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Verlag Langgaffe 21

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13 Ausgaben.

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Samstag, 24. November 1917.

Berliner Abteil»»« des Wiesbadener Taablatts: Berli» W„ Potsdamer Su. 1211L Fe rnsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203^

Nr. 599.

Mo rgen-Kusgabe.

65. Jahrgang.

Der Verlauf des . Seetreffens bei rielgoland.

Wieder kein rhrnesblatt der englischen Marrne.

W. T.-B Berli». 23. Rov. Aus den nun oorl,egenden Berichten unserer Seestrei'kräfte erhalten wir über den Zusammenstoß mit den englischen Schissen vor der deutschen Bucht am 17. November folgen­des Bild: Am 17. Rrvembir morgens trafen unlece vle deutsche Lucht sichernden leichten Streitkräfte unter Führung des Konter, atmirals v Reuter etwa 30 Seemeilen nordwestlich von Helgo­land bei unsichtigem Weiter aus englische Seestreitkraste und erhielten von ihnen Fcuer aus schweren und mittleren Kalibern. Unsere kleinen Kreuzer vnd Trrpetrkoote stießen zur Sicherung der vor ihnen besitcklicken Minensuchsahrzenge und zur genaueren Feststellung der Gegner« nach Rordwesten vor, wäbiend die schwach armierten Minensvchsubrzcuge sich planmäßig zurückzooen. Nachdem diese Ziele völlig erreicht waren fühlten unsere Kreuzer nnd Torpedoboote m r t dem Feind e r n Gefecht auf südöstlichen Kur», um den An- schloß an liniere rückwärtig stehenden kampskrästigen Schisse herbei- zuführen. Die feindlichen Streitkrästc dtstanden, wie durch unsere Schiffe und Flugzeuge festgestellt wurde, aus G r o ß - kampfschikfen (Linrenschisse oder Schlachtkr:uzer) und einer größeren Zahl modernster kleiner Kreuzer und Tor ‘ pedobootszrrslörer.

Im Verlaufe des Gefechts erhirltHi, wie einwandfrei beobachtet wurde, die feindlichen Großkampfschiffe füns Treffer, die feindlichen kleinen Kreuzer sechs Treffer und di« Zerstörer drei Treffer. Einer der Treffer ries auf eine-n Schlachtkreuzer eine Detonation hervor mit hoher Stichflamme. Der Schlachtkreuzer drehte toraushin ab und fiel für das weitere Gefecht aus. Lkfeits vom Kampfplatz unserer kleinen Kreuzer geriet ein Teil unlner Minensuchsahrzeuge, die ihrer Verwen- düng entsprechend nur schwach armiert sind, in ein etwa einstündiges Gefecht mit sielen ihnen an Geschwindigkeit und Bewafsnung wert überlegenen englischen Zerstörern, in dessen Verlauf ein Zerstörer durch Treffer so schwer havariert wurde, daß et a 6 • drehen und, wre fböttt durch ein Flugzeug beobachtet wurde, in Schlepp genen'men werden mußte. Weitere Treffer wurden durch abseits sielende, am Gescch: nicht beteiligte Minensuchboote de- obachtet. Die englischen Zerstörer brachen daraufhin das Ge­fecht trotz ihrer erheblichen Überlegenheit ab, ohne auch nur einen Treffer auf eines unserer Boote erzitlt zu haben. Al? unsere schweren Schisse in Sicht kamen, brach der Gegner das Gefecht sofort ab und zog sich mit höchster Geschwindigkeit zurück. Er wurde von unseren Strcitkiäften ve, folgt, doch gelang cs bei dem inzwischen sehr unffchtia gewordenen Wetter nicht mehr, mit ihm in GrsechtSsühlung z» kommen. Auch unsere Flugzeuge beteiligten ch neben ihrer wertvollen Aufflärnngstätipkeit am Gefecht und ve- legten tie englischen Cr-ßkampfschiffe erfolgreich mit Bomben, wob:! auf einem Greßkampsschisf emwandsiei ein Treffer festgestellt wurde, ein andere? Flugzeug berbachtete einen brennenden feindlichen Schlachtkreuzer Auf unserer Seite erhielt nur ein kleiner Kreuzer einen Treffer, der anfzcr geringem Personalausfall die GefechtStätigkeir des Schiffes nickt brrinträchtlgtc. Ein Fisch- dampfer, der arikgelegt hotte wird vermißt. Abgesehen hiervon sind aus unserer Seite kernerlet Verluste oder Beschädigungen eingetreten.

Die neue Revolution in Rußland.

Das beabsichtigte waffenftillstanbsangebot.

JTi. Wien, 23. Nov. (Eig. Dralhtbericht. zb.) Von urrter- rechtster Seite wird mitgeteÄt, daß weder bei den Oberkom- mandlerenden der österveichilschen noch der deutschen Armee ein russischer Antrag aus Mbschiluß eines Waffenstillstandes emgelausen ist. Trotzdena erscheint die Reutermeldung nicht unwahrscheinlich, da allen Berichten zufolge die Macht der BokschewM sich wesentlich erweitert Hut und die Herbeiführung des Friedens der wichtigste Progvammvunkt -sst. Fall» von russischer Seite ein outsprechender Vorschlag ge­macht -werden sollte würde er, wie die letzten österreichisch- ungarischen und deutschen Ministererillärungen schon andeu-- teten, von unsorer Regierung im Geist der Versöhnung mit Ruhe und Sachlich!elit begrüßt werden.

Absetzung des widerstrebenden Höchstkvmmandiercnden?

W. T.-B. Berlin, 23. Nov. Die Anweisung der maxi- molistischen Machthaber in Petersburg, einen Waffenstillstand einzuleiten, ist nach an der Front aufgefangenem Funksvruch vom Oberbefehlshaber des russischen Heeres abgelehnt Worten.

Sr. Haag, 23. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Reuter mel­det ans London: Cine dvahtlofe Depesche aus Petersburg, die in London cHmgell-rufen ist, besagt, daß die Bolschewiki den Höchstkommandierenden Duchoin abgeseht haben, weis er sich weigerte,, die Verhandlungen über eiinen Waffenstill­stand einzuleiten. An soiner Stelle wurde der Fähnrich (?) Krylenko ernannt. De Maximairften melden ferner, daß die Verhandlungen gestern begonnen hätten.

Line Proklamation Lenin».

W. T.-B. Amsterdam, 23. Nov. (Drahtbericht.) Reuter meldet cm» Petersburg: Der Gemeinderat hat die Wächer- lifteir für die verfassunggebende Versammlung ausgegeben. Es sind 19 Parteien vorhanden. — Lenin hat «ine Proklamation erlassen, am der er erklärte, daß die gesamte Staatsgewalt in die Hände des Sowjets übergogamgen 'Ä, und in welcher er dte Bauernräte ausfor- dert, in ihren Distrikten die Macht an sich zu reißen. Die ZettungsanHeigen wurden für M StaotKuMlirpo! «klärt. —

Kerenski und Kornilow.

Br. Stockholm, 23. Rob. lE-g. Drahtbericht, zb.) Gegen­über den sehr günsttg lautenden Meldungen der Dolschewikis teilen tie Korrespondenten der schwedischen bürgerlichen Zeitungen in Haparanda mtt, daß Kerenski nunmehr wieder an der Spitze von Truvpen gegen Petersburg stehe Ein gestern in Haparanda eingetroffenec französischer Kurier gibt mit Bestimmtheit an, daß Kornilow sich in Moskau aufhalte.

vemnächstige Veröffentlichung der Geheim- verlräge?

Sr. Genf, 23. Nov. (Eig. Drabtbericht. zb.) .Journal de Geneve" meldet, daß der englische Botschafter Petersburg verlassen habe. Trotzky erklärte, er habe alle geheimen diplomatischen Aktenstücke in seinem Besitz und verte sie demnächst veröffentlichen.

Die Hungersnot im rusiischen Heer.

W. T.-B. Stockholm, 23. Nov. (Drahtbericht.) „Novoja Shisna" teilt mit. daß der Rat der Volkskommissare von der ruffischen Armee Nachrichten erhielt, es fehle an Brot und die Hungersnot greife um sich. Rach mehreren Peters­burger Zeitungen bat der Oberbefehlshaber der Westftortt telegraphisch um beschleunigte Maßnahmen zur Beschaffung von Proviant für die Armeen. Nach weiteren Zeitungs- melduvgen wurde die Arbeit in allen Abteilungen dcS ruffischen KriegsmintsteriumS, ausgenommen der Artillerie» und Intendanturlei tunken, eingestellt.

Tic Lebensmittelschwieriqkeiten iu Petersburg.

W. T.-B. Amsterdam, 23. Nov. (Drabtbericht.) Einem hiesigen Dlatt zufolge meldet die .Times" arrS 'Petersburg vom 21. November: Die Lebensmittelversorgung sei vollstän­dig f e st organisierst. De Rationen für die Familien wurden herabgesetzt. Die Hungersnot stehe vor der Tür. _

(Ein neuer englischer Durchbruchr- versnch gescheitert.

Oer deutkff e klben-berickt vom 23. November.

W T.-B. Berlin, 23. Nov.. abends. (Amtlich. Drabtbericht.)

An der Schlachtfront südwestlich von Cambroi ist ein erneuter englischer Durchbrnchsversuch unter schwersten Ber- lusten für den Feind gescheitert.

Im Osten keine größeren Kampfhandlungen.

AuS Italien nichts Neues.

*

Englischer Heeresbericht vom 22. November, abends.

Auf dcm südlichen Schlcchtselde verbrachten wir den Tag mit dcr Deistärkiing der Befcstigungen des großen Gebietes, über dar, unsere Truppen während der letzten zwei Tage vorgegangen sind. Die; wurde ersrlgriich durckgesührt, außer bei F-ntaine-Notre. Dame, welche dcr Feint durch Gegenangriff wieder er­oberte.

wieder mehrere tausend italienische Gefangene.

V/. T.-B. Wien, 23. Nov. (Drahtb-richt.) Amllich der- lautet vom 23. November, mittags:

Italienischer Kriegsschauplatz

Au der unteren Piave blieb die Lag: unverändert. Zwischen der Piave und Brenta verliefe» di« Kämpfe g ü n st i g.

Auf der Hochfläche der Siebengemeinde« lösten erfolgreiche Borstöße unserer Truppen auf feindlicher Seite zahlreiche mit großer Heftigkeit geführte Gegenangriffe aus, die zum Teil durch Feuer, zum Teil im Rahkampf abgewehrt wurden. Die Italiener verloren mehrere tausend Gefangene.

Vom östlichen Kriegsschauplatz nichts zu melden.

Der Shef des Grucralstads.

»

Cie Eroberung bes Monte Zonlana Secco unb bes Monte Spinuccia.

Ni. Wien, 23. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Erobe- rung des Monte Fontana Secca und des Monte Spinuccia ist, so teilt der Militärkrit'ker der »Neuen Freien Presse" mit, l «sonders deshalb vcn Wichtigkeit, weil vom Monte Spinuccia ans die feindlichen Hauptstellungen unter Flankenfeuer genommen werden können, und zwar der von den Italienern besetzte Monte Grappa in südwestlicher, der Monte Tvmba an südöstlicher Richtung. Dieser Berg bildet den letzten Ouerriegel, der unsere im Gebirge operieren- dcn Truppen von den am Ostufer der Piave bei Vidor stehen­den deutschen Kräften trennt. Die Entfernung beträgt kaum !C Kilometer. Mit der Beseitigung der feindlichen Stellung auf dem Monte Tomba wäre demn-ach die Vereinigung unserer Gebirgsfront mit der Piaveffont vollendet.

Ankündigung einer großen Schlacht an der Piave.

Br. Haag, 23. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Paris wird gemeldet: Der „Figaro" kündigt eine grotze Schlacht an der Paave on. Das italienische Heer ist auf alles vorbereitet. Noch amtlichen Mitteilungen beschloß die italienische Heeres­

leitung, um ihre Beweglichbeit zu erhöhen, künftig zwei getrennte Kommandosatze zu schaffen, eine ver- änderlache in der Nähe der Front, und eine zwerte weiter bluten für die koordinierte Leitung der Operationen.

HervS betont die Größe der italienischen Katastrophe.

TDA. Nach Herde ist die englisch-französische Hilfeleistung für Italien nicht ausreichend. Er schreibt in der „Victoire" vom 11. Nov.: Es wäre ein Irrtum zu glauben, daß der Rückzug vom Jsonzo unserem Rückzug nach der Schlacht bei Charlerois gleiche. Die italienische Armee ist materiell, numerisch und moralisch viel schwerer getroffen, als wir es im August t0i t waren. Wir waren durch keine scltwere Artillerie und übermäßig? Munittonsbestände be­hindert, in unseren Reihen kannte man noch keine Kriegs. Müdigkeit. Vor allem gab es nach keine pazifistische Propa­ganda hinter der Front. Um das italienische Heer wieder- heizustellen, bedarf es daher jetzt einer energischen Aktion unsererseits. Wir müssen alle Truppen, die vir unter Berücksichtigung des unumgänglich Nötigen ent- lkbren können, den Italienern zur Verstärkung schicken, um, sobald der deutsche Vorstoß o.triert ist. einen Teil davon wieder nach Frankreich zurückzunehmen.

Gegen Sonnino.

»r. Genf, 23. Nov. (Gig. Drabtbericht. zb.) Der .DempS" vom 19. d. M. erfährt von der italienischen Grenz«, im römi­schen Par5crme-nt machen sich Manöver bemerkbar, die >m Interesse des Friedens auf den Sturz Sonni- n o s hirnarbeiten. Des? von Giolittianern avSgeben- den Intrigen dürften aber, wie man an nimmt, an den guten Beziehungen zwischen Orlando und Sonnrno scheitern.

vle ttämose an der Sinai-^ront.

V/. T.-B. Konstantinopel, 22. Nov. Amtlicher TageSbe- rncht. Sinoifront: Noch den Gesichten bei Gaza und Dir es Saba leilsteten unsere Truppen bei den aveiteren Ope­rationen mehrfach Widerstand und brachten -dem Feind inehr- toch Bevliuste bei. Zurzeit sieben unsere Truvpen hinter dem Andscka- und Abu-Ledscha-Abschnitt und anschließend ettra in der Linie Dschenaniy-Bet Lisj-a-Karjetel-Jnab Sofa; weiter süAllich stehen sie mit den Patrouillen des Feindes in Berüh­rung. Zu einem ernsten Gefecht kam eS erst vorgestern wieder. In breiter Front und mit der Absicht/ beide Flügel zu umfassen, griff der Feind am 20. November eine unserer GrmpPen an. Mehr als eine KavalleriediVision nnd mehrere Jnfonteriebrigaden. unterstützt durch Ar­tillerie und Kavallerie setzte der Gegner ein. Der Angriff scheitert« auf der ganzen Linie. An unserem rechten Flügel wurde der Angreifer durch das geschickte Eitlgr«>.'en unserer Reserven in 'der Richtung Bet Likja fliankiert und zum Zurückgehen gezwungen. Mehrere Muschinen- gen«>hre und Gefangene blieben in unserer Hand. ^ In der Front wunden alle Angriffe ab gesh lagen und eine Umgehu-ngHbewegung gegen unseren linken Fiügcl frühzeitig verhindert. Sonst keine Ereigniffe von Bedeutung.

Der amtliche bulgarische Bericht.

W. T.-B. Sofia, 22. Nov. Bu-Igariichcr H»-"?sber:cht. M u z e d o n i s ch e Front: Westlich B i t c I j o und südwest­lich Doiran lebhaftes Artiilleriofeuer. Untere Angrisfs- abt^ilurnoen drangen in vorgeschobene feindliche Gräben nörd­lich Bitölsr und in der Nähe von D o l d z e l i ein und brüh­ten verschiedenes Kriegsmaterial ein. Der deutsche Ltut.i tnl v. E s ch w e g «. der gestern seinen 2 0. L u f t s i e g oavon- ttug. wurde von- feindlichen Adwebrsiuer getroffen und büßte in den Lüften ruhmvoll 'ein Lebeu ein. Die bul^ar«- sch? Armee, die sitt jeher die großen Wasfentoten >S unver­gleichlichen Helden im Lufrkamps hoch rinschätztt, wird ihm eia teures u.ivergängtiches Gedächtnis bewahren. — Dovrud» scha-Front: Bei Tulc-va and Fsaccea drs gewchnts Lrt'llentefeuer._

Cie englische Sperre für holländische ksandelsteleg ramme.

W. T.-B. London, 23. Nov. (Drahtbericht. Reuter.) Am Abend wurde folgende amtliche Erklärung veröffentlicht: Der königlichen Regierung wurde bekannt, daß englische Firmen gebeten haben, für sie Telegramme, welche nicht durch die Sperre für holländische Handelstelegramme durchgehen wür­den, anzunehmen und weiterzübefördern. Die englischen Firmen werden im eigenen Interesse gewarnt, dieser Bitte zu ei-tsprechen, da sie unweigerlich dazu führen wird, daß der eigene gesetzlich gestattete Schriftwechsel soläaer Firmen von der englischen Zensurbehörde als verdächtig behandelt würden

Tie kirage der Geheimvcrträg? im englischen Unterhaus.

W. T.-B. London, 23. Nov. (Drahtbericht. Reuter.) Im Unterhaus fragte der Abgeordnete King, ob durch den kürzlich von der zaristischen Regierung zwischen Rußland und Frankreich geschjloffenien Geheim vertrag nach dem Kraeg Belgien gewiss« Entschädigungen auf Kosten Hollands gewährt werden sollen, und ob der Verdacht der Neutralen, daß England von diesem Vorgehen nicht unterrichtet worden sei und -es auf keimen Fall zulasfen werde, durch eine be» stiuimte Erklärung entkräftet werden könnte. Der Unter» itaa-tSsekretär Lord Robert Cecil antwortete, so wvit ihm be» kutt sei, Ml kein Grund zu der AgngümZ da. daß irgend cüs