Wiesbadner Tagblait.
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klbend-klusgabe. 20 .. «. Legans.
Samstag, 12. Januar 1918
Die Krieienroerhandlungen in Breft-Litow-k.
W. T.-B. Brest-Litvwsk, 12. Jan. (Drahtbericht.) Im Sinne des in der gestrigen Plenarsitzung gefaßten Beschlusses traten grärrn ncchmittag die Abordnungen der Delegationen Deutschlands, Lsterreich-Ungarns und Rußlands zu einer Besprechung zusammen. Es wurde vereinbart, daß die von der russischen Delegation am 27. Dezember 1917 vorgeschlagene Kommission zur Beratung politischer und territorialer Fragen gebildet werden solle und daß parallel mit den Beratungen dieser Kommission Borvesprechungen der Fachkoi-ferenzen der einzelnen Delegationen über die Regelung der wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen stottzufinden bäten. ES wurde des weiteren vereinbart, daß die erwähnte Kommission am 11. Januar, vormittags 19 Uhr, ihre Beratungen beginnen sollte. Von deutscher und österveibisch-unqorisrher Seite wunden in die Kommission entsandt die Vorsitzenden der beiden Delegationen, je ein diplomatischer und militärischer Beigeordneter und je zwei Sekretäre Die russische Delegation hielt sich die Beschlußhaltung über die Z a h l der in die Kom- missicn zu entsendenden Mitglieder vor. Diese Kommission konstituierte sich vormittags 10 Uhr und begann ihre Beratungen, die um 1 Uhr nachmittags unterbrochen und um 5y 2 Uhr fortgesetzt wurden.
ver tägliche Bericht an di« Parteiführer.
— Berlin, 12. Jan. (zb.) Der Unterstvatssekvetär im Auswärtigen Amt Fchr. v. d. Bussche empfing gestern abend nach der Sitzung des Hauvtausschusses wieder die Parteiführer. Es konnten Ereigaisie von besonderer Wichtigkeit nicht mitgeteilt werden, da die telrphonsiche Verbindung mit Duest-LttowSk durch Unwetter zum Teil zerstört war.
Die nächste Reichskanzler-Rede.
L. Berlin, 12. Jan. (Eia. Tmhtbesicht. zb.) Im Hau pta »«schuh des Reichstags wird am nächsten Mittwoch eine Sitzung abgehalten werden, di« einer allaemeinen politischen Erört'-rnna gelten wird. Der Reichskanzler wird in dieser Sitzung um 2 Uhr nachmittags das Wort ergreifen, um zur n e u e n B o t- schuft Wilsons eine Erklärung rbzngiben.
Die Pläne der Ukrainer als Fingerzeige für die Dflfragen.
I-, Berlin, 12. Jan. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die Ost- fvagen sind ncd wie vor sehr in der Schwebe. Eine Mitteilung der „Köln. Ztg.", wonach die sog. au st r o - p e l ni sch e Losung nicht so aussichtsreick, sei, wie gemeinhin angenommen wird, ttisft nach unserer. Kenntnis der Sachlage zu. Auch der „Vorwärts" sckneibt, daß die Anerkennung der Ukraine ali selbständig, VerbandlungSmacht großen Ein- ' fliuß aus den Verlaus der Verhoudlungen in Vrest-Litow»! nehmen wird. Das Blatt erhält aus Lemberg ein Telegramm, daS betagt, eine aus Kiew zurückgekehrte Persönlichkeit, die zur Rada Beziehungen hat, teilt mit, daß die ukrainischen Friederrsunterhändler die Weisung erhalten haben, der Errich- rung einer unabhängigen Polens innerhalb deS et-hnograpchischen Gebiets zuzusttmmen. Das von den Zentralmächten besetzte ukrainische Cholin, zweitens PidlaSze mrd Wolpn fallen an die Ukraine. Sollte Galizien aus dem österreichischen Staatsverband ansgeschieden werden, so dürften nur di« Großherzogtümer Auschwitz und Zator an Polen lallen. Das Königreich Galizien und Lodo m e r i e n müßten dann der Ukraine einverleibt werden. Man versteht jetzt besser sagt der „Vovwärts", denn zu- vor, warum der polnffche Regentschaftsrat ans seine selbständig, Beteiligung bei den FrisdenSverthandlungen, ein so entscheidendes Gewicht legte. Wie im Süden die Ukrainer, > sind es im Norden die Litauer, die mit iden Polen um die ethnographische Grenze im Streit liegen. Wie dort um Galizien. so geht es h.er um Wilna. Es läßt sich ohne werteres voraussehen. d.iß auch das beste Selbstbe st i m m u ng s ^ recht der Völker nicht imstande sein wird, die nationalen Ansprüche gleichmäßig restto» zu 'efriediaen. D>« .Germania", di« den höchsten Wr*6*i 'llen di» bdlrm Beziehungen bat. erklärt ebenfalls, daß die Pläne der Utrai- mer nicht unbeachtliche Fingerzeige für die Lösung der Ostfvagen gegeben haben.
— Berlin. 12. Jan. (j6.) D«e f rlhnfmif der tTfartm
kann uns nur erwünscht sein, schreibt Professor R e i n k r, Mitglied des Herrenhauses, im „Roten Tag". Er erblickt darin, laß wir uns mit der Ukraine auf einen möglichst freiindichattlicben Fuß stellen, eine wirksame Schutz- wehr gegen eine immerhin mögliche Deutschfeindlichkeit der Polen.
Die Übereinstimmung zwischen den Russen und Ukrainern in Brest-LitowSk
U. Rotterdam. 12. Jan. (Eig. Drahtbertcht. zb.) .Daily New," melden au« Petersburg vom Donners- tag' Zwijäien der russilchen und der ukrainischen Abordnung in Bvest-Litowsk ist eine Übereinstimmung erzielt worden.
Kbreise des englischen Gstsee-U-Vootpersonals.
w. T.-B. Stockholm, 19. Jan. „Svenska Dagbladet" erfährt aus Helsingfors, daß von dort vorgestern 250 englische Matrosen und Offiziere von der Besatzung der in der Ostsee liegenden englischen Unterseeboote abgeceist se>cu. Sie sollen über Veteisburo und Archangel heimkehren.
Fortschritte der Bolschewiki beim Bürgerkrieg im Süden.
Vä'. T.-B. Petersburg, 10. Jan. Abteilungen der Bolschewiki nahmen die Stationen Debalzewo, Snowska und Seme- m wska. Aus Kiew wird gemeldet, daß der Widerstand gegen die Rada wächst. Unter den Truppen der Haupirada herrscht große Erregung.
Einstellung der Zins- und Dividendenzahlung! w. T.-B. Petersburg, 10. Jan. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.! Ein Erlaß des Rates der Volkskommissare ordnet die Einstellung der Bezahlung von Kupons und D i v i d e n d e a an. Die Bezahlung von Kupons ist bis zum Erlaß einer neuen Verfügung verboten. Der Handel mit Aktten und Obligationen ist bei Strafe der Einziehung der Immobilien verboten.
Fernsprechverkehr Witz» - Kiew!
B*. Berlin, 11. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die „B. Z." meldet aus Wien: Wie eine Korrespondenz meldet, wurde zwischen Wien und Kiew eine telephonische Verbindung heroestellt.
Wertere unabftänyige Republiken.
Kalrdin Ministerpräsident der neurn Donrrpublik.
w. T.-B. Petersburg, 10. Jan Aus Rostow wird ge- meldet, daß in diesen Tagen die Verkündigung einer unabhängigen Republik der Doagegend erfolgen wird. Bei der Kabinettsbildung wird Kaledin vermutlich den Vorsitz und das Kriegsministei'iiim, Seler das Justtz-, Agekeff dar Unterrichts-, Pacamonoft das H-rndelsministerium übernehmen und Bogasewski Staatskontrolleur werden.
Unabhäntziakeit auch des Nordens!
— Berlin, 12. Jan. (zb.) Nach einem Basier Bericht de« „D. L.-A." wird dem „Mattn" aus London berichtet:
Wertere ruffische Gebiete, die von verschiedenen Nattonali- täten bewohnt werden, h^aben sich kür unabhängig erklärt. Man meldet u. a., daß mehrere Provinzen des äußeren Nordens, so das Gebiet von Archangel, ihr« Unabhängigkeit erklärt haben.
Rückkehr rumänischer Flüchtlrnqc aus Rusilaud.
IV. T.-B. Lemberg, 10. Jan. Nach der amtlichen „Gazeta Lwovska" sind zahlreiche Grupven rumänischer Untertanen, die seinerzeit ans Rußland geflüchtet find, aus Odessa über Nrlcczbska und Tarnopol in Lemberg einoetcoffen, um nach Bukarest bcimaukcbren Nach Erledigung der erforderlichen Formalitäten werden sie die Erlaubnis zur Rückreise erhalten, die vom Lemberger Stadtkommando nach Müglichksrt er» trichtert wird.
Oie Behandlung der rufüscl'en Bundesgenossen ln Frankreläa!
W.T-B. Bern, 11. Jan. Die russische Kclonie in Lau- saune erfährt aus zuverläffiger Quelle, daß die Ruffrn in Frankreich von der Bevölkerung außerordentlich schlecht be- hliudelt ur.b in Verruf erklärt werben. Das Leben ist für sie gegenwärtig in Frankreich ein wahres Martyrium. Dam sind Nackirichten eingetroffen, daß auch neuerdings wieder unter den Mannsckaften der russischen Hilfstruppen Erschießungen vorgenommen wurden.
Das unabhängig« Finnland.
Die Anerkennung durch Dänemark und Norwrgen.
W. T.-B. Kopenhagen, 11. Jan. (Drahtbericht.) Der Minister des Äußern sandte heute an die Regierung Finnland« nachsteb-ndeS Telegramm: „Im Anschluß an di, Äuße» rung des König? zu der finnischen Delegation, durch die derselben die Stellung der dänischen Regierung bekanntgegeben worden ist. habe ich die Ehve, mitzuteilen, daß die dänische Regierung Finnland als einen fteien und unab- hängigen Staat >rn,ck,nnt und darin einwilligt, mit der Regierung Finnland« i« diceftr Verbindung «U treten.
W. T.-B. Ehristiania, 11. Jan. (Drahtbericht. Meldung des Novd Telegcam Bprms) Norwegen hat Finnland ab» sveien unabhängigen Staat anerkannt.
vevtfthland und di« Zlnanzen Finnlands.
De. Berlin, 11. Jan. (Eig. Drahtbericht. zb.) Di« An-
erkennung der Unabhängigkeit Finnlands durch Deutschland ist sür seine finanzielle Stellung von besonderer Bedeutung. Die Guthaben der Revubttk !»etcag,n allein bei verschiedenen Großbanken hier ungefähr 50 Millionen Mark. Da Finnland bei Beginn des Krieges zu Rußland gehörte, wurden die Depots beschl ignahmt. Die Beranlaffung dazu ist nunmehr in Wegfall gekommen. Die Regierung Finn- lai>dS beauftragte den Rechtsanwalt Dr. Waldeck (Berlin) als ihren bevollmächtigten Justitiar, die notwendigen Schritte zur Freigabe der Gelder einzuleiten. Die bald zu er- wartennde Aushebung der Sequestration wird die Handels- politische Betätigung des neuen StaatAvesenS
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Finnland und dem Deutschen Reich auf wirtschaftlichem Gebiet, deren Wichtigkeit schon von dem Hauptausschuß de» Reich rings herdorgehoben wurde wesentlich erleichtern'.
Oer Tagesbericht vom 12. Januar.
IV. T.-B. Großes Hauptquartier, 12. Jan. (Amtlich.)
Wefllirkrev §1 r icgssclmiipltitz.
Die Gefcchtstütigkeit blieb auf Artillerie- und Wursminenkümpse an verschiedenen Stellen der Front beschränkt.
östlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
An der
mazedonischen und italienischen Front ist die Lage unverändert.
Der Erste Gencralquartirrmcister: Ludcndorff.
Oie eldmiralstabsmeldung.
W. T.-B. Berlin, 11. Jan. (Amtlich/ Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz fielen unseren Unterseebooten sechs Dampfer, von denen die Mehrzahl dicht unter der eng- lischen Ostküste ungeachtet der dort besonders starken Bewachung versenkt wunde, zum Opfer. Zwei Dampfer wunden aus demselben Geleitzug herausgeschoffen.
Der Chef des Adr:>iralstcibs der Marine.
W. T.-B. Berlin, 12. Jan. (Reuter.) Gestern ist auf der Nordsee das Fi scherfahrzeng „Premier" von emrem deutschen Unterseeboot versenkt worden.
Englische Rriegslisten gegen die U-Boote.
W. T.-B. Berlin, 11. Jan. Zum Schutz ihrer Schiffahrt, -zur Jrreifvhrung unserer U-Boote, greisen neuerdings di«! Engländer zu KriegÄisten, die weniger listig als heim- tückisch sind. So versenkte kürzlich eines unserer U-Boote an der Ostküste Englands einen beladenen und bewaffneten mgfSfchen Dom pser von öder 6000 Tonnen, teffen Masten und Schornsteine zum Zweck der VersMeierung ihrer Umrisse bunt übermalt waren. Mit kräfttgen dunklen Farben war außerdem vorn und hinten auf Hellem Untergrund Bug und Heck eines-zweiten Dampfers in schräger Lage ausgemalt, um den Eindruck eines viel kleineren, schon sinkenden Schisses torzutäuschen. Daß diese MaS- kierung ihren Zweck verfehlt hatte, bewies der Torpvdottesser in den Heizraum, der rtne Keffelexvlosion hervcrriof und den Dams^ser mneil'alb 12 Minuten zum Sinken brachte. In >der nächsten Nacht begegnete dos-selbe U-Boot einem verdächtigen Dampfer, der die auffallend hell brennenden roten und grünen Seitenlaternen vertauscht hatte. Im Begriff» vor der osfeusichtlichen U-B o o t s a I l e abzudrehen. bemerkte man plötzlich zwei kleine Fahrzeuge, anscheinend Motor». boote, die hinter dem Dampfer überraschend mit hoher Fahrt hervorbrachen. Sofortiges Untertauchen des U-Boots vereitelte die heimtückischen Absichten des FeindeL
Oie amerikanische militärische r^ilfe.
Br. Amsterdam, 12. Jan. (Eig. Drahtbericht. zb.) Au» Washington wird gemeldet: Vor dnn Kriegsunters-uchumgS»
ausschuß des S e na t s gab Kriegsminister B a f e r ein« Erklärung über die Vorbereitung für das amerikanisch« Heer cb, worin er sagte: Amerika bat in Fra nckr eich ein* Armee von wesentlicher Stärke, die -berett sei» 'm Aktion zu treten. Kein Heer von äbnlicber Zahl srt in X» Weltgeschichte jemals so schnell avsgehoben» ausgerüstet und «iiweübt worden. Di« Gesamtzahl der im Militärdienst stehenden Mannschaften ist 1 ss-mo'l größer als irgend ein, Streitmachi. die Amerika jemals mobilisierte. Am 81. Dezember 1917 höstand die reguläre Armee aus 10 350 Offiz irrem 475 000 eingetragenen Mannschaften, >die. Nat'omalaaide au» 16 Ml Offizieren, 400 900 Mann, die 'Nationalarmee au»
' 480 000 Mann und die Reserven aus 84 575 Offizieren und 727 500 Mann. Der Zuwachs belies sich in 9 Monat«, (seit April) von 9524 Offizieren auf 110 850. von 2025 Ist auf 1428650 Mann. Im weiteren Verlauf der Red, sagt« der Mümfter. doch für 1918 dom KriogSd-verrtemen» ly, Missionen Dollar dawilligt wurden, also 50mol mehr alp ipr Jahve 1915. Die L uMchi ffa r m ee bestand am 1. Apffl 1917 aus 68 Offiz'eren und 1220 Mann und am ft Januar 1918 aus 8950 Offizieren und 82120 Man» Zum sagt« er- WaS unsere Arme« unter Pershing st,
Frankreich anbelangl, so haben unsere Verbündeten rocht, au» der Niedevgeschlagenhest ihrer Feinde Vorteil zu ziehen, d« kommen muß, wenn die Deutschen erker.uen. daß die amerikanische Demokratie tatsächlich ihre volle Kraft an Leuten gegen ihre militärische Maschine organisiert.
Eine wakbinatoner veuiung ver ^Ufonfch«» Botschaft.
8r. Amsterdam, 12. Jan. (Eig. Drahtbericht. zb.) „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Unterredung mit einer sehr hochstehenden offiziellen Person! ichketl t» Washinaton. deren Name nicht genannt werden darf. Diese Persönlichkeit sagte, die Boffchaft des Präsidenten
mt kk e«Hia*Uä* KiUtma bmUff/k
