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Nr. 1« DkmBtog, 1. *?fintiar IfttS.

Weitere Oorfdififfe -er Vereinigten Staaten an die Klliiertep.

W.T.-B. Washington, 31. Dez (Drahtbericht.) Schatz- sckretär McAdoo hat weitere Vorschüsse von 685 Millionen Dclloc an Großbritannien, 155 Millionen an F i a n k l r > L. 7i/ 2 Millionen an Belgien und 1 Million an Serbien angewiesen. Die Gesamtsumme der Vor­schüsse beträgt bisher 1236 400 000 Dollar.

vie furchtbaren englischen Verluste.

Nach den amtlichen Feststellungen haben die Verpuffte der Engländer eine erneu-t« Steigerr-ny erfahren. Da die Ver­luste erist nach einigen Worben in den amtlichen Listen erschei­nen. geben uns die Hochstehenden Iahten ein MD von den im NovenGer erlittenen Verlusten. Vom 10. bis 20. Nrwem- ber 1017 betrug der Gekanüvcrlufi 41 343 Mann, der Tages­durchschnitt ulio 4134 Mann. Vom 20. bis 30. November ver. loren die Engländer insgesamt 48 788, täglich also 4376 Mann. Die Verluste vom 20. bis 30. November umfassen: an Toten 356 Oft,ziere. 8272 Mann; an Verwundeten und Vermieten 1129 Offizier«. 33 011 Mann.

Der geschwundene Kredit, der englischen Staatsmänner.

W. T.-B. Amsterdam» 30. Dez. Die Londoner Wochen­schrift „World" lenkt die Aufmerksamkeit auf die Rede des ArleiterführevS und UnterhauSmitgl-iedS X 0. Thomas im Aftw chcklub. Er sagt« u. a. folgendes. WrS würde» wir zetzt »:-cht darum gehen, wenn wir davon üoe,ze i zi sein könnten, daß auch seht noch LaS ganze Volk von der Vcgenterung durch­drungen ist. di« es im Jahre 1914 errillt hot. Dies ist ater nicht der Fall, und die Ursache iit, daß i>ji Voll den Staats­männern nicht mehr glaubt.

Taflesberkchle unserer verbündeten.

W 1 -P. Sofia, 81 De». (Drahtbericht.) Amtlicher Heeres, her ich! dcn> Sil. Tercmsior: Mazedonische Front: Zwisch i O ch r i d a - und Preepa-kee vertrieben wir mehrere starke seiaoliche Er- k»i'tu,-xtalreil»„f.e„ Anderüervena-Stena , an mehreren E»>llen kn siirnaBifcr und zwischen Wardar- und Doiran» E e» war dar A>: lleneseuer im Borseid ein wenig lebhaft. Im Etii-malai die e>lr,dnle AuilltiieiaiigkeiL Doorucsch»front: Dassen, p instand.

W T -v Konstanlinepel, 81 . Dez. (Drahtbericht 1 Amtlicher He»r«Kb-richt Pa asimalronl: Bor unserem Kustenabsch-ritt setzte

der Feind seine Schanzar leiten fort. Feindliche Bor,toste bet I b st und gegen die Hcbr 8!4 nur den abgewiesen, eb.-nso em Än» griss kl erlegener Kräfte aus unsere Etelluuzen bei Clstire. Sonst keine Ereignis!«.

Eine Rede de« schwedischen MiniiterprSsidenlen w. T.-B. Stockholm, 3t. Dt). (Drrhtbericht. Svenska Telegrom-Byran.) Der Ministecpc>rst»ent Eden hielt heute eine Rede über die jetzige Lrge der Vrlksernähning. der ävHeren und de: inneren Hanv'lrprl'tik. Do-iach ist die BolkSernährung sehr schwierig. Die Getreide- rnengen in den St-r-iisspeiche.'N reichen nur bis Mai 1918. Da die Ernte 1917 unter Mittel-nah blieb, ist größte Sparsamkeit r.otwendig. Der Minist-rpräsistsnt wies die Angriffe auf die Handeltv»l>tik der Regieoing bei ihre» Lerhinolunqen mit den beiden kriegfiihrenden Gruppen zurück und erklärte, daß die Möglichkeit, Wrren von den Mittelmächten zu be­kommen, nickst vernachlässigt worden fei. Fm Gegenteil habe man durch ein Londerobkoinmen höchst wichtige Waren, wie Kohlen. Öl und Petroleum bekommen, aber dar lei nicht genug. Zu den yerhrndlung:n mit den Ententemächten erkläete der Ministerpräsident. daß dir Instruktion der schwe­dischen Vertreter kein Abkommen zul.rsse, das die Unabhängig, keit und Neatr.dität Schwedens verletzen könne, und daß die Behauvtung. die Entente stelle als Bedingung für die Hergabe von Schiffsraum den Abbruch der alten Erzrusfuhr nach Deutschland, völlig falsch sei. Zur AalandSfrage er­klärte der Ministerpräsident, da jetzt Frieden-Verhandlungen zwischen den Mittelmächten und Rußland schweben, findet die schwedische Regierung, orß diele Frage angeschnitien wer­den müsie, damit sie nicht völlig übergangen werde, fall- Ruß­land aus dem Kriege gusscheide. Maßnahmen zu diesem Zwecke seien von der Regierung getroffen werden. So viel könne gesagt werden, daß Schweden von der völkerrechtlichen Tatsache, die di-rch den Beitrag vo^r 1853 geschaffen sei. auS» gehe und lesirrbt fei. ans diesem Grunde eine Besserung und. wkl.n rr cglich, sicherece Lösung zu erreichen suche als jene. Zur finnfändisck, en IlnabhänyigkeiiSer. klärrrg äi ßerte der Ministerpräsident warme Sympathien fü' die Best, ,nigen dos finnischen Volkes, für sich ein ,elo- ftSnd'oeS D< fein zu gründen, und den lebhaften Wunsch, Finnland eff n.nabbänaiycn Staat begrüßen zu können. Er sirffe dcß Finnland alle Schwierigkeiten überwinden werde. Keine Macht würde, wenn die Möglichkeit dazu vorliege, mit ko wc-rwen Gc fühlen wie Schweden da« alte Brudervolk im -Kreise dm skandinavischen freien Völker willkommen heißen. Schlicklich wies er alle Forderungen nach einem Eingreifen i» Finnland nirück und erNärte, Finnlands Kräfte müßten stllst da« Recht Finnlands auf ein selbständiges Staatsleben htgrvuden.

Deutsches Reich.

Einberufung drS VnndeSratSausschusseS für auswärtige

Angelegenheiien. W. T-B. München. 31. Dez. (Dra-Htbe- richt.f D« Korr-fpondenz Hoskmar.n meldet: Der BumdeS- vl'tSauSschuß kür auswärtige Argeletzswheften wird am L. Jsmxrr in Berlin zu4,rmmentreten

StaatSsekrrtdr Kichlmann in Warschau. W. T.-B. Ber- !i n. 81. Dez. iDrohilwri-bt.l Staatssekretär v. K ü h l m a n n verweilte auf der Durchreis« nach Berlin mehrere Stränden in Warschau und besuchte die Mitglieder des Regentschaft;, ra tS. den Erzbischof K-rkoivSki, den Fürstien Dwbomirski und Herrn v. Ostrowski und gab sein« Karte bei den Vertretern der Besi-tzuogsdebörde gsi.

tzienerallandschaftSbirektor Dr. Kapp ReichStngSkandidat. Berlin, -bl. De,. An Stelle des verstorbenen konservativoa Abgeordneten Gotrschcrtk ist im denn Wahlkreis Ragnit- P ' l! k a > I « » für dw a>.rk den 2. Februar angesetzte Ersatz, wallt der Generallamdsch„stsd:rektor Dr. 5kapp «ÄS konsevvabi» Hex Reichstagskandidat aufaestellt worden.

fittt und 5Icüe.

P«rf«"«I - BrrSnirrnngc». ÄohthaaS tWerdadens, vtzr- feldw.. i-'M beut der ia„tw.,Jns. 1. Ausgcb. befördert. »Klein- hen, <L-!dk<iten,. Bizeftldw., zum Leut, der »et. befördert. »

lWtrtbodrn^, Lizetvackv»., zum Leut, der Res. der

_ Riesbaderrer Tayklalt.

Feldart. kescrtert » r L r a a b S, Gen.-Leut., rn: Frieden Kom. der 37 Dir., zun, Gen. der Inf., » v. Garnier, Gen.-Leut.. iw Frieden Inst te, L. Kar.-Jnsp., zum Gen. der Kar. befördert. ♦ Lehwonii, Ctnft z D„ Kom. deS Landw.-Bez. 1 Königsberg, ton dieser Stelle unter Verleihung des Charakters als Gen.-Maj. aus seit Grsuch enibote» » Stern u. Walther v. Monbarh, Oberst - § und Kom. dek Landir.-Vez. Magdobrirg. von dieser Stelle unter Bcrli'duug des Charakter? als Gen.-Mo;, auf fein Ge. stich cntfoben * F,br t Eelking, Ob«,st z. D.. im Frieden beim Stabe be* Inf.-RegtS Nr. 117, zum Kom. deS Landw.-Bez. Mägde- bürg eriiaiint * La » pl, Oberst, Borst, de; Beki.-AmteS des 8. Armcckrrt'S, i„ Gencdnngung seines Abschiedsgesuches unter Vcr- ltihnng de« Cbaraklers als Gen.-Maj. mir der ges.-tzli«hen Pension zur Disposition gckiclll » A i s i e l, Oberstleut, St.-Ofsiz. des Bck!.- AniteS des lb ?i-me«korpr, in gleicher Elgenschast zum Bekl.-Aml des t. Armcrkripz rersitzt.

Wiesbadener Nachrichten.

8um Jahresanfang.

Der erste Trag im neuen Jahr — der erste Schritt in ein unbekanntes Land. Das adte Jahr schloß nicht so ab, x e wir es gewünscht haben; eS war ein Jahr des KriLzeS uird der Not. Wohin wird uns doS neue Ja-Hr führen? Wird iS, wie wir hoffen, und nach den Zeichen der letzten Woche.» vielt eich: mit Recht hoffen dürfen, en,dlich den heitzersoh'iten Frieden bringen? Das ifft die ernste und schwere Fra-qe, die sich beute Millionen stellen, und in jedem Glückwunsch, der heute zwr- schen Verwandten und Bekannten ausgetauscht wird, klmgt das Sehnen nach der Rückkehr friedlicher geordnster Verkält- niste. Das ist nach mehr a>lS drei Krieigsjahren eine ganz sclbstiverstänidliche Erscheinung; wir müßten an der Kultur verzweifeln, wenn es anders wäre!

Möge das Jahr, dessen erster Tag uns heute grüßt, unser Hcffen nicht enttäuschen! Möge das Christfest 1917 die letzte Kriegswestimacht und der Jahreswechsel! 1017/18 der letzte KriegSsKSvelster gewesen sein? Das ist es. w'S wir unseren Lesern vcn ganzem Herzen zum neuen Jahr wünschen.

— MietpreiSerhShung. Die Hausbesitzer der Residenz- stact Darmstadt yaden nunmehr ebenfalls durch ein von dem Hausbesitzerverein hergestelltes allgeinelnes Ansch'.eiben :br« Mieter im Einzel fallen bis zu 20 Prozent ,;«st«ugert. Außerdem sollen W«rsterqetd. Krnal- und Schornsteinssger- gebühren besonders in Rechnung gestellt werden. Dw Er­höhung soll am l. April in Kraft dreien. Sie wird mit der gänzneh unzureichenden Ler^in^ung "S in Häusern a:ig:l?g- ten Kapitals u-nd den eußerordent 'ch b ihen Lasten alle' Art, die dem Heusvositz aufgedi'.rdet sind, begründet.

— KOjäbriges vleschaktSjubilünm. Am 1. Januar 1918 de« steht di« Buchhandlung Ehr. Limdarth 60 Jabre. Sie wurde gegründet auf Grund eines herzoglichen Dekrets am 1. Januar 1868. 40 Jahre wurde sie van dem Begründer der Firma Chr. Limdarth geleitiet. seit 20 Jahren steht dessen NarhstAger Artur Benn an ihrer Sp'tze. S3 Jahr« befindet sich das Geschäft im Haufe Kranzpl,tz 2. Seit 1870 ist die Firma Kammissson-verleqerin des Nassauischeu Lesebuchs für Volks- und Mitirftchusen.

— Lrbenemittclrrrleilnng. Dre gemäß der vorzestern dem Magistrat veröftenüichten Bekanntmachung zur VerteLung ge- saugenden Lebensmiftel werden nicht auf F:ld 40, 41 und 42, sondern auf Fckld 31, 32 und 33 der Nährmittel karte verteilt.

— Dir Anmeldung der Haus- und Tifchwäkibe Zahl­reiche Besitzer von Wösche-Verleibgeschästen, von Ga st« und Lchankn irtfchasten, Krankenhäusern und ähnlichen Betvirben haben die Auren nach der Bekrnntm rchung vom 2.'. Auaust ,917 obliegende Pflicht zur Anmeldung ihrer gesamten gebraustem und ungebrauchten Bett-, H,rus- und Tiscktzväiche trotz wiederholter Mahnung immer ncch nicht er- sü.ft. Die Säum'gen, deren Namen der Reichsbekleid ings- stell« bekannt sind, werden letztmalig zur N>«chha!:ing der Mel- düng aufaewvdert. D'e Meldung ist einzurcicken "ei der NeichtSbekleidungSstelle (Volk;,vi:lschaftl ich« Abteilnngi in Berlin \V. Ml, Nörn'.-ergsr Platz 1. Zu melden ist der Bestand vom 1. Oktober 1917. Me.'devflichtig ist jeder Betrieh, N>r mehr als fünf GasthanSbettem besitzt oder mehr al» drei zur Familie des Unternehmers wicht gehörende Personen dauernd bescbäfnat. Wer bis zum 15. Januar 1918 dieser Aufforde­rung wickv nach gekommen ist. hat unnachsicktrich sofortige Enteignung zu ern urten.

— Erhöhung der Schornstelnfegcrgkbktirrn. Gemäß § 77 der ReichSoewerbevrdnnng ordnet- der König!. Poli.zet-divek- tor v. Hoimburg an. daß die in dem Nächtig zum Gebühren- tarif vom 6. April 1't12 für die Scharnstenifegermcftter im Ctadtpolite'hezirlk Wiesbaden festige'etztw.i Gebühren für die Dauer des Kriegs, und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 1918 um 33 vom Hundert erhöht werden.

— Kleine Notizen. Sckrefbers Konservatorium, Adoffstrafe 6. 2, hfiimt seinen Unterricht in allen Fächern der Musik am 4 Januar

vorberfchte über Kunst, Vorträge und verwandte».

* Kurhaus. Ta» Januar-Programm bringt an b:sond-ren Per- anst-istungen Am 1. nachmittags, ein Slnfanie-Kanzert, am 4. das 6 'Zpklus-Kcn/ert am G ein Sinfanie-Konzert. am 9. rin Kammer­konzert. an, I I Siiisl uirkonzert, am 13 die Hauptprobe und am 14. dir zu eit: Ausiubruna 1917 18 des Cäcilienvereins Wirsbaden, am 16. ein Kammerf, nzcrt. am 18. taS 7. Zvkluskonzect, am so. und

am 2.1. Sinflnilkiurerl. am 27. zu Ehren des Geburt-tagcs des

Kaisers ein Fcfikonzni, am 30. ein Kamm-rkonzert und am 31.

wieder ein Si»f> »iik« »zert. Außerdem sind verschieden« Milrtär-

konzert« vr> gesehen Die Borniittagskonze-te in der Kochbrunnen- Trinkballe finde» trrimal wöchentlich, und zwar Mittwochs, Sams­tag? und SrnnragS palt

Ku§ Provinz und Nachbarschaft.

Wohnungsfürsorge ia Kassel.

3 = Kassel. 31. De;. In Gegenwart des Oberpräsidenten, Neg,c- rimgspräiitrnten und des Leiters der Landrsvcrsicherungsansialt für Hessen-Rcsia» fand Im Rathaus zu Kassel unter dem Borsitz des Oberbürgirmeisiers Koch eine Zusammenkunft de: iührenden in- dustricllrn und faiitmcunisilcn Firmen der Statt Kassel statt, di! sich nii' der Wll nungsbrschassunz für Arbeiter und A n g e si e l l t c nach dem Kriege befaßte. Es wurdr bejchlassrn. m>i d:i Kaüelrr Ban, lrrssci fchasten unt anderrn Pertrrtungcn der Wrh,!»ngksucheule» wegen Errichtung einer Wohnung' gesell- sedati in tder!i»>uno zu ncren. Di« neue Gesellschaft .oird sich in erster Linie die Förterung der vorhandenen Organisalirnen aus dr« Lkbrete des Lwhuuugsweseus zur LusgaL« »achur und behalt

Morgen-Tl«Knabe. (PrfteS Vkatt. Seite 3.

sich nur in Irsiiikiren Fallen die eigene Errichtung von Wohnungen No-, Für tie neue Gcfellfchast wurden von den anwesende» Ber» tretern des Hautest »nt der Industrie 480 000 M. gezeichnet, so daß damit da? Znjiantckommen tes hochdedeulsauien Unternehmens ge­sichert erschein». • _

Neues aus aller Welt.

Schtibungei' in Leder. München, 29 Dez. Wild« Händler laben vo» Lelorfolrlkaiiien in Bcchingen beschlagnahmte, nichi fter- pegeben- Leder m graßrn Mengen unter bedeutender Ubrischreitung des Hkchs'preikcs aufgekaust. In Stuttgart sind fünf Lcderschlelch- bändler ßstsriunimen In Bechingen wurde eine große Anzahl Ledersakr'kanten angezeigt und 200 Zentner Leder deschiagaahmt. In Pirmasens wurden an einem einzigen Uberwachnnzltagr Dutzende von Schällen »nt Schuhen bcichlagnahmt, von denen das Paar mit 78 Dt. bereits ausgezeichnet war.

Uandelsteil.

Deutschlands >Mrtsc' aftskraft im Jahre 1917.

Welche Kiimpfe löste nicht vor dem Kriege die Auf­bringung von nur einigen hundert Millionen Mark neuer F«iihwteuerr aus, welche Besorgnisse für unser Wirtschafts­leben kiiüjdto men nicht an dco einmaligen V\ ehrbeitrag? Und wie hoch sind demgegenüber schon die bisher im Kriege ohne die geringsten inneren Kämpfe vom Reichstag bewilligten MWirsteuern! Während wir uns im Frieden all­jährlich mit der Emittierung von etwa 3 Milliarden Mark aller Arten von in- una ausländischen Wertpapieren be­gnügten, haben wir in 3% Kriegsjahren nicht weniger wie 73 Milliarde i. Mark an langfristigen Kriegs­anleihen aufgebracht! Wäre diese wunderbare, im briege von Deutschland offenbarte Finanzkraft verständlich, wenu sie nicht schon vorher latent in der ungeheuren inneren Kraft unseres einheimischem W irischaflslel ens geschlummert hätte? Es galt nur, sie zum Leben zu erwecken. Das geschah dadurch, daü unsere l'rivatwirlscbaften sich vor Kriegsbeginn an gleich zeitig als Lieferanten und als Gläubiger dem Reiehe restlos zur Verfügung, alle ihre Kräfte völlig in den Dienst von Kaiser und Reith stellten. Neben unseren 73 Milliarden Mack langfristiger Anleihen haben wir aber auch noch elwa 20, allerdings zum Teil schon im Vorjahr ausgegebene Milliarden Mark kur/fristiger Schatzscheine laufen, von denen wenigstens die eine Hälfte bei privaten Banken und Geldgebern imlergfbracht ist, also ebenfalls wirkliches, wenn auch nur kürzt! istig zur Verfügung stehendes Kapital darstellt

Ebenso wie unser Kriegsanleihewesen zeigt auch unser St euer wesen Im Kriege steigende Finanzkraft sn. Im ersten und zweiten Kriegsjahr war noch je eine Raten­zahlung des Wehrt eitrags in Höhe von je H Milliarde Mark zu leisten. Für 1916 wurden bereits rund 650 MilL Mark (Tabak-, Zigarren-, Post- und Telegraphaagebühren-* W^artnnnisalzsteuer), für 1617 sogar Ober 860 Millionen neu# laufende Steuern (Personen- und Güterverkenrssteueru, Kel le, Steuer usw.l bewilligt. Dazu kommt Ulr 1917 noch das Ergebnis der Kriegsgewinnsleuer nebst Zu- 8ihlag, das sich rach den soeben vom Reichsschalzsekretär Grafen Rüder» gemachten Mitteilungen auf nicht weniger als 5 Milliarden Mark beziffert Schließlich haben auch Staat und Gemeinden noch mehrere hundert Millionen Kriegs» n sch läge zu den direkten Steuern erhoben. Wir haben also während des dahres 1017 neben 25W Milliar­den Mailt langfristiger und einigen Milliarden kurzfristiger Anleihen unserem V »lkskörper im ganzen noch etwa 6 bla 7 Milliarden Mark an Kriegssteuern entnehmen können.

Bel allen diesen großen finanziellen Leistungen unsere# Volkes für Reichszwecke im ablaufenden Jahre war es uns gleichwohl möglich, auch noch dem privaten Wirt­schaftsleben namhafte Kapitalien zur Vertilgung zu stellen. An neuem und erhöhtem Aktienkapital und an Gesellsriuiflskapilal Für die Gesellschaften m. b. H. wurden bereits 1016 380 Millionen Mark aufgebracht, 1917 aber steigerte skh schon in den ersten 10 Monaten diese Summe auf nicht weniger als 810 Millionen Mark. Die ohnehin sehr kapitalkiäftige chemische Industrie konnte altein ihre Anlage- und Betriebskapitalien um 30 bis 50 H. er­höhen. Dabei darf man mit Sicherheit annehmen, daß auch sonst noch manche Million aus Betriebsgew innen, nicht auf dem Umwege über die Börse, sondern direkt zu Neuanlagen •und Meliorationen — wenn auch natürlich nicht »nnähernd im gleichen Maße wie im Frieden — Verwendung gefunden hat. lind daß endlich aus den hohen Betriebsgewinnen recht er lt e I 1 i c h e Reserven in Aktiengesellschaften und Gesellschaften m. b. H. zuriickgestellt sind, die nur zum, wenn auch größten Teil in Kriegsanleihen angelegt und be­reits dort in Anrechnung gekommen sind.

Von einer vollsläi digen Ausschöpfung der deutschen Finanz- und V\ ijtscbaftskiaft kann selbst nach den gewal­tigen Finanzleistui gen des Jahres 1917 nicht die Rede sein. Volkseinkommen und Sparkraft nehmen tra Gegenteil fortgesetzt zu. Das veranlagte Einkommen in Preußen, das für 1915 gegen 1914 um etwa 5 v. H. z.irück- gegarigen war, hob sith 1916 gegen 1915 bereits >im über 12 v. II. und stieg 1917 gegen 1916 sogar um annähernd 17 v. H Die Mehreinlagen der Sparkassen, die sich — \on der Anlegung derselben in Kriegsanlrihen ab­gesehen E- schon in 1915 und 1916 auf 3V4 bis 3% Milliarden Mark gegen 800 bis 900 Millionen Mark im Frieden ge­steigert halten, liabeu in 1917 eine weitere Vermehrung gegen das Vonabr erfahren und werden am Jahresschluß süTyrlifh die Summe con 4 Milliarden Mark erreichen, wenn rieht übersteigen. Auch die Depositeneia- lagen der Banken und KreJitgesellschaften aller Art, die sich seit Kriegsbeginn uni weit Uber 20 MillR arden Mark vermehrt haben, sind in fortwährendem An- achwellen begriffen, wie dies die Jahresabscnlußbilanzen demnächst ergehen werden.

Darin liegt ja gerade die Stärke unserer Kriegsflnan- ziervng und V irtsehaftsführung, daß. weil wir alles Geld lm Tunern des Landes aufbringen wie verausgaben, neu» ai leihesuchende Kapitalien sich so schnell wieder neu bilden, neu »»sammeln können.

Ein neues Jahr bricht h-ran und wird uns vor neue große finanzielle Aufgaben stellen, gleichviel, ob der Strahl aus dem Osten sich zur Morgenröte kommenden Friedens wandeln wird oder nicht. Wer könnte zweifeln, daß deutsche Opferwflligkeit, deutsche Wirtschaftskraft auch diese Aufgaben, ohne fremde Hilfe voll und restlos lösen werdet?

Berliner Börse.

$ Berlin, 31. Dez. (Eig. Drahtbericht) Die letzt® Bör«e im allen Jahr verlief bei sehr stillem Geschäft infolgr weiter anhalterder Zurückhaltung zu wenig veränderte«, Kurses Lei fester Grundsiimmung. Durch Besserung zeicb-