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Kintler-Ieitung

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Mesbaclener Tsgblstts.

flr. 13 .

IS. Isbrgsng.

1917 .

(Alle Rechte für sämtliche Artikel und Illustrationen Vorbehalten.)

Ach, Wenn es doch endlich Weihnachten wär'!

Zm Haus ist alles so heimlich und still,

Db's wirklich bald Weihnachten werden will?

Ich freu' mich ja auf das Christkind so sehr!

Ach, wenn es doch endlich Weihnachten war'!

Ls sieht schon alles wie Weihnachten aus.

Ls duftet nach süßen Plätzchen im Haus;

Ich durfte nicht in die Rüche hinein,

D'rin mochte das Christkind beim Backen sein.

Und denkt, es verlor gar, als es verschwand,

Zwei Juckerkringel, die Vater dann fand!

Ich hafte, es bringt mir noch ein paar mehr. Ach, wenn es doch endlich Weihnachten wär'I

Ich strick' ein paar Strümpfe für den Papa, wißt ihr, was neulich mit denen geschah?

Das Christkind saß d'ran die ganze Nacht,

Und hat mir die Strümpfe fertig gemacht!

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wo mag denn mein liebes Pnppchen nur sein? Sein Rleid war entzwei, ihm fehlte ein Bein. Gewiß hat's Christkind ein Lnglein geschickt, von dem wird Puppchen im Himmel geflickt.

Zn Vaters Stube soll ich nicht mehr geh'n,

Durchs Schlüsselloch daft man doch auch nicht seh'n, Und für mein Leben gern wüßte ich doch, wovon es so lieblich nach Lhristbaum roch!

Ganz sicher das Lhristkindlein drinnen war!

Ich fand auf der Schwelle ein Engelshaar

Und eine dicke goldene Nuß!-

Ach, daß man aufs Christkind so warten muß!

Und Mutter läßt mich jetzt immer allein,

Sie sagt, sie müßte beim Christkind sein.

Zch freu' mich ja auf das Christkind so sehr!

Ach, wenn es doch endlich Weihnachten wär'!

Helene Brehm.

Der Wunschzettel.

von F. Schrönghamer-fteimdal.

a m das wünschen ist es eine köstliche Sacbe, be­sonders wenn inan noch jung ist und die ge­wissen L f.chrungen die a.l.rhand Luftschlösser im heiteren Fimmel noch nicht weggeblasen haben, wenn man noch nicht weiß, daß ein erfüllter Wunsch eine zerstörte Hoffnung ist und daß das sehnende wünschen nnse.es Lebens eigent.iches G.ück ansmacht, dann ist das wünschen und wähnen ein himme.hoch beseligendes Ding.

3m Holzstöffelhäusel sitzt das Aeserl am Tisch und schreibt ihren ersten Wunschzettel an das Christkindl. Sie wünscht nach He zenslust, was ihr gerade einfäl.t. Denn das Christkindl ist reich und die Hcnzstöffelmutter ist arm. Dem Christkindl gehört die ganze Welt, Himmel und Lrde. und die Holzstäffelinutter hat nur ein winziges Häus ein und zwei Z egen tnt Stall. Und der Holzstöffel­bauer ist draußen im fernen Frankreich; der hat einen wilden Bart und in den Karpathen hat er Läuse gehabt. M der arme Vater! Aber das Christkindl hat alles, was das He 5 begehrt, und gibt es den brauen Kindern, die darum bit.en.

Und das Holzstöffelreserl bittet:

Liebes Christkindl! Schick' mir eine Puppe, eine, die die Augen rührt, wie die Posthalter Anni eine hat."

©, eine Pappe mit lebendigen Augen wenn das Reserl bekäme, da würden die Leute schauen! wenn sie vom

Christkindl eine solche Puppe bekäme, täte sie s' im ganzen Do.f herumtragen unc> allen Leuten zeigen:Die hat mir das Christkindl gebracht, weil ich so brav bin " Di« postha.ter Anni hat die ihr« nicht vom Christ? ndl, sondern die hat ihr der Vater auf dem 3ahrmarkt gekauft. Denn der postba.ter ist auch reich, aber nicht so reich, wie das CH iftk nd.. Und im Himmel gibt es gewiß schönere Puppen wie beim Kirchweihkkäincr.

Liebes LH t f nd.! Schick' mir einen Kuchen, aber einen recht süßen, und so groß, daß ihn die Mutter auch versuchen kann, wie gut er ist!"

Acb, eiaen Kuchen ro. nn das Christkindl schicken wollte! 3m Holzstoffe.Häusel gibt es nur schu>ar;es Brot und ein Milchsüppl.in dazu, aber keinen Kuchen wie bei den g oßen Bauern. Die Lehrersfrau hat der Beseel einmal ein Stück Kuchen gegeben, und der war so gut wie, wie . . Das Dirn.ein weiß gar nichts Besseres und findet k inen v« g.cich. Ach, wenn der Lehrerkucben schon so gut ist, wie fein wird erst der Kuchen schmecken, den das CH i,.kmd. im Himmel gebacken hat! Der muß einem auf der Zunge zergehen wie flockiger Schnee. 3», wenn nur das Lhriiikncd. einen solchen Kuchen schicken wollte, einen recht großen, daß sich die Mutter auch satt essen könnte daran.

was soll sich das Dirnlein als dritte.» und letztes rr unschön? was gibt es denn noch Gutes und Begehrens­wertes?