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»grelrui» i» ioaie die «u»aadeftellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: eie dortigen eiur- gabetleveii und in den benachbarten Landorten und im Rdeingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

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Zarnstag» 19. Januar 1918.

Srest-Litowsk.

ver Hemmschuh am Verhandlung?wagen.

Eine Warnung der „Rordd. Allg. Ztg." an Trotzkh.

— Berlin, IS. Jan. (zb.s Die „Nordd. Allg. Ztg/ schreibt über die Parteien in Bvest-Litowsk und sagt, das; über die das zukünftige politische Verhältnis zwischen den Zentvalmächten und der Ukraine betreffenden Frage» ein grundsätzliches Einvernehmen hergestellt wor­den sei. Di- Verhandlungen ntit der russischen Delegation seien noch weiter in den H i n t e r g r u n d geschoben worden; sie waren obnehin in ein langsameres Tempo geraten. Wer der .Hemmschuh am S-rhandlungAwagen ist, braucht man nicht zu sagen. Die russischen Unterhändler sehen mcht «in, datz die Macht, auf die sie den ihnen genehmen Frieden sinken möchten, vorläufig nichts ist als eine Konstruktion, als arte Form, die erst -inen Inhalt bekommt, wenn der Friede ihr? De seinsberecktigung erwiesen hat. Dieser Tatsache sollten sich Trotzky und seine Mitarbeiter nicht verschließen. Wenn sie trotzdem ihrer eigenen Aufgabe entgegen­arbeiteten, dann liegen Beweggründe vor, die mit dem Zweck der Verhandlungen nicht zu vereinbaren sind. Wenn die Russen glauben, durch ihre Manöver das deutsche Volk und das deutsche Heer zu verwirren, dann besinden ste sich in einem grundlegenden Irrtum über unsere Vocks- krost und linieren Volksgeist. Das Ergebnis des g e - wonneneil Einvernehmens mit der Ukraine wird nicht ausbleiben. Herr Trotzky und seine Gesinnungs- gencssen ersckeinen jetzt vor der konstituierenden Versamm­lung in Petersburg mit leeren Händen.

Ruch in Petersburg Mißstimmung über TrotzkvS Verschleppungstaktik.

— Berlin, IS. Jan. (zb.) Der vorbereitende Ausschuß für den Zusammentritt der Konstituante hat an Trotzky die Aufforderung gerichtet, zur Eröffnung der Kvnstitu-nrte in Petersburg zu erscheinen. Verschiedene Morgenblätter meinen, ein Schaden für den Fortgang der Verhandlungen i:i T rest-Litowsk werde daraus kaum entstehen, eher sei das Gegenteil zu erwarten.

Trotz h in Petersburg notwendig.

— Berlin, 19. Jan. (zb.) Wie der „B. L.-A." über Stockholm aus Petersburg erfährt, macht sich die Abwesen­heit TrotzkyS dort sehr fühlbar. Dieser beabsichtigt dem­gemäß, wie aus guter Quelle verlautet, für einige Tage die Verhandlungen in Brest-Litowsk den anderen Mitgliedern der Kommission zu überlassen, um selbst in Petersburg nach dem Rechten zu sehen.

Unstimmigkeiten zwischen Lenin und Trotzkp.

* — Berlin, 19. Jan. Über Unstimmigkeiten zwischen

Lenin und Trotzkt, heißt es in der „Vossischen Zeitung": Das Verhältnis zwischen den beiden Führern der der- zeitigen russischen Regierung spitzt sich mit jedem Tage mehr zu. Lenin nahestehende Kreise sind der Ansicht, daß Lenin demnächst sein Abschiedsgesuch einreichen werde, um dem bevorstehenden Kongreß der Sowjets die Möglichkeit zu geben, zur Spaltung zwischen Lenin lind Trotzky Stellung zu nehmen. Lenin hat inzwiscksen Finnland verlosten und ist nach Petersburg zurück- gekehrt.

Direktor Johannes zeitweilig von Brest-Litowsk abgereist.

— Berlin, 19. Jan. (zb.) Rach der „Novdd. Allg. Ztg." ist der Direktor der handelspolitischen Abteilung des Aus­wärtigen Amtes Johannes aus Bvest-Litowsk uach Berlin zurückgekehrt. Gr wurde vom Reichskanzler emp- sangen und bat diesem über den Gang der handelspolitischen Verbandlungen mit Rußland zu berichten und ihm für deren, Fortführung Vorschläge zu unterbreiten. Voraussichtlich wird Johannes, fiir den in Brest-Litowsk ein Vertreter be­stellt ist, sich länger hier aufhalten müssen, da sin starker Andrang dringlicher Amtsgeschäste bei der Berliner Zentral­stelle seine persönliche Mitarbeit notwendig macht und ba- die Verhandlungen in Brest-Litowsk sich länger hinziehen, als man ursprünglich erwarten konnte.

*

Eine Antwort Czernius an Wilson.

— Berlin, 19. Jan. (zb.) Graf Czernin wird, wie aus Wien berichtet wicd, demnächst in Brest-Litowsk auf d-ie Note Wilsons eine Antwort geben.

Die Antwort auf eine Anfrage der österreichischen Sozialdemokratie.

W. T.-B. Wien, 18. Jan. Im Budgetausschutz des Abge­ordnetenhauses erwiderte auf eine sozialdemokratische An­frage »egen der Brcst-Litowsker Verhandlungen der Minister des Innern Goas Toggenburg, Graf Czernin habe wrrk- ltch nichts anderes im Auge, als zu einem Frieden zu kommen, drr sur Osterieich-Nngarn annehmbar sei. Es sei vielleicht niemand, auch aus der Partei der Sozialdemokraten, der den Frieden aufrichtiger und wahrhafter als Graf Czernin gu erreichen strebe. Graf Czernin wevde die Friedensverchand- lungen nicht scheitern lasten, sofern natürlich reicht ganz »nmögliche Dinge als Forderungen an ihn heranträten. Aber »«se ganz nnmögtichen Dinge würden nicht an ihn heran- treten. dmm man dürfe nicht vRigessen, daß beide Teile

klbend-klusgabe.

den Frieden wollten. Eine Verschleppung von unserer Seite werde nicht eintveten, denn wir dürfen nicht ver­gessen, daß beide Teile den Frieden wollen. Eine Ver- ickileppung von unserer Seite werde auch nicht eintreten, weil Graf Czernin genau wisse, daß ein möglichst rascher Abschluß des Friedens im Interesse Österreich-Ungarns geradeso wie Rußlands liege. Der Minister gab schließlich dem Wunsche Ausdruck, das Volk möge durch seine und seiner Presse Haltung den Gang d-r Verhandlungen nur in der Form beeinflussen, daß darin das Vertrauen, das der Unterhändler brauche, um seinem Gegenpart standzuhalten, auch zum Ausdruck komme.

»

Die russische Armee in völliger Auflösung.

— Berlin, 19. Jan. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt: Nach zuverlässigen Mitteilungen ist die russi­sche Armee in völliger Auflösung begriffen. Das Heer zerfällt, weil ihm die Führung fehlt, weil , die Offiziere keinen Einfluß haben und weil die Krregs- induitrie eingestellt ist. Die Hauptsache aber ist, daß die Soldaten kriegsmüde sind. Etwa 200 Kilo­meter der russischen Front stnd bereits geräumt.

Vev Tagesbericht vom 19. Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz

Lebhafte Artilleriekämpfe im StellungSbogrn nordöstlich von Ipern, auf dem Siidufer der S c a r p e und in der Gegend von M o e u v r e s. Auch an vielen Stellen der übrigen Front, namentlich zu beiden Seiten der Raas, war die Fenertätigkeit gesteigert. Nördlich von Bezonvaux holten Stoßtrupps Gefangene aus den ffanzöfischen Linien.

östlicher Kriegsschauplatz^

Nichts Neues.

Mazedonische Front

Im Cernabogen lagen unsere Höhenstellungen nord­östlich von Paralooo tagsübec unter Artillerie- »nd Minenfener.

Italienische Front.

Die Lage ist unverändert.

Der Erste Generalquartiermeister: Lndrndorff.

Neue U-Vootserfolge im östlichen Mittelmeer.

W. T.-B. Berlin, 18. Jan. (Amtlich.) Vier Dampfer und ein Segler mit runtz

25 000 Brutto-Register-Tonne».

Eines unserer U-Boote vernichtete in Sicht der tripoli- tanischen Küste den vollbesetzten-' bewaffneten italienischen Tr uppentransporter „Regina Helena" (7940 Br.°R.-T.). Geschützfeuer von Land ver­mochte nicht das U-Boot an der planniäßrgen Durch­führung seines Angriffes zu verhindern. Auch die übrigen vernichteten Dampfer waren wegen ihrer Große und Ladung besonders wertvolle Angriffsobjekte, sie be- fanden sich fast alle auf dem Wege nach denr Orient und fuhren sämtlich unter starker Bedeckung. Unter ihnen konnte der bewaffnet^ tief beladene englische Transport- dampfer „Spiräa" (3620 Br.-R.-T.) festgest-üt werden, der in gut durchgeführtem Angriff aus einem stark ge- sicherten Geleitzug herausgeschossen wurde. Von den beiden anderen Dampfern war einer englischer Nationa- lität, bewaffnet und nach den Holzausbauten, zahlreichen Booten und Rettungsflößen zu urteilen, ein Truppen- transportier, der andere, ein großer Dampfer, anscheinend der P. and O.- oder White Linie, mit Sprengstoff-

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Reue Schutzvcrsuchc gegen die U-Boote im Mittelmecr.

W. T.-B. Berlin, 18. Jan. Die Unsicherheit der Schiffahrt im Mittelmeer infolge der Tätigkeit unserer U-Boote hat die Gegner zu einer neuen Schutzmaß­nahme veranlaßt. Die Fahrstraßen führen dicht unter der Küste, der Verkehr auf ihnen spielt sich vorwiegend in der Dunkelheit ab, während bei Tage die Handelssihiffe in den Häfen liegen. Die Maß­nahmen haben neben großem Ze'i t v e r l u st aua> eine Zunahme der Strandungen und Beschädigungen zur Folge. Unsere U-Boote kommen daher häufiger in den Bereich der L a n d b e f e st i g u n g e n, die ihre Ar- beit zu stören versuäxm. Dem oben gemeldeten Bat­te r i e a n g r i f f an der Küste von Tripolis ist es auch ebenwwenig gelungen, den Truppentcansportdampfer zu retten, ioie es der Batterie bei Kap San Bito auf Sizilien, deren Niederkämpfung durch ein U-Boot be- kannt wurde, nicht gelang, einem U-Boot seine Beute zu

entreißen. _ .

Zum neuen Vorstotz an die eng - Dstkuste.

W. T.-B. Amsterdam, 18. Ja«. Reuter meldet «S

London: Es ist noch nnbekannt, ob die Geschosse, die auf

Nr. 32.. 66. Jahrgang.

Aarmouth abgefeuert wurden, von einem U - B o o t, einem leichten Kreuzer oder von Torpedo- jäaern herrühren. Sü: waren van ^a)tt)ereTu Kaliber. Wenn ein U-Boot den Angriff ausfuhrre, muß es ein neuer Typ mit Kreuzerdimensionen ge­wesen sein. x

2 engl. Torpedojäger mit Mann und Maus unlergegangen.

W.T.-B. London, 18. Jan. (Reuter.) Die ^englische Admiralität teilt mit: Zwei britische Torpedobootjager sind bei der Rückkehr nach ihrem Stützpunkt wähvend heftigen Schnoesinrmes in der Nacht v«n 12. d. M. an der schottischen Küste gestrandet und mrt Mann und Maus untergegangen. Nur ein Matrose wurde gerettet.

Weitere Schifssverluste.

W. T.-B. Rotterdam» 18. Jan. „MaaSbode" meldet: Der Segler ..Marga", der Mitte November von einem Ostsee­hafen nach Stockholm fuhr, wird noch vermißt und gilt als verloren Der englische Dampfer „Seapoint (593 Tonnen) aus London ist gesunken. Der Dampfer „Pleiton" aus Las Palmas 1422 Tonnen) ist gestrandet und wrack. Der Segler „San Legis" aus Nantes (98 Tonnen) ist bei einem Zu­sammenstoß mit einem norwegischen Dampfer gesunken. Der Sealer „Nicita" aus Plymouth (1986 Tonnen) ist gestrandet. Der Segler „Movlelea" (251 Tonnen! mußte auf See ver­lassen werden. Der Segler „Aringe-Mandt', mit Koh.en nach Barcelona (2424 Tonnen), ist gestrandet und ausern- andergel-rochen. Der spanische Segler „Amrlia ist bei Terra- gono ausgelaufen und in Stücke gebrochen. Der spanische Sealer „Carlos" ist untergegangen.

‘ In die Luft geflogen.

W T -B Amsterdam, 18. Jan. Aus Vlissingm wicd ge- meldet- Hier traf ein Bericht ein, datz der Dampfer „Ori- flamme", der mit Benzin und Naphtha beladen war, , auf eine Mine gestoßen und in die Luft.geflogen ist. Die Besatzung wurde gerettet.

Zum Wechsel im Zivilkadinett.

-er Berlin, 18. Januar.

Tas Geheime Zivilkabinett des- Kaisers hat einen neuen Chef bekommen. Aus der angeblich drohenoen Kawllerkrise, die einige Zeitungen vorige Woche andeu- tcn zu müssen glaubten, ist eine Val-nttM-Krffe gcwor- den. Oder vielmehr die Valentmr-Krlse hat endlich ihren Abschluß gefunden. Sie währte schon vrcl zu lange, länger als in diesen politisch so gereizten Zeiten gut ist. Herr v. V a l e n t i n i war ein vortrefflicher Beamter, von verbindlichsten Formen und großer Pstcch.treue. Aber er hätte entschieden gleich nach der Bethmann-Krise mit dem hierauf erhaltenen Schwarzen tldier abtretcn sollen. Viel Verdruß wäre der deutschen Politik um, ihm selbst erspart geblieben. Es ist nicht der Augen­blick. Kulissengehsimnisse zu verraten. Daran yatte letzt außer unseren Feinden auch niemand> ern untere sie Aber man darf aussprecksen, was in politischen Kreisen de. verschiedensten Richtung bekannt sit, nämlich, daß Herr v. Valentini nicht die ° b geklarte Obiektivi- t ä t gezeigt hat, die man von dem wichtigsten Beamten der Krone erwartete. Der sozialdemokratische „Vor­wärts" konnte ihm öffentlich den Vorwurf macksen, er­höbe seinerzeit geäußert: „Hauptsache, daß wir «men

anderen Reichskanzler bekommen, Bethmaan ist w schon Sozialdemokrat." Denselben Herrn v. Bethmann Heltweg hat aber dann Valentmr beim Kaiser viel lan­ger- gehalten, als der Lage entsprach und dem Ansehen Ls Kanzleramtes gut war. Mußte doch dar Vrze- kanzler in einer Kommission des Reichstags eine Stel- lunqnahme der Regierung mit der Begründung ab- lehnen, daß es eigentlich keine Regierung geb^ Es folg­ten die unglücklichen 100 Tage des Herm!Dr. Michaelis. Schon dre Wahl, die auf dreien bewahr- ten Kriegsverwaltungsbeamten, , aber unmöglichen Reichskanzler fiel, war das allernrge Werk des Herrn v. Valentini. Aber selbst, wenn dies beitrrtten werden sollte, genügt ein Hinweis am &teunfllutf- lrche Regie der beiden letzten Kanzlerwecksiel, um dre Berechtigung der Angriffe, die seitdem von allen Serien geaen das Zivilkabinett hagelten, zu erweisen. Es sind«, strebt gerade jetzt in diesem ungeheuer ernsten End- abschnitt des Krieges wohl jedem Politiker und leder öffentlich tätigen Feder, sich in dre veffaffungsmaßrgen Vorrechte der Krone zu mischen. Die perio.ilichen Eni- scheidunlstn des Kaisers, die Berufung der höchsten Reichs- Mid Staatsbeamten, des Reichskanzlers, der Minister und Staatssekretäre müssen der rulwndc Pol in der Erscheinungen Flucht bleiben, mindestens solange der Kampf um die Parlamentarisierung nicht ausge- fochten ist. Aber je verantwortungsvoller und folgen­schwerer dir Entschließungen der Krone m diesen schwe- ren Kiiegszeiten sind, desto natürlicher ist es, daß sich die Öffentlichkeit mit dem Posten und dem Mann be- schäktigt. der die wichtigsten Enffchließungrn rn P«- sonalsragen vorbereitet und. zweifellos auch bxeinflutzt.