Einzelbild herunterladen
 

Verlag Laaggaffe 21

„Tagbiauhaus".

grältntt von » Hör morgens bi» 7 Uhr abends.

wöchentlich

iut beide Ausgaben: Ml. I.so monarlich, Mk. SS» «ierleljadrlich tiimi, den TSrrlog ban^aage 21. ohne «rmgerlodn Mi « 6b vierteljabrlich durch alle deutichen Boilauftalten ausichUeblich veiloügel» — Bezugs -vesteaungen nehmen außerdem entgegen, in Wiesbaden die Zweigslelle Bis- -lurNrin, 1». iowie die Ausgabestellen in allen Teilen »er Stabt; in Biebrich: die dortigen Ans-

< Ukfl.n «»mH in Ö*n tank a«n M a. Win L.a_ll. u W ... ft» . . a n

ward

itellen irnö in den benachbarten Landorten und im Rbeingau die betreisendcn Tagdiait-Träger.

12 Busgaben.

Fernras r

„Tagdlatttzau»" Nr. SSSS -68.

Bon » Hör morgen» bi» 7 Uöt abends, außer Sonntag».

Anzeiaen-«rriS fiir die Zeile: 25 Hfg. für «r, licke »n,eigen; S» ,sg. für ausmäriige Anzeigen; t Kill sür örtliche Reklamen; 2.5» Mk. für »»»»artige Reklamen. — Hel wiederbolter Auinatzme unver­änderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entivrechender Nachlaß. — *»zei«e»-An»»Ö«e: ^«r die Abend- Ausgabe bi» 12 lldr mittags; für die Morgen-Auiaabe bi» * lut nachm«»,«. — Für die Auinabme von Anzeige» an vorgelchriebenen Tagen und Plätzen wird keine Sewtbr Übernommen.

Berliner Abteilung be» Wiesbadener Tagblatts: Berlin W.» P»tsdamer Sir. 121 K. Fernsprecher: Amt Liitzo« 6'l02 und 6203.

Mittwoch, 30. Januar 1418. 6beNd-5^U8gak)e. Ur. 50. . KK. Jahrgang.

Unsere Zlieger wieder über London.

Erfolge der neuen italienischen Offensive.

Vf. T.-R. Großes Hauptquartier» 80. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front Artillerie- und Minenwerferläwpse.

Die Jnfanterietätigkeit blieb auf Erkundungs­gefechte beschränkt._

Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffe auf Eng­land und die französische Nordküste durch. London und S » u t h e n d sowie Dünkirchen» Graveline und Calais wurden mit Bomben beworfen.

Im Luftkampf wurden gestern 8 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone abgeschoffen.

östlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front

Dir Borstoß feindlicher Kompagnien gegen bulgarische Feldwachtstcllungen nordöstlich vom Doiransee wurde a b - gewiesen.

Italienische Front.

Auf der Hochfläche von A s i a g o haben die Italiener in starken Kräften ihre Angriffe fortgesetzt. Im Gebiet des M t e. S i s e m o l sind sie unter schweren Verlusten gescheitert. Der Mte. dt Val Bella und Col del R o s s o blieben nach hartem Kampf in der Hand des Feindes.

Der Eiste General,uartiermeister: Ludendorsf.

Die Ztreiklage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

Br. Berlin, 30. Jan. (Eig. Dcahtbericht. zb.) Zur Streikbewegung meldet die „Voss. Ztg.": Im Lause

des gestrigen Tages ist nach den Angaben der Arbeiter­organisation die Streikbewegung a n g e w avh s e n. Die „Tägl. Rundschau" erklärt» daß es sich dabei um über­triebene Angaben handele und gestern nachmittag die Zahl der Ausständigen aus 100 000 zu aeranschlagen sei. Nach den bei den a m t l i ch e n Stellen gestern abend vorliegenden Meldungen — io berichtet die „Voss. Ztg." weiter — hat sich das Streikbild nur wenig verändert. Soweit zahlenmäßig eine Über­sicht möglich war, hat es den Anschein, rls ob die Be­wegung keine weiters nennenswerte Aus­dehnung genommen hat. Bei den V e r k e hrs- gesellschaften ist erfreulicherweise bisher von irgend­welchen nennenswerten Arbeitseinstellungen nicht die Rede und die Leitung der Großen Berliner S t r a ß e n- h o h n hofft nach wie vor zuoersichtlich, daß ihr Unter­nehmen von der Streikbewegung verschont bleiben wird. Zu dem gestrigen Versuch der Streikleitung, eine Unterredung mit dem Staatssekretär des Innern zu erlangen, teilt die „Voss. Ztg." noch mit: Kurze Zeit nach der telephonischen Ablehnung der Unterredung waren die Abgeordneten Scheidemann und Haase gemeinschaftlich mit zwei Arbeitern im Reichsomt des Innern erschienen und äußerten den Wunsch, vom Staatssekretär empfangen zu werden. Es wurde ihnen wiederum bedeutet, daß der Staatssekretär bereit sei, nur die beiden Parlamenlarier zu emp­fangen. nicht aber die beiden Arbeiter, die einem soge­nannten Aktionsausschuß angeboren sollten. Der Kommission wurde ferner zugesagt, daß sie alle Wirt- schaftlichen Wünsche den zuständigen Behörden unter­breiten möchten, die angewiesen sind, derartige Wünsche auf das genaueste zu prüfen. Nach diesm eröffneten Antworten entfernte sich die Kommission wieder. Wir glauben aufs bestimmteste zu wissen — fiiat die „Voss. Ztg." binzu —, daß die leitenden Reichsstelleu keines­wegs Verhandlungen mit den b e r u f e n e n Ar b e i t e r- Vertretungen, nämlich den Gewerkschaften, ablehnend gegenüberstehen. Sie vertreten lediglich den Standpunkt, daß sie in den schwerwiegenden politischen Fragen nicht mit ihnen nnbekann- ten. noch dazu im Ausstand befindlichen Arbeitern verhandeln können. Die beiden Arbeiter die zusammen mit den Abgeordneten bei der Regierung erschienen waren, gehören nicht den G e w e r k sch a f t s Vor­ständen, sondern, wie bereits erwähnt, einem von den streikenden Arbeitern gewählten Aktionsausschuß, der von einem ans 500 Mitgliedern bestehenden A r- b e i t e r r a t aebildet wurde und aus neun Arbeitern und se drei Reichstagsmitaliedern der beiden sozial­demokratischen Fraktionen besteht, an.

Über die Lage in Spandau wird der ..Dass. Ztg." berichtet: Während aestern von einer Streikbewegung in den Staatswerkstätten und Privatbetrieben in Spandau noch keine Rede war. ist beute das Bild ein anderes geworden. Von den Staatswerkstätten sind

am Streik beteiligt: die Artilleriewerk st att I

Süd mit etwa 3500 bis 1000 Ausständigen, in der G e- wehrfabrik haben etwa 200 Mann die Arbeit nicht | ausgenommen, in den übrigen königlichen Jnstitutm wird gearbeitet: in den Siemenswerken wird im allge­meinen gearbeitet. Das Straßenbild hat sich gegen sonst nicht verändert. Die Streikenden verhalten sich vollständig ruhig. Nach der Siemensstadt zogen vom Bahnhof Jungfernheide aus am Vormittag etwa 2000 Streikende, die unter freiem Himmel eine Versammlung abhielten, da eine solche in geschlossenem Raum polizeilich verboten war. In einer Ansprache wurden die Forderungen der Arbeiter verkündet. Ohne weitere Demonstrationen zogen dann die Streikenden nach Berlin zurück. Ein polizeiliches Einschreiten war nicht erforderlich.

Im Reich hat nach der „Tägl. Rundsch." die Be­wegung bis Dienstagnachmittag nur wenig Fuß zu fassen vermocht. So streikten beisoielsweise im w e st- lichen Kohlengebiet von einer Million Ar­beitern nur 5000 Mann, wesentlich höhere Zahlen melden nur Nürnberg und F ü r t b. Im einzelnen wird noch bekannt, daß im nied^rrheinischen Jndustrie- bezirk, soweit die Düsseldorfer Gegend in Frage kommt, bei einer Jndustriebevölk.'rung van 3 Millionen Menschen und etwa 700 000 Schwerarbeitern höchstens 200 Mann gestreikt haben. Bei K r u p v fehlten von 60000 Arbeitern der Tagesschicht nur etwa 2 0 0 M a n n, in anderen Betrieben mit 6000 Mann Be- leaschaft ^2 Arbeiter. Auch im Dortmunder Be­zirk war die Zahl der Streikenden nur gering und ver­mehrte sich erst im Laufe des Tages in den Bergwerken. In der Gegend von Nürnberg-Fürth erstrecken sich die Streikenden hauptsächlich aus die R ü st u n a S- i n d u st r i e. Die Transportarbeiter haben sich dem Streik angesllllossen. Es fanden Versammlun­gen mit Umzügen statt. Bei einer mißglückten Münchener Streikversgmmlung zeigten stch die Ber­liner Einflüsse durch Verteilung B'rliner Flugblätter. Die alte Sozialdemokratie und die Unabbängiaen geben gemeinsam vor. In Sachsen herrscht nach wie vor Ruhe. Die ..Voss. Ztg." meldet noch: In Schlesien hat die Streikbewegung keinerlei Anbänger gefun­den: sowohl in der Breslauer Rüstungsindustrie als auch im oberschlesisckeu und Waldenburaer Grubenbezirk ist die Arbmt in dollem Gange. Arbeitsniederleannaen haben nicht stattgefunden und sind nicht zu befürchten, weitere Ausdehnung des Streiks.

B. Berlin, 30. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) In Berlin hat die Streikbewegung weiter an Ausdehnung gewonnen und hat nunmehr auf die Zeitungsbetriebe übergegriffen. Heute morgen konnte ein großer Teil der Zeitungen bereits nicht m e h r e r- scheinen, da das HilfsO-rsonal die Arbeit ein­gestellt hat. Die heutige Morgennumnier des „Berliner Tageblattes" ist überhaupt nickt mehr ausaegeben wor­den. Die „Vossische Zeitung" erschien in stark per- kleinerter Ausgabe, der „Lokal-Anzeiger" erst um 10 llbr vormittags. Die Drucklegung eines großen Teiles der anderen Tageszeitungen konnte überhaupt nicht erfol­gen. Im Laufe des Tages hat sich die Ausstands- bewegung soweit organisiert, baß ein Erscheinen der Berliner Zeitungen heute nicht mehr in Frage kommt. Auch auf andere Betriebe hat sich der Streik aus­gedehnt. Über die Tragweite der weiteren Entwicke­lung des Ausstandes kann zurzeit nichts gesagt werden. Inzwischen' taate der A r b e i t e r r a t. der aus 250 Delegierten besteht und vom „Vorwärts" als Streik­leitung bezeichnet wird. Ec stellte die bekannten For­derungen der Streikenden auf. Die Streikleitung ihrerseits hat einen engeren Ausschuß gebildet, der aus 16 Personen besteht, je drei Abgeordneten der sozialdemokratischen Parteien, einer Frau und neun Delegierten der Streikleitung. Das Oberkom­mando in den Marken hat nun Maßnahmen ge­troffen, um dem Streik entgsgenzutretön. Es ist zu­nächst der Streikleitung ein Verbot der Weitertagung zugeganaen, ebenso sind alle Versammlungen, auch die bereits erlaubten, verboten worden. Es dürfen nur kleine Betriebsversammlungen stattfinden. Wie wir er- fahren, hat auch der Streik auf weitere Teile der Provinz übergegriffen, s'doch liegen über die Aus­dehnung bestimmte Nachrichten nickt vor.

L. Berlin» 30. Jan. (Eig. Drghtbericht. zb.) Der „Nordd. Allg. Ztg." wird aus Danzig vom 28. Jan. gemeldet: Zu einer Arbeitsniederlegung ist es heute in Danzig gekommen. Während in der Gewebifabrik und der Artilleriewerkstätte alle Arbeiter erschienen, blieben auf der Schichauwerft jugendliche Arbeiter wri. Bei der Kaiserlichen Werft streikten daaegen 4000 Arbeiter. Die Streikenden hielten in dem Vorort Tedlitz eine Ver­sammlung ab, in der der sozialdemokratische Partei­sekretär Gehl und als Vertreter der Unabhängigen Eberleio-Berlin sprachen.

Das verlangen nach Einberufung des Reichstags.

— Berlin» 80. Jan. (zb.) Wie das „B. T." erfährt, hat die sozialdemokratische Fraktion bei dem Präsidenten des Reichstags die sofortige Einberufung des Reichstags beantragt. Begründet wird dieser Antrag mit der unruhigen Lage, die durch die Streikbewegung geschaffen worden sei.

»

Die englischen Hoffnungen auf die „innere Revolution" in Deutschland.

— Kopenhagen. 29. Jan. Nach hier eingctroffenen Nachrichten herrscht in der englischen Geschäftswelt siarke Mißstimmung, weil das Gcschästkleben fr gut wie lahm gelegt sei und die ungeheuren Ver­luste, die die Kaustcutc schon jetzt erlitten haben, von Tag zu Tag größer werde». Man habe stch in schärfster Tonart an Lloyd George gewandt mit der Frage, weshalb er nicht aus K o st e n von Eng­lands L e r b ü n t e i c n mit Deutschland einen sür England vor­teilhafte» Frieden schlösse. Lloyd George habe geantwortet, dazu sei immer noch Zeit, denn er habe die absolute Gewißheit, daß Deutschland jederzeit zu einem solchen Frieden, der England schonen würde, auch im Falle eines völligen Sieges bereit sei. Er — Lleyd George — schätze die amerikanische Hilfe auch nur gering ein und verkenne keineswegs die wachsenve Gefahr des U - B o r t k r i e g c s. Aber die Herren möchten nur noch kurze Zeit Geduld hoben Nach ganz zuverlässigen Nachrichten stehe die innere Revolution in Deutschland unmittelbar bevor. Die ganze demokratische Bewegung in Deutschland sei so starr, daß man aus diesem Wege, ohne die eigenen Verbündeten preisgeben zu brauchen, mit Sicherheit zu einem sogenannten annexionslosen Frieden gelangen weide, der Englands Kriegs ziel, die wirtschaftliche Vernichtung Dcmschlands, ohne daß Deutschland es selbe- merke, voll bcsriedlge.

Vresl-Lilowsk.

Der Wiederbeginn der Verhandlungen.

W. T.-B. Brest-Litowsk, 29. Jan. Im Laufe des gestrigen Tages sind in Brest-Litowsk eingstroffen am Nachmittag: Der österreichisch-ungarische Minister des Äußern Czernin mit den ribrigen Mitglieder der österreichisch-ungarischen Delegation, .abends: Staats­sekretär v. Kühlmonn, der bayerisck>e Staatsminister und ehemalige Ministerpräsident Graf P o d e w i I s init Begleitung, ferner Großwestr Talaat-Pascha, der Minister des Äußern N e s s i m - B e i, der Botschafter Hakki-Pgscha mit einigen - anderen türkischen Herren, endich Teile der bulgarischen Delegation mit Oberst G a n t s ch e w an der Spitze. -Heute vormittag gegen 1^12 ist auch Volkskommissar T r o tz k h in Brest- Litowsk angelangt. Die auf russisches Ersuchen auf heute anbcraumte Sitzung der politischen Kommission ist auf nivrgen vertagt worden.

Die ukrainische Delegation wieder auf dem Wege znm Versammlungsort.

W. T.-B Berlin, 29. Jan. Nach einer Mitteilung der in Brest. Litowsk verbliebene» Vertreter der Kiewer hentraicada soll die ukrainische Delegation gestern aus Kiew abgesahren sein.

Unser nochmaliger gütlicher versuch.

— Berlin, 30. Jan. (zb.) Zu der Erklärung Trohkhs, daß die rassische Delegation ihre Forderungen nicht preis- geben werde und keinen Sonderfrieden schließe, beißt es in der „Nordd. Allg. Ztg." in einer redaktionellen Besprechung: Es erscheint uns doch recht fraglich, ob die Versprechungen Tcotzkys, daß die Weltrevolution den Frieden am sichersten herbeiführen werde, der großen Masse des russischen Volkes eine ausreichende Bürgschaft für die Befriedigung ihre? Friedensverlangens ist. Sie weiß jeden- ialls, daß die Mittelmächte in ehrlicher Friedensbereitschast an die Fortsetzung der Verhandlungen Herangehen aind wird gut tun, abzuwarten, cb die Maximalisten wirklich das Risiko einer Enttäuschung des russischen Fviedensver- longdns -ugunsten ihrer revolutionär«n Propa­ganda auf sich nehmen werden. — Die „Post" schreibt: Wenn es dem deutschen Gerechtigkeitssinn und der deutschen Friedensliebe entsprochen hat, die Breit-Litowsker Verhand­lungen nicht brüsk abzubrechen und es noch einmal mit gütlichem Ausgleich zu versuchen, so stehen wir jedenfalls nunmehr nach allem, was wir von dem maxima- listischen Treiben erfahren haben, vor einem völlig ver­änderten Lagebild. Unter allen Umständen ist es Pflicht der deutschen Unterhändler, dem Sprecher der Bolsche­wik! mit aller Schärfe entgegenzutreten und ihren tönen­den Phrasen die reale Tatsache der deutschen Vormachtstellung im Osten Europas aufs nachdrücklichste entgegenzuhalten. Anders mag es um die Aussprache mit den Ukrainern stehen, so weit sie sich dem bolschewistischen Einfluß entziehen. Trotzkh mag setzt endlich Farbe bekennen, ob er den Frieden ebrlich will oder ob es ihm nur auf Verhetzung zwischen Volk und Regierung im Deutschen Reich ankommt Das dentsche Ansehen verträgt e? nicht länger, daß in Brest- Litowsk auch nur ein einziger Tag noch mit klingenden Reden bingebracht wird. — In der „Kreuzzeitung" schreibt Röhsch: Zur Erneuerung des Krieges ist Rußland nicht mehr fähig. Unser jetziger klarer Standpunkt der Zentralmächte ermöglicht ein anderes Auftreten als bisher. Er er­möglicht eö, die Rechtsfrage zu stellen, wozu noch besondere ,, Veranlassung in den fortdauernden Versuchen borliegt, ihre