte im Marinedienst. Unter Hinweis auf diese Notlage beantragte der Abgeordnete Bellaires im Unterbaus am 29. Januar die Freigabe von 200 Fische» sahrzeugen für den Fang. Der Vertreter der englischen Admiralität erwiderte, daß infolge des wachsenden Bedarfes zurzeit an keine Freigabe von Fiichdampfern zu denken sei. t Da der Fang eines FisckdampferS in Friedenszeiten auf einer zwei- bis dreiwöchigen Reise I0" 000 P^und Fische und mehr beträgt, läßt sich der Ausfall ermessen, den die englisch« VolkS- ernabrung durch den Unterseebootskrieg auf diesem Getwet erleidet.
Lnglonö» verknste durch SeeunfSlle im Jahre I9IT: 245 559 Tonnen.
Berlin, 23. Febr. Dem „SB. T." zufolge hat nach d« „Times" vom 16. Februar Sir M 0 n n e i? auf eine Anfrage im Unierhou? am 15. Februar erwidert, daß während d«S Kalent-erjcchres 1917 insgesamt 69 Schifte über 1600 Tonnen mit einer Gesamtonnag« von 245 559 Tonnen durch Seeunfälle verloren gingen. Dieser Bevlust durch Seeunsul! kommt also noch zu den großen Skrhiflen durch den Unterseebootkrieg biNKU.,
Ein französisches Unterseeboot verloren.
IV. T.-B. Berlin, 23. Fsbr. (Drahrderichi-j Das Urfier« feeboot „Bernauilli" ist nach einer Meldung der Agence Havas bisher nicht an seinen Stützpunkt zurückgekehrt. ES war vor einigen Lagen zu einer Kreuzfahrt cmsgelaufem
Das neuerliche snqlische Vordringen an der palöstinafront.
W. T.-B. Konstantinovel, 21. Febr. (Amtlicher Bericht.) An der Paläsfinafront erneuerte der Gegner am 20. Februar seine flngriffe gegen unseren linken Flügel. Er konnte nicht überall ab gewiesen werden. Unsere Truppen bezogen teilweise neue vorher bestimmte Stellung«^ Lmfit keine besonderen Ereignisse.
W T.-B. London. 23. Febr (Drahbbericht.) Das Reuter» sch« Bureau meldet amtlich aus Palästina: Am Morgen des 21 Februar nahmen unsere Truppen, di« östlich von Jeru, iolem operieren, nach einer ereignislosen Nacht ihren Vormarsch gegen Jericho wieder auf. Nach geringem Widerstand rückte um 8,20 Uhr australische Kavallerie in da» Dr rf ein. _
Wilsons bevorstehende nette Rede.
W. T.-R. Amsterdam, 22. Febr. „Nieuwe Rotterd. Cor»> rant" erfährt, daß Prlfiident Wilson nächste Woche wieder «ine Rede vcr dem Kongreß halten wird. Er wird über di« amerikanischen FriedenÄiedingunyen und die Stellungnahme der Bereinigten Staaten gegen die Beschlüsse der Alliierten tti|J der Konferenz in Versailles sprechen.
Gesterreichijch« Flieger über Padua.
W. T.-B. Bern, 23. Febr. (Dvahtbericht.) Nach einer
S&plfa; ist «A°n«L.Ä-tzrai HabM tpnAHe
