gdf* r. g'owttetgfftfl, 17 . Januar
kuwgzurRegelungder politischen und territorialen Fragen. Die Vorsitzenden der verbündeten Bertvettingen brachten dom StaalSsokvotär einnttttig ihnen Dank und ihn vollste Zusttmmumg zum Ausdruck.
Infolge Unwohlseins doS MmffterS des ÄuSwärtige:' Graf Tz « rnin fand «ine für heut« nachmittag angesetztc vertraul'che Besprechung 'mit der ukrainischen Delegation in der Privatwohnung deS Ministers statt. Die ty? Stunden lange Unterredung, an der auch die deutsche Delegation teilnahm, führt« zur Herstellung eines prinzipiellen Einvernehmen« über di« das künftige politische Verhältnis zwischen den Mittelmächten und der Ukraine betreffenden Fragen. Hiermit düvfte ein entscheidender Schritt nach vorwärts getan worden sein. Für morgen ist ein« Fortsetzung dieser Besprechungen anberaumt. Es sollen dann auch wirtschaftliche Fragen erörtert werden. Nach dem binnen kurzem zu erwartenden Beschluß das vertraulich vorbereiteten Gedankenaustauschs wird in Detattfragen eingetreten werden.
Sie Gewaltherrschaft der VolschewiKt.
Von sehr geschabter zuverlsissiqer Seite werden der „Kölnischen Volkszeitung" die nachstehenden Mitteilungen zur Verfügung gestellt. Sie geben einen guten Anhaltspunkt zur Beurteilung der Verhandlungen in Brest-Litowdk.
„Ich komm» gerade aus Stockholm zurück, wo ich Gelegenheit hotte, einen Russen eingehend zu sprechen der geradeswegs aus St. Petersburg kam. Dieser Russe gehört übrigens politisch den linksstehenden Parteien an.
Mit Bezug auf die Äußerungen deS Generals H o f f m a n n in Brest-L'towsk in betreff der Bolsche- wiki wird es Sie für Ihre Zeitung vielleicht interessieren, daß mein Gewährsmann di? Auffassung des Generals Hoffmann oollauf bestätigte. (Gemeint ist die Äußerung des Generals vom 12. d. M. zu Trotzky: „Ihre Regierung ist begründet lediglich auf der Macht, und zwar auf einer Macht, .die r ü ck f i ch t s- los mit Gewalt jeden Andersdenkenden unterdrückt.")
Nach den Mitteilungen d»s Rüsten haben die mit ihren Waffen von der Front entlastenen Soldaten die Gewalt: ste ermorden ihre Olnziere und stellen so jeden Widerspenstigen aus die einfachste Weise kalt. Im Anfang der Bolschemiki-Bewegung soll es noch ver- hältmsmäßig ordentlich zuqegongen haben; jetzt aber machen Trupps von betrunkenen bewaffneten Soldaten, was sie wollen, dringen in die Häuser ein, räubern und plündern. Die eigentlichen Arbeiter und Bauern, die völlig einfehen, daß das Bolschewiki- Regiment zu keinem guten Ende fuhren kann, stehen keineswegs auf ihrer Leite, ebenlowenig große Teile von Rußland, wie d»? Ukraine, der Kaukasus. Das S ch r e ck e n s r e g i m e n t ist auch der Grund, warum man aus Rußland gar keine Äußerung der früher im öffentlichen Leben stehenden Leute hört, jeder fürchtet für sein Leben.
Der Russe sagte mir noch, daß man sich in St. Peters- » bürg allgemein gewundert habe, daß wir mit dreien Jakobinern überhauvt verhandeln, und fragte mich wiederholt, warum dies der ftaH sei, eine Frage, die mich einigermaßen in Verlegenheit setzte."
Eine finnische Gesandtschaft in Petersburg!
— Berlin, 17. Jan. Nach einer Mitteilung des Staatsministers Svinhuftud im finnischen Landtag steht die Umwandlung des finnischen Ministerstaats- fekretariats in Petersburg in eine Gesandtschaft bevor. Als künftigen Gesandten nennt man den bisherigen Staatssekretär Enkell.
Der Tagesbericht vom 17. Januar.
W. T.-B. Trotzes Hauptquartier, 17. Jan. Amtlich.)
Westlicher Keieccssrlmnplatz,
Keine größeren Kampfhandlungen. In zahlreichen Frontabschnitten ErknndungSgefechte. Nördlich von P a S s ch r n d a e l r, an der S c a r p e bei B e n d h u i ll e und St. Quentin wurden einige Eng. länder gesungen.
östlicher Kriegsschauplatz.
Nicht» Nene».
Mazedonische Front
Im Cernabogrn dauert die erhöhte ArtillerietStig- keit an.
Nus Kunst und Leben.
— Konzert. Im 6. Konzert des .-Vereins der Künstler und Kunstfreunde" ließ sich wiederum eine ideue Quartett-Genossenschaft hören: da« Berliner ,.F i ed e - mann-Ouartet t", bestehend aus den Herren A. Fiede, mann U- Violine), H. D r o da tschew sk i (2. Violine). B. Kroht (Viola) und I. Sa kam (Cello). Auch dies Emfomlble überraschte im SpiÄ durch einen hohen Grad sinnlicher Klangschörvheii. durch Wärme der Empfindung und glänzeriden virtuosen Schlipf. Ma-n wurde lebhaft an die hier noch wohlbekannten „Böhmen" erinnert:, dieselbe naturwüchsige Musizievfveudigkett und temperamentvolle Frisch», und dieselbe Ausgeglichenheit im Ton! Zudem hatten dtt Herren mit der von ihnen vorgeführden Novität entschieden «inen guten Griff getan: öS war ein Streichquartett E»-Dm von O. Siovaeek. Der Komponist, von Geburt ein Ungar, ist selbst länge« Zeit Mitglied «irrer Quartettvereinigung gewesen: zuletzt in New Merk, wo er 1900, kaum vierzigjährig, verstarb. Sein Werk ist aus dem ini^ersten Wesen der Instrumente erwachsen; doch zeigen Form und Inhalt auch reiche Erfindung und echt nrusikalischrs Fühlen. Di« nationale tschechisch-magyarische Färbung gibt der Karnpositicm ihren interessanten Eenderchavakter. Das erste „Allegro", das phantastische .Presto" und da» wildsprudslnde „Vivace" iind wohl ----- h rp er >t e ndsiim, pluhzaFtm da« ^ildagio" m twnig
_Wresbadrner Tagblatl.
Italienische Front
Die Lage ist unverändert.
Bei ihren erfolglosen und verlustreichen Angriffen am 14. und 15. Januar haben die Italiener an Gefangenen 12 Offiziere und mehr al» 300 Mann ringebüßt. Der Erste Genrtalauartiermeistrr: Llidriidorff.
Oer preußische Zto.atsl?aushaltsplan 1918.
Berlin, 16 Ja,t In tcm Durbericht zu dem vom Finanz- minister Dr Herxt dem preußischen Abgeordnetenhause vorgelegten Itac.tc-hauedaltc.plan für 1a» Rechnungsjahr 1918 heißt es:
Der EtaaiShcmshcutSpla» schließt in Einnahme nnd Ausgabe mit I 6 546 «SS 278 Mark ab.
Die Cchlußsunimcn erhöhen sich gegen den Haushalt de? laufenden Rechnungc,ial>ree um 1 .-85 933 55? M.
In der Annadnie. daß der Krieg am 1. April 1918 noch fortdauert, sind di« durch da? Gilet, vom 8 Jul, 1916 bewilligten Zuschläge zur Einkommensteuer und zur Ergänzungssteuer mitveranschlagt. gleichzeitig aber aul Grund de; Z 3 dieses Gesetzes von dem Gesanrauskcmmen an Einkommensteuer und an Ergänzungssteu^r lOOOOOWiO M zur Tlckuno der »xchlbeträg« des Rechnungsjahres 1914 nnd der nächstfolgende» Rechnungsjahre abgesetzt worden. Ohne diese Absetzung würden die Einnahmen und Ausgaben des Rechnungsjahres 1918 das Gleichgewicht halten. Dieses günstige Ergebnis konnte angesichts der steigenden Ausgabebedürsinssr aus Anlaß des Krieges — an Krtegsberhilf e n und Kriegsteuerungs- zulagev sür Beamte usw. sind allein 370 000 000 M, neu vorgesehen — mir durch
Erschließung »euer Einnahmen
erzielt tonlen Zu diesem Zweck ist bei der Cisenbahnverwattung, die an den Mehrausgaben aus Anlaß des Krieges in erster Linie be- teiligt ist. eine allgemeine Erhöhung der P.er 7 o n c n - und Gütertarife rn Aussicht genommen, woraus eine Mehreinnahmc von 889 Millionen Mark erwartet wird. Trotzdem bleibt der für allgemeine CtaatszNkcke verwendbare Reinertrag der Sisenbahnver- waltuug hinter der Höchstgrenze von 2.10 v. H. des statistischcn An- lagckcpitol? noch um rund 159 Millionen Mark zurück. Nur dadurch, daß gleichzeitig bei anderen Emnahmezwcigen, so bet den direkten Steuern, den Forsten und der Seehandlung infolge oes Krieges ertlprichend höhere Cennahmesteigerungen erwartet werden, war es emSnalrr.Sweise möglich, den Minderertrag der Eisenbah.cverwalwng ausznxleichen Jnimerbrn zwingt dre erwähnte Absetzung dazu, tote Einnahmen um 10i* 000 CM) 2Ü zu ergänzen. Deswegen ist ein Be- trag von gleicher Hohe als außer ordentliche Einnahme eingestellt.
Bei den Ausgaben, soweit eS sich nicht um reine BetriebS- kosten und uu, Ausgaben aus Anlaß de? Krieges handelt, ist wieder größte Zurückhaltung geübt. Nur in bezug aus die Umwandlung und Schaffung neuer planmäßiger Stellen konnte bei der langen Dauer de» Krieges die frühe« grundsätzliche Zurückhaltung nicht länger auirecht erhalten werden.
Ohne Berücksichtigung der Ab- und Zusetzung von 100 000 000 M.
stellen sich sür das Rechnungsjahr 1918:
Mi-r
die ordentlichen Einnahmen aus ....... 6538 803 378
die dauernden Ausgaten auf ........ 6 195 091 411
der Merstbuß im Qrdinarium auf ..... 843771867
die ordentlichen Einnahmen auf ...... . 7 836 100
die einmaligen und außerordentlichen Ausgaben auf 351 607 867
der Zuschuß im Eztraordmarmm auf ... . 343 771 86?
Gegen die Dera»schlagr>ng sür das laufende Jahr steigen:
die vi deutlichen Einnahmen um. 1384 713 557
die tancrnden Ausgaben um'. 1289 360172
der Uberschuß im Oidinarium um. 145 353 385
die äußert rdi üblichen Einnahmen um .... . 1220 000
die einmaligen und außerordentlichen Ausgaben um 146 573 385 der Zuschuß im Exn aortinarium um. 145353385
1, Bei den Steuern und den staatlichen Betriebsverwaltungen ergibt sich rin Mehrüberschuß von 94 527 146 M., der sich tu? 247 947 467 M. Mehruberschüssen und aus 153 420321 M. Minreiülerschüslen zulamnzenseht.
An der Spitze der Verwaltungen, die einen Mehrüberschuß er- Wärter, lassen steht die Verwaltung der direkten Steuern mit einem Mehrübc' schuh reu 184 718 100 M. Unter der Boraussetzung der Forterhebung der Zuschläge konnte die Eiutorimcilsteuer um I7goog>'kv M . die Ergänzungssteuer «m 5 000 000 M. höher veranschlagt
werden. Für die im Rechnnngsjahr 1918 zur Erhebung kommende Besitzsteuer ist eine Entschädigung von 4 000 000 M. in Ansatz gebracht, gegenüber einer Vergütung von 1 100 000 M. an die Ge- meinden für ihre M.twiikung bei der Veranlagung nnv Erhebung.
ES folgt dre Forstverwaltung mit einenr Mehrüberschutz von 25 138 000 M.
Die Verwaltung der Zolle und indirekten Dteuern läßt einen Mebrnberlciiuß von 17 834 965 M. erwarten.
Bei der S e e h a n d t u n g wrrd ein Mehrertrag von 12 540 500 Mark erbofst
Bei der Domänenverwaltung ist et« Mehrüberschutz von 2 835360 M tercnckchlagt.
Der Überschuß der Lotterieverwaltung erscheint um
880 542 M. höher
An de» Minder Überschüssen ist die Eisenbahnverwaltung mit 152 422 383 Dt. beteilig!.
Der melodische Gebalt ist überall erfreuend, dm Havmonck modern und anregend — ohne Verstiegenheit. Di« Wiedergabe war von prächtiger Aüvundumg. klar und wo-HKliwgenü. Auch mit dem Vortray des Es-Dur-Ouartetts Qp. 74 — des st genannten „Harfenquartetts" — durfte man sich einverfian- den erklären, srwoql was dis zart-empfinduuyZvolleu, als die kräftta-fchwunykasten Teile awbeia.ngtz; und .das Schönste boten die Äünftter vielleicht noch mtt Haydns G-Dur-Ouartett Op. 17: die vielfach konzertterend geführte Partte der 1. Violine zeigte in der AuSfichruny hier auch die vortreff- kiche KünsÄerschost des Herrn Fiedemann in glänzendem Licht und ließ die musterhafte Durchbilduny seines EnftmbleS begreiflich erfcheinen. Di« Zuhörerschaft spendete enthusiastischen Beifall._—n*.
Neue Vücher.
* A. Damaschke: „Geschichte dar Nationalökonomie*, etjre eiste Einführung, 40.—42. Tausend. Neunte erweitert« Auflage (Jena. Gustav Fischer.) 1917. 1. Band. Adolf Damaschkes bekannte „Geschichte der NationalökonomieEs gibt keine Geschichte der Nationalökonomie im deutschen Sprachgebiet, die auch nur annähernd die glcrche Verbreitung wie diese gesunden hat. Das darf gewiß als ein Zeichen gelten, daß vielen in unser« Volke gerade dieser Weg zur staatsbürgerlichen Bildung als besonders will- kämmen «Weint.
_ALend-AuSgaba. GrsteS Blatt. Nr. 2«.
Die ordentlichen Einnahmen sind unter Mitb:riicksichrigung der Tarif- erlkhi'r.gen ur. k.35 346li00 M., die dauernden Ausgaben ohne Zinsen- und Tilgung-beiräoe und ohne Ausglctchsfonds um 078 730 000 M. höher veranschlagt Von den Mehreinnahmen entfallen 892 741 006 M am den Personenverkehr und 495 070 000 M. auf Leu Güterverkehr, rau den Ausgaben 425 3U8 200 M. auf persönliche Ar-kgabcn, darunter die Gehälter sür 11 701 neue planmäßige Stellen, 194 875 060 M. Krirgsbethtlfen und KriegZ- teuerungkziilagen für Bcancke und 1 i 980 000 M. Krregsdeihilsen sür Beamte ini Rnl>estande und sür Hinterbliebene, >erner 218 676 000 M. für Beirtibssii-ffe ulw , 154 008 000 M. sür Unterhaltung a>w. der baulichen Anlagen nnd 199 643 000 M. für Umeryanung und Ergänzung der Fahrzeuge usw.
Tie Bergr er v. aliung weift «inen Minverüberschaß von
2 205 286 M auf
2. Die Dotationen und die allgemeine Finanz- Verwaltung ersrrdetn einen M-brdedars von 26 458 669 M.
3 Bei den ergen'lichcn Staatsverwarrungen er- gibt sich ein Mebrbidarf ton 168 068 477 M. der sich itlir Mehr,»-« schössen trn 176 948 376 M. und Minderzuschusjen von »878 899 M. zilsan.wenictzr
* Has- und Perlonal-Rachrichten. König! preuß. St« ittminister
und Krrnst.ndlkus Dr. v Schönstedt, Milgli-d der Herrend-use«, der ftühere hickrerdiente Justizminister, Vollender« am 6. Januar dieses Jahres je,n 85. Lebensjahr.
Ein großer Eisenbahnrrbund. Br. Berlin, 16. Jam In Gegenwart der Vertreter von etwa 40 Eif«Nlbahwbv.,mtv:r. Fachveveinen sowie der Atigesanldten einer größeren An,zahl auswärtiger Eifenbahndirekttonen werrtze vorgestern in Bevlin der „Bund der Beamten der p r e u ß 1 sch. h e s s i- schen Staats- und der Reichßeisenbahnen in» Leben gerufen. Er vertritt mit etwa 200 000 Mitglieder^ nahezu sämtliche Eifenbaihnbecunte der preußisch-hefsischeq Staats- und Reichseisewbahnen.
^ Doch Errichtung einer hamburgischen Universttlt? Dev
Äüvgerfchaftliche Ausfchutz, d«r sich mit der Frag« der Ausgestaltung des Vori«sungswes«ws und des Kolon iaiinstttmir zu eurer selbständigen der Forschung und der pvakttfchen Ausbildung gewidmeten Anstalt zu beschäftigen hatte, hat einen Antrag auf Errichtung einer Universität in Hamburg mit 10 gegen 5 Stimmen angenommen.
wkerbadener Nachrichten.
— Staat»- und Gemeindesteuer. Di« Zahlung der 4. Rate hat zii erfolgen am 18„ 18. und 21. Januar von den Steueo» pfl'chttgen der Straßen mtt den Ansangsbuchstaben C bis einschließlich G. Die auf dem Steuerzettei angegebene Straße ist maßgebend.
— Zum Heldentod de» Fliegerleutnant» Heß. Am Tag«
vor Weihnachten fiel noch 17 Siegen im Luftkampf einer unserer erfolgreichsten KamMlieger, der Leutnant d. R. Ernst Hey auS Wiesbaden, Ritter de» HausordenS von Hohenzollera niit Krone und Schwertern, des Württemibergifchen FriedrichS- OrdenS mit Schwertern, des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse. Fliegevleutnont Heß war der einzige Sohn der in Wiesbaden wohnenden Witw-e des Kvnigl Domänenrats Hetz. Geboren im Jahre 1833 in Wiesbaden, besuchte er zunäckst bai humanistische Gymnasium. In der Absicht, sich dem Beruf eine» MaschinenirgenrcuvS zu widmen, bctättgte er sich darauf zwei Jahre praktisch. Während dieser Zett erlangte er auch se>ne ersten Kenntnisse im Flugwösen, und zwar in der Ulieger- schule Gödecker in Mainz. Zur Absolvierung seiner Studie:: besuchte er die technische Hochschule in Cl-emnitz. Der Drang, inöglichst schnell das Feldpiloten-Exomen olbzukegen, ließ ibn diese Studien unterbrechen, und im Oktober !S13 in Köln al» Einfahvig-Freiwilliger bei der Feldfliegerableilung 8 ein» tteten, wc er schon nach den., ersten Monaten da» Fdieger- exmuen ablegte. Lllsdann ging Hetz, nach einer kurzen A5- kcmmondierung zur Leitung eine» Kursus in Davmftodt, am 1. Januar 1915 als Flugzeugführer an die Westfront. Mt B 0 e i I e und ImmeImann war er eirrer der e r st e n Kampfflieger, unter denen er als Vorkämpfer in der Luft bald eine hervorragende Stellung einnehmen mutzte, die ihn den Ersten unter ihnen würdig zur Seite stellt. Zuletzt wer er Führer einer Jagdstaffel und Gruppenführer der Jagdstaffeln der 1. Armee. Die Leiche ist von der Front nach Wiesbaden übergcführt worden, wo sie auf dem Südftiedhof in einem Ehrcngroh, das die Kameraden dem beliebten Führer bereitet, beigesetzt wurde. Dem kampferprobten jungen Helden, dessen Größe Bescheidenhsit veredelt, ist für alle Zeiten «in Platz in der Geschichte dieses Krieg» und ganz besonders in der Sstischichte der deutschen Flugwaffen gesichert. Die Stadt Wiesbaden darf stolz sein auf ihren wackeren Sohn, tind da» Köniigl. Gymnasium darf mit Genugtuung auf da« Ergebnis feiner Erziehmtg blicken, das diesen einstigen ZSz- ling zirm leuchtenden Boubiw der Jugend macht, sowohl waS den Ernst der LebenSauiffaffung, als auch di« Freude an der Arbeit und die restlose Hingabe an der Erfüllung übernonrme» ner Pflicht «rnbctrifst. So ftmy er sein Leben hlnnelben mutzte, es war doch erfüllt von größten Mannestaten, und er ist da- hingegar^gen als einer, der den Zweck des Dalein« awsschöpfei konnte im Sinne de» Wortes: „Süß und ehrenvoll ist es, für da? Pctterttnid zu sterben!" Seine Jagdstaffel widmet ihm im „Militär-Wochenblatt" den folgenden Nachruf: Nach 17 Siegen fiel im Luftkampf intfet lieber Staffelführer Leutnant der Resevt'e Ernst Hetz, Ritter des Eisernen Kreuze« 1. und 2. Klasse und deS Königl. HcmSordenü von Hohenzollecn. Stets ging er feiner Staffel durch fein schneidige» Draufgängertum mit leuchtendem Beispiel voran. Als lieber Kamerad und ruhmreiche« Vorbild wird er auch fernerhin in unserem Gedarbt,.ir fortleben. Im Nau en err«er JagdstaM: Leusch. Leutnant und strllv.
Staffelflihrer.
— Drei Gefangene entflohen. AuS dem hiesigen Gericht», «fängnis sind nächtlicherweile drei Dtrvfgefang«n< vor denen der eine bereits mehrfach dort gowoilt hatte, entflohen. Ein Aufteher, tvelcher e« unterlassen hatte, dl« Tür ordnunoSgemötz zu verfchlietzen und dadurch di« Flucht ermöglichte, ist ar>s der Stelle entlassen worden.
— Dampfkcflel-überwachungSvrrein. Dem derzeitige» BerLälluissen Rechnung ttagend, bat der Dampflessel-lttnw. wmchmuM.-erein gu Frankfurt a. Beethcvenstratz« 4 fein« Diettststunton auf die Zeit von 9 bis b Uhr festgesetzt. Sam» tagncchmittag bleiben die Geschäftsräume geschloffen.
— Landwirte und Obstzüchtrr, schützet die Dögel! I« Kampf gegen die schäNichon Jnisskten. di« unsere Obsternte» veuamdern mb oft ganz vernichten, sind die Löget, nnwfc
