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12 Nusgaben.

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Berliner Abteil»», »e» Wiesbadener TagtzlattS: Berli» W H Potsdamer Gte. 151 K. Fernsprecher: A«t Lütz»» 62VS «ub 8203.

Montag, 28. Januar 1918.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 46.-» 66. Jahrgang.

Vresl-Litorvsk.

Dov der Wiederaufnahme der Verhandlungen.

Berlin, 28. Jan. (zb.) Staatssekretär v. Kühlmann ist in Begleitung des LegationSsekvetärS v. HoSdch gestern abend um S Uhr nach Brest-Litowsk abgereist.

W. T.-B. Wien, 27. Jan. Der Ärmster des Äußern Graf C z e r n i n hat sich heute nach Brest-LitowSk begeben. In seiner Begleitung befinden sich die Gesandten Frhr. v. Mittag und Dr. Wiesener, die Legationsräte Frhr. v. Andrien und Graf Colorado, sowie Legationssekvetär Frhr. v Gautsch. Sektidnschef Dr. Grah wird in den nächsten Tagen gleichfalls in Brest-Litowsk eintreffen.

Lin« offiziell« Vertretung Finnlands.

W. T.B. Stockholm, 28. Jan. Wie „Stockholmer Lidende" aus Helsingfors erfährt, hat der finnische Landtag eine Abordnung bestimmt, die die finnischen Interessen bei den ,?riedensverhandlungen in Brest- Litowsk vertreten soll. Sie besteht au§ drei bürgerlichen und drei sozialistischen Mitgliedern, nämlich den frühe­ren Senatoren Hjelt und Stenroth,, Professor Erich, Redakteur Sirola und Magister Fik (der letzte Name fehlt in der Depesche).

Tschitschcrin als Trotzkys Gehilfe.

W. T.-B. Petersburg, 26. Jan. (Meldung der Peters­burger Telegraphen-Agentnr.) Der Rat der Volksbeauf­tragten ernannte den Bürger Georg Tfchitfcherin zum Gehilfen des Volksboauftragten für die auswärtigen An­gelegenheiten.

Die Ukrainer wieder lm Uebergewicht?

Br. Petersburg, 28. Jan. sEig. Drahtbericht, zb.) Nachdem die Bedrohung Kiews durch die Maxi- malisten, die in schweren Kampf in der Umgebung von Poltawa verwickelt sind, aufgehoben erscheint, ver­sammelte sich das Generalsekretariat der Ukraine und eine Mehrheit der Mitglieder der Zentralrada zur Be­sprechung der in Brest-Litowsk erzielten Verhand­lungsergebnisse. Über das Votum der Rada ist noch nichts Zuverlässiges bekannt, doch werden beträchtliche ukrainische Truppenanzüge von der Jront gemeldet. Die hierdurch frei werdenden Truppen werden gegen die marimalistischen Abteilungen gestellte „Rabetschkyka Gazetta" vermutet, daß durch die lebten Ereignisse die Friedensezitschlossenheit der Kiewer Rada und des Generalsekretariats bestärkt werden wird, da unter den gegebenen Verhältnissen kür die Rada alles darauf ankommt, die ihr gegebenen Truppen von der riiront frei zu bekommen, um sie gegen die Truppen des Charkower Volksrats inS Feld zu stellen.

Neue Nichtsnutzigkeiten Trstzkys.

Br. Petersburg, 28. Jan. (Eia. Drahtbericht, zb.) Der Kommissar des Auswärtigen Trotzkn erstattet vor dem Generalkongreß der Arbeiter und Soldaten­räte in Petersburg einen Bericht über den Stand der Jriedensverhandlungen. Trotzky bezweifelt in diesem Bericht die Möglichkeit einer Verstän­digung, da die Delegierten der Zentralmächte angeb­lich kapitalistische Interessen vertreten und den freiheit­lichen Forderungen der marimalistischen Delegierten nur scheinbare Zugeständnisse machen. Ezernin und Küblmann unterschieden sich in den «öanptzügen durch nicht? von den Kapitalistendienern Wilson und Lloyd Georgs. Die russische Delegation in Brest-Litowsk werde unbedingt auf ihrem Standpunkt beharren und den Kampf gegen den internationalen kapitali­stischen Block zäh und unbeachtet fortsetzen.

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volle Anarchie in Petersburgs

Berlin, 28. Jan. (zb.) Laut „Corrrere della Sera" herrscht in Petersburg volle Anarchie. Man habe den Eintruck. Lenin werde gezwungen fein, die deutschen Friedenöbedingungen anzunehmen und die Schuld den Alliierten zuzuschieben.

Die Offensive der Voiichewiki gegen Ukraine und Tataren.

Stockholm, 28. Jan. (zb.) Die Petersburger Tele- graphen-Agentuc gibt folgende Mitteilung des Volkskom­missars Autonom bekannt: Die Städte Kremenschug. Romodau. Putiwl befinden sich in unserer Hand. Im Gebiete von Alexandrowsk ergaben sich 1-4 Kosaken-ESkadrons nach Zu­sammenstoß mit unseren Truppen. Sebastopol erkannte d«e Sowjetsbehörden an. Die Rada wurde dort vertrieben und die Seestceitkräfte gingen auf die Seite der Sowjets über. Die Tataren wurden bei Jalta zurückgeworfen und in der Nähe von Feodosia geschlagen.

Kriegszustand zwischen Grotzrutzland und Rumänien.

Br. Petersburg, 28. Jan. (Eiq. Drahtbericht, zb.) Nachdem die r u m ä n i s ch e Erwiderung auf das Ultimatum des Rates der Dolksbeauftragten in Smrolni als unbesriedigWd ertisvt waptzeu, ist, HMM

der Kriegszustand zwischen Groß-Rutzkand und Rumä- I ttten. Die Kämpfe zwischen Borlrad und Galatz nehmen ihren Fortgang. Nach den Angaben maximalistischer Blätter müssen die maximalistischm Truppen sich vor den Rumänen in dieser Gegend überall zurückziehen. Rumänische Abteilungen überschritten den Pruth, besetzten eine Reihe zu Rußland ge- hörenderDörfer und richteten sie als Brücken­köpfe ein. Diese Stellungen sind von stärkeren rumä­nischen Abteilungen mit Artillerie besetzt worden, uni den Einfall maximalistischer Truppen von Odressa aus in die Moldau zu verhindern. General A» e r e s c u hat den Auftrag erhalten, das gesamte Gebiet der Moldau von maximalistischen Truppen und marodirrenden Ban­den zu säubern.

Bratianu zurückgetrelen!

X. Berlin, 28. Jan. lEig. Drahtber. zch.) Der schon verscbiodentzlich gemeldete Rücktritt des rumänischen Minister- Präsidenten B r a l i a n u wird jetzt von der rumänische» Zeitung „Adeverul' bestätigt. MS sein Nachfolger gilt der General Averekcu, der zu den Anhängern der Friedens- Partei gerechnet wird.

Das Ausscheiden der Russe« an der rumänischen Frout.

Berlin, 28. Jan. (zb.) Dem „B. T.' aus Genf zufolge meldet! Lyoner Blätter aus Jassy. daß von russischen Truppen mi der rumänischen Front keine Rede mehr sein könne. De« Schützengräben seien verlassen. Die wenigen dort ver­bliebenen Soldaten verbrächten ihre Zeit mit Zechen, Spielen und Diskutieren.

Ingermanland zu Zlnnland?

Berlin, 28. Jan. (zb.) Aus zuversichtlicher Quelle wird gemeldet, daß man in Jngermanland Truppen gegen die SowjrtSregierung organisiert, um Jngermanland von Ruß­land abznt rennen und e» Finnland einzuverleiben.

Die vemokratifierung der ttrlegsfiotte.

W. T.-B. Petersburg, 27. Jan. (Petersburger Delegva. phenagentur.)

Erlaß über die Demokratisierung der Mottet

DaS Flottenpersonal der russischen Republik besteht aus Bürgern, gleichberechtigte Marineongehörige der Kriegsflotte der russischen Republik genannt. DaS Borge» setztenpersonal vermaltet strategisch-technisch und gemeinsam mit gewählten Ausschüssen die BermaltungSabteitung der Flotte. Alle Marineangehörigen führen Titel, die dem Posten als Kommandant, Mechaniker, Artillerist entsprechen. Jeder Marineangebörige ist berechtigt, jeder Derussyenossen. schuft, politischen Partei und religiösen Gesellschaft anzuge» hören und seinen Glauben öffentlich zu bekennen. Der Zen­tralausschuß der Marine Hai seine eigen« militärische Abtei­lung mit einem Vorstand und zwei Stellvertretern. DaS ge­samte Borgesehtenpersonal wird auf Grund einer allgemeinen Abstimmung gewählt und in feiner Eigen­schaft durch den ZentralanSschuß der Marine bestätigt. Die Ausschüsse des BeseblSpeisonals sind berechtigt, unter Be­rufung aut den Zemralausschuß die Absetzung von Vor­gesetzten zu verlangen. Die Wsetzung findet auf Grund einer Zweidrittel-Mehrheit durch eine von dom Zen- ttalauSschuß mit den Vertretern des Ausschusses abzuhalten- ben Konferenz statt. Die betreffende Stelle muß durch Neu­wahl besetzt werden. Abgese-tzte Morineangehörige werden verabschiedet oder zur Reserve übergeführt.

Eine Verletzung Maxim Gorkis.

Berlin, 28. Jan. lzb.) Wie die „Voss. Ztg." berichtet, wurde nach einer Petersburger Meldung Maxim Gorki auf der Straße in Petersburg durch eine verirrte Kugel am Halse verletzt. _

Der Tagesbericht vom 28. Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 28. Jan. (Amtlich)

Westlicl,er KriesSsrhuuplatz.

Nördlich von Becelaere wurden bei einem Crkun- dungsvorstos: 17 Engländer, darunter rin Offizier, gefangen.

Tie Artillerietätigkeit war fast an der ganzen Front gering, lebhafter an einzelnen Stellen in der Cham­pagne und im Maasgebiet.

Italienische -krunt.

Aus der Hochfläche der Siebengemeinden dauern fett gestern nachmittag die Artillexiekämpfe au, dir sich bei Tagesanbruch im Gebiete des Col di Rosso zu größter Heftigkeit steigerten.

Bon den andere» Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalgnartiermeister: Ludendorff.

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W.T.-B. «ratze« Hauptquartier, 27. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Fast an der ganze« Front blieb die Wefechtrtätigkeit gering. Bei kleineren Unter nehvenngen südlich von der Oise und in den oberen Vogesen südlÄ von Luftsee wurde« Gefangene ein- ce&Gggt,

Italienische Front

Ans der Hochfläche von A s i a g o und östlich von der Brenta lebhafter Feuerkamps. Ein italienischer Angriff gegen den Mt. Pertiea scheitette.

Bon den enteren Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der erste Generalqartiermetster: Lndendertzft

Eine gefährliche Agitation!

Lin im höchsten Grave beachtenswerter KppeU de» Staatssekretärs wallrafs.

In der EamStagsttzung des ReichStagShanptauSschnsses erwähnte der »bg. Naumann ein verteiltes Flugblatt, das zum Sturz der Regierung, zur Zerschmetterung der Bourgeoisie, zur Revolution und zur Errichtung der Repubsik auffordert, den Separatftieden ablehnt und zu Massen­streiks in den nächsten Tagen, namentlich i« der M u n i - tionSerzengung und un Verkehr rät.

Staatssekretär Wallraf führte dazu «mS: Da« Flug­blatt klingt in den Ruf anS: .Rüstet zum allgemeine» Massen­streik in den nächsten Tagen.' Ich habe dazu folgendes zu sagen:

Die verbündeten Regierungen sind sich der PfNcht zur

Aufrechterhaltnng der Ordnung und Sicherheit unter allen Umständen bewußt.

Die Ruh e, mit der ich dies aussprech«, soll an dem Ernst und der Festigkeit des Willens keinen Zweifel lassen. Ich kann aber auch deshalb in voller Ruhe sprechen, weil ich von unserer Arbeiterschaft, der ich in meiner früheren Tätig­keit jahrelang nahe gestanden habe, eine viel zu hohe Meinung habe, al» daß ich glaube, auch nur ein Neiner Teil unserer polttisth and wirtschaftlich denkenden Arbeiterschaft könnte einem solchen nicht zu verantwortenden und von unverantwortlicher Stelle ausgehenden Ruf zum AuSstant Folge leisten. Wie ist denn die Lage? Wir stehen in Verhandlungen über einen Sonderfrieden mit Rußland. Daß wir nur über einen Sonderfrieden verhandeln, ist doch nicht unsere Schuld. Bon D e u t s ch l'a n d ist die FriedenS- resolutton des Reichstags ausgegangen, im gleichen Sinne hat Deutschland die P a p st n o t e beantwortet. JOTtt Zustim­mung der deutschen Delegierten ist von Brest-Litowsk aus der Ruf zur Beteiligung an den Friedensverhandlungen an alle unsere Feinde erklungen. Was war die Antwort von dqr anderen Seite? Fast immer Schweigen oder h o h n - volle Zurückweisung Und wenn wir trotz alledem jetzt in etwas die Atmosphäre der Friedensnähe atmen, dann danken wir das nicht nur unserer Friedensneigung, sonder« der Einheit und Kraft, die wir bis jetzt Gott sei Dank bewahrt haben. Wer scheel sieht auf diese Einheit und Kraft. daS sehen Sie aus den feindlichen Zeitungen, von denen noch jüngst der „Temps" in ähnlichen Worten wie das Flugblatt die deutschen Arbeiter zu Ausständen aufruft. Wenn es den Feinden gelänge, die innere Front zu zerbrechen, daun müßten all die Ratibpläne unserer Feinde wieder avfwachen. Der Krieg würde in Deutschland verlängert und gerade die Arbeiterschaft hätte davon wirt­schaftlich r.nd politisch die schwersten Folgen. In den letzten Tagen ist hier von den Heimkrieyern gesprochen worden, di« von der warmen Ecke ihres Stamrntischs aus Huuder tta u- fende da drmrßen in den Tod senden- Heimkrioger, die leicht­fertig über Gut und Mut anderer verfügen, sind auch meine Leute nicht. Mer «S gibt noch eine andere Art von Heim­kriegern, und das sind die schlimmsten, die in aller Heimlichkeit und in sicherer Wahrung ihrer eigenen Person die Arbetter- massen an die Front d«S W irtscha ftSkrieg« schicken. Denn ein solcher Wirtschaftskrieg bricht die Froitt drau­ßen und bringt den Männern den Tod, die auch für Heimat. Weib und Kind des Arbeiter? streiten, und tot gleichen Augenblick, in dem die deutschen Räder sttllftehen, werden die Räder der Munitionsfabriken in Frankreich, England und Amerika doppelt emsig schaffen^

Der Krieg hat manche Schöpfung der Vitenatur »nr ge­bracht, auch auf dichterischem Gebiet. Ern Gedicht hat vor allem mir tieisen Eindruck gemacht. ES ist ein Bekenntnis dok deutschen Arbeiters Karl Bröger au daS Vaterland, das mtt den Worten schließt: „Herrlich zeigt eS in der größten Ge­fahr, daß sein ärmster Sohn auch seni getreuester war.' Nun, meine Herren, alle Stände, arm und reich, haben gewetteisett m der Treue guch Vaterland. Daß auch die deutsch: Arbeiter- sckaft in dieser vorbildlichen Treue ausharrt, daS ist uud bleibt mein fester zuversichtlicher Glaube.'

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Oer Streife in Berlin,

L. Berlin, 28. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die für heute erwartete Streikbewegung in Berlin hat eingesetzt. Um 8 Uhr legten in 16 Betrieben 4G000 Arbeiter die Arbeit nieder. Bis l 2 Uhr streikten in 40 Betrieben 100 000 Arbeiter. Zu irgendwelchen Zusammenrottungen, Demon­strationen oder Unruhen ist es nicht gekommen. Man kann brr ganzen Bewegung schon ansehcn, daß die einheitliche Leitung fehlt. Jedoch ist nicht abzusehen, wieweit der Streik noch Ich auSdehnen wird. Nicht berührt von de» Streiks sind die S i r m e n s - S ch u ck e r t - und Siemens- Halske-Werke, während Auer, Daimler und G ö r z die Betriebe e i n g e st e l l t haben. In den übrigen großen Werke» handelt cs sich bjs jetzt nur um Lcilftreiks,