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Verlag Langgasse S1

„Tagdlanhaus".

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13 Ausgaben.

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„Tagblatihaus" Nr. KS50-S3.

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Zur die Ausnahme von Anzeigen an »orgeichriebenen

Montag, 29. Oktober 1917.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 552. . 65. Jahrgang

Die ganze italienische Isonzofront zusammengestürzt!

Eiliger Rückzug der 2. italienischen Rrmee auf den Eagltamento, der 3. an der Kdriaküste.

vor Udine!

w. T.-B. Großes Hauptquartier, 29. dt. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

D u n st und Nebel schränkten in Flandern die Kampf- tätigteit ein.

Trotzdem war längs der Yser das Feuer lebhaft. Es erreichte besonders bei Dixmuiden nachts große Hef­tigkeit.

Vorstöße feindlicher Abteilungen nördlich der Stadt scheiterten.

Zwischen dem Houthoulster-Wald und der LyS belegte der Gegner unsere Kampfzone mit einzelnen starken Feuerwellen.

Englische Infanterie, hinter Trommelfeuer und Rauchgranatcn vergehrnd, griff nördlich der Bahn Bossinghc- Stadcn an. I» unserer Abwehrwirkung brachen die Sturmwellen zusammen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chemin deS Dames stürmten starke franzö­sische Kräfte nach heftiger Actillerievorbereitung zweimal bei Braue an. Bon unserem Feuer, an einzelnen Stellen durch Gegenstoß durch unsere Grabenbefatzung gefaßt, mußte der Feind zurückweichen; er hatte schwere Verluste und ließ Gefangene in unserer Hand. *

Bei den anderen Armeen nur stellenweise auflcbende Gefechtstätigkeit.

Seit dem 22. Oktober verloren die Gegner durch Lust­kam,'s und Abwehrfeuer' 18 Flugzeuge» davon 3 im Heimatgebiet.

Leutnant Müller schoß den 30. und 31., Leutnant v. B ü l o w den 22. und 23. feindlichen Flieger ab

östlicher Kriegsschauplatz.

Keine, Ereignisse von Bedeutung.

Mazedonische Front.

Im Becken von Mona st i r, im Czernabogen und vom Borbar bis zum Dorransee bekämpften sich die Artillerien lebhaft.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der durch die Erfolge beflügelte Angriffsgeist der deutschen und östcrreichisch-unagarischen Divisionen der Armee des Gene­rals der Infanterie Otto v o n B e l o w hat die ganze itali enische Jsonzo-Front zum Zusammen­sturz gebracht.

Die geschlagene 2. italienische Armee ist im Zurück- fluten gegen den Tagliamento.

Die 3. italienische Armee hat sich den Angriffen auf ihre Stellungen von der Wippach bis zum Meere nur kurze Zeit gestellt, sie ist in eiligem Rückzug längs der Adriaküste.

Auch nördlich des breiten Durchbruchs ist die italie­nische Front in Kärnten bis zum Plöckenpatz inK Wanken gekommen.

Feindliche Nachhuten versuchten vergeblich das u n - gestüme BorwärtSd rängen der verbündeten Armeen zu hemmen.

Deutsche und österreichische Truppen stehen vor Udine, dem bisherigen Großen Hauvtquartier der Italiener.

Österreichisch-ungarische Divisionen haben C o r m o n s genommen und nähern sich dem K ü st e n st r i ch der LandeS- grenze.

Alle Straßen sind von regellos flüchtenden Fahrzeug- knlonnrn der italienischen Armee und Bevölkerung bedeckt. Die Gefangenen- und Beutezahl sind dauernd im Wachsen.

Heftige Gewitter, verbunden mit schweren Niederschlägen, entluden sich gestern über dem gewaltigen Kampsgelände der 12. Jsonzoschlacht.

Der Erste Generakquartiermeister: Ludendorfs.

In der Eben«»!

Der Abstieg ins Tal auS dem Gibirge hat in den letzten Tagen gewaltige äoriictinut yt.uu^, trotzdem italienische Divisionen sich mit aller Kraft da­gegen wehrten. Unsere Truppen befinden sich bereits m der italienischen Ebene und haben die erste italieni­sche Stadt, C i v i d a l e, erobert. Cioidstle ist ein b c- feftigtcr Str a ß en kn o t enpnn k t. der gerades- wegs westlich von Canale in einer Entfernung von un­gefähr 30 Kilometer liegt. So weit ist unsere Front be­reits westlich des Jsonzo vorgerückt. Ein zweiter

wichtiger Sieg ist die Wieder-Erobernng von Görz. Es ist ungefähr 14 Monate her, da die Italiener Gdrz er­obert hatten. Görz war das erste Ziel der italienischen Jsonzo-Offensive, so daß die Italiener nicht weni­ger als 15 Monate dazu aebruncht haben, um das Ziel zu erreichen, das unsere Truppen in kaum 4 Tagen erreichten. Die Folgen der Durchbruchsschlacht machen sich immer mehr bemerkbar. Der Keil, der rn die lange italienische Front getrieben worden ist, wird immer mehr erweitert und mit ungeheurer Wucht lügen Westen vorgetrieben. Der schwierigste Teil der Schlacht, nämlich die Eroberung der Höhen, ist be­reits glücklich beendigt. Es folgt nunmehr auf der ganzen Linie der Abstieg in die Ebene. Durch den gegen Westen getriebenen Keil sind die anschließenden Abschnitte der italienischen Jsonzo-Front mit U rn- fassung und Rückenangriff bedroht, so daß die Italiener sich gezwungen sehen, auch den ganzen s ü d- lichen Abschnitt ihrer bisher noch feststehenden Front zuriickzuverlegen. Stolz kann denn auch unter Heeres­bericht vom Sonntag verkünden, daß die ganze italieni­sche Front bis zum Adriatischen Meer ins Wan­ken gekommen ist Die Italiener haben gerade am Adriatischen Meer die größten Anstrengungen gemacht, um an diesem Punkte gegen Triest durchzubrechen. Allo diese Anstrengungen waren vergebens. Dabei ü urde selbst der geringste Raumgewinn in die­sem Abschnitt von den Italienern mit einer Begeiste­rung gebucht, di? einer größeren Sache würdig gewesen wäre Nun müssen sie auch hier ihre stark befestigten Stellungen aufgeben, da der Flankendruck zu mächtig

wirkt. Zi:r größten Verblüffung unserer Feinde hat un­sere Oberste Heeresleitung gerade an der st ä r k st e n Stelle der italienischen Jsonzo-Front den Angriff unter­nommen. Der Stier wurde in des Wortes wahrster Bedeutung bei den Hörnern gepackt. Der gewaltige Er­st lg, der sich bereits jetzt in 100 000 Gefangenen und in der Eroberung von über 700 Geschützen ausspricht, zeigt, daß unsere Heeresleitung auch hier auf dem rech­st n Wege war. Wir haben hier ganz ähnliche Er- ßcheinnnden wie in Rußland zu verzeichnen. Besonders verblüffend ist die ungeheure Anzahl von Gefangenen, die alle Erwartungen weit übdrtrisft. Da die Italiener nach allen Bekundungen sthr tapferen und hartnäckigen Widerstand leisten, so zeugt diese große Anzahl von Ge­fangenen mehr als Worte es vermögen in welch ü b e r- legener Weise die große Durchbruchsschlacht angelegt und durchgeführt worden ist. Denn nur durch die strategische Überlegenheit lassen sich derartige zahlenmäßige Erfolge erzielen, die bei einer Frontal­schlacht niemals erreicht werden können. De Schwächung, welche das italienische Heer durch den Verlust der un­geheuren Gefangenenzahl und des gewaltigen Geschütz- varkes schon bis heute erlitten hat. läßt die größten Hoffnungen für das günstige Forftchreiten der Kämpfe zu. Ein großer Teil her italienischen Armee ist offen­bar bereits jetzt im innersten Kern getroffen und ge­schwächt. Der Widerstand der Hb^iggebliebenen Alincen wird natürlich durch den Zusamnienbruch des Nord­flügels tvesentlich beeinflußt. So dürfte diese Durch­bruchsschlacht zu sehr weittrauenden Folgen auf -dem italienischen Kriegsschauplatz st'ibren die sich heute in ihrer ganzen Tragweite bereits übersehen lassen.

Der immer tiefer greifende Sieg!,

W. T.-B. Wien, 28. Oft. Amtlicher Abendbericht: Der Sieg der Verbündeten über das italienische Heer greift immer tiefer. Die Zahl der Gefangenen übersteigt 100 000; die Beute der Geschütze wird auf 700 geschätzt.

Das bedrohte Ndine.

Br. Berlin, 29. Okt. Laut „B. T." wurde die Zivilbevölkerung ton Udine darauf aufmerksam gemacht, daß Udine von dem Feinde bedroht werden könnte und es deshalb den Einwohnern fteigestellt werde, die Stadt zu verlassen.

Ein dänisches Urteil aber die Gefahr für die Entente.

ZV. T.-B. Kopenhagen, 28. Oft. Zur deutsch-öster­reichischen Offensive gegen Italien schreibt „National Tidende" u. a.: Wieder sind die Mittelmächte der Entente z u v o r g e k o m in c n und haben die Italiener über­rumpelt. ES besteht keine Aussicht, daß die englisch-franzö­sischen Offensive:: Crdorna helfen können, und man muß on- nehmen, daß die englisch-frrnzösischen Truppen, die an die italienische Front entsandt sind, nicht sehr bedeutend sind. Es

scheint aber, daß die englische und französische Heeresleitung gezwungen wird, ein Heer nach Italien zu senden. Die Entente muß alles einsetzen, um zu verhindern, daß es mit Italien so geht, wie es mit Rußland gegangen ist.

„Noch keine Sorgen" in Frankreich?

W. T.-B. Bern, 23. Oft. Uber die Offensive an der Jsonzofcont liegen endlich ausführliche Besprechungen der: Pariser Presse vor, die merkwürdig übeceinstimmen. Die Blätter erklären, daß die Offensive die Drohung gegen Triest und Laibach cmfhebeu solle und daß es den Italienern zweifellos gelingen wewe, sich nach der ersten Über­raschung schnell wieder zu st eilen, was ihnen übrigens auch durch das gebirgige (Wir sind schon in der Ebene!) Gelände erleichtert werde. „Petit Parisien" schreibt: Die Deutschen konnten dank der Untätigkeit, auf der russischen Front den in der Klemme befindlichen Österreichern und Ungarn auf der italienischen Front helfend unter die Arme greifen. Die Mittelmächte wollen nunmehr die Italiener zwingen, alle bisher errungenen Vorteile auf österreichischem Boden aufzugeben. — „Matin" schreibt: Jeder Fortschritt gegen Udine ist eine Gefahr für die ganze Kampflinie der zweiten und dritten italienischen Armee. — „TempS" schreibt: Der Angriff nimmt eine große Entwicklung. Immerhin braucht man sich über das Ergebnis 'der Schlacht noch keine Sorgen zu machen, denn die Bedingungen, unter. denen die Italiener kämpfen, sind wesentlich 'günstiger als während der Trentino-Offensive. ,

Um den niedevdrückenden Eindruck der italienischen Niederlage vor dem Publikum zu verschleiern, ergeht sich die französische Poesie in langen SiegeSkommen- taren über die Fortschritte an der französischen Westfront.

Italienischer Wutausbruch.

W.T.-B. Bern, 28. Ott. (Drahtbericht.) Die „Tribuna" fordert die Regierung angesichts des deutschen Angriffs auf, die Angelegenheit ivegen des Palazzo Cafarelli, des Sitzes der deutschen Botschaft, endgültig zu regeln.

Der letzte Gewinnposten des italienischen Berratkrirges aiisaelölcht!

— Berlin. 29. Okt. Me „Bossische Zeitung" schreibt: Das soll uns erst einmal einer nachmachen: England und Frankreich treiben ihre gesamte Heeresmacht gegen unsere West- front vor. Und während ,m Westen der Gegner vergeblich seine großen Ziele zu erreichen sucht, haben wir im Osten die Führung an uns gerisien und kann: ist die Nachricht von der Eroberung Osels, Tages und Moon gewürdigt, kommt neue Sieges» künde. Die Jsrnzo-Ofstnsive, die von den Heeren Deutschlands und Österreich-Ungarns mtt gleichem Ruhm bcstrüten witrde. hat nicht nur einen Teil der italienischen Heereskräsle mit einem Schlag ver- n i ch t e t, sie hat vor allem das sichtbare Zeichen kleiner italienischer Teilerfolge wieder ausgelölcht der dem leicht­gläubigen ttalienischen Volk solange als gelungener Ansang der Befreiung der unerlösten Provinzen hmgestellt wurde. Bor diesem einzig dastehenden Erfolg werden für immer die Lügen der Entente über den gesunkenen K n in p s e s w e r t deutscher, österreichischer und ungarischer Truvpen verstummen müsicn.

Im „Berl. Lok-lanzeiger" heißt es: Die Hauptstadt des öfter- reichischen Küstenlandes ist wieder in den Händen ihrer rechtmäßigen Besitzer. Der einzige namhafte Erwerb, den ver verräterisch begonnene Krieg den beutegierigen Italienern erbracht hatte, ist ibncn wieder entrissen. Nicht viel länger als ein Jahr hat die ganze Herrlichkeit gedauert. Mit dem Erfolg von elf grauenhaft blutigen Schlachten ist auch dieser einzige moralische und nratericlle Gewinnposten, den Italien bisher aus seinem Ver­räter- und Ränberkrrege gezogen hat, verloren gegangen. Der glänzenden Führung und der unvergleichlichen Tapferkeit der per- - bündeten Heere ist dieser Sieg zu danken, der außer seiner großen strategischen Bedeutung auch der. ungeheuer wichtigen moralischen Wert hat, die Politik der heiligen Egoismus, d:e v.ui Diebstahl an einem vermeintlich Wehrlosen gepredigt bat, glänzend widerlegt uno ausgiebig bestraft zu sehen.

Das „Berl. Tageblatt" meint: Wie auch einst der Spruch der Geschichte lauten möge, niemand w:rd sagen können, daß Deutschland in diesem ungeheuren Krieg eitlen Augenblick lang von ver Verheißung abgewichen ist, zur Unterstützung seiner tapfeben Verbündeten die g a n z e M a H t des Reiches einzusetzen. Die entsorechenden Kriegstaten bleiben als die großen Zeugnisse st arker Bundestreue. Ein eiheblicher Teil aller polnischen Weisheit liegt in dem Sprichwort Einigkeit macht stark!

Der ,LZ»rt»ärts" schreibt: Italien erlebt in diesen Tagen die

bitterste aller Enttäuschungen. Die mühseligen, mit so vielem Triumphgeschre: ausgebauschten Erfolge von elf verlustreichen Offen­siven, die mageren Gewinne fast dreier Kriegs- und Leidensjahre des Volkes — fvrtgeblasen und vernichtet! In ebenso vielen Tagen! W:r sparen unL jeder: Hohn und Spott gegen Per­sonen, die ohnehin gerichtet sind.

Ein Rabinett Grlando?

W. T.-B. Rom, 29. Oft. lDrahtbericht. Agenzia Stefan:.) Der König hatte Sonnt tgvormsttag mit den Ministern Sonnino und Orlando eine Besprechung. Dem „Meffaggero" zufolge soll Orlando mit der Bildung des Kabinetts betraut worden sein. „Fronte Interna" versichert, Orlando werde morge:: dem König die Ministerliste mitteilen können.

Der Eindruck der italienischen Niederlage') bei den Neutralen.

ZV. T.-B. Christiania, 29. Okt. (Drahtbericht.)' Die ge­samte Presse steht unter dem Eindruck des deutsch-öster- «ichisch-ungarischen Sieges an der Jsonzojronr, dtzttz wir