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Verlag Sanggaffe 21
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Freitag, 26. Oktober 1917.
Kbend-ktusgabe.
Nr. 547. . ss. Jahrgang.
Heber 30000 Man» Gefangene an der Zfonzofrsnt!
Umvidcrftehllchez vorwartrdringen gegen die Italiener-!
Fortgang der schweren ttämpfe in Flandern und im 5iillette-Drund.
W. T.-B. Großes Hauptquartier» 26. Qkt. (Amtüiich.)
Westlicher Kriessschrn,platz.
Heere«gr«ppe Kronprinz Rnpprecht.
Längs der ganzen Front in Flandern war gestern und während der Nacht der Artilleriekampf lebhaft. Besonders heftig war das Feuer vom H o „ t h o u l st e r- W a l d bis H o l I e b e e k e. Dort steigerte es sich morgenS zum Trommelfeuer. Nächtliche Teilangriffe der Franzosen und Engländer scheiterten überall vor unseren Linien.
Nach den bisher eingegangcnen Meldungen sind nach Hrllwerden an mehreren Stellen Frontangriffe des Feindes erfolgt.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nach starker Feuervorbereitung stießen die Franzosen geslern von den Nordhängrn des Chcmin des Domes in den Billette-Grund vor. Ihr Angriff broch gegen die der vorhergehenden Nacht an den SLdrand des Waldes von Pino» heran gezogenen Bortruppen, die na» kurzem Kampf auf das Nordufer des Orse-Aisne-Kanals zurückgezogen wurden ES gelang dabei nicht» daS vor den letzten Kampftagen in dem zerfchoffcnen Wald von Pinon eingebaute Grfchützmaterial völlig zu bergen.
An den übrigen Stellen des Kampffeldes wurden nach erfolgreicher Abwehr des feindlichen Stoßes unsere Linien plangemäß hinter den Kg»», bei und nördlich vo,r Ehavignon zu rück verlegt.
Mehrfach versuchte der Gegner» die Kanalniederung zu überschreite», er wurde durch unsere Kawpftrvvpen übe>-. all zurstckgeworfen.
Auf dem Ostufer der Maas stürmten tapfere niedersächsische Bataillone mit Flammenwerfern in mehr alS 1200 Meter Breite die französischen Stellungen. Im Ehaumewald überwältigten sie die Besatzung und brachte« Gefangene zurück. Mehrere zur Wiedergewinnung seiner Graben vom Feind geführte Gegenangriffe brachen ergebnislos blutig zusammen.
Bei den übrigen Armeen kam es bei Sturm und Regen zu zahlreiche« Gefechten von Erkundungsabterlungeu.
Bom
östlichen KriegSschanplchtz
mrd von der
mazedonischen Front find keine Ereignistc gemeldet.
Italienische Front.
In Ausnutzung des Durchbruchserfolgs bei Flitsch und Tolmein sind unsere Divisionen über Karfreit und R » m c i n a hinaus im Vordringen.
Die Truppen de» N o r d f l ü , e l 4 der zweite» italienisch.« Armee sind» so weit sie nicht in Gefangenschaft geriete«, geworfen n « d i« Weiche«.
In unwiderstehliche« Borwartsdringen iiberschrittcn die deutschen und österreichisch-ungarischen Regimenter, an Leistungen wetteifernd, die gesteckten Ziele und warfen den Feind aus starken rückwärtigen Höhcnstellungen, die er zu halten versuchte.
Nnter unserem Druck begannen die Italiener auch die Hochfläche von Baiufizza-Heiligcngeist ;» räumen. Wir kämpfen vielfach bereits auf italienischem Boden.
Die Gefangeuenzahl ist auf über 30 000 Mann, dabei 700 Offiziere, die Beute auf mehr als 380 Geschütze, darunter viele schwere, gestiegen.
Klares Herbstwetter begünstigte gestern die Kampfhandlungen.
Der Erste Generalquartiermeister: Lvdendvrfs.
Der deutsche Kbendberick-t.
W. T.-B. Berlin, 25. Oft, abends. (Amtlich.) F» Flandern starker Fencrkaurpf, besonders östlich von Apern.
Bei Pinon urd Ehavignon nahmen wir nachts unsere Vortruppen in den Ailettc-Grund, morgens, französischem Druck nachgebend, hinter den Oife-Aisne-Kanal zurück.
Im Osten nichts von Bedeutung.
In Italien brachte die Weiterführung unseres Durchbruchs bei Flitsch und Tolmein neue Erfolge.
Gefangoneuzahl nnd Beute find im Steigen.
Oie zwölfte Ijonzoschlachl.
W. T.-B. Wien, 25. Oft. Alls dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Italienischer Kriegsschauplatz: In einem mächtigen unwiderstehlichen Angriff gegen die italienischen Linien wurde gestern »m
7 Uhr morgens die zwölfte der Jsonzoschlachten ein
geleitet: In Treue vereint mit den deutschen
' Truppen, die nun zum ersten Male Gelegenheit hatten, in den Kampf gegen den treubrüchig gewordenen einstigen Bundes.genos'en einzugreisen, gingen nach einem einstündiaen Vernichtungsfeuer unserer Artillerien die kampferprobten Fußtruppen des Erzherzogs Eugen trotz des Schneesturms und des Regengusses gegen die in monatelang er Tätigkeit und in Anbetracht der unausgesetzten Angriffsqefahr auss meisterlichst« a u s g e b i u t e n Kampfstellungen des Italieners vor. Der Angriff stieß auf einen w a ch- s a m e n Gegner, dem eilig befohlen worden Nur, unter keinen Umständen auch nur einen Schritt breit von den so blutig erkauften Positionen zurückzuwcichen. So entbrannte ein erbitterter N a h k a m p f, der an manchen Stellungen über i Stunden währte. Um die Mittagsstunde war die Front der zlveiten italienischen Armee an zahlreichen Stellen zwischen deni schon nahe der kiistenländisck-en und der kärntnerischen Landesgrenze gelegenen R o m b o n nnd dem 10 Kilometer südöstlich von Tolmein b?ftndlick-cn Orte Auzza durchbrochen. Regimenter ans dm österreichischen Alpcnländcrn waren es. di; die feindlichen Stellringen am Rombon und im Fliftchcr Becken im Sturme in Besitz nehmen und auf dem rechten Isonzo-Ufer weiter noch Düdwesten Vordringen. Weiter im Süden mußte der Feind seine Schützengräben vor dein Ansturm der Deutschen räumen. Vom Gebirge nordwestlich von Krn au§ drang ein mächtiger Vorstoß weit nach Südwesten. Ein scharfer Kampf entbrannt: um die beherrschenden Höhen westlich und südwestlich des Tolmeiner Jsonzo-Knies, doch gelang es auch hier den Umrigen, unbestrittene Sieger zu bleiben. Die Welt- scha.cher Höben sind in unserem Besitz. Bei Auzza verloren die Italiener gleichfalls das Tal und die dominie- rnden Höhen. Die Kämpft an der v»n hier aus gegen Süden verlausenden Hochfläche von Bainslzza- H e i l i g e n g e i st kamen noch nicht zum Stillstand. In diesem Gebiete, wo große Mangln des besten italienischen Geschützmaterials anftesahnen und der Schicßstand eines ftden Plänklers in Hinsicht auf die ununterbrochenen Kämpfe technisch vollständig auSge- baut ist, war die Rolle des Angreifers sehr erschtnert, iim ft mehr, als Gewehre nnd Geschütze des Italieners mit Verzweifelter Heftigkeit arbeiteten. Dennoch gelang es uns auch hier Grabenstücke zu erobern und Gefangene einzubringen und Beute zu machen. Die Kämpfe sind aber auch vier in g ü n st i a e m F o r t- schreiten begriffen. In langen Kolonnen werden gefangene Italiener längs der ganzen Front zu den Kommandos eskortiert. Ihre Zahl dürfte zihntausend übersteigen. Auch Stäbe von' Trrippen- divistonen nnd Jnfantrriebrigaden befinden sich unter den cingcbrachten Gefangenen. Die Sichtung der großen Beute, in der besonders'schweres Geschützmaterial in großer Zahl Hervartritt, kanag erst später erfolgen.
Italienischer Hcereoderichi v»w 24. Oktober.
Die wesentliche Verstärkung der feindlichen Truppen vor unserer Front und ein auch mit Hilfe der Deutschen verslärktes Feuer an der julischen Front sowie di: heftig« Beschießung in der Gegend zwischen R o m b o n und dem Nordtcil der Hochfläche von B a r n s i z z a während der Nacht leneren die v o n uns trlBoneie Offensive ein. Aber gegen 1 Uhr nacht; nahm dar feindliche Feuer u«d somit auch das unsrige infolge der schlechten Aettcrs ab.
von öer flandrischen §ront.
Im Hauptquartier der deutschen Flandernarmee hatte ein Sonderberichterstatter der „Korrespondenz Norden" dieser Tage Gelegenheit, den Schlachlen- denker und den Schlachtenlenker dieses Frontabschnittes zu sprechen und über ihre Meinung zu befragen. In vier der gewaltigsten Abwehrschlachten haben diese Männer, der Heerführer General S i x t v. Arnim und sein Ge«eralstabschef General v. Loßberg, die „beiden Abwehrlön en", wie das Heer sie bewundernd nennt, ihr Können bewiesen. Auch jetzt lautet ihre Antwort wie früher: „Durch ko in men sie nicht! Eher vecbl lten sie! Ein Sieg im Stellungskrieg setzt einen totalen Durchbruch bova rS mit allen feine« verh'aag- nisvollen Folgen: der Räumung beherrschender Haupt-
stellungen, der Aufgabe ganzer Landabschnitte, der Rückverlegung der Front »eit nach hinten, wie es nach deutschen
Offensiven in Galizien, Rußland, Serbien, Rumänien und letzthin noch bei Riga der Fall war. Das aber ist an der Flandernfront an keiner Stelle der Fall: außer
einigen wenigen, als Stützpunkte wertlos gewordenen Dörfern und Gehöften haben die Engländer, trotzdem sie ihre ganze Arinee uns gegenüber ins Feld geführt und 60 Divisionen in den Kampf geworfen haben, nichts Entscheidendes erreicht, und unserer Unterseebootsbasis, auf die sie abzielen, sind sie um nichts näher gekommen."
„Die Engländer behaupten, im Besitze des entscheidenden Höhengcläudes zu sein? Ist damit ein ausschlaggebender Gewinn erzielt?"
„Nest:! Die Engländer haben den südlichen Teil dpa Höhen, die sich im Kranze um Dpern ziehen, gewonnen, wir sitzen auf dem nöidlichen Teile, der dem Feinde die Aussicht auf Brügge sperrt, das — nebenbei — 35 Kilometer von den Höhen noch abliegt. Und weshalb sollen Höhen entscheidend sein. An jeder Front liegen die Fronten ungleich hoch: entscheidend wirft dieser Zustand 'Nirgends. Die
flandrische Ebene mit ihrem Gewirr von baumumsriedeten EinzelgtHöften, Büschen, Hecken und Gräben hat die denkbar ungünstigsten Sichtverhältnisse und würde auch in jedem unwahrscheinlichen Falle den deutschen Truppen, die sich aus strategischen Gründen vorläufig auf die Defensive beschränken, gute Deckung und die günstigsten Verteidigungs- ni ö g l i ch k e i t e n bieten. Außerdem aber — und auch hier bietet ein Blick auf die Karte ein einwandfreies Bild — liegen jene Höbenstellungen noch Dutzende von Kilometer weit von den cingestandenen Zielen der Engländer: Ostende, Gent und Zeebrugge unserer Unterseebootsbasis, ohne deren Erlangung die Flandernschlachten trotz aller Teilerfolge zu blutigen, folgenschweren Niederlagen für sie werden."
„Welches sind also dir tatsächlichen Erfolge der zehn englischen Flandernosfensiven?"
„Es ist der zähen Tapferkeit der Engländer, die man auch als Gegner anerkennen kann, geglückt, uns im Dperw- bogen weiter zurückzudrücken und etwa in der Mitte den Bogen spitzkeilförmig eingebuchtet zu haben. Aber das ist auch alles und bedeutet in keiner Weise eine Gefahr für unS, denn an dieser Stelle weiter zu drücken, setzt den Gegner selber unseren Flankenwirkungen aus, be-l droht ihn von den Seiten und unter Umständen im Rückeir, bringt ihn also in dieselbe Lage, in der wir waren, als wir noch den wei: in die gel;necische Front vorspringendon Whitv- shate-Bogen zu h-altsn hatten. Der Gegner muß also, wenn er an der weitesten Einbruchsstelle nicht konzentrisch gefaßt werden will, im weiteren Verlaufe der Ereignisse auch unsere Eckpfeiler anvennen, muß dasselbe Spiel mit grandioser Munitionsverscbwendnng und beispiellosen Menschenverlusten an anderen Stellen von neuem beginnen und kann bei diesem Hin und Her des Angriffs, bis der Winter kommt, der seinem heißen Bemühen von selber ein Ziel setzt, doch höchstens — aber auch wirklich nur im Höchstfälle — ein paar 'Kilometer vorwärts kommen, um dann in einem. Gelände überwintern zu müssen, das nicht nur strategisch keine Vorteile mehr bietet, sondern auch seinen Truppen infolge der Beschaffenheit, in die es durch die Kämpfe versetzt worden ist, die Lrbensmöglichkeiten bis zur Unerträglichkeit vermindert und sie zermürbt. Ein Durchbruch aber ist angesichts der deutschen Verteidigungsmaßnahmeck nnd der ausreichenden Reserven an Mannschaften und Material, mit. denen wir jeden Stoß zu parieren und alle notwendigen Gegenstöße auszuführen imstande sind, heute noch mehr ausgeschlossen als es bei den vorhergehenden Offensiven der Fall war."
„W«s läßt sich über die Stimmung der deutschen Truppen s«geu?"
„Seit den Großkampftagen vom 31. Juli und 16. August d. F. weiß die Truppe, daß sie den Engländern trotz ihrer zablenmäßigen großen Überlegenheit an Menschen und Material mehr als gewachsen, daß sie ihnen überlegen ist Damals hot sie gelernt, daß der E n g l ä n de r rm offenen Kampf, leim Nabkampf mit dein Bajonett vollständig versagt, daß seine schematische Ausbildung' ihn daran hindert, in selbstiadigen Vorgehen die Vorteile anfänglichen Gewinns ausz »nutzen, und faß ein Gegenstoß, der seine Berechn nnocn über den Haufen wirft, ihn meist entmutigt zurückweichen läßt, und darnach handelt di: Truppe seitdem. Bei den Engländern :st zweifellos die Schuld bei der Führung, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist. Das MannscifaftSwaterial ist gut. aber es verschlechtert sich zusehends und wird auch nach seiner dringend notwendigen Auffüllung am Ende der jetzigen Offensive nicht gewonnen haben. A ich wenn inan sich nicht auf die manchmal unzuvec- lässigen Gefangenenaussagen stützen will, darf man doch annehmen. daß durch die vergeblichen und verlustreichen Anstürme die Stimmung beim Gegner nstht gerade gefördert worden ist. Bei unseren Truppen kann sie nicht besser sein; wenn die Truvpe nach tea Schacht aus dem Graben kommt, die Müdigkeit überwunden, die Strapazen vergessen sind, dann herrscht noch immer der alte fabelhaft e G e i st. Es stnd ja schließlich dieselben L^ute^ biß
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