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Donnerstag, 8. November 1917.
Abend-klusgabe.
Nr. 571. . 65. Jahrgang.
Kapitulation von neuen J7000 Italienern.
Oer Uebergana über die Livenza bereits erzwungen.
Sin neuer llmfajsungsersslg.
Jetzt über 25006V Gefangene, über 2300 Geschütze.
Zranzöft qe Angriffe im Sunügau zusammengebrochen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 8. Nod. (Amtlich.)
Westjichcr Kticgsschanplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
An der flandrischen Schlachtfront hat der Feind seine Angriffe nicht wiederholt.
Die Artillerietatigkeit blieb rege; .sie steigerte sich namentlich gegen die Abschnitte au der Äser und bei Passchendaele. Die Stadt D i r m u i d e n lag unter heftigem Minenfeuer.
Nördlich von Poelkapelle und Armentieres wurden englische Erk» kdSabteilungen abgewicfen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Im A i l l e t t e - Y) r u n d wurden aus erfolgreichen Borfeldkämpfen französische Gefangene eingcbracht.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Im S u n d g n u schwoll die schon seit einigen Tage» lebhafte Artillerietätigkeit zu beiden Seiten des Rhein - Rhone - Kanals zu größerer Heftigkeit jn. Französische Sturm truppen stießen am Nachmittag nördlich und südlich vom Kanal vor. Bei Ammerswciler wurde der Feind z u r ü >k g c w o r f e n. Westlich von Heidweiler blieben v o r s p r i n g e n d e Grabenstücke in seiner Hand. Am Abend brachen hier erneute Angriffe der Franzosen verlustreich zusammen.
Seit dem 3 November verlor der Gegner im Luftkampf und durch Flugabwehrfeuer 2 4 Flugzeuge. Leutnant Wüsthof errang seinen 24. und 25. Luftsieg.
Östlicher Krieasscha,»platz.
Bei B r o d y und an der M o l d a w a lebte das Feuer geitweillg auf.
- Mazedonische Front.
Im Cernabogrn hat sich die Artillerietätigkeit wieder verschärft.
Italienische Front.
Unsere auf den Gebirgsstraßen vorgchenden Abteilungen brachen de» Widerstand feindlicher Nachhuten.
Am mittleren Tagliameato zwischen Tollmezz und G e m o n a und a» den ständigen Befestigungswerken deS Momte S. Siweona noch ausharrenden Feinden ver- legten umfassend angesetzte Angriffskolonnen den' Rückzug. Bisher mußten sich 17 000 Italiener (darunter et» General) mit 80 Geschützen ergeben.
. In der Ebene entwickeln sich längs der Livenza Kämpfe. In frischem Dranfgehen erzwange,». sich, deutsche und österreichisch-ungarische Divisionen trotz zer- stöltrr Brücken den Übergang und warfen den Feind westwärts zurück.
Tie Gcsamtzahl der Gefangenen bat sich auf mehr als 250 0 00, die Beute an Geschützen auf über 2300 erhöht.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludcndvrff.
ver französische General §och Tadornas erster Beirat!
— Berlin, 8. Nvo. (zb.) Der französische Geneval Fach wurde zum ersten Beirat Cadornas ernannt. Duchene befehlige das französische Hilfskorps; auch General Man- gi" soll in Jtrlien Verwendung finden.
Der lfntentekriegsrnt in Italien:
— Berlin, 8. Nov. (zb.) Nach einer Meldung aus Rom hat der eiite KriegSrat zwischen Eadorna, Orlando. Llotzd George. Robertson, Foch, Smuts und Painleve bereits die nötigen Maßregeln zu einer» einheitlichen Vorgehen der italienisch - französisch - englischen Truppen angeovdnet.
Italienischer Bericht vom 7. November.
Angesicht? der S ch w r c r : g k e i t e n der Ve r t e i d i g u n g am T a g l i a in e» t c dessen Wasser gegenwärtig niedrig sind, verlegter wir »nkere Linie nach der Livenza zurück. Unser im Ncrten wirksam durch unsere Deckungsabteilungen und im Süden durch unsere Nachhuten gedeckter Rückzug konnte sich in guter Ordnung vollziehen liniere Flugzeuge und Lenklustschiffe bewarscn gestern tagsüber und in der vergangenen Nacht mehrmals mit starker Wirkung seiudliche Strcitkräfte, die beim Wiederaufbau von Brücken beschäftigt cder tatet waren, den Taglrainento zu überschreiten. Unsere Flieger schossen vier feindliche Flugzeuge ab.
Amerikanische Truppen sür Italien.
W. T.-B. Rotterdam, 7. Nov. „Moasbode" erfährt von in Rotterdam angekoinmenen englischen Seeleuten, daß Ende voriger Woche Abteilungen amerikanischer Truppen in England angekommen sind, die direkt nach Italien weitergeschickt wurden.
Wenigstens ein ehrliches franzüsisihes Blatt!
W. T.-B. Bern, 7. Nov Die französische Presse schließt an Hand der Generalstabs berichte ans der Ruhepause auf dem italienischen Kriegsschauplatz, daß die Stoßkraft der Deutschen. Österreicher und Ungarn gebrochen sei. Gegen diese Ansicht und die ihr zugrundeliegende falsche B e - rickterstattung schreibt „Journal des Däbats" sehr scharf: Das französische Publikum sei jetzt über Italien
ebenso schlecht unterrichtet, wie vor dem Zusammenbruch der Zaren Herrschaft über Rußland. Wenn man noch am 3. November zu lesen bekomme, die italienische Armee weiche heldenmütig vor den deutschen Divisionen zurück, aber der Schlag der Österreicher und Deutschen sei m i ß l u n g e n, so seien das ebenso viel Lügen wie Worte. Die italienische Nrrdostarmee weiche unter dem Druck überlegener Klärte und sie habe trotz rechtzeitiger Warnung an de» entscheidendsten Punkten eine beschämende Sch w i: che gezeigt. Ohne Erkenntnis der Wahrheit könne man so schwere.Fehler nicht wieder gntmachen. Italien müffe wißen, daß seine Armee zum Teil von Defaitismus angesteckt sei. Rückwärtige Verteidigungslinien. seien es Berge oder F'iißliuien. leien wertlos, wenn sie nicht todesmutig verte'diat würden; obne eine znverläffige Armee seien alle strateg'.schen Pläne umsonst. Glücklicherweise sei in Italien die öffentliche Meinung wieder einmütig; aber trotzdem eitere auch dort das Lenninsche Geschwür. Die Deutschen bedrohten bereits B e l l u n o, T r e v i s o und Venedig. Wie könne man da telegraphieren, hes Feindes Plan sei vereitelt. Das sei kindisch rind fehlecbuft, Dieser militärische Erfolg ü-kertresfe wahrscheinlich die größten Hoffnungen des Feindes. Man werde ihn ihm mit Lügen gewiß nicht entreißen. So möge die französische Regierung erlauben, daß man die Wahrbeit sage, nicht Italiens Beispiel zu folgen, das in so großer Gefahr ist, weil es nicht rechtzeitig das Notwendige rat.
Herdes „einfaches" Verlangen von der französischen Heeresleitung.
W. T.-B. Bern, 7. Nov. „Mati n" nennt die Loge Italiens wi-der ernst, sortiert jedoch Kaltblütigkeit. Dir italienische Niederlage hätte vermieden werden können, wenn die italienische Regierung die von der Reck-ten und der Linken betr'ebene Propaganda scharf 'hecmfficbt'gt hätte. Die idalie- nissche Regierung sei beute entschlossen, alle Veranttncwtticb- keiten auszudecken und tue nötigen Maßrez;elungen vorzuneb- men. Unter den heutq-m Umständen wetdc der Rückzug.wohl bis zur Piwe fovtge'etzt werden müssen. Hevve schreibt, es sei jetzt ein wefferer Beweis erbracht, daß ein Fronttznrckibrn-b möaliöb sei. Ec verlange daher, daß die französische Heeresleitung auf der s r a n z ö s' s cki e n Front einen Durchbruch in die deutsche Front varberetten und durchführen solle, wodurch die Stimmung wieder gehoben werden könne.
Das Verlangen nach einer russischen Entlastungs- Offensive.
— Berlin, 8. Nov. (zb.) Jy italienischen Blättern heißt es aus Petersburg, daß Terestschenko und KerenSki eine lange Besprechung mit dem italienischen Botschafter batten. Man glaubt, daß Rußland nicht länger untätig ükeiben werde und daß man der rumänischen Front große Aufmerksamkeit zuwenden müsse.
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Feldmarschall v. Krobntin!
W. T.-B. Wien, 7. Nov. Ans Anlaß der jüngsten Siege in Italien hat Kaiser Karl den Generolooersten Freiherrn v. Krobatin zum Feldmarschall ernannt.
44000 Tonnen!
W.T.-B. Berlin, 7. Nov. (Amtlich.) Neue U-Bootsersolge im Mittelmeer: 14 Dampfer. 2 Segler mit rund 44 000 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die bewaffneten tiefbeladenen englischen Kriegsmaterial-Transporter „Pera" (7635 Br.-R.-T.) und „Eolleqinn" (7237 Br.- R.-T.), sowie der bewaffnete itälienische Truppen- transporter „Valparaiso" (4930 Br.-R.-T.), der samt dem ihn kichernden i t a l i e n ä s ch e n Hilfskreuzer „Porte Mauricio" auf der Reede von Maria Stisa (westlich Darna) versenkt wurde. Denuche der feindlichenSchiffahrt, sich' mit länger werdender Dunkelheit durch nächtliches Fahren unseren U-Booten zu entziehen, blieben erfolglos. Mehrere der versenk
ten Dampfer wi:rden in Nachtangriffen, andere aus ungewöhnlich stark gesicherten Geleitzügen herausgcschossen. An den gemeldeten Erfolgen ist Oberleutnant z. S. Steinbauer in hervorragender Weiie beteiligt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine. Versenkung eines amerikanischen Patrouillenfahrzeuges.
W. T.-B. Washington, 7. Non. (Amtlich.) Das amerikanische Patrauillensahrzeug „Alcodo" wurde am Montag in der Kriegszone von einem U-Boot versenkt. 1 Offizier und 20 Mann werden vermisst.
Versenkt.
W. T.-B. Stockholm, 7. Nov. Laut einer dem schwedischen Ministerium des Äußern zug-gangenen Dcahtmeldung rst der einer Reederei in Stockbolm gehörige Dampfer „Bur" (3000 Br.-R -T.) am 2. November in der Nähe der eng. lischen Küste, durch e>n deutsches Tauchboot versenkt worden. Zwei Mann de: Besatzung werben vermißt, die übrigen 20 sind getestet und nach Gcimsby verbracht worden.
Dre englischen Minen an der holländischen Küste.
W. T.-B. Amsterdam, 7. Nov. Im Menst Oktober wurden an der niederländischen Küste 7 5 0 M inen anqetrieben, wovon 6 9 8 englischen, 2 sro-nzösischen, 8 deutschen und 42 unbekannten Ursprungs waren.
Die neue Krips in Petersburg.
Die Maximalisten im Besitz der Telegraphen!
W. T.-B. Petersburg, 8. Nov. ' (Meldung des Reuter-Bureaus.) Eine Abteilung Marincsoldaten unter Befehl des revolutionären Ausschusses der Maximalisten besetzte, die Geschäftsräume der amtlichen Petersburger Delegr.iphenagentur, die De legraphen-Zentrale, die Staatsbank und das M a r i n e m i n i ste r i u m, wo der Rat der Republik tagt, dessen Sitzungen angesichts der Lage aufgehoben worden sind. Bis jetzt wurden keine Unruhen gemeldet, mit Ausnahme von einige« Fälle« von Apachentum.
Oie Arbeiterviertel in vollem Aufruhr!
— Berlin, 8. Nov. lzb.) Jlber Straßenkärnpfe in Peters, bürg heißt »s im „B. L.-A.": Der Bürgerkrieg ist der Ha ipt- stadt ist nunmehr ausgrbcochen. In vielen Straßen wurden Barrikaden gebaut, und es kam bereits zu mehreren bluttgen Zusammenstößen zwischen der Volksmenge und den Truppe«. In dem Arbeiterviertel herrscht voller Aufruhr. Nach anderweitigen Meldungen soll in einem Ministerrat, der unter H'i:zuziehrng hoher M'litirs Iw einer der letzte» Nächte im Winterpalais tagte, beschlossen worden sein, bei den ersten Anzeichen mit aller Schärfe einschließlich Waffengewalt vorzugehen. Um 4 Uhr nachmittags habe Kerenski, nachdem er Vollmacht hierzu ech>klten hatte, die Wache vor dem Winterpalast verstärken lassen. Auch Kanonen seien herbeigeschafft worden.
Die bisherige Kaiserjacht Bureauschifs des Flottcu- Komitees
W. T.-B. Petersburg, 7. Nov. Die „Börsenztg." teilt mit, daß das Komitee der baltischen Flotte in Helsinafors vom Marineminister die Auslieferung der früheren kaiseckicheu Facht „Standard" verlangte, um darauf die B'treauS deS Komitees einz rrichteu. Als der Marineminister dieser Forderung nicht entsprach, begab sich eine Gruppe von bewaffneten Matrssen nach Krinstkdt, bemächttgte sich der Jacht und brachte sie nach Helsingfors.
Kerenski über die von den Maximalisten drobende' Gefahr.
W T.-B. Petersburg, G. Nov. Meldung let Petersburger Tele» gi-aph, „aecntur Einstweiliger Rat der Republik. Auf die Frage, was die Rrci-rnna zu tun gedenke, uni den Versuch der Mafimalisien. sich der Ltaatexewalt,u beinächtigen, ;u vereiteln, hielt Wir isrerprätitent Kr-xenskr folger de Rede:
Mau fr fit ■ 1»einen, ;c näher der Tag des Zusanunentritts der verfassmrxgeberden Lersanimlung konimt, um jo nachdrücklicher werden dir Vnstichc rhre Jusanimenheruiung z» vwhlndern, die diesem Ziele durch Lähmuno der Lantesverteikipung und durch Vaterlands» verrat zr-ftreben. Cie grden von zwei Sei'cn »us, von der äußersten Linken und der äußcrsien Rechten Sic kruime» in den Artikeln der S t a a t e v e r t r e ck e t S Leu: rr zu Wert, der der 'Justiz spottet. Nun nutzen diese Ansircngungen, plerchrrcl ob mit Bewußtsein oder ohne, uichl dem deinsldcu Prrletariat, sondern den Schichten, dre Deutschland tzcbeirfcheii, denn sie tragen dazu bei, unsere Front den Truppen des Parwrs und seirer Freunde zu öffnen." Mrt Beziehung ans de« Streit zwischen dem Stabe des Mrlitärzouver,
