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Verlag Langgafse 21

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Berliner Abteilung de« Wiesbadener Tagblatts: Berlin W Potsdamer Str. 121 K. Fernsprecher: Amt Lütz-w 6302 und 6203.

Donnerstag, 3. Januar 1918.

Kbend-klusgabe.

Nr. 4.. 66. Jahrgang.

Die Zriedensfrage.

Demsinsamer vorrrag der leitenden Männer beim ttaiser.

W. T.-B. Berlin, 2. Jan. (Amtlich.) Heule nachmittag vMptfbidg Gain« Majestät der Kaiser Len Reichskanzler Dr. Ärwfen v. H e r t l i n g, den Geiieralfelbmarscholl v. H i nde n- b u r q, den GeneralquartiermoistLr Luüendorff, de» Staatssekretär Grase» Roedern und den Staatssekretär Dr. v. Kühlmann zu gemems-amom Bortrag.

Die große Bedeutung der Beratungen.

Berlin, 3. Han. (zh.) über die gestrige Beratung beim Kaiser sagt die ..Tägl. Rundschau": Der Kaiser hat erst die gesonderten Vorträge Kühlmanns und Hin- denbnrgs gehört und schließlich g e m e i n sa in e Vor­träge, die sich zu einem kleinen Kronrat gestaltet haben mögen. Zu einem Kronrat im üblichen Sinn4 geyört die Versammlung des gesamten StaatsministeriumS. Aber je kleiner der Kreis der Ratgeber des Kaisers, desto größer der Augenblick, in dem sie sich versammelten. Der Augenblick vor der Wiederaufnahme der Friedensverhairdlungen mir Rußland war so groß, ivie keiner, seitdem mir den Beschluß gefaßt haben. in den Krreg zu ziehe,:. In derDeutschen Tages­zeitung" heißt eS: Hindenburg und Ludendorff kommen nicht anS vem Haaptq rartisr, wenn es sich um Fragen alltäg­lich e t Bede itnilg handelt. In Brest-Litowsk ist bis zu einem gewissen Grade die Arbeit der Soldaten getan. Auf ihren fachmännischen Rat wird man nicht ver­zichten können, und dieser R rt wird gewichtig sein und ge­wichtig sein müssen. Uns;« Lrge an den Fronten ist bei­spiellos günstig. Der deutsche Sieg ist sicher. Aber die englische Diplomatie ist am Werk, den Sieg an der Front in eine Niederlage zu verwandeln.Nach dergreif. Zig." ist es klar, daß die englische Regierung Verwirrung stiften will und jedenfalls den Eindruck erwecken möchte, daß ste unter Umständen bereit sei, auf die Friedensbedingungen zu antworten. Llovd George arbeitet mit der Fiktion, als wenn ein neue» Friedensangebot der Mittel­mächte vorliege, Er will dann auf dieser falschen Grundlage der Welt verkünden, ihm seien diese Friedensvcdingungen offiziell nicht zugegangcn, folglich müsse der Krieg fortgesetzt werden.

kleine ReictzstaasvoUsitziinoeii?

Berlin, 8. Jan. (zb.) Wie derB. L.-A." vernimmt, hat sich die Mehrheit der bei der interfraktionellen Be­sprechung beteiligren Parteien, die gestern abend im ReickS- tagSqebäude zusammengetreten waren, gegen den sozral- demokratischen Plan ausgesprochen, den Reichstag vorzeitig zusammentreten zu laffen. Der gl -chfalls heute tagende Ä l te ste n a u Ssch u ß dürste demgemäß in diesem Sinne formell beschließen. Man glatkbt rn dem HauptauSschuß da» geeignete Organ zu besitzen, um die notwendige Fühlung deS Parlaments mit der Regierung wäh«nd der jetzigen Verhandlungen aufcechtzuerhalten.

wieder nach Brett-citowsk.

Berlin, 8. Jan. (zb.) Staatssekretär v. Kühl» mann ist in dieser Nacht zwischen 12 und l Uhr mit seiner Begleitung vom Bahnhof Friedrichstvaße wieder nach Brest- LitrwSk e b g e r e i st. Mit dem gleichen Sonderzug haben sich die türkischen und bulgarischen Delegierten nach dem Orte der Fviedensverhandlungen begeben.

Vie erste Satzung des deut^ch-rufstschen w irisch oftsausschustes.

W. T.-B. Petersburg, 2. Ion. In der ersten Sitzung des deutschen ffifchen Wirtschaftsausschusses ist keilimmt worden, fürs erste über die Einrichtung von Post-, Telegraphen- und Eisenbahnverkehr zu verhandeln. Für diese drei Gagen stände sind Unterausschüsse gebildet werden.

vie ukrainische Vertretung in vreft.Litowrk.

W. T.-B. Brest-Litowsk, 2. Jan. In Brest-Litowsk ist ein« nckvo>!"'' « Deputation angakommen. um an den Frie- dsnsverk)^.^ -wngen teÄzumehmen.

slbreise das türkischen Grotzwesir» nach Srest-Lktowsk.

W. T.-B. Konstantinopel, 3. Jan. (Drahtbericht. Agence Milli.) Der Iwßwesir Talaat-Poscha ist gestern im Balkanzug abge reist, um sich als erster Delegierter der Türkei über Berlin noch B«st-Litowsk zu begeben, wo er an den Verhandlungen teilnehmen wird.

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Das rufst che MklitSrblatt über die «nglifch- amerikanrschen ttrieqsverlängerer!

W. T.-B. Berlin, 3. Jan. Das rusilsche offiziöse Miki- tärblatt .Armisi Flet" schreibt zu der Kriegserklärung Amerikas an Österreich-Ungarn: Amerika hat Lsterreich-Ungarn den Krieg erklärt. In dem Augenblick, wo die russische Demokratie alle Anstrengungen macht, um ein Ende der verbrecherischen Menschenschlächterei herbeiza- führen, bemüht sich die amerikanische und englische Bour­geoisie. diese blutigen Schrecken zu verlängern, nur um den Gegner derart zu zerschmettern und zu entkräften, daß er als Konkurrent auf dem Weltmarkt auö- jcheidet, Deaa nur darin liegt Sinn und Wesen des

Widerstandes der englischen und amerikanischen Kapitalisten. Sie wissen, daß die Länder, die den Krieg führen, wirt­schaftlich sehr geschwächt sind, daß sie als Konkurrenten in absehbarer Zeit nicht mehr gefährlich sein können. Sie wissen, daß sic, wenn sie den Krieg bis zur völligen Kräste- erschöpfung durchführen, auf dem knochenbesäten Leichenfelde die einzigen Sieger bleiben. >oeil sic ihre Kräfte geschont habeir. Dann werden sie eS sein, die die Welt teilen. Die verführerische Perspektive der Wcltaufteilung steht vor den mächtigsten Vamvyren des Weltkapitals, der englischen und amerikanischen Bourgeoisie.

Orlando über die Verhandlungen in Vrest-Litowstz.

W. T.-B. Rom, 1. Jan. In Fortsetzung seiner SenatS- rede beschäftigte sich Ministervräsident Orlando mit den Verhandlungen in Brest-Litowsk Er sagte: Ich glaube, daß der Auge, blick gekommen ist, drS Manöver unschädlich zu machen, durch da? die Mittelmächte die geistige Kampf­kraft ibrcr Völker zu kräftigen und diejenige ihrer Gegner zu verderben sitchen, indem ste sich als Verteidiger d e S Friedens geberden und glauben machen wollen, daß eS die Haltung der Entente sei, die einen FriedenSschluh ver- diiidere. (Beifall.! Die Entente wolle den Frieden, nur die Entente wünsche ihn, denn sie lvill ihn in der einzig wahren Gestalt, nämlich als einen gerechten, ehrenvollen und dauer­haften Frieden auf Grund von klaren und aufrich­tigen Abmachungen. Die Mittelmächte schlagen einen seltsame» Weg ein, um von der Entente einen Eingriff in ihre Beziehungen zu einer Regierung zu fordern, die von der Entente nicht anerkannt ist. denn einstweilen ist die tatsäch­liche Regierung Rußlands die verfassunggebende Versamm­lung. Iw übrigen erkennen große Teile Rußlands di; gegenwärtige Regierung nicht an.

Was den Inhalt der FriedenSvorschläge be­trifft. so lmt der VolkSbeaustraqte der B o l s ch e w i k i dies sogen zu können geglaubt. Saß erstens die Wiederherstellung der Staaten, die im Kriege ih« Unabhängigkeit cingehüßt hätten, und zneiteus di; Aufgabe der besetzten Gebiete und der Verzicht auf Gebietserweiterungen anerkannt worden seien. Wir werden seben, hrß das ein Irrtum ist.

Lloyd Georges Neujahrsprophezeiung.

Amsterdam, 1. Jan. Aus London wird gemeldet: Lloyd George hat eine Neujahrsbotschaft an die Nation gerichtet, worin er an das ganze englische Volk appelliert, die äußersten Kräfte in dieser letzten Phase der Prüfungen anznspannen für die Sache, wofür die Demo­kratien der Welt verbunden seien. In einer weiteren Botschaft an die überseeischen Besitzungen sagt Lloyd George:Ich zweifle nicht daran, daß. wenn die Alliier­ten weiter tüchtig standhaften, ste nicht nur die Frei­heit Europas wiederherstellen, sondern der ganzen Welt den Frieden wiederqeben werden. Ich habe gute Hoffnung, daß, wenn dieses nsueJahrzu Endo gegangen sein wird, wir das uns gesteckte Ziel vollkommen erreicht haben werden."

Poincars kämpft bis zum Endsteg.

Genf, 2. Jan. Nach eititer HavaS-Mewung hat PMiident Poiycare auf eine Glückwunichdvahtung des Königs tz'er Bel­gier geantwortet. Äwß Frankreich entschlossen fei, bis zum Endsieg zu kämpfen. Dem König von Italien, her se-'n Vertrauen auf den Sieg der geaueiusamen »Seche auSsprach, hat her Präsident tot gleichen Sinne geantwortet.

Doch eine neue Kriegszielerkläruuq der Entente?

Rotterdam, 8. Jan. (zb.)Daily Chronicle" erfährt aus Negierungskreisen, daß die Alliierten demnächst eine neue amtliche Erklärung über die Kciegsziele veröffentlichen werden.

*

Zrkedliche verständkaung mit der Ukraine.

W. T.-B. Petersburg, 2 Jam. (Petersburger Te1egv> phenoye.'itur.) Noch Mitteilungen der Abordnung, die von Kiew zurückgekammen fit. um -den Jurist zwifcheri der Macht der Sowjets m£> der Rada fteuudschaftlich heizuilegen, wird Äic Möglichlkeit festgestellt, daß der Zwist freuudfchaistlich bei- gelegt wird unter dem Gesichtspunkt tder Einrichtung einer neuen Rada der Sowjets, wobei ihr Einfluß gleich­zeitig mehr erweitert wird. Die Zeutnäl-Rada bsäbsichtigt, ldoS Ultimatum des Rats der Volkskommissare zu er­füllen, ttoruusge'seht, daß die Ukraine mit Geld ver­sorgt wirb und ein a m t l«ch e s Dekret die RepuhkA der Ukraine.anerkennt. Wie die Abgesandten sagen, wirb die Ukraine die Getreideausfuhr nach Groß-Rutzland nicht sperren.

vis Trennung Zinnlands von Nutzland.

W. T.-B. Petersburg, 1. Jan. (Meldung der Peters­burger Tele^'aphen-Agentur.) In seiner Antwort auf das Ersuchen der finnländischen Regierung bezüglich der Aner­kennung der Unabkängigkeit der finnischen Republik brachte der Rat trr Volkskommissare in voller Übereinstimmung mit dem Gruiidsah der freien Selbstbestimmung der Nationen im auSsuhrenden Hauptausschuß folgendes in Vorschlag: l. In Anerkennung der politischen Unabhängigkeit der finnläudi- 'chen Republik; 3. in übereinstilninung mit der fliuiläl'di- schen Regierung Einsetzung xines SondevausschusfeS vmi

Vertretern beider Parteien zur Ausarbeitung derjenigen Maßnabmen, die sich aus der Trennung Finnlands van Ruß­land ergeben.

*

Japans offizielle Beziehungen zur neuen Regierung.

Bern, 3. Jan. (zb.) DasBerner Tagblatt" meldet aus Tokic: Die japanische Regierung beschloß, die diploma­tischen Leziebungen zur neuen russischen Regierung in volle m Ilmfaiig wieder aufzunehmen. Der japaniscln? Bolschafter wirb m den nächsten Tagen eine Er­klärung in diesem Sinne in Petersburg abgeben.

ver Tagesbericht vom 3 . Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 3. Jan. (Amtlich.)

Weftlirlicr Kriegsschauplatz,

An verschiedenen Stellen der Front Artillerie­kam pfc. Nahe der Küste wurden bei gelungener U»ter>t »cdmung Gefangene eingebracht. Französische Bor­st ö h r in der Champagne, nördlich von ProsneS und! nördlich von Le MeSnil scheiterten in unserem Feuer.

Lstlichec Kriegsschauplatz.

Richte RrueS.

An der mazedonischen und italienische« Fr»»t ist di« Lage unverändert.

Der Elfte Generalquartiermeister: Ludendirft.

Österreichisch-ungarische Tagesberichte

W. T.-B. Wien, 2. Jan. Amtlich wirb gemeldet:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Waffenstillstand.

Italienischer Kriegsschauplatz

Auf der Hochfläche von A s i a g o, im Gebiete des Monte Tomba und an der unteren Piave entwickelten sich zeitweise Artilleriekämpfe. Am 26. Dez., früh, wurde unsere Besatzung aus der D a m m st e l l u n g bei Jenson ohne Verluste auf dar östliche Piave-Ufer zurückge­nommen. Der Gegner, der diese Räumung erst am 31. Dezember bemerkte, hielt bis zu diesem Tage dre ver­lassenen Deckungen fortgesetzt unter Artillerie- und Min«n- weifcrfeuer.

Der Thef des Generalstabes.

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W. T.-B. Wien, 3. Jan. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 3. Januar, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Waffenstillstand.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Eoeignisse.

Der Chef des GeneccrlstabeS.

vre sldmiralstabsmeldmrg.

W.T.-B. Berlin, 2. Jan. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden im englischen Kanal und Atlantischen Ozean neuerdings

4 Dampfer, 3 Segler und 3 Fischerfahrzeuge versenkt, darunter ein bewaffneter tiefbeladener Dampfer, ferner der englische SchonerProba" mit Kohlen von Swansea nach Cherbourg, der portugiesische Schoner Aportugesa" mit Salzladung nach Frankreich sowie der portugiesische FischdampferArgos". Von den übrigen versenkten Dampfern hatte einer Stahlwaren von Swansea nach Cherbourg geladen. Ein anderer Dampfer wurde aus einem gesicherten Geleitzug herausgeschossen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Gestrandet.

W.T.-B. Rotterdam, 2. Jan.Maasbode" meldet: Der englische DampferSpero" (1199 Tonnen) ist ge­strandet und vermutlich verloren; der norwegische DampferGeneral Munthe" (1142 Tonnen) ist nach Zusammenstoß mit einem schwedischen Dampfer gesunken.

Die Wirkung des U-BootskriegeS in Frankreich.

W. T.-B. Bern, 3. Jan. WiePetit Parisien" berichtet, konnten infolge von Transportschwierigkeiten die im letzten Monat in Frankreich geförderte:: und die eingeführten Kohlenmengen nur teilweise verteilt werden. Der Muni- tionSminister gestattete daher dem Präfekten, die während des Sommers angelegten Kohlenreserven an die Bevölkerung zu vecteilen. Der VerpflegungSminister ermahnt imPetit Parisien" zur größten freiwilligen Cinschrän- knng, besonders im Brotverbrruch, damit er nicht zur Ein­führung der Brotkarte oder gar eines brotlosen Tages greifen müsse. Den Zuckerbäckern und Schokolade-Fabriken mich kein Zucker und kein Mehl mehr geliefert. Ein Dekret, betreffend die Schließung der Konditoreien, steht unmittelbar bevor. Der Fleischgenuh wird auch eingeschränkt und den Gasthäusern eine weitere Beschränkung der Speisekarten vorgeschrieben werden. Privatpersonen soll der Gebrauch des Automobils untersagt werben. Der Minister betont, daß der Hauptgrund für die bevorstehenden Einschränkungen Lxr UnttzkjtzH,