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Verlag Langgasie 21

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ftcrlinrt «breilvn, de« Wiesbadener Tagblarts: Berlin W., Potsdamer 6tr. 1 21 K. Fernsprecher: Amt g.isaro 6 .02 «

Sonntag, 17. Februar 1918.

Morgen-ktusgabe.

Nr. 81. ♦ 66. Jahrgang.

tOas soll im Gjten grjchehe«?

Als die erste Nachricht von der Erklärung Trotzkys über die Beendigung des Kriegszustandes und ore i-e- Mobilisierung des russischen Heeres bekannt wur^. lsl dies vicUach s ö l s Ä l i ch e r w e > I e als der Ein- tritt des Frieden szustandes mit Rußland ausgenommen worden. Tics entsprach »der nach keiner Hinsicht hin den tatsächliclxm Vorgängen. ^,m Gegen- teil man kann jetzt, wo sich die neuen Verhältnisse ge nauer überblicken lassen, sogar sagen, das wer vom wirklichen Frieden entfernter sind als vorher. Trotzly bat gedacht, ein besonderes 'chlaues Spiel zu^fuhren und durch seine einseitige Erklärung sich freie Hand tm Innern des Landes zu sclraffen. um dort die Gewalt­herrschast der Bolschewik! weiter auszu dehnen Er wird seine Absicht aber nur io lange durär- führen können, als wir tatsächlich' untitig stehen bleiben und den Machenschaften der Bolschewik, ruhig zusehen. Ties wird aber nur so lange inöglich sinn, als unswe Lage sich dadurch nicht verschlimniert. Sowie dres aber der Fall ist. müssen wir aus eigenem n t e r e 1 je und Selbsterhaltungstrieb der Sache nöglichst schnell ein Ende bereiten. Und wie bat sich die ganze Sachlage inzwischren gestaltet? Zunächst hatte Herr Trotzky alle.'- drnas einen Funklpruch ergeben lasi-n indem er die D e m o b i l i s i e r u n g des russischen Heeres onordnete. aber schon vier Stunden später wurde dieser B an wider r ulen io das, dre Demobilisierung tatsächlich bisher nicht stattaelunden hat. Tie ganze Sache laust daher auk ein Täuichungs- und Scheinmanover hinaus.

Dir haben niemals Veranlassung g-'haot Trotzky besonderes Vertrauen entgeaenzubrinam sondern alle feine Matznahmen mit höchstem Mißtrauen betrachtet, aber gerade der letzte Vorgang mutz uns zu bewnderer Vorsicht veranlassen. Das bezweckt, -r damit, datz cr die Truppen nicht entlätzt? Dill er etwa uns rn Sorg losiakcit wiegen, uns veranlass-!, die Sstgr-nze zu ent blötzen um dann plötzlich den Krieg von neuem zu be ginncn? Oder will er mit den zurückgehalterien Trup pen Finnland von neuem epobern. trotzdem er kurz vor bcr die Unabhängigkeit des Landes anerkannt hatte.

Inzwischen wütet die Rote Garde in Finn­land. verwüstet das ganze Land und wird ansä^cinend von Petersburg aus immer weicer untersiützt. Gerade wenn Trotzky von Deutschland nichts »rebr >u besiirai- ten braucht kann cr immer mehr Truppen nach Finn- land entsenden. Es ist unter diesen Verhältnissen zwer- felbaft, ob sich die D c i tz e Garde und dre ictzige rechtsmätzige Regierung von Finnland auf dre Dauer halten kann. Das ist aber für u nsn r ch t g lei dy gültig, denn wir haben die Unabhängigkeit Finn­lands anerkannt und haben angenomnien. datz dies ein neutraler Staat wäre, mit dem wir in vollem Frieden lebten und mit dem ein reaer Daren- und Güteraus- tausch stattfindcn würde. Gerät aber Finnland .viederum in dic-Händc der Bolschewiki, so sind älle diese Hoffnun­gen zerstört. Sollen wir dem ruhig zusehen? Sollen wir »ns durch Trotzky eine wichtige Zufuhr- stratze unterbinden lassen? Das kann doch niemand von uns erwarten. Ähnlich liegen die Verhältnisse im Süden, wo die Bolschewiki. eb-mfalls von der Peters- burger Regierung unterstützt, mit allen Mitteln ver- suchen, ibre .Herrschast auszubreiten und die bisherige R a d a in .Kiew zu stützen. Trotzki, hat es "istt vermocht. den Friedensabschlutz mit d-r Roda zu hinter­treiben. jetzt will er uns aber um die Früchte des Frie den« bringen. Auch hier mutz sich für un? die Frage ergebenr Sollen wir dem weiter riibig zusehen? Tre ganze Lage ist kritisch geworden, denn d,e Per- leanng des Regierungssitze? der Rada von Kiew nach Dkitomir dürste wobl auf grötzere Erfolge der Bolsckv- tmki zuruckziiführen sein. Es ist bekannt. , datz der Friedensabschlutz mit der Ukraine gerade in wirst schgstlicher Bezieh,mg autzerordentlicb wichtig und wertvoll war weil wir dadurch die in der Ukraine befindlichen Lebens mittelvor- rate zu erhalten gedachten. Dadurch mutzte »ns da? wirstchaftlickv D u r ch b a l t e n , tvesentlich erleichtert werden. Trotzky will das v e r h , n d e r n Er arbeitet in diesem Sinne mit der Entente zusammen.

Die Lage an der Ostfront ist ae/pannt geworden. Bisher hatten wir versucht, durch Friedensv«nchandl»n- aen mit Rutzland zu einem günstigen Abschluß zu kommen. Die« ist gelctieit-rt. Es stehen uns aber auch noch andere Mittel zur Verstiauna. uni w'eder K l a r- heit an der Ostfront i» schaffen und zu verbin- dern. datz Tratzkv sein? dunklen stRacbenkchaften kort- setzt. Dir verfügen noch üb?'' genügend starke urafte. mit dvnen wir jed^cit znm Scbllirrp konrnw.

Es scheint notwendin zn sein den Bolsckk'wiri nocn- mal? unsere stberlegenheit füblen zu last?» und ibn-n mit dem Schwerte in der Hand b^markbar zu machen, datz sie nicht ungestraft mit uns spielen kön­

nen. Es ist nicht mehr die Zeit. Gewehr bei Fuß stehen zu bleiben und untätig znzusehen. ww stch die Verholt- nisse weiterentwickeln werden. Dir haben alles Inter­esse daran, den befreundeten u k r a > n , s ch e n Staat bei seinem Kamps? aeaen die Bolschewik, um die Be- bauptung der Unabhängigkeit zu ^ u n t e r st u d e n. Tenn nur dann können wir die Früchte des nut der Ukraine geschlossenen Friedens wirklich psliicken Dir haben auch alle Veranlassung zu verhindern datz die russischen Truppen ihr Vernichtnngswerk in Finnland fortsetzcn. Auch die Rücksicht aus die polnischen Dinae zwingt uns. den Russen erneut unsere Uber-egenheit fühlen zu lassen. Die jetzt beendeten Beratungen im Grotzen Hguptguartier haben, wie amt- lich berichtet ist. die volle ttbereinstimmung der politi- scheu und militärisckien leitenden Stellen ergeben. Bei den Beratungen werden die eben entwickelten Gesiwts- punkte sick>erlich miterwoaen worden Win. Es wurde dem Dünsche weiter Volkskreise entsprechen wenn das Ergebnis sich ans der Vabn entschlossener Maß­nahmen bewegen würde. Die militärische Lage er- wrdert jedenfalls eine baldige Beendigung des jetzigen unklaren Zustandes. Ti? nächsten Tage werden zeigen, zu welck^n Matznahmen «ich dre Heeres- lritung entschlossen-hat.

Oie Nückkehr der- deutschen Kommission aus Petersburg.

W. T.-B. flrrUn. 18 stkdr. (Umtlt*-) Dir brntfA? Nvmmiffi.n nnfc dir K-mmissti.'.rn drr »rrbügdeten St««trn hlibrn Priersburg gestern verlosten und heute morgen auf dem NUllwrg dir deutschen Linien postiert.

Ein österreichischer BrrmittelnngSvorschlag an die Marimlllistcn'?

W. M.-st. Bern/ IS. Fedr. lDrahtbericht.) ' Rach einer MkHdiing des „TempS" aus Petersburg erklärt man in maxi- maläiiscku-n Kreisen, die ästerreickiiscbe Regierun-g Hab« den Botkebeaufiragren anycboten, auf politischem und wirtschaft- l-chon, Gebiet zn-ischen Rordrutzland und der Ukraine zu vermitteln. Dien habe sich verpflichtet, di« Kiewer Rada zu bedeutenden territorialen Zugeständ- nisken an die Petersburger Regierung zu vcranlasten und dagegen verlungt. dah Abgeordnete den Unterhandlungen über d,e schwebenden Fragen beiwohnen dürsten. Der Rat der Polkskommistare -habe nach erregter Sitzung das Angebot ubgelehnt.

„Grund zur Kschermsttwochsstkmmung in London und pari«."

Die ..Neuen Zürcher Nachr." vom >1. 'chreiben zur Lage in Rutzland, Die Ausführungen de» abenteuerlichen Pla is der Polkskommistare würden Rußland dem Vierbund gegenüber für» erste völlig wehrte? machen und dem letzteren- freie Hand zu beliebigen Fried^nsbedingungen gewähren. Weiter wird die Frage sein, ob der Vierbund nun auch seinerseits den Kriegszustand mit Nutzland für beendet er. klärt. Auf j«d«n Fall wird keine Rede davon sein, datz er auch seine Streitkräfie gegen Mutziand völlig d e m , - bilis'ert und die von ihm okkupierten russischen Gebiet« räumt Zweifelsohne stärkt die russische DeNarotien die Kriegsstellung der Vierbundmächte noch ganz bedeutend. Rumänien kann nun gar nicht mehr anders, abS um einen gnädigen Frieden bitten. Damit läutet dann aber auch daS Sterbeglöctlein für die A l l i i e r t e n a r m e e in Mazedonien, und di« Stunde der Befreiung Griechenland« vom Fach de, Entente vückt in unmittel- bare Nabe England bat sich aber daraus gefaßt zu machen, noch ehe da? Jahr 'Mb zur Neige gebt, wieder aus Palästina und Mesopotamien hinaus-gefegt zu werden. Man hat an der Lbemie und an der Seine jetzt allen Grund zu einer richtigen Afchermittwochftimmung.

Die maximalistischr Grwnltherrjchaft in Livland und Estland.

YV.T.-B. MI«». 16. Febr. lDrahtbericht.) Nach h,er ein- getr, stenen Nachrichten sind bis zum 10. Februar in D o r p a t 300 Deutsch« und viele deutschfreundliche Esten verhaktet Worten. Alle Lebensmittel wurden konfisziert, so datz die Ernährung der deutschen Frauen und Kinder kaum mebr möglich ist. Hunderte der verhafteten sind in die Kasematten nach Kronstadt überqeführt. Das Leben der verhafteten und Nichtverhafteten, die schon lange entwaffnet sind schwebt stündlich in allerarötzter Gefahr, da die Maxi- malisten die Verhafteten als Geiseln gegen Deutsch- land verwenden wollen und irnter den Nichwerbaftcten ein Blutbad anzurichten drohten. Durch einen Maueranichlag wird der baltis-be Adel. Männer von 17 Jahren und Frauen von 28 Jahren, für vogelfrei erklärt.

H^terreichisch-nngarischer Tagesbericht.

VV. T B. Dien, 16. Febr. lDrobtbericht.j Amtlich ver­lautet rom # Februar, mittag«- Keine besonderen Ereignrste.

Der Chef des GerreralstabeS.

Uuzufrtedenheil mtt Lloyd Georgs tn klmsrika-.

V. Rotterdam, 16. Febr. (Eic,. Drahtbericht, zb.) „Daily News" melden aus New ?)c>rk: Die ganze

amerikanische Presse ist sich in ihrer Betrachtung ube« die Erklärung Lloyd Georges über denVerfu-illerZirlegs» rat darin einig, datz Asguiih mit ietznem Angnff auf den Ministerpräsidenten Wilsons Politu, wie er sie in seiner letzten Kundgebung schilderte, unterstütze. Lloyd George aber sei ein Gegner der Dilsonscheil .Kriegsziele. Die Lage der Entente sei dalx-r sehr k r t- t i sch. Die durch den Krieg hervorgebrachtc E i n h eit der ganzen englischen Welt fleht augenbltck- lich auf dem Spiele.

Repinylon« scharfe nritikl an Llor;d Geortze.

W. T.-B. Bern. 1 Febr. R e v i n z t o n gibt in seiner«! Bericht über die B e r s a i l l e r K o n s e r e n z an. daß hin­sichtlich der Betätigung Lloyd Georges folti«irde Gerüchte umlaufen- Lloyd George habe versucht, die Konferenz zu einey neuen Ertratour zu veranlassen. Er batte aber dam^ kein Glück-, ferner habe -r. als die Eftektivstärke der britischen Armee und di? a-ltorative dringende Eeörterring von Ver­stärkungen betont wurde, eine eingeb-nde Diskussion Thomas verhindert und den Alliierten m dieser Hinsicht keine Hoff­nung gegeben. Schließlich habe ec kur die Operationen au der Westfront den britischen General st ab in London praknsch ausgeschaltel und Frldmarickrall Haiq erne« seiner unentbehrlichsten «ftioi'Smiirel geraubt. Rep'ngwn forderte die Regierung aus. d'e Gerüchte, wenn sie salich seirn. zu dementieren »nd stell! gleichze-tig dem Parlament anbeim sich im Jntcrrste der Sicberbeii der dritiseben Arm« und des Erfolges der britischen Sache unverzüglich und ein­gehend mit der Tätigkeit des KriegSkabmettS zu defastem Rcpingtrn fuhrt mit scharfem SarkaSmus aus. datz cS stch bei der fraglichen neuen Extratour um einen Schlag gegen die Türkei handelte. woS angesichts der Anhäufung der deutschen Truppen an der Westfront für jeden Mann unver» sränN-ch sei. E? verlautet, datz Llovd G-orges Extratour ge- schritcrt sei, aber der Sicherheit halber solle das Parlamerck ibm das feste Versprechen abnebmen. datz weder diese noch andere ErtraMMriAii zur AuSrübruna gelangten. Rep'ngton radelt Lloyd Georg; ferner in den schärfsten Ausdrücken wegen der mangelhaften Kriegsorganisation »a Hause und sagt, er könne weder Krieg noch Frieden machen. Er habe kein Recht, zu Fremden über da» F r, e d e n S b e. dürsnis der britischen Arbeiter zu reden. Frer. lich wünschten die Arbeiter den Frieden, sie strebten aber gleichzeiftg. wie das KriegSstelmanifest beweise, bre Nieder­werfung dcS deutschen Militarismus an. Die Frage sei, o» Llovd George ihnen über d,e Lage der britischen Armeen dre Airgei- g«öffnet habe, erst dann dürfe er von einem Friedens- betürfniS des Lande« reden, wenn er nach der offenen Dar- lrgring der tatsächlichen Lage ein starke» Mandat empfangen habe, zu kämpfen oder zu kapitulieren. Er dürfe von ferne« eigenen Feigheit nicht auf die anderer schlietzen. Repington behauptet, in Frankreich äutzerst abfällige Kritiken über Lleyd George «ebört zu haben und verlangt daher. bo« Parlament die Frage der T r u pp e n v e r st a r k u n, unter Anhörung der Heeresleitung in offener Sitzung end­gültig entscheiden solle Er b'tont. ganz Frankreich k.nnpf^ wie ein Mann für die heilige Sacke, ebenso Amerika, nur d^ britischen Heere schrumpften infvla- der K n e , s e r e r Lloyd Georges beständig zusammen. Repington behauptet schlretz« lich, bie Versailler Konferenz habe dem alliierten Krregsrak er-tgegen den früheren keklärungen Lloyd Georges weih- gebende Erekntivaewalt beigelegt, die gerade für die bevor- steher de Verteidigung geaen den erwarteten grotzen deutsche« Anarift äukrerst bedenklich sei. da die britische Heeresse,tung praktisch die verfiigun« über ihre eiaenen R-servei verlier» studem werde durch da, neue Oberkommando de» General» Fock und des dazu gehörigen Britenaenerals von Lloyd Georges Gnaden.drr Londoner Generalstab praktisch auSgs- schaltet. Tatsöchlich habe Lloyd Georg- die Arrtorrkat Haic^ und Robertsons durch seine eiaene ersetzt und trage somit alle Veea"tw»rtring. w.r« indell-n ein schwacher Trost warch wenn die Sache f<W.*f ginge. R'vington fcklietzt. Lloyd Georg« minmebr unv di? völlige Unfa h }Q 0

(pit, England in diesem grotzen Krie-ze zu leiten, nnchg«> wiesen, bas Parlament müsie in dirjec Lage handeln, wie -» für notwendig befinde.

Lloyd Gesrge reist «ack» PnriS.

8*. Genf, 16. Febr. (Eiq. Drabtbericht. zb.l Lloyd George -begibt sich kommende Woche vora-u«sichtlich nach Pari» um die veränderte Lage in Osteuropa zu be­sprechen.

Die GcfZhrriu^s, de« vsi-st.?srs an der ^

entitschen wcslksifte.

•\y t -B Berlin, 16. Febr. lDmbtbericht.) Die Verbeindl'im'cicn im englisch-'ii Unterhaus über betl U-VootSkrie-i richten den Blick auf du- unter der stet« gcnben Unsicherheit der Schiffahrt sich vollziehenden Ab- lknkung des britischen Seeverkehrs von der engllschen Ostküfte noch Irland und der D ? st k ü st e. Die U-BeotSnefobr vor der Themsemündung hat einen sol­chen Mrad erreicht, datz in der enali'chen Presse da- allerdings wieder amllich widerrufene Geruckt von dev