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Montag. 5. November 1917. . 6bENÄ-KU§gQ!)E. **r. 555. » 6S.^Iahrgans^
Der Tagliamento überschritten!
Aeber 6000 Gefangene.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 5. Nov. (Amtliche)
Westlicher Krieasfchouplatz.
In Flandern war die Artillerietätigkeit nach unsichtigem Wetter erst am Abe rd lebhaft, vornehmlich an der Iserniederung. Nachts lag dorr und auf dem Kampf- gelände zwischen dem Honthoulster Wald und dem Kanal Comines-Dpern kräftiges Störungsfeuer. Mehrfach stießen englische Erkund rngsabteilungen vor; sie wurden überall zurückgeschlagen.
Bei den anderen Armeen war infolge Nebels'die Gefechtstätigkeit im allgemeinen gering.
östlicher Kriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
Mazedonische Front.
Nach tagelnnger, auch gestern andauernder starker Feuer- oorbereitung zwischen W a r d a r- und D o i r a n-S e e griffen englische Bataillone von Dtojakov» au. Ihr Ansturm brach verlustreich vor den bulgarischen Stellungen zusammen.
Italienische Front.
Deutsche und österreichische Divisionen haben sich am mittleren Tagliamento den Übergang erkämpft und find im weiteren Vordringen. Den dort gefchlagenen italienischen Brigaden wurden über 6000 Gefangene und ein« Anzahl Geschütze abgrnommeu.
Der Erste Geueralquartiermeister: Ludendorff.
Oie Vereinigung der Italiener mit den
französischen und englischen Hilsskorps.
Br. Lugano, 5. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Nach dem „Corriere del Ticino" dürste am Piave die Vereinigung der Italiener mit den französischen und englischen Hilsskorps stattfinden, die bereits auf dem Wege seien da die Entente ihrerseits eine große General- offensive an der italienischen Front geplant hat, wobei ihr jedoch die Zentralmächte znvorgekom- lii e n leien. Der Bürgermeister von Mailand erließ einen Aufruf zum Widerstand. Er ermahnt aber zugleich die wohlhabenden Kreise, den größten Teil der notwendigen Opfer aus die eigenenSckmlt-rn zu nehmen und die ärmere Bevölkerung zu entlasten. In Mailand, Rom und anderen Städten bildeten sich Hilfskomitees für di: Flüchtlinge. Die Tesiiner Presse behandelt in rührender Übereinstimmung die These von dem offenbar kläglichen Scheitern der österreichisch-deutschen Offensive. d, h. was die innerpolitischen Folgen betreffe. Dasselbe behauptet ein angeblich Berliner Telegramni der „Gazette de Lausanne", das die angebliche Sorge der Berliner Kreffe über das Scheitern der Offensive meldet.
Kuch Amerikaner für die italienische Zront?
Berlin, 5. Nr«. Nach dem „Secolo" trafen auch bersits große Teile des amerikanffchen Heeres Vorbereitungen zur Übersetzung an die italteuilsche Front. — Diese Meldungen, sagt der „23. L.-A.", die offenbar darEf berechnet sind, das italienische Publikum zu ermutigen, enthüllen besser als alles andere die Verzweiflung, die sich der Italiener bemächtigt haben muß. — Fm „83. T." wird di« französische Hoffnung auf die Entscheidungsschlacht in der vene- ziainifchen Ebene betzmochen.
Oie dringend« veruhigungsmission painlevvs und Lloyd George? n Italien.
Br. Genf, 5. Nov. (Eiq. Drall!bericht, zb.) Pain- lev^ und Lloyd Georges Zusamnienkunft mit dem König von Italien in dessen Hauptana-tier wird nach römischen Mitteilungen Anlaß zum Austausch von Versicherungen geben, die bestimmt allen Bestrebungen ans einen Sonderfrieden entgegenwirken. Painlevs und Lloyd George wollten und konntet damit nicht bis zur Pariser Konferenz v,arten? die infolge der italieni'chen wie der russischen Verhältnisse die ihr zugedachte Bedeutung eingebüßt hat.
Gnnral Foch, französischer Oberkomnmndnnt in Italien?
W. T.-E. Bern, 4. Nov. Schweizer Blätter melden aus PrriS. zu»' Oberkommaudanten für die französisch-englische Hilfsarmee in Italien sei (Oenetal Foch bestimmt.
Eisige Aufnahme des Königs in Rom.
— Berlin, 5. Nov. (zb.) Der König von Italien wurde bei seinem letzten Besuch in Rom während der Fährt vom Bahnhof zum Quicrnal, wie verschiedene Blätter melden, von der Bevölkerung mit eisiger Kälte empfangen. Angeblich ist der Kriegszustand über ganz Italien aus
gedehnt und sind die Altersklassen vom 16. bis 60. Lebensjahr einberufen worden.
Ein weiteres deutsches Regiment für Kaiser Karl.
XV. T.-B. Wien, 4. Nov. Aus dem Kriegspressequartier wird Vom 4. Nov.. mittags, gemeldet: Seine Majestät der Kaiser und König wurde von Seiner Majestät dem deutschen Kaiser zum Inhaber des schlesischen Infanterie-Regiments Nr. 68 ernannt.
Auch Generalstabschef v. Arz deutscher Rcgimentsinhaber
XV. T.-B. Wien, 4. Nov. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Der deutsche Kaiser verlieh dem Erzherzog Eugen das Eichenlaub zum Orden Rour 1s merite und ernannte den Chef des Generalstabes, General der Infanterie Baron v, Arz zum Chef des schlesischen Infanterie-Regiments Nr. 157. Ferner verlieh Seine Majestät dem Generalobersten v. Boroevic und dem Chef de: Operationsabteilung Generalmajor Frhrn. v. Wald- st ä t t e n den Orden Uour 1s morite.
vir Besetzung der Reichs- und Ltaaträmter.
(Von unsere rBerliner Abteilung.)
Br. Berlin, 5. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der gestrige Sonntag hat zu einer erfreulichen Wendung in den Dispositionen des Grafen Hertling geführt. Er scheint die parlamentarische Besetzung der Reichs- und preußischen Ämter nicht mehr bis nach seiner Rückkehr aus Müi,chen aufschieben zu wollen. Gestern empfing er zwei Parteiführer des preußischen Landtags, Len Geheimen Rat Dr. Friedberg, mit dem er die Frage der Übernahme des preußischen Vizepräsident eil Postens besprach, and von dem er jedenfalls keine ablehnende Antioort erhielt; dann den fortschrittlichen Abgeordneten Dr. P ach nicke, mit dem er die Berufung ein^ Mitgliedes der Fortschrittlichen Volkspartei in das vreutzische Staatsministerium besprach. Auch den sozialdemokratischen Abgeordneten Ebert empfing Graf Hertling und hörte, was der „Vorwärts" heute abermals betont, daß auch die Sozialdemokratie, wenn ste schon s e l b st auf eine Beteiligiuig verzichtet, unbedingt von der Mitwirkung der Fortschrittlichen Volkspartei an der Reichs- und preußischen Regierung das Versprechen ihrer Unterstützung abhängig macht. Die preußische Frage scheint auch viel leichter gelöst werden zu sollen, als di« der Reichsregierunq. Die Ernennung eines fortschrittlichen Abgeordneten zum Vizekanzler zögert sich hinaus, weil hier von einflußreicher Seite sich starke Widerstände geltend machen w,-llen, die von der Mehrheit überwunden werden müssen und überwunden werden. — Die „Voss. Ztg." meldet: Staatssekretär v. Kühlmann hat in diesem Punkt keinen Auftrag zu Verhandlungen mit den Parteiführern gehabt, und die Anregung wäre von anderer Seite ausgegangen. Es ist ganz gleichgültig, von welcher Seite die Anregung kam, es handelt lick um ein Gebot der Stunde. — Das „23. T." sagt, es herrsche die Überzeugung vor, daß Graf Hertling den Rückiritt des Herrn Helfferich und die Berufung des Herrn v, Patzer, der von der Fortschrittlichen Volkspartei am Samstag als die geeignetste Persönlichkeit bezeichnet worden ist, oder' einen anderen fortschrittlichen Abgeordneten für notwendig hält. Er dürste bemüht kein, die Hinderniffe, die nmn ihm in den Weg legt, v o r seiner Abreise nach Münck-en, also vor Mitte dieser Woche, zu überwinden, und so die Grundlage zu schaffen, die seiner Regierung allein eine dauernde und ersprießliche Wirksamkeit geben- kann. — Im „Vorwärts" liest man: Wenn wir neulich
sagten, daß Herr tz. Patzer zur Übernahme des Vizekanzlers betet sei. so war dies nicht so zu verstehen, als ob Herr von Patzer persönlich seine Ernennung wünsche und v o r - bereite. Der Vorsitzende der Fortschrittlichen Volkspartei hat nur die p-vlitische Notwendigkeit seines Eintritts die ihm von anderer Seite nahegelegt wurde, cin- geschen. so daß jetzt von seiner Seite gegen seine Berufung kein Hindernis besteht. Wir können uns nicht denken, daß Hindernisse, die von konservativer Seite künstlich aufgebaascht werden, vom Reichskanzler als unüberwindlich angesehen werden können. Von verschiedenen Blättern wird gemeldet, daß zum Chef der Reichskanzlei der freikonservative Abgeordnete l. Kardorff ausersehen sei. Man wird daraus schließen müssen, daß Herr v. Kardorff zu jenem Teil der frciki-nservatiten Landtaasfraktion gehört, der der Erfiillung des Wahlrechtsversprechens keine Hindernisse in den Weg zu legen gewillt ist. Trotzdem würde eine Regierung, die aus Zentrumsführern und Nationalliberalen, obendrein noch mit einem freikonservativen Einschlag, besteht, sich auf das Bectca.ien der breiten Massen der Volkskreise nicht stützen können. Es ist selbstverständlich, daß sich die Sozialdemokratie die endgültige Stellungnrhme zur neuen Regierung so lange Vorbehalten mutz, bis ihr Gesicht klar erkennbar ist. — Der freikonscrvative Abgeord
nete v. Kardorff, de- als Chef der Reichskanzlei oder auch als preußischer Unterstaatssekcetär genannt wird, ist ein Sohn dis vecstirbenen Führers der Reichst» irtsi, o. Kardorff, und gehört dem Landtag seit 1909 als Vertreter für Fracht rdt- Lissa an; er hat sich als Pa-lamentacier durch eine moderne Anschauungen vertretende Rede sehr wirkungsvoll eingeführt.
Oie Kdmiralstadsmeldung.
Eingreifen eines U-Bootes an der tripalitanischcu Küste.
W. T.-B. Berlin, 4. Nov. (Amtlich.) Neue Untersce- bootserfolze im Spwcgebiet um England: 15 000 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich drei bewaffnete Dampfer, einer davon war englischer Nationalität. .
Eines unserer Unterseeboote griff am 7. Oktober rn westlich der Stadt Tripolis beobachtete Kümpfe zwischen Landesbewohnern und Italienern mit seiner Artillerie ein und nahm italienische Truppen mit gutem Erfolg unter Feuer. Am 16. Oktober beschoß das gleiche Unterseeboot wirkungsvoll Befestigungsanlagen von H o m s (Tripolis). Ein anderes Unterseeboot ftihrte im Scywarzen Meer eine 2)esch<ießnng des von russischen Truppen besetzten Ortes Tuapse aus und versenkte einen mit Munition beladenen Transporter.
Der Chef des Admirafftobes der Marine.
Zur Vernichtung eines deutschen Hilfskreuzers im ttattegatt.
— Berlin, 5. Nov. (zb.) Zum SeekaaM im Kattegatt, bei dem der deutsche b c w a i f n e t e DampDk „Marie" zum Sinken gebracht wurde, nachdem sich die deutsche Besatzung eine Zeitlang heldenmütig gegen die überwältigende eisg- lische Übermacht verteidigt hatte, heißt es im „B. L.-A. : Nach schwedischen Meldungen hatte der Kampf gegen den englischen Torpedojäger eine Dauer von drei Stunden. In Göteborg wurde gegen 7 Uhr morgens von See her schwaches Grkchutzseuer gehört, das nach einer halben Stunde immer deutlicher und heftiger wurde. Gegen 9 Uhr war das Feuer so beftig daß die Häuser auf der Tyl-Jnsel und längs der schwedischen Küste erzitterten.
Keine Festhaltung der Schiffbrüchigen in Dänemark.
XV. 1 .-B. Kopenhagen, 4. Nov. Es ist nun ' entschieden worden, daß die in Kopenhagen befindlichen Seeleute des versenkten deuffchen Hilfskreuzers „Marie" nicht interniert, sondern als Schiffbrüchige behandelt werden sollen, da sie von dem dänischen Dampfer „Dalgas" in beit internationalen Gewässern ausgenommen worden sind. Als dies den Seeleilten gestern mitgeteilt wurde, drückten sie ihre lebhafte Freude und ihren tiefgefühlten Dank sür die gastfreundliche Aufnahme aus, die ihnen in Kopenhagen zuteil geworderi ist. Die unverletzten Seeleute traten bereits heute die Reise nach Deutschland an. Die im städtischen Krankenhaus befindlichen Verwundeten können die Rückreise in die Heimat antreten, sobald sie aus dem Krankenhaus entlassen werden. ,
Amerikanische Kngst vor deutschen U-Kreuzern.
Basel, 4. Nov. (Frkf. Ztg.) Einer Meldung der „Times" aus Washington vom 26. Oktober zufolge glaubt die amerikanische Regierung Beweise dafür zu haben, daß Deutschland llnterseekreuzer eines neuen Tysis baue. Ein französischer Marineoffizier, der sich in K i e l habe als Arbeiter ansiellen lassen, habe gemeldet, daß diese neuen Unte-seek-euzer demnächst vollendet sein werden. Mdn fürchtet in Amerika, daß es diesen Ünterseekreuzern gelingen könne, die Blockade zu durchbrechen und auf dem freien Ozean als Ge- ffensterschiffe großen Schaden anzu richten. Der Korrespondent .der „Times" meldet, man sebe -in, daß eine beträchtliche Zunahme der Vers-nkungen die Pläne der Alliierten, den TranSvort der amerikanischen Armee und die Lieferung von Nchrnngsmitteln und Munition an die Alliierten e r n st l i ch bedrohen würde.
Oer Krieg der Türkei.
Eine italienische Schlappe in Tripolis.
W. T.-B. Konstantinopel, 3. Nov. Der Sonder-- berichterstatter der Agentur Milli meldet aus Tripolis: Am 12. September gingen die Italiener mit überlegenen Kräften aus Tripolis vor und beniächtigtcn sich der Palnwnpflanzungen von Z a v i e nnd Z a n z u n zwischen Z a v a r a und Tripolis. Am 20. September laaeiten die Italiener bei Zuani Beni Adami und setzten sich in Marsch, um am 21. Septeniber die Ortschaft Bencffchiri zu besetzen. Unsere durch die Mudjahids verstärkten Truppen griffen den Feind in der Flanke und im Rücken an, wodurch sie ihn zwangen, anznhalten und den Kampf anzunehmen. Nach 13stündigem Kampf war mehr als die Hälfte der feindlichen Streitkräfte
