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Berlin er Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W„ Potsdamer Sir. 12t K, Fernsprecher: Amt Lntzo« 6202 und 620!!. _

Dienstag, 5. $ebruar 1918. flbClt&sftUSgabC. Nr. 60. . 66. Jahrgang.

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Artillmekampse in Ziandern.

w. T.-B. Großes Hauptquartier, 5. Febr. (AmLich.)

2Vesllict»er K riegsskl^nnplatz

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

Bon der Küste bis znr Lys Artilleriekampf, der sich am Abend an der Bahn Bösinghe-Staaden bei Abwehr eines englischen Borstotzes, sowie zwischen P a s - schendaele und Becelaere beträchtlich steigerte.

Auch südlich von der Lys, am La Bassee-Kanal nnd an der S c a r p e lebte die Feuertätigkeit zeitweilig auf.

Bei erfolgreicher Erkundung südlich von Armentieres und bei Graincourt wurden einige Engländer gefangen.

Heeresnrnvve Deutscher Kronvrinr.

Badische Stoßtrupps drangen südlich von Beaumont tief in die französische Stellung, fügten dem Gegner schwere Verluste zu und kehrten mit 33 Gefangenen und mehreren Maschinengewehren in ihre Linie zurück.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Auf den M a a s h ö h e n, nördlich und südlich von St. M ihi el lebte die Gefechts tätigkeit am Nach­mittag auf.

Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

vie Knederuverhandlungen im Osten.

Oke wichtigen Berliner Vesvrechnngen.

— Berlin, 5. gebt, (zb.) Zur Konferenz Ludenidorsfs, Kühlmanns und Czernins sagt der „33. L.-A.": Jedenfalls dürfen wir daraus vertrauen, daß die Berliner Besprechun­gen einen raschen Verlauf nehmen werden, rascher als diejenigen von Drest-Litowsk. General Ludendorff, der zu chnen hierhergekommen ist, wird es wahrscheinlich ziemlich e t l i g haben, recht bald wieder ins Große Haupt­quartier zurückzukehren.

Die „Tägl. Rundschau" meint, die Besprechungen in Berlin gelten in der Hauptsache der polnischen Frage.

In der „Berliner Volksztg." liest man: Alle Voraus­

setzungen sind gegeben, um mit der Ukraine, wenn nicht Un­vorhergesehenes dazwischen kommt, binnen kürzester F r i st Frieden zu schließen.

vie Gesetzlichkeit des §ch«tzyesuches des kurländifchen Landesratr.

Berlin, 5. Febr. (zb.) Der „Norvd. Allg. Ztg." wich Kber die kurlär-difche LandeSversammlung und ihre Beschlüsse «ine Mitteilung von gut unterrichteter Seite gegeben. Diese Landesverfammlung faßte einen Beschluß, der besagt, daß sie den Schuh und Schirm des deutschen Kaisers «nd des Deutschen Reichs erbitte und vertrauensvoll alle von der Bevölkerung Kurlands entsandten Vertreter vhr Geschick in die Hand >des deutschen Kaisers und der von ihm eingesetzten Verwaltung lege. Außerdem bat sie darum, einen aus ihrer Mitte gewählten Landesrat zum Ausbau ihrer Verfassung und Verwaltung wählen zu dürfen und gemeinsam mit der deutschen Verwaltung an diese Aufgabe heronzutreteu. Es ist unverständlich, heißt es in der „Nordd. Allg. Ztg.", wie behauptet werden darf, daß dieser Landesrat nicht den Willen der gesamten Bevösikerung zum Ausdruck bringe, da er auf vollkommen ver­fassungsmäßigem Wege zustande gekommen ist. Alle Schuhten der Bevölkerung sind heranyezogen worden, nnd an der Gesetzlichkeit der zustande gekommenen Beschlüsse ist nicht zu zweifeln.

Stimmnngsum'chwung in Rumänien?

Sr. Petersburg, 4. Febr. (zb.) Alle aus Jaffy in Peters­burg vorliegenden Meldungen bestätigen, daß innerhalb de: rumänischen Armee ein völliger Stimmungsumschwung ein­gesetzt hat. Die neugegründete rumänische Offiziersliga richtet an den König und an Averescu eine Adresse, in der di« Aussöhnung mit den Zentralmächten vor­geschlagen wird. Di« Maximalisten würden die Feinde Rumäniens auch in der Zukunft bleiben. Rach den letzten inneren Umwälzungen in Rußland sei eine Anlehnung Rumäniens an Rußland für absehbare Zeit völlig ausge­schlossen. Nur eine Annäherung an die Zentvalmächte könne Rumänien vor der völligen volitischen und wirtschaftlichen Jselaftcn retten. Rumänien könne auf seine Aspirationen in Siebenbürgen verzichten und sich in Beßarabien schadlos halten. Nach einer Meldung des „Odessaer Itabclschij Lijtok" hat der König nach den letzten Ereig- nisien in der Moldau eine vollständige Wandlung durchge­macht. In Petersburg rechnet man ernstlich mit der Mög­lichkeit. daß es zu Verhandlnnzen zwischen Rumänien und den Zentralmäckiten kommen wird. „Prawda" gibt zu, daß bereits zweiDrittelBeßarabienSvon rumänische«Truppen besetzt find.

Vas neue Stadium der rumaniicken Frage.

— Berlin. 5. Febr. (zb.) Die „Kreuzztg." hat Anlaß, die Darstellung de« -Tag" für zutreffend zu halten, nach der auch dre rumänische Frage seit ewigen Tagen in ein neues Stadium getreten sei» soll. Man glaubt, daß die

«mubtüfbe Sttictttna, durch dia dar Itätta Leit

eines Besseren belehrt, nunmehr entschlossen sei, aus ihrer haltlos gewordenen Lage die Konsequenzen zu ziehen und dem Beispiel der Kiewer^stada folgend sich von Rußland und seinen Bundesgenossen loszulösen.

Waffenstillstandsverhandlungen mit Rumänien.

Berlin, 6. Febr. (zb.) Wie die „Voss. Ztg." hört, be­ginnen heute in Sinaza Verhandlungen zwischen dem Vierbund und Rumänien über den Abschluß eines Waffen­stillstands.

Der Groll der votkchewiki gegen die ukrainische Rada und gegen Rumänien.

W. T.-B. Be, sin, 5. Febr. (Drahtbericht.) In einem Funkspruch „An Alle" aus Petersburg vom 28. Januar heißt es über die N c d a und Rumänien: Die Erfahrungen der Alliierten mit der Rada, welche sie gegen die Macht des Rats unterstützten, und welche di« Macht des Rats und aller Verbündeten durch eine Verständigung mit Österreich und Deutschland verraten wollten, erwiesen sich als nicht genügend. Zum Glück erlitt die N a d a trotz der Unterstützung durch London, Paris und New Dort eine entscheidende Niederlage. Jetzt wird dasselbe Experiment auch in be­zug auf Ru m ä n i e ti gemacht. Die rumänische Ol i g a r ch i e ist bereit, die Hilfe Frankreichs, Amerikas und Englands an­zunehmen. uni in jedem beliebigen Augenblick das rumä­nische Volk an Österreich und Deutschland zu verkaufen. Es ist schwer, auf der ganzen Erde eine zweite Klique zu finden, welche der rumänischen an Ehrlosigkeit und Verbrechen gleich käme. Die Niedsrringu'ng dieser Klique ist Aufgabe der europäischen Demokratie. Die verbündeten Imperialisten halten es für Ehrenpflicht, die rumäni­schen Banditen zu unterstützen.

Nene Mordtaten an Generalen.

Berlin, 4.'Febr. (zb.) Die „Voss. Ztg." meldet aus Zürich' „Utro Russij" wird aus Nowo-Tscherkask berichtet: Aus den früheren Kommandanten des Petersburger Militär­bezirks, General P o l k o w n i k o w , wurde ein Attentat ver­übt. Der General wurde schwer verletzt, zwei Begleitoffiziere wurden leichter verwundet.

General Jasickiowicz, Kommandant des 1. polni­schen revolutionären Schützencegiments, ist von den Bolsche­wik! auf entsetzliche Weise ermordet worden, weil seine Truppen sich weigerten, gegen die Ukraine zu marschieren.

Der seinerzeit schwer verwundete Maxim Gorki be­findet sich außer Lebensgefahr.

Ein neutrales Zeugnis über Trotzkvs verlogenes Spiel.

W.T.-B. Rotterdam, 4. Febr. Der „Nieuwe Rotterd. Courant" fd reibt in einem Leitartikel über die Lage: „T r o tz k h scheint ein I a n u s zu sein. Der Mund, mit d?m er noch Westen spricht, sagt das Umgekehrte von dem, der nach Osten gerichtet ist. Beide versichern, daß der andere nicht existiert.- In Brest-Litowsk erklärte Trotzky, daß die Peters­burger Telegraphen-Agentur lüge, und was Trotzky in Petersburg sagte, ist wiederum das genaue Gegenteil von dem, was er in Brest-Litowsk behauptet hat. Es gibt also drei Möglichkeiten: Entweder die Brester Sitzungsberichte sind gefälscht, das hat aber bisher noch niemand be­hauptet, oder die Berichte aus Rußland, auch die der eng­lischen Korrespondenten, sind falsch, oder Trotzky betrügt."

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vie Schreckensherrschaft der Roten Garde in Re'singfors.

W. T.-B. Stockholm, 4. Febr. Nach Meldungen der Stock­holmer Blätter nimmt die Schreckensherrschaft der Roten Gar'e in Helfingfors immer entsetzlichere Formen in. Die ganze Nacht hindurch hört man Gewehrseuer, und auch in der letzten Nacht wurden wieder mehrere Bürger er­schossen. Noch Angabe der Eisenbahnbeauiten erhielt die Rote Garde auch in Helsingfors Unterstützung durch russi­sche Truppen, die unter dem Befehl eines Kommissars ein­trafen. Unter den heute nacht Ermordeten befand sich auch ein junger Arzt, der im Rote-Kceuzkrcrnkenhaus angestellt war.

Nach Berichten von Auyemzengeu wurde der fr ühe re

General der finnischen Garde E i l fv« rh i el m, der sich, obwckhl schon 77 Fahre, tapfer gegen die ihn überfallenden Soldaten «der Rcten Garde verteidigte, vcn der Übermacht üverwältigt, getötet, daun mit Bajonetten durch- bohrt und in einen Sack gesteckt.

Die Kriegsabteilung des russischen Volkskommissariats hat die russischen Soldaten durch Order aufgefordert, die Rote Garde in Finnland zu unterstützen.

Vas Eraebnls der Versailler Konferenz.

Wortgerassel im amtliche» englischen Bericht.

W. T.-B. London, 4. Febr. (Reuter.) Ein amtlicher Be- richt gibt bekannt: Nach ausgiebigster Erörterung der zu be­folgenden Politik und der A «saß nahmen zu ihrer Ausführung kam es zu einer v ol le n Üb« re i n sti m m u ng. D'e Alliierten sind innerlich einig und «wolle« nicht durch irgend welche geheime Pläne siegen, sondern durch den offe- aa» SntMultz. fek 3Mü$altäii gegen feeu flffnjffetfftjtn uad

brutalen Versuch, zur Herrschaft zu gelangen, zu verteidigen, Die«e Einmüt'gkeit ist gleich stark hinsichtlich der eiw- zuschl'ugenden .nilitärischen Politik und der zu ihrer Ausführung nötigen Maßnahmen. Sie wird die Alliier­ten in den Stand sehen, der Gewalttätigkeit des feindlichen Angriffs mit einem festen und ruhigen Zutrauen zu begeg­nen, mit der äußersten Tatkraft und aus dem Wissen heraus, daß weder ihre Kraft noch ihre Standhaftigkeit er­schüttert werden können. Die ausgezeichneten Soldaten un­serer freien Demokratien errangen ihren Platz in der Ge­schichte durch die unbegrenzte Tapferkeit. Ihr glänzendes Heldentum und nicht weniger die edle Ausdauer, mit der unsere Zivilbevölkerung ihre tägliche Last der Prü­fungen und Leiden erträgt, zeugen für >die Kraft dieser Grundsätze der Freiheit, die den militärischen Erfolg der Alliierten mit «dem Ruhm des großen moralischen Triumphes krönen werden. Außer den Mitgliedern des eigentlichen Kriegsrats, nämlich Clemenreau und Pich«on für Frankreich, Lleyd George und Lord Milner für Groß­britannien, Orlando und Sonnino für Italien und den Ver­tretern de? Militärs im Obersten Kriegsrat, den Generalen Meyand, Sir Th. Wilson, Cadorna und Miß, «waren noch für den größeren Teil der rein militärischen Erörterungen an­wesend der französische und der englische Generalstabsches, die Generale Fach und Sir M. Robertson, der italienische Kriegs- Minister Alfieri, der Oberbefehlshaber an der Westfront General Petain, Feldmarlchall Sir Douglas Haig und Gene­ral Pershing. Der erste Sekretär an der 33«tfchaft der Ver­einigten Staaten von Amerika in Paris Prazier war ab­wesend während der gegenwärtigen politischen Besprechungen.

Berlin, 5. Febr. (zb.) Nach einer Meldung des „23. L.-A". aus Genf erklärte Minister Orlando Pariser Ausiragern, der erste Ententeminister, der ergänzende Mit­teilungen zur heutigen Konferenz machen werde, sei Lloyd George, doch dürfe das Unterhaus besondere Aufschlüsse politischer und militärsscher Natur nicht erwarten. Die Hauptsache sei, die Völker der Entente mit Zuversicht auf den allgemeinen Erfolg der beschlossenen Neuerungen zu erfüllen.

Italien und das Londoner Abkommen.

W.T.-B. Bern» 4. Febr. „Secolo" verlangt die Ver­öffentlichung und Freigabe der Diskussion über daS Londoner Abkommen, damit ersichtlich werde, daß Italien nur zur Verteidigung seiner Nationalität sich schlage und keinerlei imperialistische Ziele verfolge. Dies werde besonders auch zur Beruhigung der Serben über die italienischen Adria-Plän« drenen.

Die kldmiralstabsmelbring.

W.T.-B. Berlin, 4. Febr. (Amtlich.) Der feindliche Transportverkehr nach dem Orient und Italien wurde durch unsere Unterseeboote im mittleren und besonders ior östlichen Teil des Mttelmeeres durch die Vernichtung von vier Dampfern und vier Seglern wieder erheblich geschädigt. Einer der versenkten Dampfer scheint der be- wafinete englische Dampfer „Hampitead" gewesen zu sein. Der vernichtete italienische Segler „Guiseppe" hatte Phosphat geladen. Der Chef des Generalstabes der Marine.

§ir Geddes über den U-Rootskrieg.

W. T.-B. Berlin, 4. Febr. Der Erste Lord der englischen Admiralität Sir Eric Geddes nutzte die Gelegenheit deÄ Jahrestages des uneingeschränkten Untersee­bootkrieges aus, um sich wieder einmal in bekannter Weise über die Erfolge dieser für England so gefährlichen Kviegsmittel zu äußern. Neben mancher nichtssagenden Phrase gewinnt er dem Thema auch einige neue Seiten ab, wofür w«rr ihm dankbar sein müssen. Fast belustigend wirkt die Feststellung, daß die Ergebnisse des uneingeschränkten Unterseebootskrieges jetzt auf ein niedrigeres Matz ge­bracht seien, als bevor Deutschlind alle Schranken fallen ließ. Wie in allen englischen Reden folgt diesem starken Optimis­mus das große „Aber". So kommt es auch hier. Geddes sagt: „Aber wir brauchen immer mehr Schiffe." Richtig: „Immer mehr." Später sagt er: Die Zerstörung von

Schiffen der Alliierten nimmt beständig ab, während der Ban von Hondelsscbisfen ständig zunimmt. Wenn wir den erste» Tet. der Behauptung, so iveit die Verhältnisse der Ver- senklnigen zu dem abnehmenden Schiffsraum in Frage kommt, auch entschieden bestreiten, io müssen wir hier daS „Aber" binzvfügen, das Geddes wohlweislich wegläßt: „Aber die Versenkungen übertreffen bei weitem die Zahl der fertiggestellten Schiffe." Darauf kommt es an.

Im weiteren Verlauf der Rede hören wir von. einer neuer« Hinterlist der deutschen amtlichen Berichterstattung von dem „Faktor oder Spielraum der Übertreibung in den amb- licben deutschen Feststellungen über die Unterseebootserfolge". Geddes behauptet, daß die amtlichen Ziffern eine mit den Monaten zunehmende Ziffer erlogener Brutto- registertonnen enthalte, die nötig sei, um das Ver­senkungsergebnis auf der Höhe zu halten. Daß die bis auf das Wort richtige Abstattung der Meldung für den deut­schen Offizier und damit den Admicalstab Ehrensache und deshalb selbstverständlich ist, scheint man in England noch immer nicht zu wissen. Das ist bei der Art der englische» offiziellen Berichterstattung für jeden Deutschen begreiflich. 88te stellen biu gegenüber der dreisten SLehauptung des»