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Verlag Langgaffe 21

„TagblauhauS".

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12 Ausgaben.

Fernruf;

„TagblatthauS" Nr. «650-53.

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Donnerstag, 29. November 1917.

Kbend-klusgabe.

Nr. 608. . 68. Jahrgang.

Der Tagesbericht vom 29. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 29. Nov. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz»

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bayerische Sturmtrupps holten östlich von Merckem 1 Ofsizier, 46 Mann und 2 Maschinengewehre aus den b e l - gischen Linien. Tagsüber lag starkes Feuer bei Poel- kapelle und zwischen Becclaere und Gheluvelt.

Östlich von Arras erhöhte Artillerietätigkeit.

Südwestlich von C a w b r a i ruhte gestern der Kampf. Zwischen Docuvres und Bourlon, bei Fontaine und Crevecoeur war daS Feuer zeitweilig gesteigert; auch Eambrai wurde von den Engländern beschossen. Kleinere Bor­feldgefechte brachten Gefangene und Maschinengewehre ein.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf beiden MaaSufern lebte das Feuer am Nach­mittag auf. Eigene Erkundungen verliefen erfolgreich. Bei Dieppe wurde ein französischer Vorstoß abgewiesen.

westlicher Kriegsschauplatz und mazedonische Front

Keine größeren Kampfhandlungen.

Italienische Front.

Italienische Angriffe gegen unsere Gebirgs- stellungen auf dem Westufer der Brenta und auf dem Monte Tombo scheiterten.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Die neue Revolution in Rußland.

Petersburg und Berlin in drahtloser Verbindung?

W. T.-B. London, 27. Nov. (Reuter-Meldung-.) Ein Telegramm aus Washington besagt: Der Bot- fchafter der Unionstaaten in Petersburg berichtet, daß Petersburg und Berlin in drahtloser Verbindung stehen.

Oie überwiegende Mehrheit der Petersburger Garnison für die Maxtmalisten.

W. T.-B, Petersburg, 28. Nov. (Reuter-Meldung.) Bei der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung gab heute etwa die Hälfte der Petersburger Wähler dafür Stimmen ab.

Die letzte Zusammenkunft der Soldaten-Abgeord- arten läßt keinen Zweifel, daß die überwiegende Mehrheit der Petersburger Garnison auf seiten der Maximalisten steht. Der revolutionäre Mili­tärausschuß bemächtigte sich des Zollamt s.

Eine Versammlung der politischen Führer im Hauptquartier.

W. T.-B. London. 28. Nov. (Reutermelduug.) Die „Times" ersähet aus Petersburg, daß an der Versammlung der polltischen Führer, die im Hauptquartier zu dem Zweck stattfand, eine Regierung zu bilden, in der alle Parteien vertreten wären, auch Tscherno, Aksentiew, Mrl- jukow und die Generale Werschowski und Iwanow sowie andere teiluavmen. Offenbar hat man noch nicht ver­sucht. Du chonin zu ersetzen. Dieser erklärte, daß er den verhaften lassen würde, der käme, uin seinen Platz einzu- nehmen.

Die gespannten Beziehungen der Entente zu Rußland.

Br. Haag, 29. Nov. (Drahtbericht.) „Daily Chroyicle" meldet aus Stockholm: Die hiesigen Ge­sandtschaften der Entente treffen Vorbereitungen, um das Botschaftspersonal in Petersburg aufzunehmen falls es zum A b b r n ch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Entente und Rußland kommen wllte. Wie verlautet, wird die amerikanische Botschaft in Petersburg von einer starken Abteilung der m a x i» malistischen Truppen bewacht, da die Volks­stimmung gegen die Amerikaner 'ehr erregt ist, hauptsächlich infolge einiger Artikel in der großen ame­rikanischen Presse, in denen die Russen mit der Kriegs- e r k l ü r u n g Amerikas bedroht werden für den Fall, daß sie ihre Friedenspläne verwirklichen. Wie „Daily Ehronicle" weiter berichtet, ist der Besicht der Regierung an die Armee-Kommandanten der Südwrstfront ergan­gen, die Herausnahme der russischen For- m a t i o n en aus dem rumänischen Heer vorzu- nehmen.

„Ueine Antwort" der Alliierten!

W. T.-B. London, 28. Nov. (Reuter. Verspätet «inge» troffen.) Im Unterhaus fragte Richard Lambert: 1. Oib di« russische Regierung oder irgend eine Person, die vorgibt, die russische Regierung zu vertreten, «inen sofortigen Waffen­stillstand an c Her. Fronten zur Einleitung van Friedensver- haudlrngen borge schlagen habe. 2. Wenn dies der Fall ist. welche Antwort England gegeben halbe. Bälfour beantwortete dt« erst« Frag« mit $«. Hinsichtlich der zweiten Frage sei von d« englischen Regierung kerne Antwort gegeben morden und, so suett ti ihm bell an nt wäre, auch nicht von $qp,gb «iorer der Alliierte». ^

Die ukrainische Sonderrepublik doch für die russische Einheit!

W. T.-B. Stockholm. 28. Nov. Ans Haparanda wird vom 27. Nov. gemeldet: Laut „Djelo Narodna" erklärte der ukrai­nische Zentralrat am 20. Nov. bei der Ausrufung der Ukraine als Republik, die mit dem übrigen Rußland eng verbun­den bleiben scll, werde er alle Kräfte darauf einsetzen. die ri'ffische Republik zu stützen und ihre Einheit zu fördern.

Ualedin seine Drahtzieher.

— Berlin, 29. Nov. (zb) In de: „Voss. Ztg." wird über Kaledin und seine Drahtzieher berichtet, man wolle in Petersburg wissen, daß Verhandlungen zwischen dem bis­herigen Oberbefehlshaber D u ch o n i n und Kaledin fest­gestellt seien und daß ein groß angelegter Versuch einer Gegenrevolution eingeleitet wurden sei, bei dem die Petersburger Entente-Botschaften eine wesentliche Rolle spielten.

Br. Stockholm, 29. Nov. (Eia Druhtberickt. zb.) Aus Petersburg wird dem revolutionären Komitee fol­gende Meldung über Kaledin übermittelt: Die Gerüchte der letzten Tage. Kaledin zähle unter seinen! Konimando beinahe 200 000 Kosaken, habe bereits Chartaw und Kiew besetzt und nähere sich gar Moskau, feien ins Reich der Fabel zu verweisen. KaledinS Hauptquartier ist gegenwärtig der Eisenbahnknoten­punkt D e b a l tz e w o. Von einer Armee Kaledin könne noch immer keine Rede sein, denn er habe kaum 10 0 0 0 Kosaken um sich versammelt.

Englische Hoffnungen ans Kaledin.

W. T.-B. Amsterdam, 28. Nov. (Drahtbericht.) Der Berichterstatter der „Morning Post" in Petersburg setzt alle Hoffnung auf Kaledin, der ein guter Freund der Alliierten sei. Kaledin sei im Besitz des HaupterntegebieteS im Donbezirk. Ein großer Teil Kleinrußlands und von Provinzen an der unteren Wolga sowie Tuckestan seien unter dom Namen „Südöstliche Union" vereinigt. Dieses Gebiet versorgt ganz Rußland mit Lebensmitteln. Kaledin be­herrscht die Lage. Diejenigen, denen er dient, würden keine Befehle Kevenskis oder Lenins oder sonst jemanden annehmen.

Der russische Druck auf Westeuropa.

— Berlin, 28. Nov. (zb.) Der „B. L.-A." meldet aus Stockholm: Im. Zentralausschuß des Arbeiterrates hielt

Trotzky eine Progermmrede, in der er über die Haltung der Alliierten zur russischen Friedensbewegung (wie zum Teil schon mitgeteilti sagte: Am feindlichsten stellt sich Eng­

land, das bei der Fortsetz rüg des Krieges am w e n«g st e n verliert. Frankreich befindet sich mit dem Ministe­rium Elemenceau in der letzten imperialistischen Kampf- zuckuug. Italien begrüßte die Revolution mit Be­geisterung. Amerika ging in den Krieg nur aus Börsen- Jnteresseu. Weil Europa bereits ausreichend ermattet ist, wird es der russischen Sowjetvegierung Toleranz zeigen. Ich werde durch meine Politik den Druck auf Westeuropa ver- mehven.

Hungersnot an der Front

W. T.-B. Amsterdam, 28. Nov. (G)rahtbericht.) «Daily News" meldet aus Petersburg:, Der Zustand an der nörd­lichen Front ist beunruhigend. ' Es soll eine Hungersnot herrschen. Eine Woche lang gab e§ dort kein Brot. Biskuit war nur fiir zwei bis drei Tage vorhanden. An der Frcnt von Düuaburg hungern die Soldaten cben- fclls; sie haben fast nichts zu essen. Man befürchtet Unruhen unter den Truppen. Anstatt der ecrorderlichen 100 Waggon­ladungen für den Tag kommen höchstens 20 an. Die Ver­wirrung, um Transportwesen hat durch die jüngsten Ereig­nisse noch zugenommen. Truppen, die nach verschiedenen Plätzen geschickt wurden, wurden angehalten, da die Eisen- babnschiencu aufgerissen waren, um den Vormarsch nach Petersburg zu verhindern. Sie befinden sich jetzt in Städten, ivo Lebensmittel nicht erhältlich sind.

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Der schweizerische vundesrat lehnt ein Leninsches vermiltelungsyesuch ab!

Basel, 29. Nov. Wie man den „Basler Nachr," aus Bern drahtet, hot 'He Leninsche Regierung den schweizerische u Bundesrat eingeiladen, ihre Waffenstillstands- und F ri ede n svor § chl äge den kriegführenden Mächten zu 'übermitteln. Der Bundesrat hat 'nach Prüfung der Lage im ablehnenden Sinne Stellung genommen.

Vras Tzerinn und die russischen Fricdensbestrebungen.

W. T.-B. Wie», 28. Nov. (Drahtbericht.) Di« „Slawische Korreftrndenz" meldet: In einer Besprechung von Abgeord­neten des Herrenhauses äußerte sich der Minister der aus­wärtigen Angelegenheiten Graf E z e r n i n über die Lage, ti« durch die Friedensbestcebungen der gegenwärtigen russi­schen Regierung geschaffen ist. Er betonte die Bereitwilligkeit und die Bereitschaft der Monarchie, in Verhandlungen über einen ehrlichen und annehmbaren Frieden einzütreten.

Aus dem Königreich Polen.

W. T.-B. Warschau, 28. Nov. (Drahtbericht.) „Gazetta Peronna" meldet aus Stockholm: Das jetzige Regentschafts­ratsmitglied O st r o w s k y wandte sich noch vor der Ein-

itipag «ml»»« sich Lujhaltqnü» «ztzbrk»

Mitglied des russischen Reichsrats, mit dem Vorschlag, in die Regierung des Königreichs Polen einzutreten.

Warschauer Blätter berichten: Ministerpräsident

Kuch orzews kh .hatte beim Grafen Putocki eine lange Besprechung mit Vertretern des interparteiischen Klubs.

Die Neutralen.

General Wille, 50 Jahre L^fizier.

Bern, 28. Nov. (Fr. Z.) Der Geueralstabschef hat eitlen Armeebefehl erlassen, in dem er darauf hinweist, daß es am 30. November 50 Jahre sein werden, daß der jetzige Ober­befehlshaber der Schweizer Armee, General Ulrich Wille, zum Ofsizier ernannt worden ist.

Die skandinavische Königszusammenkunst W. T.-B. Christiania, 29. Nov. (Drahtbericht.) Der König von Schweden und der König von Dänemark trafen in Begleitung ihrer Ministerpräsidenten und Minister des Äußern hier ein. Zum Empfang war KönigHaakon erschienen. Die Stadt tst geschmückt. Am Abend fand zu Ehren der Gäste Galatafel statt.

Tagesberichte unserer verbündeten.

W. T.-B. Konstantinopel, 28. Nov. (Drahtbericht.) Amtliche: Heeresbericht C i n a i s r o n t: An der Küste arbeitet der Feind nach der grslripen Niederlage am Ausbau von Stellungen auf dem südlichen Autscha-pfer. Zu irgend welcher Tesechtstätigkeit von Be­deutung kam cs an der ganzen Front gestern nicht. An den arideren Fronten Ruhe.

Ein Rothschild in Palästina gefallen.

Haag, 29. Nov. Major Evelin Rothschild, der zweite Sohn des verstorbenen Leopold Rothschild, Vetter des -fast zu gleicher Zeit mit ihm gefallenen Neil Primrose, ist in Palästina an erhaltenen Wunden gestorben.

Deutsches Reich.

Die neue Reichslagstaguny.

Unter dem Zeichen des wiederhergcstettten Burgfriedens.

— Berlin, 29. Nov. Zum heutigen Wtederzufammentritt des Reichstags sagen die Wätter übereinstimmend, daß es sich voraussichtlich um -eine kurze Tagung handele. Die „Germania" hegt die begründete Hoffnung, daß die ganze diesmalige Sitzung «inen glatten Verlauf nehmen wftd und sagt: Parteien und Regierung haben sich auf Selb st- beschränkungen geeinigt in der klaren Erkenntnis, daß die innere Einheitsfront für unsere Kriegfüh­rung nach außen von der allergrößten Bedeu­tung tst. Ami 29. November kann und niuß der M e r k - stein in der innerpolitifchen Geschichte dieses Krieges wer­den, von dem aus 'der Weg zu einem ehrenvollen, nnfeve Zu­kunft in jeder Beziehung sichernden Frieden, fest und sicher führen wird. Die „Germania" nimmt an, daß vom Bundes- ratstifch auch eine Erklärung über Rußland beKÜgkich der durch die Friedenspolitik der Bolschewisten geschaffenen neuen internationalen Lage gegeben werden wird. Man werde an der Bedeutung des Friedenswillens der äugenblickl'ichsn Petersburger Machthaber nicht stillschweigend vor­übergehen können. Deutschland und Rußland hätten vor dem Krieg nicht unter Gegensätzen gestanden, die blutige Ausern- andevsetzur.gen hätten erjcüderlich wachen müssen.

, Auch der „Vorwärts" meint, daß tei 29. November ein neues Kapitel im der Geschichte des Reichstags und des Reichs einleite.

Die „Voss. Ztg." spricht von einem nenge schaffen«! Burgfrieden.

Oie Zraktionsführer beim Uanzler.

Berlin, 29. Nov. Nachdem der Reichskanzler Graf Hsct- king gestern vormittag die Fraktionsführer der Mehrheits- Parteien zu Bespvechungen bei sich gesehen hatte, empfing «r in den. späten Ncchmittagsstunden die Führer sämt­licher Reichstagssraktionen ln etwa Wtündiger Be­sprechung, in der er kurz das Programm seiner morgige« Rede und seine Absichten und Pläne für die nächste Zeit dar­legte. Rach der Konferenz im Reichskanzlerpalais fand daun am Abend um 7 Uhr im Reichstag eine interfraktio­nelle Besprechung statt.

Vizekanzler v. Payer.

Berlin, SS. Ne«. Der Vizekanzler v. Payer, dbssai Dd- BMf« nach Berlin sich infolge seiner immer noch nicht übev> wundenen Krankheit bisher verzögert hat, wird Ende der Woche hier eintreffen. Als feststehend kann diese Absicht auch jetzt ncch nicht angesehen wenden.

Der fSchsische Ministerpräsident über die Kriedensfrage.

W. T.-B. Dresden, 28. Nov. Im Laufe der Etatsdebatte in der Zweiten Kammer erklärte Staatsminister Graf Vitz­thum v. Eckstädt: Vizepräsident Fräßdorf hat aus der. Thronrede eine Heoiusfordecung der Sozialdemokratie ent­nommen, weil die Throirrede nichts über die Einführung des allgemeinen nnd gleichen Wahlrechts enthalte. Daß die Negierung eine diesbezügliche Vorlage nicht bringen würde, Mo» daraus zu «ntnetzoWl, daß die Mehrheit de«,

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