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HifsliaiViirr Ts

Verlag Langgasse 21

„Tngblalthans".

Schalter-Halle geöffnet von 8 lldr morgen» bi» 1 Uhr abend».

wöchentlich

Be^ngs-PreiS snr beide Ausgaben: monatlich, Mk, S — vierteljäbrlich durch den Verlag

Langaaffe ül. ohne Bringerlob», Mk 4.0S vierteljährlich durch alle deulichen Postanstalten, ausichlieblich Bestellgeld, — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgezen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis< marltrtug IS, '»wie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich; die dortigen Au», gabestellen nnl in de» benachbarten Landorre» und im Rhcingau die betreffende» Tagblalt-Träger.

13 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatlhaus" Rr. 6S5S-S3.

Von 8 Uhr morgen» bis 7 Uhr abends, außer Sonntag»,

"Inte-'nen.Preis sür die Zeile: SS Psg. iür örtliche Anzeigen; 3b Psg. sür aurwärtige Anzeigen; ?»^Äk?tk"lUche Rellame»; M- ffc «««»«.> «-Namen.-

äi'Bertet Anzeigen in kurzen Zw ichenraumen entivrechender Nachlaß, — Nnreigen-Annahu.e. ,iur o e Abend- Ausgabe bi» 12 Uhr in ittags: iür die Morgen-Ausgabe bi». 3 Udr nachmittags,-Fnrdie Auinabme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Platzen wird leine Gewähr übernommen.

Berliner Abteiluna des Wiesbadener Taablatts: Berlin W., Potsdamer Str. 121 K. Feruidrecher: Amt Liitzow 6202 und 6203.

Sonntag» 23. November 1917.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 601. . 65. Jahrgang.

Rn unsere Leser!

Der andauernde Mangel an Zeitungs-Druckpapier macht sich bei uns besonders noch dadurch bemerkbar, daß unsere Auflage in der Krieaszeit erheblich gestiegen, eine Mehrlieferung von Papier aber nicht zu erlangen ist. Wir sehen uns daher genötigt, die während des Krieges eingeführte Montag -Margen ausaabe des Wiesbadener Tagblatts zunächst wieder einzustellen.

An unsere geehrten Anzeigen - Auftrag- chg e b e r richten wir wiederholt das dringende Ersuchen, lei der Ausgabe von Anzeigen sich möglichster Kürze und Beschränkung des Umfangs der Anzeigen zu bedienen und uns die Bestimmung der Aufnahrnetage fceizustcllen.

Der Verlag.

Ser russische Zriedeurschritt.

O Berlin, 23. November.

Beinahe zur selben Zeit, vielleicht sogar in derselben Stunde, in der C l e m e n c e a n den Krieg bis zum Äußersten verkündete, richtete die Regierung der Bol.chewiki durch den Oberbefehlshaber an die Ober- blfeh'shaber dSr Mittelmächte die Einladung zum Waffenstillstände als Vorbereitung von Fciedeusver- Handlungen. So meldet das Reuteissche Bureau, das Be­scheid wissen wird. Wer aber ist die Regierung der Bolschewiki? Hat sie sich wirklich schon gebildet oder wird immer noch nach einer Verständigung der sozia­listischen Parteien gesucht, so daß eine Kompiomiß- regirrung der Gruppen links von oen bürgerlichen Demekraten in A'.'.ssicht stehen würde? Aus dem Wirr­warr der Nachrichten aus und über Rußland hat man bisher durchaus nicht den Eindruck gewonnen. daß Lenin schon Herr der gegen ihn vereint arbeitenden Richtungen geworden sei. Jeder Tag kann die Feinde dcr Maxrmalisten wieder ans Ruder bringen, alles ist in Rußland jetzt und gerade jetzt ins U n g e w r s s e ge- stellr. Wenn es nun zutrifft, daß ein Waffenstillstand anai boten werden soll, io bleibt eS trotz der Unsicherheit der Verhällnisse die Pflicht dar Mittelmächte, zu der Einladung Stellung zu nehmen, wobei freilich die Frage, welche Bürgschaften rusti'chrrsnts gegeben werden können, die wesentlichste Nolle zu spielen haben wird. Gibt es tatsächlich eine ..Negierung der Bolsche­wiki". dann würde sich die Sachlage selbstverständlich in giinstiger Weise vereinfachen. Steh: aber hinter dem Angebot nur eine Gruppe, die ihr Recht auf die Llitung der russischen Geschicke erst noch zu erweisen hat. die von heute auf morgen wied:r weggefegt wer- den kann, dann würde die deutsche und, wie selbstver­ständlich, die österreichisch-ungarische Antwort doch wohl scbr viel behutsamer erwogen und abgefaßt werden niüsten. Es ist doch in Rechnung zu ziehen, daß etwaige Waftenstillsiandsverhandlungen zu ihrer Voraussetzung auch eine vorläufige Verständigung oder mindestens eine Fühlungnahme über die F r i e d e n 3 b e d i n- g un gen enthalten müßten; denn man schließt einen Waffenstillstand doch mit der Abiicht. zum Frie­den zu gelangen, und wie dieser Friede auszusehen hätte, darüber müßte man sich, wie getagt, zuvor zum mindlsten unterhalten. Die unges ihren Rich- t u n g s l i n i e n der späteren Verständigung wären schon bm den Waffenstillstandsverbandlungen zu ziehen. Nim liegt es ja so, daß von den Miximalisten voraus- gesevt werden kann, sie würden ein wünschenswertes Entgegenkommen zeigen, sie würden bereit sein, sich über das Schicksal der F r e m d v ö I k e r an der russischen .Westorenze mit uns so auseinanderzusetzen daß die Interessen der Mittelmächte vollkommen gewahrt blei­ben könnten. Andererseits wird es nicht ganz leicht sein unsere Ansprüche, auch wenn sie von der Bereit- Nilligkeit zu einem dauernden guten Verhältnis zu Rustland ansgehen werden, io zn fassen, daß sie allen russischen Richtungen Zusagen werden, und so rem e es wobl möglich, daß auch mäßige Forderungen von unserer Seite hen Gegnern der Botschewiki die Handhabe bieten, die erloschenen Kriegsneignngeu in Ruß­land Nieder anzufachen oder wenigstens den Regierun­gen dcr Westmälbte ihre Wühlarbeit zu erleichtern. Mer das alles sind Erwägunaen, non denen sich die Star.tslenker in Berlin und Wien selbstv >’ rständliche» weise leiten lassen werden, durch die sie aber nicht daran gri iizdert werden können und Mtrfett auf das etwaige russische Waffenstillsiandsanaebot bestimmt zu ant­worten. Wird die Fri e d ense r kI äru n y des Reichstags vom 19. Juli dabei eine Richtschnur

bilden, w kann damit nicht gesagt kein, daß nicht For­derungen werden erhoben werden, die beträchtliche N e r- > ch i e b u n g e n des B e s i tz st a » o -e s int Osten mdir.gcn würden. Indem der Reichstag einen Frieden der Verständigung und dauernden Versöhnung, der Völker forderte und indem er erklärt;', daß mit einem solchen Frieden erzwungen" stjebictserwerbungen und politische, wirtschaftliche oder finanzielle Verge- Ualtigungen unvereiubac seien, bleibt zwar das Feld, aus dem zu verhandeln sein wird, genau abgesteckt. aber innerhalb dieses Feldes würde cs manche Möglichkeiten rebln, mit denen die Stellung des Siegers und auf der ander en Seite die des Besiegter; unvermeidlich zum Ausdruck zu bringen wäre. Zunächst jedoch haben die Regierungen der Mittelmächte einen Entschluß zu fassen. Wir warten ihn in der Zuversicht ab, daß alles rrstcheben wird um einen Frieden, wie wir ibn brauchen vcrzub»reiten; wir müssen uns aber auch bewußt sein, daß die russischen Friedenswünsche wohl mehr als ausgeglichen werden durch die immer noch wachsende Entschiedenheit d - r West- wachte in der Verfolgung ihrer Vernichtungs­ziele. Die Kernfrage '.vird natürlich immer sein, ob England und Frankreich wirklich erwarten den Krikg auch ohne Rußland, jedoch gestützt auf die amerikanische Hilfe siegreich beendigen zn können, oder ob sie mit diesen Erwartungen ihren liaenen Völkern und uns nur Trugbilder vorgaukeln. Jedenfalls indessen richten sich die Weltmächte gegen- aärtia darauf ein. ohne Rußland weiterzilkömpscn. Wie ihnen das bekommen wird, das wird ich >a zeigen, aber schon der Entschluß, unter keinen Umständen nachzu- laiseii; sondern di? gegen uns gerichtete Kräfte immer uock> stärker anzuspannen, bedeutet eine Tatsache, die sticht zu nehmen unsere Oberste Heeresleitung gewiß die letzte sein würde ^

Noch kein arbellsfähloes Ministerium!

— Berlin, 24. Nov. (zb.) Wie dem „23. L.-A." aus Stockholm berichtet wird, ist die Bildung eines arbeitsfähigen Ministeriums Lenins noch nicht gelungen.

Vie vollste Freiheit der Nationalitäten als

. prooramm der Bolschewiki.

w. T.-B. Stockholm, 23. No». Der Pressevertreter der Bolschewiki an der russisch-schwedischen Grenze teilt über Haparanda durch Svenska Telegrambyran eine kürzlich von „Pvawda" veröffentlichte Regierungserklärung mit, nach der die Mäßvahmen des Rates der Beauftragten des Volkes be­züglich der verschiedenen Nationalitäten sich auf folgenden Grundsätzen aufbauen werden' 1. Freiheit und Souve­rän i t ä t für alle Völker Rußlands', 2. Selbsthestimmviigs- rccht für die Völker Rußlands bis zu ihrer Trennung und selbständigen Staatenbildung; 3. Aufhebung der Vorrechte der einzelnen Völker- und Nationalitätskirchen und der Ein­schränkungen aller Art: das Recht aller Minderheitsvölker und Vclksstämme, die die Gebiete Rußlands bewohnen, auf voll­ständig freie Entwicklung.

Diese Mitteilung ist im Namen der Republik Rußland vcn dem Beauftragten für Nationalitätsangelegenheiten, . Stalin, und dem Vorsitzenden des Rates der Volksbeauf­tragten, Lenin, unterzeichnet.

Die reale Möglichkeit eines Sonderfriedens" in dcr Rechnung der Sozialisten.

Berlin, 24. Nov. (zb.) Wie dem „Vortvärts" aus Stock- hclm berichtet wird, fordert die dänische Sozialdemokratie das. internationale Sekretariat auf. unverzüglich eine all­gemeine Sozialistenkonferenz einzuberustn, auch wenn sie onvcllständig sein würde. Der Vorschlag weist auf die reale Möglichkeit eines Sonderfriedens hin. Der internationale Sekretär Huhsmans telegraphierte nach London i-nd Paris und ersuchte um eine Gegenäußerung der malischen und französischen Sozialisten.

Schon eine Krise im Kabinett Tlemeneeau.

W. T.-B. Paris, 23 Nov. (Meldung der Agence Havas.) Ter Blockademinister Jonnart hat aus Gesundhestsrück- sichten sein Entlassungsgesnch einqereicht. Clemencean bot das Amt dem Abgeordneten L e b r u n an, der cs annahm.

Herv«5 über die Diktatur Clemcnceaus.

Hevve schreibt in der „Bictoire" von: 16. Nov.: Heute ast Clemenceau mit einer Art moralischer Diktatur ausgestattel. Die innere Macht der Dinge hat uns zu diesem Experiment geführt. Im Krieg gibt es keine demokratische Politik. Die Demokratie, welche vor allem ein Regime von Diskussio­nen der Freiheit ist, mutz im Krieg zeitweilig auf­hören, wenn sie nicht zu einer Nation tlett Katastrophe füh­ren soll. Die Politik der Demokratie in Kricgözeüen ist das Regime der Sowjets, und das Regime der Sowjets bedeutet Invasion und Niederlage! Es gibt nur eine einzige KriegspokitK. das ist die auf Gehorsam und Disziplin basierte, eine Politik des öffentlichen Wohls oder, um llcrrer zu sprechen, der Diktatur. 'Weder die römische Republik. noch die englische Revolution zur Zeit Cronrwells. noch die französische Revolution haben sich auf eine andere Weise retten können; die russische Republik Wird Mich nur durch die Diktatur gerettet,

Der Versailler Kriegsrat.

Br. Genf, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Pariser Blätter melden: Man glaubt zu wissen, Oberst H o u s e werde als Vertreter Wilsons auf der Pariser Konferenz Clemenceous Plan unterstützen, der versuchen wird, die Belchlüsse von Rapollo zu revi­dieren. Frankreich will die Genugtuung verlangen, in I o s s r e die oberste persönliche Stütze des Versailler Kriegsrats zu stellen, der dann mit wirklicher exekutiver Gewalt cmsgestaitet werden würde.

Neue englische Angriffe verlustreich gescheitert.

Oer deutsch e Kbend bericht vom 24. November.

W. T.-B, Berlin, 24. Nov., abends. (Amtlich. Drahtbericht.) In Flandern starker A r 1 i l l e r i e k a m p f vom Houthoulster Wald bis Becelaere. Südlich der Scarpe ge­steigerte Feuertätigkeit. Englische Angriffe auf die Dörfer Jnchy, Moeuvres und Banteux sind verlustreich gescheitert.

Im Osten und Italien sind besondere Ereigniffe bisher nicht gemeldet.

»

Ein holländisches Urteil über den englischen Durchbruchsdkrsnch.

Bl. Rotterdam, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der „Nieuwe Notterd. Courant" betont in einem milttärischen Leitartikel, daß England nach einem anfänglichen Über­raschungserfolg im Kampfe um Cambvai bisher keine Vorteile mehr erringen konnte. Diese neue Befestigung der deutschen Front läßt die Vermutung zu, daß der jetzige, durch den englischen Angriff herbeigeführte Zu­stand der Stabilität erreicht wird.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.1.-B. Wien, 24. Nov. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 24. November» mittags:

Zwischen Piave und Brenta und in den Sieben­ge m e i u de n führte der Feind gestern abermals starke Kräfte zu Gegenangriffen. Alle Angriffe zerschellten unter schweren italienischen Verlusten.

Sonst nichts Neues.

Der Chef des Generalstab».

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Die Bedrängnisse Italiens.

Bi-. Lugano, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Au» einer Bemerkung des „Osiervatore Romano" vom 21. Nov. geht hervor, daß in Ober- und Mittel-Italien demnächst alle Volksschulen geschlossen werden sollen, teils au» Mangel an Lehrern, teils weil die Schulen als Quartiere für die Truppen bestimmt sind. Dies ist nach Ansicht des „Offer- vatore Romano" die Folge der Einberufung von 22 Alters­klassen von 1874 bis 1895. Außerdem scheine die Kohlen- und Getreidenot immer empfindlicher zu werden. Der neue Lekensmittelkommissac Crespi hat sich nach London begeben, um über vermehrte Lieferungen von Korn und Kchlc und auch einige notwendige Rohstoffe für die Muni- ticr.serzeugung zu verhandeln.

Oie Kämpfe in Palästina.

W. T.-B. Konstantinopel, 23. Nov. Amtlicher Tagesbe­richt. S i n a i f r o n t: In den AbenÄstunden des 21. Nov. geilany es dem Gegner, in einen Teil unsere? Stellung ein- zubrirhen. Durch Gegenangriff wurde unsere Stellung fast restlos wieder genommen. Der Feind hatte beträchtliche Berlüste. Wir erbeuteten 5 Maschinengewehre und machten Gefangene. Sonst nichts von Bedeutung.

Deutsches Reich.

Arbeiten und einig bleiben!

Br. Köln, 24. Nov. Laut „Köln. Volksztg." ilst auf daS von der Versamrnlung des Landesvereins der Deutschen Vatevlandsparteli für die Rheinprovirrz am 18. Noveinber an Generalfelldmqrschall v. H i n d e n b u r g gesandte Telegramm nachfolgende Antwort singegangen: Herzlichen Dank , allen,

ollen, die auf der Bersanrmlung meiner,freundlich gedacht haben. Ich freue mich täglich über Leistungen und Geist der Rhsinprwvrnz. Arbeiten und sinig bileiben, das sind die ersten Pflichten der Heimat.

Erhöhnnq der Waren» msatzstcucr?

Br. Berlin, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wie da» ,B. T." schreibt, wird im Reicksschatzamt neben anderen Plänen auch eine Erhöhung der Warenumsatzstcuer erwogen. Irgendwelche endgültige Entschlrcßungen sind aber bis heute l ock, nicht getroffen. Ganz ausgeschlossen ist es schon heute, daß der gesamte Finanzbedarf jemals allein durch die Waren- um.satzsteuer gedeckt werden kann und soll.

* Die Reichstagsersavwahl für Bassermann. Bei der

am 23. Nov. im Wahlkreise Saarbrücken für den verstorbenen Abgeordneten Bassermann vorgenommenen Reichstagsersatz­wahl ist der preußische Landstagsabgeordnete Professor Dr. Herwig (natl.) mit 9852 Stimmen gewählt woeden. Ein Gegenkar'didat war nicht aufgestellt wordtzn. Einige Stimmen waren zersplittert,

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