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Tagbtallhaus

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Dienstag» 4. Dezember 1917.

klbend-klusgabe.

Nr. 616. . 65. Jahrgang.

N ue Erfolge bei Lamdrai.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 4. Dez. (Amtlich.) 2VcfÜict?cv & ricqäfdiiuiplat;, Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

An der flandrischen Front steigerte sich daS Feuer von mittags an zwischen Poelkapelle und Gheluvelt zu großer Heftigkeit. An mehreren Stellen griff englische Infanterie nördlich von Gheluvelt an. Im Feuer und im Gegen st wurde sie a b g e w i e s e n.

An den nördlichen Abschnitten des Schlachtfeldes von C a m b r a i war die Artillrrietätigkeit zwischen I n ch y und Bourlon vorübergehend lebhaft. Kleinere Borfeldkämpse verliefen erfolgreich. In den südlichen Abschnitten dauerten tagsüber zwischen Mareoing und der von Peronne auf Cambrai führenden Straße örtliche, sehr heftige Kämpfe an. Unermüdlich im Draufgehen mit Hand­granaten und Bajonett entrissen unsere Truppen den Engländern zähe verteidigte G r a b e n st ü ck e. Vergeblich versuchte der Feind, sie wieder zu nehmen. Badische Truppen erstürmten daS Dorf La Baequerie und behaupteten eS gegen mehrfache englische Gegenangriffe. Wir machten mehr alS Süll Gefangene.

Heeresgruppe Dentsckirr Kronprinz.

An der Aillette "-d zu beiden Seiten der Maaö bei reger ErkundungStätigkeit zeitweilig anflebendeS Feuer.

Lstlicliev Kriegss ^nplatz.

Die Waffen st ill st andSver Handlungen für die russische Front haben begonnen.

Mazedonische Front.

Nichts Besonderes.

Italienische Front.

Bei guter Sicht war die Artillerietätigkeit in den einzelnen Abschnitten lebhafter als an den Vortagen.

Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludrndorff.

.

Der deutsche klbendbericht vom 3. Dezember.

W. T.-B. Berlin, 3. Dez., abends. (Amtlich.) Südwest­lich von E a m b r a i örtliche erfolgreiche Kämpfe.

Bon den anderen Fronten nicht? Neues.

Der wassenftillstand im Osten.

Die Verhandlungen im deutschen Hauptquartier.

Vf. T.-B; Berliy, 4. Dez. (Srmffitfv.) Die russische Abord- nung für den Abschluß de» Waffenstillstands wurde gestern n a ch m i t t a g 4 U h r von dem Oberbefehlshaber Gene- ralfeldmarfchall Prinz Leopold von Bayern mit einer kurzen Ansprache begrüßt. Darauf begannen die Verhandlungen über den Abschluß eines Waffenstill­stands, an denen unter dem B o r f i tz des EhefS des Grneral- stabs General Hoffmann Vertreter der deutschen Land- und Seestreitkrnftr, sowie Bevollmächtigte der Obersten Heeresleitungen von Bulgarien, Österreich-Ungarn und der Türkei teilnahmen.

Trotzky an die Entente.

Der amerikanische Missionschef beginnt einzulenken.

Vf. T.-B. Berlin, 3. Dez. Die ruffische Funkspruch- station Zarskoje Selo gab am 2. Dezember, nachmittags, fol­gerten Fnnkspruch:

An Allel

Gestern, den 1. Dezember, besuchte General Johnson. Chef der amerikanischen Mission, den Kamervdeir Trotzky im Smolnv-Jnstitut. Der General erklärte, er könne augenblicklich noch nicht im Namen der amerikanischen Negierung sprechen, da die Macht des Rates noch nicht er- konnt sei. ' Er sei jedoch erschienen, um Verbindungen anxuknüpfen, die Lage zu klären und Mißverständnisse aus dem Wege zu schaffen. General Johnson erkundigte sich, ol die reue Regierung bestrebt sei. den Krieg gemeinsam mit ibrrn Verbündeten zu liquidieren. Der General meinte, die Vetbündeten würden am 2. Dezember an den Verhandlungen kaum teilnehmen können.

Kamerad Trvtzky gab dem General in kurzen Worten Aufklärung über die Politik de? Rates im Kampfe für den allgemeinen Frieden. Auf einen Umstand legre der Prlkskcmmiffar für auswärtig? Angelegenheiten besonders Gewicht, nämlich auf die öffentliche Behandlung aller bevorstcsenden Verhandlungen. Die Verbündeten könnten jede Phose der Entwicklung der Friedensverhandlungen ver­folg« n und demzufolge auch in einem späteren Stadium jeder­zeit sich den Verbandlungen anschließen. General Johnson sc.igic, ob er diese Antwort seiner Regierung übermitteln Linse, und erklärte zum Schluß:Die Zeit der Proteste »nd Drohungen gegen die Macht des Rates ist vorbei, falls diese Zen liberhauvt je bestanden hat." Weiterhin fragte her General, ob der Volkskommissar auf einer Erklärung

über die vorgefallenen Zwischenfälle (Protesterklärung vc» Angehörigen oer amerrkanischen Militärmission) bestehe. Kamerad Trotzky erklärte, die Formalitäten der Angelegen­heit seien belanglos und durch die Erklärung des Generals erledigt.

vie äußersten Gegenbemüyungen der Lntente- botschafter.

Berlin» 3. Dez. (zb.) DerSP. L.-A." meldet aus Stcckbolm: Nach Petersburger Telegrammen bieten die

Botschafter der Entente ihr Möglichstes auf, um in letzter Stunde die Petersburger Friedensschritte zu Verbindern. Sie ließen ihren Protest in Millionen von Exemplaren drucken und versuchen ibn an der Front zu ver­teilen. Der Rat der Volkskommissare gibt bekannt, fcaf; er hierin eine ungehörige Einmischung in Rußlands runeres Leben erblickt.

Lin internierter Bolschewik! als neuer Botschafter in Enylandl

Berlin, 4. Dez. (zb.) LautVoss. Ztg." hat Troyky der englischen Regierung mitgeteilt, daß Tsch icherin zum russischen B o t s ch a f l e r in England ernannt worden sei. Tschicherrn ist einer d-r beiden Russen, die wegen ihrer politischen Gesinnung in England interniert wurden und deren Internierung Trotzky Anlaß zu seinem Erlaß gab, der den in Rußland ansässigen Engländern verbietet, lliußland zu verlaßen.

Maklakoffs Abberufung.

Paris, 3. Dez. Ein Telegramm aus Petersburg meldet' Die bolschewistische Regierung berief MaNakoff ab, weil er an der interalliierten Konferenz teilgenommeu habe. Eine HavaSmeldung bemerkt dazu, daß Mallakosf noch wicht sein Beglaubigungsschreiben Poincace überreicht halbe, und da er keinen ausdrücklichen Auftrag zur Ver­tretung Rußlands auf der Konferenz hatte, am dieser Kon- fevonz nicht teilgenommen habe. In Ermangelung besonders beglaubigter Vertreter haben die alliierten Regierungen, die keine Besprechungen ohne Rußland wünschen, Rußlands stän­digen Vertreter eing ela.de n, an den Sitzungen tcAzunehmen.

Bnchanans erschütterte Gesundheit.

Vf. T.-B. Amsterdam, 3. Dez. DemAlgemeen Handels­blad" zufolge meldet .Daily Cbronirle", daß die Gesundl)eit des britischen Botschafters in Petersbu-g sehr geritten hat. daß er aber vorläufig auf seinem Pusten zu bleiben gedenkt.

Auflösung der Petersburger Gemeindevertretung.

W. T.-B. Petersburg» 2. Dez. (Meldung des Reuterschen BureanL.) Ein maximalistischer Erlaß ordnet die Auflösung der Petersburger Gemeindevertretung an und setzt die Neu­wahlen auf den 9. Dezember an.

Ein neues Gegenmanifest der gestürzten «erensstiregieruna.

W. T.-B. London, 8. Dez. (Meldung des Reuterschen BureauS.)Daily News" meldet aus Petersburg, daß die alte vorläufige Negierung, von der man in der letzten Zeit nichts mehr gehört hat, plöklich mit einem Manifest an die Bevölkerung herangetreten ist, in dem sie erklärt, sie sei die einzige gesetzliche Autorität in Rußland und die Anordnungen der B o l s ch e w i k i brauchten nicht be­folgt zu werden. Die einzige Rettung wäre die möglichst baldige Einberufung der gesetzgebenden Versammlung. Außer- dem wurde ein Dekret veröffentlicht. in dem die gesetzgebende Versammlung für den 1t. Dezember nach dem Taurischen Palast einberufen wird.Daily Chronicle" meldet aus Petersburg, daß mehrere Blät-.er die Erklärung der vor­läufigen Regierung veröffentlicht hätten. Darauf seien die Redaktionen geschlossen und die Blätter suspen- tiert worden. Die Druckerei derNowoje Wremja" wurde beschlagnahmt und wird zur Herstellung derSolvatskaja Prcwda" verwendet.

Die ablehnende Haltung der bisherigen Auslands- Vertreter.

W. T.-B. Bern, 3. Dez. Di« Pariser Ausgabe der Chicago Tribüne" melde: aus Washington vom 25. Nov.: Die hiesigen ruffischen Diplomaten sagen den Bürger­krieg in Rußland voraus, falls es sich zu einem Sonder- frieden mit den Mittelmächten entschließe, und nehmen an, daß die Gegner der Maximalisten von den Ententemächten eine kräftige Unterstützung erhalten würden. Sie verlangen, haß Kola, der einzige Winterhafen Rußlands, von Eng­land besetzt und ebenso wie Wladiwostok für die maxi- malistische Regiernng wertlos gemacht werden würde.

Ein weiterer streikender Diplomat.

Haag, 4. De,. lzk) Trotzky hat den hiesigen rnffi- schen Gesandten telegraphisch ersucht, sich der neuen Regie­rung anzuschließen oder sich als entlassen zu betrachten. In letzterem Falle soll? der Ges indte seine Funktionen einem Mitglied der Gesandtschaft übertragen, daS bereit sei, dem neuen Rußland zu dienen. Der Gesandte beschloß. daS Telegramm TrotzkyS unbeantwortet zu lasten.

Die VrrgrltungSfesthaltung der Engländer.

Kopenhagen. 3. Dez. Do der englische Botschafter Buchoncm auf das Schreiben TrotzkyS, worin gefor- dert wird, datz die in England internierten Russen freigegeben werden, keine Antwort erhalten

hat, gab Trotzky den Befehl, daß den englischen Unter­tanen in Rußland keine Erlaubnis erteilt wird, das Land zu verlassen, Buchanan d c in e n- tiert die Gerüchte, wonach er Petersburg vetlafsen habe oder die Stadt zu verlassen gedenke.

Eine Tatsache von unnchelirrr Bedeutung".

W. T.B. Bern, . Dez TerBund" schreibt: TieFriedens» b e r e i t s ä, l> s t tcr niozimalistischen Regierung Rußlands ist em wtsigeschichr sicher Dokrinient erster Ordnung, mag sie nun zum Frieden fi.hleii rdcr nicht. Zum erstenmal in der Gcschichle wendet sich t:e Negierung eines in> Kriege stehenden Volkes über die leitende» Staatsmänner der anderen Stauten hinweg an Bit Völker der kricgfiilrendcn Länder und fordert sie aus. dem gegen­seitig-., Zcisllischen ein Ende zu machen. Uno die; geschieht im gleichen Augenblick da die Berlnndeten Rußlands in Paris K r n s e r e n - e n darüber abhalten, wie der Krieg mit An­spannung aller Kräfte zu einem sür diz Entente siegreichen Ende durch, geführt wirten könne Größere Gegensätze inncrdalb eines Etaatriibnndes sind n i ch t d e n k b a r Ob der Schritt wirklich zum allgemeinen Friede» fuhrt, ist heute noch «ich: adzuscheu; die An­zeichen sprechen eher dagegen als dafür. Aber ein> Tatsache von ungeheurer Bedeutung bleibt die Friedensbotschajt doch.

Schwere Sorgen in Paris.

W. T.-B. Bern, 2. Dez. Die Parlier Konferenz wird von der Pariser Presse eingehend be>pr»äp?n. Tie Ver­handlungen der Konferenz erstreckten sich, soviel die Presse weiß, auf die russischen P r o b l e in e und eine etwaige Note bezw. Proklamation der Entente an das russische Volk. Die Blätter warnen vor einen: Abbruch der Beziehungen zu dem russischen Volk, das von den Maximalisten nur verführt sei. Rodical" fragt, was die Weüniachte tun wollten, um die ^ 0 M i l l i a r d e n, die üe Rußland g e l i eh e n haben, bezw. die Zinszahlungen für diese Mil­liarden zu sichern.Oeuvre" verlangt, daß mm: mit allen Mitteln militärischer, drvlomati'ch'-r und wirt­schaftlicher Art gegen d i e Z u st ä n d e in Petersburg vorgehe. ___

Die 6N>,niralstabsme!dung.

W. T.-B. Berlin, 3. Dez. (Amtlich.) Durch unierr Unterseeboote wurden im Ärmelkanal und im Bristol- Kanal wiederum

drei Dampfer und zwei Segler vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die englischen SeglerRobert Brown" undMinnie Coals", letzterer mit 190 Tonnen Pech von Manchester nach St. Malo. Die Dampfer waren alle beladen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Der ausbedungene Lohn für Italiens verrat.

Stockholm, 2 TezProirda" vom 23. November setzt die B e r » ö f f c u l l i ch n n g tcr geheimen Doku m c n t e fort und teilt den Vertrag mit. ten England. Frankreich und Ruß­land mir Italien eingingcn, um de: Entente die H i l s e Italiens zu sichern Hier sei lolgendr: Auszug mitgeteill:

Der italienische Bnschastkr in Laudon, Marquis Jmperiali, de. ehrt sich im Ausirage seiner Regierung dem Staatssekretär Str E. Grey, dem ftanzösische» Botjchaiter (London) Cambon und dem ri-ssischcn Botsckastel (Lenden) Grasen Benckendorsj nachstehendes Schriststück mitziiteilc»:

Artikel 1 Zvischen den Generalstäben Frankreichs, Groß, britl-nniens, Rußland? und Italiens soll unverziiglich eine Mil,, tärkonvcntirn obaeschloste» werden. Diese Kanventron wird das Mindestmaß der SlreUkläste bestimmen, welches Rußland gegen Österreich-Ungarn zu senden bat für den Fall daß letztgenannte Mach' all? ihre Kräfte gegen Italien richten sollte und Rußland sich dafür entschieden hätte, banplsachlich Deutschland anzugr-isen. Die gerannte Militärkciil entio» wird gleichfalls Fragen, betr Waste», rrhe, srstlrgcil, soweit solche vom höchsten Armeekommando abhangen können.

Artikel 2. Seinerseits rerpfliihter sich I t o k, e n . m i t a k k e n zu Gebote stehenden Mitteln den Krreg im Bunde mtt Frankreich. Gr> ßbritannlen und Rußland gegen alle mit ihnen lri:g- sührende Mächt: zu fübicn.

Artikel 5. Frankreichs und Englands See st reit, k r ä s t c werden Italien ungeschwächte tätige Mitwirkung leisten, solange Österreichs Fictte nicht vernichtet ist, bi» znm Friede," schluß Zwischen Fraiikrclch, Großbrieanntcn und Italien soll m.rcrzüpiich eine Kenrer.tion, den. Seekrieg betressend, abge- schloffen neiden

Artikel 4 Del dem künftigen Friedensschluß soll Italien erhalten: die Gebiet- dce. T r e n < ,i t, b a i ganze s ü i> I i ch e Tirol bis zu dessen netüi sicher Grenze, als welche der Brenner zu de- trachteii ist, die Stadl Triest mi> Umgebung, die Grasschaft Görz und Gradirk.r. ganz Istrien bis Onarncro mit den istrnchen Jnleln und Lussin, ebenso bi? kl, liiere» Inseln Planniod, Unre, Ee.cki, Dolt, Pala^zuolo, Ca» Pietro bei Rcmbi, Asmello und Gruico und der umliegenden Lauter (Ein Zusatz bezeichnet vie Grenzen näher!)

Artikel 5. Ferner erhalt Italien die Provinz Dalmatien in ihrem gegenwäingc» simsang unter Hinzusügung von Liffarica und Trebiniu im Rerden und rm Süden da- ganze Gebiet bis zu einer Linie, gezogen roni Ciiande der Plankalasspitze nach Osten bis zur Waffcrschcide. wodurch in Italiens Besitz alle Täler der Flüsse kämen, welche in den Ccbenüo münden, also: Cicolo, Eher« und Bmisnijlh