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Neue Erfolge im Gebirge zwischen
vrenta und Piave.
T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Stoa. (Amütch.)
Westlicher krriegssclm,,platz»
Rach heftigen Feuerwellen am frühen Morgen blieb die Artillerietätigkeit in Flandern bis zum Mittag gering.
Mt zunehmender Sicht lebte das Feuer'am Rackmitrag wieder auf und steigerte sich in einzelnen Abschnitte!! zwischen ber Küste und Becelaere zu großer Stärke.
Bei den anderen Armeen verlief der Tag außer ticineren Borfeldkämpfen ohne besondere Ereigniffe.
Der wegen feiner Kampflcistungen vom Bizefeldwebel zum Offizier beförderte Leutnant B ü ck l e r schoß gestern ein feindliches Flugzeug und zwei Fesselballone ab uild errang damit feinen 27., 28. und 29. Lustsieg.
Oestlicher Kriegsschauplatz und mazedonische Front.
Keine größeren Kampfhandlungen.
Italienische Front.
Nordwestlich von Asiago wiederholte der Feind ferne erfolglosen und verlustreichen Angriffe, um die verlorenen Höhen zurückzugewinnen.
Zwischen Brenta und Piave brachten dir lebten Tage den verbündeten Truppen im schwierigen Gcbirgs- kampfneueErfolge. In vorbereiteten, von Natur aus starken Stellungen sucht der Italiener uns jeden Fußbreit Boden streitig zu machen. Neu herangesührte Kräfte warf er den vordringenden Truppen entgegen. Der unüberwindliche» Angriffskraft unserer Infanterie waren sie nicht gewachsen. Schritt für Schritt, zähe sich wehrend, weicht der Feind zurück.
In besonders erbitterten Kämpfen wurde Conero und der nordwestlich vorgelagerte Mt. Cornelia erstürm, und der Feind in seine stark ausgebauten Stellungen auf dem Mt. Tomba zurückgcworfe». Deuffche Sturmtruppen und das bosnisch-herzrgowinifche Infanterie-Regiment Nr. 2 zeichneten sich hierbei besonders aus. 110» Italiener sielen in die Hand der Sieger.
An der unteren Piave schwoll der Feuerkampf zeitweilig zu großer Hefsigkest an.
Der Erste Generalquarsiermeister: Ludendorff.
*
Ernste Betrachtungen feindlicher Miiitzirkritikcr.
\V. 7.- B. Bern, 17. Rov. über Italien äußern di» Militär- kritiker der ftanzöiischen Presse, daß die Entwickelung der Dinge seit einigen Tagen an ter Piave stillstebe. Die ilalicmsche Front sei augenblicklich in zwei Abschnitte geteilt, der erst- qch; vom Stilsser Joch bis zum Garda-See, der zweite von, Gorda-Sce vis zur Piave. Dieser Abschnitt sei zur Zeit der wichtigste. Die hier statisir.denreu Kämpfe seien vrn ausschlaggebender Bedeutung für die Zukrnfr Die Kämpfe an der unteren Piave bezweckten, die iralie. Nischen Kräfte zu binden, bis die Operationen im Gelände von Aii.iao durchgeführt seien
W. T.-B. Bern. 17. Rov. Der heutige „Corriere del Ticino" gibt Au«,zöge und Betrochtnngen über die militärische Lag- aus Mai. lander Blattern wieder. Danach erklärt der Militärkritiker des „C o r r i e r e d e l l o C e r a", die wirkliche Offen,ivr zsgen Italien beginne erst zetzt Ihr Anprall ist gewaltig, aber der Ernst dieser Drohung scheint den Widerstandswillen der Berterd'.zer zu stärken. a,r die sich das Vatc,land mit Dankbarkeit wendet. . Seeolo" schreibt: Die in der Entwickelung begriffene Osier.sive ist s e h r e r n st und die Aufgabe der Kräfte, welche sich dem Vormarsch der Einsringlmge ent- gegenznstklleu haben, eine der schwierigsten. Der'Fernd geht aus gewaltigen Stellungen und nnt den wirksamsten Mitteln vor und man darf sich der halb nicht wundern, wenn unsere Linie Per- schiebungen eilcidst, sollte.
Die Räumung Venedigs.
Br. Genf, 19. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Wie Pariser Blätter aus Rom melden, hat bereits ein badeuteuher Teil der DevAkerung BenMgs, namentlich die großen Handelshäuser, Banken und Zeitungen, die StcUdt verlassen und ist
nach Rom übergesiedelt.
Ueber 36000 Tonnen!
W. T.-B. Berlin, 18. Rov. (Amtlich.) Im westlichen Mittelmeer hat die alte Angrrffsfreudigkeit unserer Unter- soeLootskommandanten zu neuen Erfolgen geführt. Elf Dampfer und acht Sezler mit über 36 900 Bvutto- vegistertonnen find vernichtet worden. Unter den versenkten Schiffen waren die englischen Dampfer „Alavi" (3627 Br - R.-T.) und „Cambric" (3403 Br.-R.-T.), letzterer mit 6000 Tonnen Eisenerz auf de: Fahrt nach England, der englische Dampfer ..Doris" (3970 Br.-R.-T.), der griechische Dampfer. „Tesv'na G. Rickalines" (2815 Bc.-R.-T.), ferner zwei iief- beladene Transporter und fünf italienische Segler.' Alle vcr- jenften Schiffe waren bewaffnet.
Der Lhef des :ldmiralstabes der Marine,
Oer englische Vorstoß in die deutsche Sucht,
6 englisch« Grohkrampsschiffe beteiligt.
W. T.-B. Berlin, 18. Nov. (Amtlich.) An dem Gefecht während des englischen Vorstoßes in die Deutsche Bucht am 17. November nahmen auf englischer Seite außer einer größeren Anzahl kleiner Kreuzer und Torpedoboot s ze r st ö r e r nach einwandfreier Feststellung durch unsere Ssestreitkräfte und Flugzeuge sechs Grotzkampf- schiffe (Linienschiffe oder Schlachtkreuzer) teil. Der englische Befehlshaber wird sich hierüber im Gegensatz zum amtlichen Bericht der englischen Admiralität, der nur von leichten englischen Streitkräften spricht, nicht im unklaren gewesen sein. Dein Vorgehen der Engländer wurde unsererseits alsbald mit entsprechenden Kräften entgegengetreten, die den Gegner zum Rückzug bewogen. Auf den feindlichen Schiffen und Zerstörern wurde nach einwandfreier Beobachtung unserer Streitkrästc eine Reihe von Treffern erzielt. Auch Flugzeuge von uns griffen in das Gefecht ein und belegten die englischen Grohkampf- schiffc mit Bomben.
Der Chef des Admiralstabes' der Marine.
Der politische Grund des Vorgehens.
W. T.-B. Berlin, 19. Nov. Zum englischen Vorstoß m dre deutsche Bucht heißt e2 in der „Deutschen Tagcsztg.": Der Zweck der Übung scheint in der Hauptsache politischer Natur zu sein. Vor einigen Tagen mußte der Erste Lord der englisc^n Admiralität, Sir E. Geddes. die britische Flotte, ihre Tätigkeit und Leistungen in einer längeren Rede verteidigen Der Vorstoß vcm 17. November soll offenbar der britischen Bevölkerung Sand in Pie Augen streuen, man habe den Feind gesucht und ihm die Schlacht angcbotcn, die Deutschen hätten sich aber schleunigst zurückgezogen. Die Meldung der englischen Admiralität ist in diesem Sinne frisiert und die entsprechenden Kommentare werden nicht ausbleiben.
Die weitere englische „Meldung".
W. T.-B. London, 18. Nov. Die Admiralität hat bisher keine weiteren Einzelheiten über die gestrige Unternehmung unserer leichten Kreuzer in der Helgoländer Bucht erhalten, außer der Meldung, daß die feindlichen leichten Kreuzer bis 30 Meilen vor Helgoland getrieben wurden, wo sie in den Schutz der Schlachtflotte und der Minenfelder gelangten, worauf unsere leichten Streitkräfte sich zurückzog en. Einen der feindlichen Kreuzer sah man brennen, ein anderer schien Schaden an der Maschine zu haben, da er am Heck ttef lag. Ein feindlicher Minensucher wurde bcrseukt Wir hatreu keine Verluste, außer unbedeutendem Sachschaden an beit Schiffen. Unsere Verluste an Mannschaften find gering.
vas Ende der Kera tterenski.
vie Einigung der sozialistischen Parteien und deren Programm.
8. Stockholm, 19. Nov. (Erg. Drahtbericht, zb.) Die heute aus Haparanda eingetroffeuen russischen sozralistt- schen Zeitungen teilen übereinstimmend mit, datz die seit mehreren Tagen angestrebte Koalition der sozialistischen Parteien j e tz t g e l u n g e n sei. Die Bildung eines rein sozial! st ischen Arbeiterrates und eines verantwortlichen Ministeriums stehe unmittelbar bevor. Diese Lösung sei gleichzeitig ein bedeutender Erfolg der Bolschewili-Be- w e a u n g. Nach dem „Djelo Naroda" ist die Koalition durch den Hcmptcmsschutz des Effenbahnerverbandes zustandegebracht worden. In den Beratungen der Führer der Sozialistenparteien wurde die Beendigung des Bürgerkrieges als eine dringende Notwendigkeit erkläit und folgendes Programm ausgestellt: Die Bildung eines Ministeriums aller sozialistischen Par- teien wird sofort in Angriff genommen. Die Bolschewik! werden darin wahrscheinlich die Mehrheit er- halten. Außerdem wird auf der Basis des Arbeiterrates ein besonderes Organ gebildet, welchem das Ministerium verantwortlich ist. Dieses Organ erhält folgende Zu-ammensttzstna: 100 Mitglieder des Sowjet. 100 Mitglieder des Bauernrates, 100 Mitglieder der Stadtdunm von Petersburg und Moskau, 80 Delegierte von Armee und Flotte, 20 Vertreter von Fachvereinigunaen, 15 Mitglieder des Eiten- bahnverbandes und 15 des Post- und Teleoraphenver- kands. Auf dem Programm der neuen Regierung steht die unmittelbare Einleitung von Frie- densverhandlunqen, die Lösung der Agrarfrage und der Zusammentritt der konstituierenden Per- sammlung. Damit wäre die Ära Kerenski er- ledigt. dessen militärische Lage in Petersburg als hoffnungslos gilt. Das bisherige Ausbleiben der politischen Telegramme ist auf die Weigerung der Telegraphisten, diese zu befördern, zuriickzusühren. Die auswärtigen Vertreter der Bolschewiki-Partei richteten an die verbündeten Proletarier einen Aufruf, rhre Regierung zu einem Gesamtfrieden zu zwingen. Die russischen Proletarier könnten die französischen/ englischen und. italienischen mchr mehr vor den Folgen
des deutschen Angriffs bewahren, weil ste selbst verbluteten Die Verbündeten müßten jeden als Landesfeind behandeln, der jetzt noch der Einleitung von Friedensverhandlungen widerstrebe.
W. T.-B Petersburg, 19. Nov. (Drahtbericht.) Reuter meldet: Die Beamten der Ministerien des
Innern, des Handels, des Ackerbaus und der Lebensmittelversorgung sowie 5 Mitglieder des Sowjets sind zurückgetreten, da sie ein ''ozialistisches Koalitions- Ministerium nicht sür nötig halten sollen.
vre meisten Zronttruppen für die Bolschewiki.
8. Stocklirlm, 19. Rov. (Eig. Drahtbcricht. zb.) DaS Petersburger militärische revolutionäre Komitee versendet folgendes drahtlose Telegramm. das die Helsingforser Zeitung „JSwcstia" abdruckt: Seitdem der Widerstand der Junker- schirlc unterdrückt ist, herrscht in Petersburg öoll- k o m mene Ruhe. Die Pogrome und Diebstähle haben aufgebört. Die Befehlsräte halten zusammen mit der roten Garde rrnd der Garnison dre Ordnung in der Stadt tn ausgezeichneter Weise aufrecht. Bon den Fronten kommen Delegierte, um über den Standpunkt der Armeen Aufklärungen zu erteilen. Tie meisten Delegierten teilen mtt, daß die Tnroveu ihrer, Frontabschnitte zu den Bolschewikis stehen. Kerenskis Lügentelegramme finden dort keinen Klaubet!. Falls Kerenski die Macht zurückerlangen würde und das Bürgertum oie Oberhand gewinn«, würden die Frcnttruppen sich im Kampfe gegen Kerenski zu- sammer.schließen. Hieraus und aus dem von englischer Seite gemeldeten Umstand, daß Kerenski zu Unterhandlungen Neigung zeige, ist zu ersehen, wie sehr sich LeninS Stellung gefestigt hat. Die hiestge russische Gesandtschaft teilt mit, daß die schwedisch-finnische Grenze wegen des finnischen. Generalstreiks gesperrt ist.
Lin Selbstmordversuch Berensltts?
Berlin, 19. Nov. (Drahtbericht.) Die das „B. T." aus Basel berichtet, hat Kerenski, wie der „Matin" meldet, aus Verzweiflung über die wachsende Anarchie einen Selbstmordversuch gemacht.
Oie matzlose englische Wut über Lenin.
XV. T.-B. Bern, 18. Nov. Die „Daily Mail" bringt heftige Angriffe von Lowat Fraser gegen die Maximali ste n, worin betont wird, daß kein Sozialist unter den Bannern dieser „rattengleichen Schleusenbe- tv ohne r" marschieren werde. 17 Nationen, schreibt Fraser, haben gegen Deutschland zu den Waffen gegriffen. 9 weitere zu den Zahlmeistern Lenins die Beziehungen abgebrochen. Ist cs denkbar, daß die groß« Gemeinschaft von Nationen sich darauf einlassen wird, sich von den Rockschößen des lächerlich kleinen Mannes mit der Pihstimme schleifen zu lassen, der versucht, die Tore Rußlands den Feinden zu öffnen? Wir müssen den Leninismus und alle seine Wecke verfluchen und können mit Verrätern oder mit Regierungen, die aus Vaterlandsver- rntern zusammengesetzt sind, nicht Zusammengehen. Der Schreiber bemerkt, der Hauvtf-Hler Kerenskis sei seine Un- entschloffenboit gewesen, die Extremisten hätten die Oberhand behalten, weil sie wußten, was sie wollten. Man solle aber den Glauben an Russland nicht verlieren, wenngleich vran die Kriegspläne hinfort machen müsse, ohne auf Rußland zu rechnen. ,
Tausende von Kadetten ermordet.
W. T.-B. Stockholm, 18. Nov. Laut „DagenS Nyheter" erzählen Schweden, di? ans Rußland eingettoffen sind, daß in Petersburg in den letzten Tagen viel Blut geflossen sei. Besonders die Kadetten feiert zu Tausenden ermordet worden.
Nach der Zeitung „Nowaja Shisn" versuchte die Vereinigung der Eisenbahner, zwischen den kämpfenden Parteien zu vermitteln. Das Blatt bestätigt die früher« Nachricht, daß General Kaledin di? Kohlenbezirke des D o u e tz - B e ck e n s besetzt habe und dadurch einen Druck auf den gesamten Eisenbahnverkehr ausübe.
Nikolai Nikolajewitfch bei ven Nosaken!
Berlin, 19. Nov. (Drabtbericht.) Der „B. L.-A." be- richtet: Die „Wiener Allg. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Großfürst Nikolai Nikulajewitsch ist im Hauptquartier deS Generals Kaledin einqetroffen und hat'ihm seine Hilfe angeboten. Kaledin hat dem Großfürsten den Befehl über die Kosakentruppen übertragen und ihm erklärt, daß er, falls es ihm gelinge, die Bolschewik zu schlagen, ihn als Regenten entsetzen und die Monarchie wierherstellen werde.
Der „einige Wunsch nach Frieden um jeden Preis".
W. T.-B. Kopenhagen, 18. Nov. Der neue Legations- sekretär der hiesigen russischen Gesandtschaft, Baron von der Wieth, de: aus PrtsrSbnrg hier einrtrf, teilte einem Vertreter des Blattes „Politiken" mit: Wir verließen Petersburg im letzteir Augenblick, als Sie Kngeln der Bolschewiki uns bereits um die Ohren pfiffen. Was KerenStt anbetrifft, so glaubte man früher irr .hm den Retter Rußlands zu sehen, nun jedoch nicht mehr. Unser Land ist gebrochen; eS gleicht eiriLm Menschen. de: krank an Leib und Seel? ist. Wiq stehen vor einem entscheidende» Wendepunkt vor dem
