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Verlag Langgasse 21

„Tagtlaiihauö".

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>». I.— monatlich, Mk, 3.— vierteljährlich durch den Lerlag

_ _ ... „ vierteljährlich durch alle dentschen PoAanstalten. ausichlikhlich

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13 Ausgaben.

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W., Potsdamer Str. 121 K. Fernsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203.

Mittwoch, 14. November 1917.

klbend-Kusgabe.

Nr. 582. ♦ 65. Jahrgang.

weitere Erfolge gegen den linken italienischen Zlüge!!

Vle wichtigen Grte Zeltre u. primolano genommen.

Auch in den Siebengemeinden weitere Fortschritte.

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 14. Nov. (Amtlich.)

Westririker ^riegsschcn,platz

Keine größeren Kampfhandlungen.

In Flandern lebte das Artillcricfruer erst am Abend wieder auf, cs nahm bei Dixmuiden und nördlich von Pas- fchendaele erhebliche Stärke an.

festlicher Kriegsschauplatz und mazedouische Front.

Nichts Besonderes.

Italienische Front.

I» den Siebengemeinden erstürmten unser? Truppen die verschneiten Höhen st ellunge« der Italiener östlich von A s i a g o und das Panzrrwerk auf dem Lisscr.

Primolano und Feltre sind in unserem Besitz.

Längs der unteren Piave Artilleriefeuer.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

*

2ie Drei-Monarchenzusammenkunst auf dem ttorsk.

w. T.-B. Görz, 14. Nov. (Dcahtbericht.) Der deutsche Kaiser traf gestern auf dem südwestlichen Kriegsschauplatz ein Auf einer kleinen Station auf der Karsthvchsläche empfing Kaiser Karl seinen Freund und Verbündeten. Die beiten Kaiser begrüßten sich heczlichst. Nach einem längeren Gespräch, in welcl»em Kaiser Wilhelm, wie schon am Vor­mittag telegraphisch, unseren Kaiser zu der Errettung aus der Ertrirkungsgefahr aufs neue beglückwünschte, begrüßte Kaiser Kaiser Wihelm die zum Empfang erschienenen Erzherzoge. Die beiden Kaiser statteten sich gegenseitig Besuche ab; Kaiser Wilhelm auch der Kaiserin Zita.' Bald nachher traf'König Ferdinand der Bulgaren mit dem Kronprinzen Boris und tem Prinzen Kyrill mittels Automobil ein. Es kam zu einer längeren Begegnung der verbündeten drei Herrscher. Um 7 Uhr abends fand bei deur Kaiser und der Kaiserin im Hvf?ug eine Familientafel statt, an der außer dem deutschen -Kaiser auch Zar Ferdinand, Kronprinz Boris und Prinz Kvrill sowie die Erzherzoge Max Leopold Salvator, Friedrich und Eugen, ferner Prinz Felix von Parma teilnahmen. Nach herzlicher Verabschiedung setzte der deutsche Kaiser die Reise an te F ron t fort. König Ferdinand und unser Kaiser kehlten in ihre Standorts zurück, um von dort ihre weiteren Frontbesuche zu machen.

vis englisch-französischen Htlfstruppen.

Br. Genf, 14. Nov. (Gig. Dcahtbericht. zb.) „Journal de Geiu've" zufolge sind seit Anfing November auf dem Landwege täglich 10- bis 12 000 französische und eng­lische Truppen nach Italien verbracht worden, Tie Hilfsarmee der Entente tüifte 150- bis 200 000 Mann nicht übersteigen.

Cadorna lehnt ab!

\V. T.-B. Paris» 14. Nov. (Drahtbericht. Agence Havas.) Wie die „Times" mitteilt, hat Cadorsta . öas Anerbieten, Italien in dem gemeinsamen Gener-rlstab der Alliierten zu vertreten, abgelehnt. Der militärische Vertreter Italiens ist stoch nicht offiziell bestimmt.

Gerüchte über deutsch-italienische Verhandlungen.

Br. Basel, 14. Nov. (Eig. Drahtbericht. zö.) Der „Neuen Aargauer Zeitung" wird gemeldet: In Bern erzählt man sich, daß in den letzten Tagen der italieni­sche Gesandte zwölfmal br» der dentschen Ge­sandtschaft vorfuhr. Gleichzeitig vernimmt man, daß der deutsche Gesandte von Bern vom Reichs­kanzler in Audienz empfangen wurde, ferner, daß kürzlich der Kurier der italienischen Gesandtschaft in Bern trotz der Grenzsperre über die italienische Sperre gelangte. Heut- wissen welsche Zeitungen zu melden, daß der italienische Gesandte in Bern tele­graphisch nach Rom berufen wurde. Diese Vorgänge lassen alserleiSchlüsse zu. die für dieEntwicke- lung der Friedensfrage bestimmend sein kennen. _

Die flandrische Dffensive nach englischem Urteil ein Zehlschiag.

W. T.-B. Berlin, 13. Nov. Das neueste Heft der vom .Manchester Guardian" herausgegebenen Kriegsgeschichte sagt bei Besprechung der militärischen Lage im Sommer 1817: Wir waren frei, unsere eigenen Ziele zu wählen, und natur­gemäß fiel unsere Wahl «ruf Belgien. Die Befreiung siiner Küste war das strategische Ziel für den Rest des Jahres. JH hängt folglich viel tum den Scsigmsseu in Aland,,» '

ab. Brächte er keine positiven Ergebnisse als unsere An­griffe auf den Vimy-Rücken und auf sie Drocourt-Linie, dann würden tixjenigen recht behalten, die eine militärische Lösung dieses Krieges für unmöglich hielten, und diese Meinung könnte die der Mehrheit werden. Jedenfalls hätte es eine Bedeutung: die endgültige Niederlage der ganzen Idee, nach der der britische Genecalstab den Krieg erklärt hatte. Was für Pläne die Briten bei ihrem Angriff längs der belgischen Küste gehabt haben mögen, war niemals bekannt und ebenso­wenig, wie weit sie schon gediehen sind. Jedenfalls sind sie se h l ge sch l a ge n. Die Schlacht war, was das Betragen des einzelnen Soldaten angebt, eine der ehrenvollsten, die je von Briten durchgefochten wurde. Sie gehört aber nicht zu dcurn, mit denen die Heeresleitung Ehre einlegen kann.

Sturz des französischen Ministeriums.

W. T.-B. Paris, 14. Nov. (Dcahtbericht. Agence Havas.) Nach Besprechung von Interpellationen über die militärische und polit-lche Lage nahm die Kammer mit 250 gegen 192 Stimmen eine Verirauenstagesordnung fi-r tie Regiecung an. Nach Schluß der Sitzung trat das Ministeriumzurück.

W. T.-B. Paris, 14. Nov. Drahtbericht. Agence Havas.) In der Kammer forderte die Regierung die Vertagung der Interpellationen über die gerichtlichen Zwischen, fälle Die Kammer lehnte die Vertagung mit 277 gegen 186 Stimmen a b und brachte hierdurch die Regierung in bie Minderheit. .

*

W. T.-B. Paris, 14. Nov. (Drahtbericht.) Der Senat hat die von Bolo verlangte Aufhebung der parlamentarischen Immunität des Senators Humbert angenommen.

Das angebliche deutsche Friedensangebot an Frankreich.

\V. T.-B Amsterdam, 13. Nov. Der „Nienws Rotterdams«? Courant" meldet ans Londrn vrm 12. November. Im Unterhaus? sagte Bonar Law u> Beantwortung einer Anstage Trevelhaizr, es sei ihm nickt bekannt, daß die deutsche Regierung der f r a n ? v s i i ck c n 3! e g i e r u n g ein Friedensangebot xemacki habe. Was die Frage eine? angeblich deutschen Schrittes durch unregelmäßige Kanäle gcxir.r.ber französischen Staatsmännern, die nicht Mitglieder der Rlgierung sind, betreffe, so sei diese Ange- legcnheit schon durch Frankreich behandelt worden.

Eine neue papstnote über die Friedenr- beSinaunaen?

Berlin, 14. Nov. In vmtikarrnche» Kreisen loird angeblich die Veröffentlichung einer neuen Popstr.rte übrr hk Frieden s- bediwgumgerr erwartet, die an die einzelnen Krieg führ enden gcricht-.t werden soll. __

Die sldmirqlstabsmeldung.

W.T.-B. Berlin, 13. Nov. (Amtlich.) Reue Uirterfee- bcctserfolge im Sperrgebiet um England:

17 000 Brnttoregistrrtonnen.

Unter deu vernichteten Schiffen befind sich ein großer eng- lffcher Dampfer vom Aussehen des Dampfers „Saxonia".

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Ein Seegefecht an der flandrischen rküste.

w. T.-B. Berlin, 13. Nov. (Amtlich.) Am 12. November, nuchmittaqs, kam es vor der flandrischen Küste zwischen unseren Torpedobooten und englischen Borpostenstreitkräften zu einem kurzen Artilleriegefeckt, wobei ein feindlicher Zerstörer getroffen wurde. Unsere Boote sind ohne Be­schädigung eingrlaufrn.

Line Hetzrede Wilsons.

W. T.-B. Buffalo, 12. Nov. Auf der Jahresversammlung der amerikanischen Federation of Labour hielt Präsident Wilson eine Rede, in der er u. a. sagte: Dies ist der letzte und entscheidende Kampf zwischen den Machtprinzipien und den Fveiheitsprinzipien. Der Krieg wurde Don Deutsch­land begonnen, die deutsche Regierung stellt das aber in Abrede. Aber ich warte ruhig das Urteil der Geschichte ab. Deutschland hatte seinen Platz au der Sonne, warum war es nicht zufrieden? WaS will es noch mehr? Ich glaube wubl, dotz der Gei st der Freiheit das deutsche Volk durchdriraen kann wie jede? andere Volk, aber es verträgt sich nicht mit den Plänen der Alldeutschen. Wilson sagte dann weiter: Deutschland will immer wieder mit uns iiber den Frieden sprechen. Belgien, Nordfrankreich und Eist ß-Lothringen. über die eS spr-cben will, sind zwar sehr w'chtigc Gegenstände, aber sie treffen nicht den Kern der Sc.che. Wenn die Karte von Europa so bleibt, wie jetzt, wird Deutschkond immer in der Lage sein, den Weltfrieden zu stören. Deutschland will die ganze Welt politisch beherrschen. Ein derartiger Ehrgeiz hrt schon früher mehrmals bestanden und wurde auch teilweise verwirklicht, aber nie zuvor ist ein solcher Ehrgeiz auf einen so genau ans- gcarbeiteten wirtschaftlichen Plan zur Erreichung der Vorherrschaft auSgebaut worden. Ich bin überrascht, daß eS Gruppen von Menschen gibt, wie im Augenblick ge­wisse Kreise in Rußland, die glaubeu können, daß sie ohne Gefahr von seiten Deulichlands würden leben können. Ich habe nichts gegen die Bestrebungen der Pazifisten «inzu» ÜititbtR, nur oeflui tzrx Einfalt, fü« fflifica mchtz wie

man zum Frieden gelangen kann. Ich weiß es aber. W.lson sagte zum Schluß, daß er in der Person des Obersten House einen der größten Friedensfreunde nach Europa ge­schickt habe, aber nicht, um über den Fvieden zu verhandeln, sondern um zu sehen, wie der Krieg gewonnen werden kann.

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China protestiert.

W. T.-B. Amsterdam, 13. Nov. Reuter meldet aus Washington oom 12. November: Der chinesische Ge» sandte überreichte dem Staatsdepartement formell den Protest gegen den Vertrag, der zwischen den Ver­einigten Staaten und Japan über China beschlossen wurde. Nichtamtlich verlautet, daß de-r japanischen Regierung in Totw orn ähnlicher Protest übeire'cht wurde.

Der Bürgerkrieg in Rußland.

Lin klares Bild zurzeit unmöglich.

Der Exzar Kaiser eines unabhängigen Sibiriens?

Br. Berlin, 14 Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Nachrichten aus Rußland lauten nach wie vor yöch st u n b e st i m m t und lassen mit Sicherheit nur erkennen, wie verworren die Lage der beiden kämpfenden Parteien ist. Entgegen den über England kommen- den Funksprüchen, die einen Sieg der Bolschewik! ver­muten lassen, erfährst „Sozialdemokraten", daß Korn i» low an der Spitze starker Trnppen.ibteilnngen von Zarskoje Selo gegen Petersburg zog. Seine Truppen besteben aus Kavallerie, hauptsächlich Koiakesi; sie seien in die Stadt eingedrungen, wo blutige Kämpfe auf dem Newky Prospekt stattfanden. Die Petersburger Garni- s o n sei mit Ausnahme der Matrose n auf Kornilows Seite übergeq-mgen. Mit Hilfe der Matrosen hielten die Bolschewikis immer noch alle Arbeiterviertel besetzt. In Petersburg lei ein Triumvirat Kerenski-Kaledin-Kornilow gebildet wor- den, das die g a n z e M a ch t in seiner Hand habe.. Tie Entente-Botschafter seien' mit Kornilow in Verbindung getreten. Lenin soll o e r h a f t c t sein. Einer anderen, ebenfalls aus Schweden staininenden Meldung zufolge sind dagegen Lenin und Trotzky mit Hilfe Kronstädter Matrosen auS Petersburg a e f l ü ch- t e t. Das revolutionäre Kriegsgericht soll die beiden marimalistischen Führer znm Tode verurteilt und sie für v o g e l f r e r erklärt haben. Die einzige, den Lenisten günstig klingende Meldung kommt auf- fallenderweise aus England und Nord aonr Amsterdamer „Handelsblaad" veröffentlicht. Hie, nach soll sich die Radiostation bei Zarskoie Selo f eif Sonntag wieder in den Händen Lenins befinden. Am richtigsten ichildert wohl der „Daily Telearaph" den Stand der Dinge. Es sei alles noch i n derSchweb? begriffen, heißt eS in dem englischen Blatt. Die vorläufige Regierung, d. h. K e r e n s k i. habe keine genügenden Streitkräfte geltend zu machen, und die Bolschewikis ebenso wenig, um ihre Autorität durchzusetzen. Beide Parteien müssen kaher P er st ä rk u n g e n abwai-ten. Sie erhcffen diese auf der Linie Krasno-Selo-Kolvino zu erwarten, die von einer unbekannten Schar Kosaken unter General Kraschnow besetzt gehalten wird. Die Bolschewikis er- wartcn, daß ein Teil der Garnisonen von Reval und Narwa ihnen zn Hilfe kommt, aber niemand weiß etwas.Bestimmtes.

Inzwischen hat die P b a n t a s i e fleißig gearbeitet und die unglaublichsten Gerücht? in die Welt gesetzt, die , Berlingske Tidende" bringt aus Havaranda folgende Telegramme: Au? Petersburg kommt die über- raschende Meldung, daß Sibirien sich selb st an- dig erklärt und den entthronten Zaren Niko­laus zum Kaiser ausgerufen habe. Der Zar und seine Familie beffnden sich noch in Tobolsk. Die sibiri­sche Erhebung scheint von dieser Stadt ausgegangen zu sein. Schließlich kommt anscheinend noch folgende ebensowenig glaubhaft erscheinende Lugoner Meldung: Wie aus Bern berichtet wird, sind dort Ge- rüchte im Umlauf, wonach I r v a n und China Ruß­land den Krieg erklärt haben, um im Aufträge der En­tente eine Strafexpedition anläßlich seines Treubruches durchzuflihren.

W.-T.-B. Paris, 14. Nov. (Drohtberichi.) Dem „Temvs" zufolge sind' di? telegraphischen Berstindungen mit Petersburg w i e d e r b e r a e st e l l t. Die iionzö- ffsche Regierung hat Telegramine ihres Botschafters Noulens erbalten.

Die Macht der Neqierung Kerenskis wiederheraestellt?

5 Stockholm, 14. Nov. (Eig. Drahtbericht., zb.) D'e hiesige russische Gesandtschaft erhielt soeben die amtliche Mitteilung, daß Petersburg sich wieder in deiß Härckien Kerenskis befindet, imchdem die lwike.vitischen Truppen bei Zarskoje-Selo entscheidend geschlagen wurden. Zum Sitz der Regierungsgewalt wird Moskau und NowoffcherkaSka erklärt. Es ist ein Triumvirat, aug bpi b«i Diktatscen Äetöilfi, Äouülo® mch