Einzelbild herunterladen
 

$erl*g Lenggaffe 21

T«qbt«tttz»»s".

Kchaller-Hale grfffnrt »,n 8 Uhr morgens bis 7 Uhr «den»«.

wöchentlich

»,»>,z«.,rriS fiir »rrX ,»rg«ven: Mk. 1.2# monstlich, m 3.«o Wertet»«» durch beit Verl-g «.H. oWStm^rtita. rn. 4. Wertet»«id) kucd) ofle beutWtnt Pt,st.»»«lte»7°ElüöIich . , d S«j»gs-»e«e«»!lseu nehme» «u,er»em entgegen: in »ieSdsde, We Zweigstelle «is- -^«ring l, I<n«e die »u«g.»est«en in öS«* teilen »er Statt; in Siebe»: bie bL «»- gstiefteten int» m beit benachbarten Lanborten trn» im Rhein«-» die betrestenben Tagdl«lt-T»»«er.

Beste!

12 Busgaben.

Fernruf:

..Xa|»Utttb«oi'' Nr. 665*-*3.

«on 8 Uhr morgen« bi» 7 Uhr abeitbS, «Ilster Saimtts».

teigen-Prei» fit »ie Zeile: 2S Pi», fit örtliche 1.25 ikt füt örtliche Reklamen: 2b« SSL für «nsw-rrige 8i*H

3b St«, für «MMi|e »«»eigen,

_ _ , . . Bei tWederhollor Anfnahnte «tter-

änberier Atthet^n « lnezen A»iicheite»>t»en emivrechender Aochitch Sl» 4 »i,>en »an-ch»e: Für »ie eben»-Ausgabe di« 1» Uhr mititta»: für »ie M»rzt» - Ausqabe bi« 3 Uhr n«chmi»»»,'. Wir »ie «uin-hme von «ngeigen an vorgeschriebenen T-gen tut» Pi-Hen wir» keine Gewähr

Berliner Abteilung des Mesb,be«er T-gblotts: Berli« W., Potsdamer Sir. 121 K. Fernsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203.

Montag, 21. Jannar 1918,

Kbend-klusgabe.

Nr. 34.. 66. Jahrgang.

Auflösung der rusflschen U»nflitu«nte!

W. T.-B. Petersburg, 18. Jan. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Um 4 Uhr nach­mittags ist im Taurischen Palast die verfassunggebende Versammlung von dem Vorsitzende« des Hauptaus- schufses der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte er- öffnet worden, der eine Erklärung des Hauptansschusses verlas.

W. T.-B. Petersburg, 18. Jan. Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Die verfassunggebende

Versammlung hat Tschernow mit 244 gegen 151 Stimmen, die auf Frau Spiridowna fielen, zum vor­läufigen Vorsitzenden gewählt.

MaximalistischL Ausschreitungen bet Eröffnung Oer Konstituante.

W. T.-B. Petersburg, 18. Jan. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die gesetzgebende Versammlung wurde um 4 Uhr von dem Präsidenten des Zentral­komitees aller Sowjets eröffnet. Vier Stunden vorher griff eine maximalistische Truppe eine Prozession des Bundes zur Vertedigung der gesetzgeben­den Versammlung an und riß die Fahne herunter. Dem ersten Befehl zrrm Feuern wurde durch M a s ch i n e n- gewehrfeuer Folge geleistet. Mehrers Personen wurden getötet, darunter ein Mitglied des ausführen­den Ausschusses, der Bauerndeputierte Boganow. Viele Personen, darunter mehrere Frauen, ivurden verwundet.

IV. T.-B. Petersburg, 20. Jan. (Meldung der Peters­burger TelegrapheR-Agierrtnr.) Nachdem di« verfassung- geden.de -Bersa«intu«g nach einundei-nhaWstüiHiger Beratung gegen die lEvkiävwng d«s ausftvhren-den Zentrala-usschuffes ahgestimmt -hatte, entfernten sich die Bolschewiki. Die verfassunggebende Ver-saminlung wclllt-e nicht '-die Art und Weise bNigen, in der die Friedensverhandlungen von den Sowjetsmit-g-liedern, !die den Saal verlassen hatten, geführt morden . Um 4 Uhr morgens -wunde die Bers-a-mm- lung von Matrosen aufgelöst. Heute früh wird ein 'Erlaß erscheinen über die Auslösung -der verfass-unggeibenden Ver­sammlung.

W. T.-B. Petersburg, 21. Jan. (Drahtbericht. Petersburger Telegraphen-Agentur.) Heute trat der ausführenbc Hauptausschus? des Sowjets der Arbeiter, Bauern und Soldaten zu einer Sitzung zusammen und beschloß um 1 Uhr 38 Min. die Auflösung der ver­fassunggebenden Versammlung.

Der Hergang der entscheidenden Versammlung.

W. T.-B. London, 20. Jan. Reuter meldet aus Petersburg vom 19. Januar: In der konstituierenden Versammlung verlas Swerdlow die Erklärung der A r - beiterrechte. Diese verlangt, daß die russische Republik der Sowjets das Privateigentum ab­schafft und has Eigentum der A r b e i t e r an ihrer Arbeit und den A r b e i t 8 z w a n g einführt, daß die Arbeiter bewaffnet und die müßigen Klassen entwaffnet werden, daß eine sozialistische Armee geschaffen und die Anleihen für ungültig erklärt werden. Die Erklärung schließt damit, daß die Macht ausschließlich den Arbeitern und Sowjets gehört. Matrose n, mit Gewehren und Bajonetten bewaffnet, standen in den'Gängen und zwei Feldgeschütze waren am Eingang aufgestellt. Die konstituierende Versammlung beschloß mit 273 gegen 140 Stimmen die Beratung; der Erklärung der Urbeiterrechte zu ver­tagen . Daraufhin verließen die Bolschewiki und die linksstehenden Sozialrevolutionäre den Saal. Die zurückbleibenden Sozialrevolutionäre der Rechten nahmen trotz der Drohungen der bewaffneten Matrosen in aller Eile ihre Maßnahmen, betreffend den Grund u«d Boden, an, sowie den Vorschlag, an die Kriegführenden Abordnungen zu schicken, um einen Weltfrieden herzustellen.

DerVorwärts" über die Methode der, Bolschewiki.

Berlin, 21. Jan. Zur Auslösung -der Konstituante sagt derÄoawärts": Damit hat sich ein geschichtliches Er­eignis vollzogen, dessen schmerzliche Bedeutung -nicht ver­kannt werden -wivd. Die bokschow-fftitfche Regierung hat in der Volksvertretung keine Mehrheit gesunden, und da sie aus die Macht nicht verzichten wollte, hat sie au -dem Parlament des revolutionären Rußland nicht anders gehan­delt, wie der Zar anderDum -a. Aus den kurzen Peters­burger Meldungen geht hervor, -Saß zwischen der Mehrheit der gewübtte-n Volksvertretung und der bo-tschgwistijchen Re-gie- rrmg «-rie scharfe Meinungsverschiedenheit be­steht -über die Friodensverhanidhwngcn, und daß es -darüber zum Konflikt gekommen ist. Ob die Mehrheit überhaupt gegen federt Sondersriedsn oder nur für einen Sondersisieden auf hoffchewisiischer Grundlage ist, ist bis jetzt noch nicht zu er- pchen,

- Berti«, 21. Jan. Die »V-oMzig." fchvoS«: llrrsors Mentung. daß die WoischowiK! tu der Äonchllnanre nicht die Mehrheit haben, hat sich bestätigt. Aus den lbishevigeu ^ Wachxichte« geht herbsp, daß die KachÄusnte auch gogeu die .

Art und Weise sich ausgesprochen -hat, wie die Bolschewisten die Friedensverhandlungen führen. Es wird vermieden, An­gaben darüber zu machen, ob die Mehrheit die Ver- schleppungsMethoden Trotzkys verurteilt hat, oder ab sie in seinem A-wstreten schon ein zu großes Entgegen­kommen sieht.

Line linkssozialistisch« Koalitionsregierung?

Berlin, 21. Jan, (zb.) über die Bewegung gegen die RsgieEng der Bolschewiki heißt es in einem Stockholmer Telegramm der .Köln. Ztg.": Die Sozialisten wollen die entscheidende Kraftprobe zwischen Lenin und der sozialistischen Opposition, als deren Führer Tschernow auf- tritt, bringen. Nicht nur die Partei der Linkssozialrgvo- lutiouäre, soudern auch der rechte Flügel d«r Maximalisten hält sich die Möglichkeit offen, von Lenin abzufallen und sich mit nahestehenden Parteien den Internationalisten, dem linken Flügel der Minimalisten, ja vielleicht auch mit Tscbcrtiaw, zu einer linkssozialistischeu Koalitionsregierung zu »ererniizeu. Eine solche Regierung würde in Fragen der auswärtigen Politik nur sehr unwesentlich von Lenins Programm abwcichen und die Verhandlungen in Brest-Litowsk jedenfalls in der bisherigen Weise weiterführen, wahrschein­lich aber Deutschland gegenüber etwas mehr Ent- g e g e u k o m m e n zeigen als Lenin.

vor dem Frieden mit der Ukraine!

W. T.-B. Brest-Litowsk. 20. Jan. Die bisherigen Ber- htrndluiigen, die zwischen den Delegationen der Mittelmächte einerseits und der der ukrainischen Bolksrepublik andererseits geführt worden sind, habe» das Ergebnis gezeitigt, daß über die Grundlagen eines abzuschließenden Friedensvertrages Einigung erzielt worden ist. Der Kriegszustand soll für beendet erklärt und der Entschluß der Parteien bekräftigt werden, fortan in Frieden und Freundschaft miteinander zn leben. Die an der Front gogenüberslehenden Truppen solle» mit Fricdensschluß zurückgezogen werden. Alle Beteiligten sind darüber einig, daß der abzuschlicßeiüie Friedensvertrag für die sofortige Aufnahme eines geregelten wirtschaftlichen und rechtlichen Verkehrs Vorsorge zu treffen haben wird. Auch diplomatische und konsularische Beziehungen sollen alsbald aus­genommen werden. Mit'Feststrllnng der wesentlichen Grund- zügc des Friedensvertrages sind die Verhandlungen an einem Punkt angelangt, der cs den Delegationen zur Pflicht macht, mit den heimischen verantwortlichen Stellen in Fühlung zu treten. Ein Teil der bevollmächtigten Vertreter sieht sich veranlaßt, diesen Stelle» persönlich über den vlang der Ver­handlungen Bericht zu erstatten und deren Zustimmung zu dent Vereinbarten einznholen. Alle Delegationen sind darüber einig, daß die hierdurch notwendig werdende Ans-f setzung der Verhandlung so kurz als möglich bemessen sein soll. Sic habcit sich daher zugesagt, sofort nach Brest-Litowsk Zurückzukehren und sind entschlossen, sodann im Rahmen der ihnen erteilten Ermächtigungen den Friedensvertrag abzuschließen und,zu unterzeichnen. Hiermit ist es zum erstenmal in diesem welterschütterndeu Kriege ge» luugrn, die Grundlagen zur Herstellung des Friedenszu­standes zu finden.

Graf Tzernin 8ber öen Stand 1 der Verhandlungen.

W. T.-B. Brest-Litowsk, 20. Jan. Ein SSerteetec bes Wiener k. n. if. Teleyraplhen-KorresponbemzüureaüL -hatte am 17. Januar eine Unterredung urrt öem Gvaseu Czernin über 'den -Stanlb der FriedenAvechamdlungen. Gras Czerni-n äußerte sich hierbei solg-endermaß-en: Die Berhandlunge-n -mit -den Ver­tretern von Petersburg u-n-d Kiew sind in vollem Gange. Deveii Beviaus ist allerdings schwierig -nnL» langw'i'erig. .Ich hafte und bürge jedoch dafür, -daß der Friede unserer­seits nicht an Erobern ngsab sichten scheitern wird. Ich nehme kein Wort von -dem zurück, was ich als Friedens-Programm der Monarchie ausg-estell-t und vevtreten -habe. Wir wollen nichts von R -u tz I a n «d, weder Ge­bietsabtretungen noch Kriegsentschädigungen. Wir wollen nur esii fieundnachbartiches, aus sicheren Grundlagen beruhendes Verhältnis, das von Dauer ist und auf sicheren Grundlagen beruht.

Oer Tagesbericht vom 21 . Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 2L Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsselmustlatz

Heeresgruppe Kronprinz Rvpprecht.

Nordöstlich nnd östlich von N p e r n sowie an der Front von Lens bis Epehny hielt die gesteigertv Artillcrietätigkeit air. Südlich von Bend- h u i l l e s blieben bei Abtvehr eines englischen Vorstoßes Gefangene in unserer Hand.

Heeresgruppe Dentsckicr Kronprinz.

I« einzelne» Abschnitten in der Champagne itud zu beiden Seiten der Maas Kampftätigkeit der Artillerien.

Nordwestlich von Reims nnd in den Argonnen hatten tiriliere Nnternehmnngen unserer Erkundungsahteilimgen Erfolg.

Ja den beiden letzten Tagen wurden elf feindliche F l u g ££ u.-fl*c und ein Fesselballon at-gefchossen.

östlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front

Zwischen Wardar und Doiransec lebte das Artilleriefeuer zeitweilig auf. In der Strumaebene kam eS mehrfach zu Borfeldkämpfen, die für die Bulgaren erfolgreich verliefen.

Jtalieuifche Front»

Keine besonderen Ereignisse.

Ter Erste Gencralqnartiermrister: Lndenbarff.

*

Der Tagesbericht vom 20. Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 20. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

O st e n d e wurde von S e e her beschossen. Heftige Artillerie« käwpfe dauerten int Stellungsbogen nordöstlich von Apern bis tief in die Nacht hinein an.

Zu beiden Seiten der Scarpe, am La-Bassöe -Kanal, sowie zwischen Lens und St. O uentin hat die Gesechtstätigkeit zugenommen. Mit besonderer Schärfe lag englisches Feuer tagsüber auf unseren Stellungen südlich von der Scarpe.

Die ftar.zofischc Artillerie war nur in wenigen Abschnitten lebhaft. Jeueisteigerung trat zeitweilig im Maasgebiet sowie nördlich und südlich vom Rhein -Marne«Kanal ein.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische -und italienische Front.

Die Lage ist unverändert.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Oie 5ldmiralstabrmeldun-en.

W. T.-B. Berlin, 19. Jan. (Amtlich.) Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänleutnant Dieckmann, hat kürzlich sechs -durchweg bewaffnete Tampfer mit rund 32000 Brurtoregister- tonnen vernichtet. Die Mehrzahl der Schiffe wurde in der Irischen See, teils einzeln, teils in Geleitzügen unter starker Sicherung fahrend, abgeschossen, unter ihnen ein 12 000 Tonnen großer Dampfer, ähnlich dem Afric-Typ der White Star Line.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

W. T.-B. Berlin, 20. Jan. (Amtlich.) Im Südwest­teile des Sperrgebietes um England fügten unsere rast­los tätigen U-Boote dem Gegner einen Verlust von 19 000 Bruttoregistertonnen Handelsschiffraum zp. Die Mehrzahl der Schiffe wurde im Ärmelkanal und St Georgs-Kanal unter stärkster Gegenwirkung vernichtet. Unter den Schiffen befanden sich drei größere Dampfer von über 4000 Tonnen, ein Schiff konnte als der englische DampferColmere", der mit Kohlen nach Afrika unterwegs war, festgestellt werden.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Der prozetz gegen Toilaux.

Berlin, 21. Ion. (zb.) Nach einer Meldung des ,.B. L.-A." aus Basel dementieren Caillaux' Anwälte die Zeitungsmeldungen über den -Inhalt des Kassen- s ch r a n ? e s in Florenz und geben in einem Schreiben an Tlemenceau der Hoffnung Ausdruck, daß dieser iui Interesse des öffentlichen Friedens und der Gerechtigkeit Maßnahmen treffen werde, damit firr die Verteidigung aller Angeklagten größere Sicherheit besteht.

5lu§ den verbündeten Staaten.

Lüctztritt des österreichischen Ministeriums?

Br. Berlin, 21. Jan. (Eig. Dtahtberickst. zb.) Nach bisher unbestätigten Meldungen aus Wien ist gestern das österreichische Ministerium zurückgetreten und wurde zum Nachfolger des Ministerpräsidenten v. Seidler der bisherige Minister des Innern Graf Toggeuburg ernannt.

Die Zriedenssehnsucht der österreichischen Sozialdemokraten.

Berti», 21. .Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Er­klärung der österreichischen Regierung über die FriedenSauS- ftchten in Brest-Litowsk waren mit veranlaßt durch eins Debatte im BudgetauSschutz des Abgeordnetenhauses. Der sozialdemokratische Führer Dr. Viktor Adler sagte dort: Wir stehen heute vor der Dtöglichkeiit des Friedens, und darum hat aLe Welt die Werzeugung, der Frieden darf durch Fragen des Prestiges, durch Fragen von Zukunftsplänen nicht hinausgezcgen werden. Und dieses Moment ist in die Mc-ffsn gedrungen. Wenn diese Hoffnung vergeht und nichts zu essen da -ist, haben wir nichts mehr zu verlieren. Das ist die Stimmung in der Bevölkerung. Wir können nicht schweigend zusehen, wie ein paar Herren in Boest-Litowsk ihve Politik machen und das Schicksal der Friedeusverhanülnngen, melleicht gegen den Willen der. österreichischen Friedens - miterhändler. aufs Spiel s-ctzen. M« ferne in Boest-Litowsk rücht verhandeln, ohne die Völker Österreichs tmt am Asche schLn «u lassen. Die AuSMallrrng des ParistWentS