Verlag Langgasse 31
„TozvlallhauS".
(HHlir f jctffnei ,»n d Utu morgen» bi« 7 llbr *6enb».
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«LM-ZrSL-ÄSSLr
Samstag, 19. Januar 1918.
M orgen-Kusgabe.
Nr. 31.
CaiUaux im Gefängnis.
Es ist ermajt! Joseph Calllau; lißt btnter Schloß und Riegel im Gefängnis für Kranke zu Lmcennes. Clemenceau hat endlich das Schriftstück geslinden, „besten Bedeutung ■ ’Ttö Wichtigkeit'. wie die Parlier Blätter melden, „ cht gestattet, .aillaur langer auf freiem Fuß zu lasse,,". Clemens, u ist tatsacguch zum Äußersten entschlossen. Aber wie auch das Verfahren gegen den verhafteten Caillan; ausgehen inag, ob mn siner Freisprechung des Kriegsgerichts^oder mn dem Knall eines Pelotons Soldaten, das Lplel des ~ii‘ tators erscheint zu w a g h a l f i a. uni gewonnen werden zu können. Clemenceau hat zur lebten gefährlichsten Waffe gegriffen, die einem Staatsmann zu Gebote steht, der um jeden Preis einen vom Volke uerbelgesehnten Frieden verhindern und es zur Fortsenung des Krieges bis zum Äußerste n zwl ig m wrll; tT hat die Freunds des Friedens des Verrats am Vaterland angeklagt, um sie zu verderben, und ,hre Gefolgschaft irre zu machen. Das ist ein privates Mittel, besonders in Frankreich, iber es kann 'ich, mitten im Kriege leicht gegen bcu Staatsmann wenden, der es feinen düsteren Zwecken dienstbar inachen nlöchte. Für den Augenblick ist es Clemenceau gelungen, einen schlimmen Zwist ins 'rauzosilche Volk »u tragen, angesichts des Feindes, der heute wieder drohender als nmals wenig mehr als hundert Kilometer von seiner H-n.vtstadt entfernt in Warfen steht. Dre Affäre Cmllaur wird ans lange Zeit hinaus Hatz. Hader und Mißtrauen in Frankreich anfachen, nnd diese Glut kann plöblich zur hellen verzehrenden Flamme nusschlagen. Trotzt Caillanr siegreich der Anklage, die ,hn nnt der schmachvollsten Todesstrafe bedroht.,, geht er gereinigt ans der Untersuchung hen r, io dürften inne Feinde den in diesem Falle unvermeidlichen Sturz des Kabinetts Clemenceau, des letzten Pariser
191k also noch in der Blütezeit ihrer „Neutralität", das Handwerk ter Dt peschenschnü fielet gegen Deutschland be- trieben.
W. T.-B. Paris, 18. Jan. (Drahtbericht. Agence Havas.l Zu- Verkostung Combhs schreibt „Somme Libre": Dre neuen, aus Amerika stammenden Dokumente beziehen sich in alcicher Weise auf L o u st e l o t und auf C o m b h S. Ganz besonders hinsichtlich des "letzteren können gewisse Einzelheiten festgestcllt werden bezüglich seiner Reise nach der Schwerz, ipolntt er Lovstelot begleitete, der damals in Beziehungen zu Mur.ier-Pascha stand. _
Vor amerikanische Heererersatz.
W. T.-B. Washington, 18. Jan. (Rowter.) Aus Ersuchen des KriogsdepartementS brachte Eham b er l «in, der Vorsitzende des MlitärauMschnfses des Senats, mn Gesetz im Senat ein auf militärische Registrierung aller männlichen Personen, di« nach dem 5. Januar 1917 Jm 5 21. Lebensjahr erreicht haben. Die Maßnahme ist dazu bestimmt, die Forderung des ' ObermwrschaNS General Crowder zur AusMrung zu bringen, fo lange der Krieg dauert, jährlich 709000 Mann in die Armee mnz,i- stellen.
Günstiger Zortgang der wirtschafts- verstandlungen mit Rußland.
XV. T.-B. Wien, 18. Jan. (Drahtbericht.) Das MlE K. und K. Korrespondenz-Bur:an meldet aus Brost-Litowsk vom 17. d. M.: Laut eine: vom Genera - konsul v. Hempel ans Petersburg eingegangenen Mel-
düng nimmt der bisher schleppend- Verlaus der Der-
Krngskabinetts schwerlich hinnehmen, ohne ivenigstens den Versuch eines Staatsstreiches zu -wagen, um
ihren Kriegswillen durchzusetzen. Wird Cmlluux da- gegen in schärferer oder milderer Form ichulotg be- funden. so werden seine Frerinde und die- iveiten Volksschichten die in ihm einen Retter vor dem wnst unvermeidlichen vnteraang erblicken, diese Lerurt-llung unter den aeoenwärtigen Umständen notwendigerweise als Rerbtsbengnng empfinden und seinen Romen nur un' so begeisterter auf ihr Banner schreiben. , Es gibt keinen Ausweg aus der finsteren Sackgasse, in welM Clemenceau sich und das französische Volk in seinem blinden Eifer verrannt hat. . . .
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kardlungen der Petersburger Kommnswn tn den letz, ten Tagen einen günstigen F o r t gang. Es gelang, bei der Erörterung über du- Eröffnung deS Privat-, Post- und .Zeitungsverkehrs mit Rußland, dre bisher auf russischer Seite vorhandenen Schwrerrgkerten zu überwinden. Es kann bereits zur F a r m n I r e r u n g der betreffenden Vereinbarungen geichritten werden, Zur Verhandlung über den gegenseitigen Aus- tausch von Arzneiwaren wurde ein Unterausschuß ein- gis.-ht, der ferne Beratungen am 16. Januar begonnen hat.
vi« wiener presse über das Linvernehmen mit den Ukrainern.
W. T.-B. Wien, 18. Jan (Drahtbsricht.) Die Blätter bezeichnen die Herstellung des prinzipiellen Einvernehmens in den politischen Fragen zwischen den Ukrainern und den Mittelmächten als ein Ereignis von besonderem Intereste nnd n i cht z u n nt er- schätzender Bedeutung, daS nicht ohne Ruck- Wirkung auf den weiteren Gang der Dinge m Brest- Litowsk bleiben würde.
Bildung eines amerikanischen Arbeitsrats.
W. T.-B. London, 18. Jan. (Draht-bericht.) Die „TlineS" e-fäbrt aus Washington vom 15 Januar, daß Präsident Wilson >den ArbeitSftkreiär William Bauchop cm dre Spitze des Kriegsamts stellte mit der ErmSchtigung, einen Arbeitsrat in? Leben zu rufen, der ihm beratend zur Seite stchen soll. Der Präsident gab ihm Vollmacht, das ganze KriegSproblem einschließlich der Verteilung des Transports, sowie die Wohnungsfrage und die Frage 'des AnlernenS von Arbeitern zu verhandeln.
Ern amerikanischer Dampfer gesunken.
\V. T.-B. Bern, 18. Jan. (Drahtbericht.) Die franzöfi. scbe Presse meldet aus London: Der amerikanische Dampfer „Texas" (6687 BruttoreMeuivnnen) stieß mit einem deut- schen Sch'ff zusammen und sank. Die Besatzung ist gerettet. Der aweiironifcke Dampfer „Texas" hatte eine Ritrntladunq.
Vernstorsf-Teleqramm« kn Sachen (laillcrux.
Diebstahl deutscher Depeschen seitens Amerikas bereits im Februar 1915
Sr. Rotterdam, 18. Jan. (zb.) Reuter meldet auS London, 16 Jan.: Die omerikaniscbe Gesandtschaft veröffentlicht folgende Telegramme, die v. Dernstorff am 4. Februar 191? an die deutsche Regierung gesandt bat.
Rn 17 Buenos AiveS depeschiert Nr. 22: Carllaux ist nach einem kurzen Aufenthalt aus Buenos Aires ab- gereist und geht direkt nach Frankreich: vermutlich im Zu fammcnbang mit dem Skklndal von . . . (der Name ist uichi zu sntzifstrn,, den er als einen persönlichen Angriff auf sich selbst betrachtet. Er spricht mit Geringschätzung von , dem Präsii enten und den anderen Mitgliedern der fvanzösischeu Reoierung, mit Ausnahme von Briand. Cr durchschaut vollkommen die P o l i t i k E n g l u n d s und ertvariet keine vollkommene Niederlage von Frankreich. Er sieht den Krieg nur als ernen Kampf um die Existenz Englands an. Er sprach viel vor- der indiskreten und ungeschickten Politik der Wil- helm'Taße und erklärte, an die deutschen Greuel zu glauben. Eaillaux zeigte sich von den indirekten Liebenswürdigk-,ten. die ich ibm erwies, eingenommen, aber er wies mit großem Nachöiuck aul die Vorsicht hin, dre er nehmen müsse, da di- französische Regierung 'hn. wie er sagte, auch hier im Auge bebolte Er warnte unS vor dem außergewöhnlichen Lob. das -hm durch unsere Presse und besonders durch die (Wiener) „Neue Freie Presse" gewendet worden sei, und wünschte änd-rerseits, daß die Übe inkunft in Sachen des Mittelmeers und Marokkos ungünstig beurteilt werden soll. Unser Lob schade ikm in Frankoeich. Der Empfang Eaillaux' hier war kühl Sein Rapport auS Brasilien enthielt nichts NeneS. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich wird er sich in seinen Wodlkreis begeben, um seine Stellung zu befestigen. Er fürchte, Paris und da? Schicksal von FaureS (Gez.) Bernftorff.
Ein zweites Telegramm des Marineattaches an den Admiralstab lautet:
Das Dampfschiff „Araguaya" hat Buenos Aires am 80 Januar verlassen. Der Kapitän hat bedeutsame Papiere bei sich. Eine Beschlagnahme ist sehr wünschenswert. C a ' l l a u x ist an Bord. In dem Falle, daß das Schiff beschlagnahmt wird, mutz Eaillaux mit Bescheidenheit, Höflichkeit »nd Überlegung behandelt werden. Können Sie unser» Kreuzer benachrichtigen? (Gez.) Berrrstorff.
ES verdient als recht bemerkenswert festgenagelt zu Citrin daß iie Vereinigten Staaten schon im Februar
Eine unzweideutige bulgariidi« Erklärung Hegen die Sonderfriedensgerüchte.
W. T.-B. Bern» 18. Jan. (Drahtbericht.) Entgegen den in letzter Zent mehrfach in der Schweizer Presse erschienenen Berichten Äber einen möglichen Separatfrieden mit der Entente erklärte der bulgarische Gesandte in Bern einem Mitarbeiter des „Berner Togblatls". daß die bulgarische Regierung weder jetzt noch später, wvder direkt noch indirekt in irgend welche Friedensverbandlunyen mit den Alliierten eintreten werde, ohne gemeinsam mit den Dec- bünidcten zu verhmrdeln. Bulgarien werde, so sehr es den Frieden herbeiwünische, bis zum äußersten Ende mit den Bundesgenossen durchhalten. Bulgarien werde den hosfcnilich nicht mehr fernen Separatfrieden mit Rußland ge- meins-am mit den B-u-ndesgenossen »mterzoichnen.
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Ein Handelsabkommen Argentiniens m,t den Entente- staatrn.
W. T.-B. Buenos Aißtzs, 18. Jan. (Agence Havas.) Der P r ä s iATn t verlas im Kongröß^rtne Botschaft bezüglich des mit den Gesandten Englands und Frankreichs getros'enen Wblommens und gab bekannt, daß sich Italien dem Abkommen angeschloflen hat, ferner dasi» Frankreich imd England sich verpflichtet haben, vor dem 1. Novenlber 1018 2 y 2 Mllionm Tonnen Getreide und andere Lobensmmte. zn kaufen. Der Präsident fügte hmzu,r--daß di« Vereinigten Staaten die Ausfuhr für Argentinien Mit den notwendigen Kohlen gestatten. Der Gefchentwurf verlangt vom Paxku- ment die Ermächtigung zur Eröffnung eines Kredits von i 200 Millionen Piaster an die Regierungen Frankreichs und Englands. Die NatiouaDank soll die notwendigen Fonds zur Verfügung stellen. Der KEfpreis für Lebensmittel soll auf 12,8 bis 18 Piaster für die Tonne Getreide, auf 7 für Heu und auf 15 für Flachs festgesetzt werden. Die fnmzö. fische und englische Negierung werden bei den argentimscheid Gesandtschaften in Paris und London Wertbeträge in gleicher Höhe dieses Kredits hi-nterlsgen.
Ein russisches Ultimatum an dl« rumänisch« Regieruns.
W. T.-B. Petersburg, 18. Jan. (Drahtbevicht. Petersburger Telsgraphen-Agentur.) , Das Ultimatum des Rates der Volkskommissar- an die rumaursche Re- aierung teilt mit- daß die rumänische Regrening feindliche Handlungen gegen rusnsche Soldaten unternimmt und kerne Lebensmittel dnrchlässt. Das 191 Regiment der 49. Dlvt° sion wurde von runmnischen Streitkräiten n m z r n gelt nnd entwaffnet. Auch der Aus,,chuß des 195. Regiments und österreichische Ofsrzrcre, dre zum Bcsnchc der russischen gekommen waren, wurden ver° hastet. Der Rat der Volkskommissare verlangt dre Freilassung der verhafteten Soldaten und Offr° ziere und die Bestrafung der militärischen Behörden, die die Berhastunqen vorgenommen batten und Sicherheit dafür, dass sich derartige Borkalle nicht wiederholen. Falls eine Antwort innerhalb 2 4 Stunden nicht erfolgt, wird unsere Reklamation als neuer Bruch betrachtet werden. W,r werden nachdrückliche rn i I i tä r r s ch e Maßnahme» treffen. Lenin, Oberbefehlshasirr Krvlenko, Kriegs- bevollmächtigter Padwotzski.
ver Uönig von Rumänien Gefangener btt rnssikckhen Reyierung?
Basel, 18. Jan. (Fr. Ztgl Reuter vernimmt aus Petersburg: Die Volkskowmissarc haben am -Sams
tagabend die Verhaftung des Königs von Rumänien verfügt, der n a ch P e t e r chü n r g g e s ri h r t wurde.
England.
Asauith über zukünftige englische Wirtschaft»fragen.
IV T -B. Amsterdam, 18. Jan. (Drahtbericht.) Rach eineni hiesigen Blatt berichtet „Cvening Standard" über die R-de AsquitbS, die diese- am 15-. Januar in einer Vollver- sammluna der liberalen Partei in London mit Rücksicht auf das Progranim der Arbeiterpartei V-eft- Cvening Standard" faßt die Erklärungen AsguithS wie folgt zusanimen: Ter Krieg hat ohne Partrihader seinen Fortgang genommen. Die politischen Ansichten bra-lchen den LcberaliS. mn» nickt zu keurinihiqen. Die Liberalen müssen die vor- wärt-fftrebende Politik der Arbeiterpartei willkommen heißen, liberale Partei muß an gewissen Grundsätzen der stoe- ralen Glaubensüberzerrgung wie der Landreform, der Unter- richtsrestnm und gewissen Einschränkungen deS Freibaildels. fcllbolten. WaS den letzteren Punkt betrifft, so müssen bt« Liberalen erkennen, daß die wirffchaftliche Kontrolle, welche ier Kriegszustand notwendig gemacht hat. noch erntge Z«it uack dem Friedensschlaß fortgesetzt werden muß. Eme bessere wirtschaftliche Bildung, bessere Organisationen und schl-eßlick ein verbessertes Verkehrswesen sind eS. dre der englischen Industrie mehr zugute kommen werden als rtrt st.fches System, das jedoch für einige wichtige Industrien not- wendig sein könnte. __________ ‘
Die deutschen Erfolge in portuaiesisch-Dstafrika
IV. T.-B. Bern, 18. Jan. (Drahsb.-richt.) Lyon« Blätter melden ans Lissabon: Eine offiziöse Note üb«
die Lage in Portugiestsch-Östafiika gibt bekannt, daß deutsche Kompagnien das Gebiet von MMricka besetz-
Ksterreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 18. Jan. (Mahtbericht.) Amtlich vxr- lautet tcm 18. Januar, mittags- Keine besonderen Rach-
Der Lhes des Gencralstahes,
ten und sehr starke Stellringen mit Maschinen- gewebren anlegten. Man erwartet hier einen Kampf init den Alliierten in den nächsten Tagen. Die portir- giesischen Truppen, die bei Ousulo eine Schlappe erlitten haben, befinden sich mit englisch-portugiesisiften Abteilungen in Uniango. Der Posten von Snrio wurd« von den Deutschen angegriffen, die bei Doc Upunck lagernden eingeborenen deutschen Truppen errichteten in Mauripo ein Lager nnd schlugen eine Brücke übeq den Urio. Der Gouvern"ur von Duelirnana meldet«^ daß die Deutschen verschied««,
.Provinj üftUJil Habs«,
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