Verlag Langgaffe 21
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13 Ausgaben.
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Donnerstag. 13. November 1917.
Kbend-Kusgabe.
Nr. 384. ♦ 65. Jahrgang.
Südlich Zonzaso und Zeltre.
ver Tagesbericht vom 15. November.
W. fT.-B. Großes Hauptquartier, 15. Nov. (Amtlich.)
WestliArer Krieyssklm,,platz»
Bei Dunst und Nebel blieb die Artillerietätig, k e i t im allgemeinen mäßig; sie steigerte sich bei Di;» m u i v e n und in einzelnen Abschnitten des flandrischen Kampffeldes am Abend zu größerer Stärke.
I» erfolgreichen Erkundungigesechten blieben Gefangene und Maschinengewehre in unserer Hand.
östlicher Kriegsschauplatz.
Leine größeren Kampfhandlungen.
Mazedonische Front.
In Albanien räumten die Franzosen Höhenstellungen westlich vom Ochridasee.
Italienische Front.
Unsere i« Gebirge von F o n z a s o und F c l t r r südwärts vorgedrungenen Abteilungen stehen in Gefechtsberüh- ruug mit dem Feind. A
Au der unteren Piave nicht» Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludcndorff.'
Die gebrochene „Varrlcata" des Suganatales. Bon der Adria bis Pasubio aui Venrtiavischcm Boden.
W. T.-B.' S3tftt, 14. Nvv. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet In jahrelangem Bemühen hatte es die italienische Heeresleitung verstanden, die aus dem Val Sugana gegen B a sä n o und die gegen den Raum von Fonzaso- Feltre kührenden Strotzen durch die Anlage wichtiger Be- festiqungSlinien zu sperren. Die Konfiguration unserer Grenzen und die den hier ausspringenden Grenzwinkel der Monarchie bi herrschenden Höhen und die dahinter belegenen Versanimlungsräume mutzten jedoch auch für uns einen Offensivraum ersten Range? erstehen lasten. Durch di- Anlage von Panzerwerken und modernen Forts auf dem Monte L i s s e r , küdlich der Brenta, auf der Sima di Campo, der Lima di San und nördlich derselben glaubten sie jedem Angriffsversuch von der Tiroler Grenze her einen unüberwindbaren Riege! vorgeschoben und gleichzeitig durch die weitreichende Beherrschung deS Tales bis Borgo und über Caktel Tesino und im CiSmonetah liegenden Stratzen sich auch das ihnen so erwünschte Ausfalltor für die eigene. ,m stillen erhoffte Offensive geschaffen zu haben. So wenig aber die um Tagliamento in den letzten Jahren rnit dem Ank.rand aller Mittel auSqebaute Befestigungslinie den Vormarsch der Verbündeten zu hemmen vermochte, so wenig widerstanden auch die in den Bergen des Suganer Tales angelegten modernsten Werke der prachtvollen Sturm» kraft unserer Truppen. Seit gestern ist die ganze väelge- rül-mte „Barricata" unter Einbringung von. mehreren tausend Gefangenen in der Hand der österreichisch, ungarischen Aiigrifsktruppen. Von der stolzen Grenzhöhe des 28M Meter hohen, in der Mai-Offensive des Jahres 1916 vielgenannten Pasubio bis zum Meere mutzte der Gegner die kargen Errungenschaften von zwei Jahren unter dem Niederdruck, von Armeen opfern. Bereits überall stehen hellte österreichisch-ungarische Truppen auf dem Boden BenetienS.
HavaS über den weiteren Rückzug.
Bafel, 14. Nov. (Franks. Ztg.) Der Pariser HavaS- Kommentar zum italienischen Rückzug stellt di« Lage folgen» dermatzen dar- Im Zentrum seht die italienisch« Armee ihren Rückzug fort, während die Flügel Widerstand leisten. Links rückt Hötzendorff kaum mehr vor. Rechts ist die unter« Piave noch nicht überschritten, jedoch scheint der Rückzug noch nicht aufgehalten und selbst Venedig immer noch gefährdet zu seiir.
Das neue italienisch» Hauptanartier.
# Brr«. 14. Nov. . (zb) Laut „Serolo" empfing König Viktor Emanuel die Generale F o ch urld Wilson in Perschi e r a. Augenscheinlich ist jetzt dieses der Ätz des italienischen Hauptquartier».
vte franzSstlch-enalifche Hilfe.
Br. Lugano, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) „Gazette de Lausanne" berichtet aus Chmir d« Fonds: „Imparcial" meldet aus Beianeon. daß General Foyolle und sein Gen»rafftab am Freitag nach Italien abgereist lind. Die Aufstellung der f r a n z ö- fisch.englischen Armee in der Lombardei und in D e n e t i e n ist naher» vollendet, die Beförderung der zweiten Armee bereits in: Gange.
Die Brneistrrnng über dir Hiff-trnppen der Alliierten.
IV. T.-B. Rom» 15. Nov. (Drahtbericht. Agenzia Stesani.) Nachitibten von der Front melden, dah dar Eintreffen der alliierten Truppen in der OperationSzone lebhafte Begeisterung bei den Truvpen und der Zivilbevölkerung qervorrief.
Italienische Unzufriedenheit mit der Hilfe der Tntente.
# 3ürt<f| r 44 Nov. Die „Nene Züricher Zeitung" schreibt von der italienischen Grenze: Obwohl fortgesetzt Lamöfifche und englische Truvven mit Material tn Lee
Lombardei cmtreffen. geht aus den Andeutungen offiziöser Blätter hervor, daß ihre Zahl den Anforderungen der schwierigen Lag? noch nicht entspricht. Die Hinweise auf die durch den R ü cf j u fl hinter d i e Piave erfolgte Frontverkürzung feien insofern irreführend, als auch der Gegner seine Front wesentlich verkürzt habe. Die von den Karnischen Alpen und den Dolomiten nied-'rsteiqenden Heere Krobatins und Conrads feien imstande, durch einen übermächtigen, konzentrischen Druck di? Piavelinie an einzelnen schwachen Stellen zu gefährden. Berichten von Mailänder Blättern ist zu entnehmen, daß die in Oberitalien eintreffenden französischen und englischen Truppen ziemlich weit hinter der Front gesammelt werden. Sie dürften in erster Linie als R e s e r v e n dienen, um im gegebenen Augenblick an schwachen Stellen der Front einzugreifen. Die öffentliche Meinung Italiens hat sich die Verwirklichung der Einheitsfront etwas anders vorae stellt.
Ein italienischer Zerstörungsüefchl.
Br. Bern, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Ein Armeebefehl des italienischenOberkommandos ordnet an, daß in den dem Feinde zu überlastenden Gebieten alle Vorräte an Lebensmitteln und Kriegsmaterial. ebenso die g e s a m t e Er n t e zu zerstören sei. Der Befehl macht die Armcekomniandanten für die Ausführung der Anordnung persönlich haftbar.
weitere 35000 Tonnen!
W. T.-B. Berlin, 14. Nov. (Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote. Kommandant Kapitänleutnant Gerlach, hat im Atlantischen Ozean neuerdings vier Dampfer und einen Segler mit .15 006 Bruttoregistertonnen versenkt, darunter einen sehr großen englischen Dampfer vom Aussehen der „Baltic" von der Wbite St^r Line. Die übrigen Schiffe waren sämtlich nach FrcnkrAch bestimmt und hatten Stahl, Mehl, Kaffee, Tabak, Bohnen und Stückgut, geladen. '
Der Chef des AdmiralstobeS der Marine.
ver Bürgerkrieg in Rußland.
Die neue Regierung Herrin im russischen Hauptquartier.
Br. Genf, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Eine Havas-Depefche meldet aus Petersburg vom Dienstagfrüh: Abgesandte der neuen Regierung sind im Hauptquartier angckommen. um Besitz von der Armeeleitung zu ergreifen. Die Londoner „Morning Post" erfährt dazu von, Montagfrüh: Das russische Hauptquartier steht seit Sonntag in Verbindung mit der neuen Regierung, die bis heute die Der- öffentlichirng der russischen Heeresberichte einqeireüt hat. Sieben Kommissare der Petersburger Revolutions- regieiung sind im Hauptquartier eingetroffen. Es zeigt sich, daß ein sehr großer Teil des Heeres für die neue, den Frieden verheißende Regierung ein- tiitt. „Central News" meiden. daS russische Haupt- anartier sei nicht mehr als Kerenski ergaben anzusehen, nachdeni die unzufriedenen Generale die die Partei Kerenskis ergriffen haben, sich mit ihm zu den Truppen bei Gatschina begeben haben.
Nsrenski wieder im Vorteil?
W. T.-B. London, 14. Nov. Reuter erfährt, daß an matzgebcnver Stelle ein vom 13. November dotiertes Telegramm aris Stockholm eingetroffen ist, das besagt: Das Finnische Telegramm-Bureau teilt mit, daß Kerenski jetzt in Petersburg ist und so gut wie die ganze Stadt besetzt hat. Moskau. ist da» Hauptquartier der vor- läufigen Regierung. Tie Leninisten behaupten nur noch eiincn kleinen Tell Petersburgs. Sonst ist ganz Rußland in den Händen der vorläufigen Regierung. Die Kosaken haben die Rote Garde aufgerieben.
Wo ist Kornilow?
Br. Kopenhagen, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) „Berliagske Tidende" meldet aus Haparanda: Nach ...Sadownaja Shisn" steht Kornilow mit seinen Truppen in der N ä b e v o n C h a r k o w. Kornilow sei de- stimmt in M o s k a u. wo die Renierunqstruppen als Herren zu betrachten seien. Die Eisenbahner erhielten von den Petersburger Boffchewiki-Führ.-rn keine befriedigende Antwort und machen daher mit ihrer Streik- drohung Ernst. All? sozialistische» Parteien bildeten litte gemeinsame Organisation, welche die Fortsetzung des fürchterlichen Blutvergießens verhindern soll.
Ein Aufruf der „Allgemeinen Arbeiterkomitees" an die Front.
V/. T.-B. Men. 14. Nov. Aus dem Kriegspreffequartier wird folgender Ausruf mitgeteilt: Ruffisches Hauptquartier, am 14. Ncvemder, 8,30 Uhr abends. An alle im Namen der sofortigen Liquidation der Krise deS erfolgreichen Kampfes gegen die Anarchie des Zusammenschlusses aller demokratischen Kräfte gegen daS Anwachsen der Gefahr von Rechts und der d-r Nutze und Einigkeit an dzr Froqtt
Unterstützet daS allgemeine ArbeitS» komitee in der Bildung einer einheitlichen Regierung, in der Zusammensetzung von antinationalen Sozialisten bis Einschluß der Lolsctzewiki, aber auf der Grundlage der unverzüglichen Einberufung der verfassunggebenden Versammlung des sofortigen Vorschlages eines allgemeinen Friedens ulid der Übergabe des Bodens an die Bodenkomitees.
Der Vorsitzende des allgemeinen Arbeiterkomitees:
Perekrestow, Hauptquartier.
Die Ansichten der Stockholmer Menschewiki.
— Berlin, 15. Nov. (zb.) Der „Vorwärts" läßt sich über menschewistische Befürchtungen aus Stockholm von gestern drahten: Die von Ententeseite ausgehende, an»
scheinend den Tatsachen vorauseilende Meldung von dem Siege Kerenskis weckte großen Jubel bei den zaristischen Emigrierten. Dagegen tritt bei den besonneneren Mensche- wiki trotz aller Erbitterung über LentnS Politik zugleich mit der Befürchtung, dah die siegreiche Reaktion mit allen revolutionären Errungenschaften aufräumen werde, daS Gefühl hervor, daß es daS Proletariat sei, welche» jetzt in Petersburg blute.
Die Ententediplomatie und die Bolschewikt.
— Berlin, 15. Nov. (zb.) Laut „Secolo" soll die italie- nische Botschaft in Petersburg angewiesen worden sein, mit der Bolschewiki-Regierung formelle Beziehungen anfzu- nehmen. — Ein Londoner Blatt berichtet -vom Montagabend: Die Botschafter de: Entente in Petersburg haben bisher ihre Haltung gegenüber der ne len Regierung nicht festgelegt. Sie sind vielmehr auf Weisung ihrer Regierung unter Vor- behalt mit der Regentschaft der Arbeiter« und Soldatenräta in Verhandlungen g^retea.
Archangel gänzlich in englischem Besitz.
Br. Von der schwrizeoischen Grenze, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der skandinavische Berichterstatter der „Neuen Zürcher Ztg." drahtet: Accliangel ist noch neuesten Meldungen vollständig in englischem Besitz. Ein eng. l i s ch c r A d n i : a I hat da? Kommando über den Hasen und die Stadt übernommen, und im Hafen von Archangel liegt eine große englische Flotte.
Oie französische.Ministerkrisis.
Lloyd Georges Offenheit und Painlevüs Ableugnunge«.
— Berlin, 15. Nov. (zb.) Im Gegensatz zu Painleve, der alles zu v e r r u s ck> e n sucht, schreibt die „Germania", batte Lloyd Gevrge in Paris mit seltener Offenheit über die Vorgänge in Italien gesprochen. Die engltsche Preffe ist über seine Schwarzmalerei entsetzt. Man hat aber in England für Lloyd George keinen Ersatz, während di, Franzosen um einen Nachfolge: für Painleve nicht verlegen sind. Ministerpräsident wird sehr wahrscheinlich wieder B r i n n d, N enn nicht jetzt, dann einige Wochen nach dem Sturz de« neuesten.
Laut „B. L.-A." bekämpfen Eleweneeau und Darthcm die Kombinatirn Briand-TbomaS. Von englischer Seite wünscht man ein Ministerium Clemenceau.
Auch in der „Vnff. Ztg." wird berichtet, daß Englaich für den Sieger Clemenceau sei. Seine Versöhnung mit dem heiß befehdeten P oi nc a re hat er vor einigen. Wochen - bescllrffen, um sick den Weg frei zu machen. Gegen Clemenceau, beißt es weiter, stehen geschloffen di« Sozialisten und ein gretzet: Teil der bürgerlichen Linken. Daß man ohne die Sozialisten nicht regieren kann, hat Painleve gezeigt. Clemenceau wird es ein unbändiges Vergnügen machen, wenn es geht, zu zeigen, daß man sogar gegen die Sczielisten regieren kann. Sein Regiment würde daS de- Schreckens sein. ^
Der Unwille über Clotjft Georges pariser
Offenheiten.
■W T.-B- Rotterdam. 14 Nov. Der „Nieuwe Rotterdnnsch» Crurant" ncltet cur London- Der Parlamentskorrespondetit der „Daily Niwr" sckreidt: Aus der gestrigen Sitzung des Unterhauses ist deutlich herrorgcpangcn. daß di« Pariser Rede Lloyd George» großen Unwillen erregt bat.
Deckt Parlanieiiir-kr-rri^pondenteu der „Daily New«" zufolge ist der Kol-Nilt in einem Augenblick auigetauckrt. m dem die Gesetze»« Vorlage über die Berlängerung de, Legislaturperiode des Parlament» um ach: Monate zur zweiten Lesung gelangen sollte. Dies bot dem Hause Gtiegenbeit. ti» Stellung der Regierung an,umeisen.
„Daily Expreß" lldrcidt. Die Rede Boyd Georges ba: eine poll- tisckr Krise verursacht Ter parlamentarische M,larbeiter der „Morr-in, Past" schreibt, die Rede sei u n v e r n u n s I! g gewesen und bälte. wem, ülrrlaupt, im Unteihause gedalten werde» sollen.
Der Pariaurent-ckorrespoibdcnt b-r „Tin,es" schreibt: In den
Wandesgangc» des vuieibauseS iachte mau zuerst, daß alle 'Lornus- setzuugeu für eine Knsc ersten Ranges vorhanden seien, aber im Laus, des Abend? lat sich die Erregung gelegt.
„Dailv News" schreibt in einem Leitartikel, wie man die Sach« auch bewachte, die R e d e sei der bedauern s.,v e r«e st , Schlag, der England in diesem Kriege zugesugt wurde. Das Blatt fährt fort: Sie ist em Schlag, ver so manchen Sieg wieder zunichte macht. Für den Feind ist sie rin A n» sporn und ' für uns eine Eiitmutigung, ,a»em Der, brechen Die Redr drskredrtiert sogar die Opscr unserer Sohn« und Brüder. Lloyd G,org«, der sich in unserem Laube ;um politischen Diktator «mpcrgischwungen hat, will sich auch zum m tlitin riMu Diktator auswersen.
