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Dienstag, 23. Oktober 1917.
Morgen-Kusgabe.
Nr. 540. * SS. Jahrgang.
6 975 000 Tonnen seit 1. Zebruar versenkt.
W. T.-R Berlin, 22. Oft. (Amtlich, Dvahtbsvicht.) Durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte sind im Monat September insgesamt 672000 Brutto- regifiertonnen des für unsere Feinde nützbaren Han- delsschifssraumS versenkt worden. Damit erhöhen sich die bisherigen Erfolge des uneingeschränkten A-Bootskriegs auf 6 975 000 Bruttoregistertonnen.
Der Ehef des des Abmiralstabs der Marine.
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W.T.-B. Berlin, 22. Oft. (Amtlich. Drahtbericht.) Der in der Nacht vom 18. zum 18. Oktober bei dem Angriff auf Dünkirchen Reede torpedierte englische Monitor ist. wie aus später eingelaufenen Meldungen der beteiligten Streitkräfte hervoegeht, durch den Angriff unserer Torpedo- bcrte zum Sinken gebracht worden.
Die U-Bootsvcr!usre im Mittelmeer.
W. T.-B. Wien, 22. Oft. (Drahtbericht. Korrespondenz- Bureau.) Ein englischer Zeitungsbericht vom 11. Oktober meldet: Ein italienischer halbamtlicher Bericht gibt an, daß bis heute mit Sicherheit festgestellt ist, daß im Adriatischen Meer elf feindliche Unterseeboote versenkt vorder« find. Nicht zu erwähne«: seien zugleich andere Schiffe, j»errn Be« tust nicht ganz sicher sei. Demgegenüber kann fest- gestellt werden, daß die österreichisch-ungarische Kriegsmarine seit Kriegt beginn noch nicht die Hälfte der angegebenen Fahl von Unterseebooten verloren hat, «vährend die deutsche Mrrinr ir. diesen, Gewässer den Verlust eines einzigen UntcrseebvoteS zu beklagen hat.
Unsere Zlotte vor Gesel.
Über die Beteiligung unserer Flotte an dem Unter- rrehmen gegen Ösel liegen nunmehr genaue Nachrichten vor, welche die gewaltige Unterstützung der Landungstruppen bei den Kämpfen in das rechte Licht stellen. Minensucherverbände waren seit Tagen, beschäftigt, in dem durch Streuminen gefährdeten uferwasser von Ösel eine für die Transportschiffe und Kampfschiffe gesicherte Fahrrinne herzustellen. Der H a u p t t e l l der Flotte wandte sich sodann zur T a a a - B u ch t, wo der Landung unserer Truppen bei M e r r i s nur durch russische Strandwachen schwacher Widerstand entgegengesetzt wurde, der nach erfolgter Landung der ersten Boote bereits gebrochen war. Schwieriger war die Ausgabe der übrigen Verbände; der zweite Teil der Flotte lief auf den Soelosuud, die Fahrstraße zwischen Ösel und Dagö, zu. Hier leisteten, durch den herrschenden Nebel begünstigt, die russischm Batterien von Toffri auf Dagö erfnttertnx Widerstand. Während die geleitenden Kriegsschiff? hier erst das 'Ziel suchen wußten, bemühten sich Boote. Barkassen und Pinassen, »ngeachtet des feindlichen Gcschoßhngels, die Vorhut unserer Landungstruppen bei P a m e r o r t an Land zu setzen. Glücklicherweise gelang es den Kriegsschiffen rasch, die feindlichen Batterien bei Toffri zum Schweigen zu bringen, so daß weitere Truppenlandungen ungestört erfolgen konnten. Während Marinetruppen den Ört Pamerort und die Signalstation für unsere Zwecks einrichteten, jagten die ersten Radfahrer-Abteilungen euf der großen, nach Orrissar führenden Landstraße nach Osten, um den Damm nach der Insel iooit zu besetzen. Sie stießen aber aus großen Widerstand überlegener Streitkräfte, so daß sie die bereits eingerichtete Brückenkopfstellung bei Orrissac zunächst nicht halten nannten. Somit mußte unserer Flotte die Aufgabe zufallen, in das Kassar-Wiek einzudringen und von hier »us den Damm, der Moon mit Ösel verbindet, unter Feuer zu nehmen. Es mußte daher zunächst int Soelo- sund eine sichere Fahrrinne hecgestellt und für unsere «wecke betonnt werden. Alles dies geschah unter dem Feuer der russischen Flotte, welche die Behütung unserer Bestrebungen erkannt hatte und den Einbruch zu verhindern suchte. Endlich hatten aber die führenden Torpedoboote die Enge passiert und sandten dem Feinde die ersten Granaten zu. Dein hielt der Gegner nicht stand und gab den Weg frei. Inzwischen hatte der Sauptteil der Flotts nach erfolgter Ausschiffung der Mannschaften in der Tagga-Bucht eine Schwenkung nach Süden, vollzogen und drang nach Riederkämpfung der russischen Batterien bei Z e r e l auf der Halbinsel Sworbe in den minenbesäten Bigaisck«en Meerbusen ein. Auch hier gelang cs verhältnismäßig rasch, eine sichere Fahrrinne zu schassen. Bald darauf wttrden die Inseln A b r o und R k rt ö gekommen und dann die noch im Niaoi'chen Meerbusen hegenden russischen Schiffe in den Moonsunö hinein- hirieben. Die deckendiui Batterien »on W o i auf ™oon und Werder an der estländi'chen Küste wurden Flmmmengeschosien und damit auch jede Wasserverbin- "ttta zwilchen Moon und dem Festland unterbunden.
Erfolgreicher Kblchlntz der Operationen.
IV. T.-R Berlin, 22. Oft (Dvahtbevicht.) Zu der Unternehmung gegen Oseil erfahren wir weiter: Die yemein-s-crme Operation Per veneiniigten Land- wird Sechtrei-tkräfte >hat bi-iiNLN 5 Tagen zu der Hroborung der Insel Qsel geMirt, welche die Beherrschung des Rigaischen Meerbusens sichert, und welche die Russen seit Jahresfrist zu einem starken Stühpunkt für Land-, See- und Luststreitkräste ausge- ^daut hatteer. Die teils uuvevfehrt, teils beschädigt in- unsere Hand g>»fallenen Küftenforts und Stvandbatterien von Carel-l, Hundsort, Jnnast und Toffri sind bereits -von deutscher Mcerineavtillerie besetzt und werden beschleunigt wieder instand gesetzt. Besonders wertvoll ist die Besetzung der drei Flugzeug st ationen PapenSholm, Leb ira und Arensburg, die zum Teil unversehrt -in deutsche Hand sielen und in Benutzung genommen wurden. Für die Operationen wurde rn besonderer Flottenverband unter dem Komimlando des Mzeadnitrals Gvr-havd Schmidt gebildet, dem als Chef des St ibs KapMn zur See v. L e v e tz o,w boi- gegeben wurde. In einsr gründlicheil Vorarbeit wurden die Operationen bis in alle Einzslheiten vorbereitet, sc daß die Überführung der Transportflotte ohne sede Storung durchgosührt und die Landung sichergestellt werden konnte. Die rasche N i e d e r k ä m p f u n g der Küsten- ba tt.eir i en ist gegenüber dem vergeblichen Versuch der englischen Flotte, Sie deutschen Strandbattcrien-in Flandern niederzukämpseir, besonders bemerkenswert. Die quantitativ und guafi-tafiv nicht unbeträchtliche baltische Flotte Rußlands hat sich mit großer Zähigkeit und großem Schneid geschlagen. Allein sie vermochte trotz der Unterstützung durch englische U-Booie weder den Transport des Landungskoeos zur See, noch die Landung selbst zu störten noch der Besatzaiig von Ösel den freien Abzug nach- der Insel Mcon zu erkämpfen. An dem erfolgreichen Abschluß der Operationen sind alle Teile der Flotte beteiligt: Linienschiffe und P-rvzerkreuzer, -tv-olche die russischen Geschwader tu Scbach dielten, und die Küstenbesestigun-gen niederkämpften d>e kleinen Kreuzer, die die Transportschisfe geleiteten und mit den Ltntenschiffen in den Rigaische«« Meerbusen elindrangen, die Torvedobootflottrllen, welche die Se-eherrschcvst im Kasiarwiek erkämpften, die Minensuch- und Räumunqsdivistonen, welche, die freie Fahrstraße durch die russische Sperre brachen, d-ie Luftschiffe und Soeflugzeupe. die die Aufklärung stcherstellten, und mehr als einmal erfolgreich von der Lust ans «n den Kampf eingrisfen, endlich aber auch Offiziere und Mannschaften der Transpovtflotte, d.e ,:llen Anforderungen der Armee bezüglich Ausschiffung und Nach-» schubs trotz großer Schwierigkeiten nachkamen.
Französische Bewunderung der deutschen Offcnsiv- Methode.
W.T.-B. Bern, 22. Okt. (Drahtbericht.) „Journal des Debats" hebt die Leichtigkeit und die Ordnung der hervorragenden Organisation, «velche die deutsche H»eres- und Marinelettung bet den OSerationea um Osel bewiesen habe, hervor. Die Seeschlacht und die Opevatio««en seien eine große Lehre für die Heeresleitungen der Entente. Man sehe, daß die Deutschen durch ihre vollkommene Offeilst v-Methode in wenigen Tagen eine seit langem stack ausgebaute Küstenverteidigung niederringen konnten. Die Tatsc-che spreche für sich selbst, schreibt das Blatt unter ganz klarem Hinweis auf seine Forderung, Frankreich und England sollten die deutschen Nordseeinseln besehen.
20 000 Gefangene!
Der Seut f tf e -lbenSboricht vom 22. Oktober.
* W.T.-B. Berlin, 22. Oft., abends. (Amtlich. Drrhtbericht.)
Die Frühangriffe in Flandern sind bis auf geringen Geläiidegewinu bei Bcldlwek (nördlich von Langemark) gescheitert; auch an der Straße Menin-Wern brach ein starker englischer Angriff völligzusammen.
Nordöstlich von S o i s s o n S hat sich die Artillerie- f ch l n ch t nach vorübergehendem Nachlassen am Morgen wieder zu voller Höhe gesteigert.
Die Gesamtbeute auf Ösel, Moon und Dagö keläuft sich ans mehr als 20 000 Gefangene und über hundert Geschütze sowie zahlreiches Kriegsmaterial.
vre verunglückten deutschen Luftschiffe.
W.T.-B. Paris, 22. Okt. lDcahtbericht. Agence Havas.) Dte lisher en,gegangenen Meldungen lasten annehmen, daß cs sich im von England anctefommene Luftschiffe handelt, die französisches Gebiet überflogen. Das von Aiisnug an tnrch Nebel erschwerte Unternehmen dehnte sich über einen großen Teil Englands aus, nahm aber ein llnglückliches Ende. Bei Tagesanbruch waren noch acht Lustschisse über Frankreich, drei waren einigermaßen zustimincrrgeklieben. Sie versuchten unsere Linien zwischen L n n e v i 11 e und Baccarat zu überfliegen. Eines von ibilcn wurde in der Umgebung von S t. E l emens durch die 174. Luftabwehrgruppc a o g e scho sse n, die beiden anderen konnten entkommen, wurden aber noch durch vier unserer Flugzeugführer von den Geschwadem Nr. 77, 88 und 81 angegriffen, die eines von ihnen in 5880 Meter
Höh: erreichten und auf Schußweite angrtffen, jedoch durch die Erschöpfimg ihrer Munition zur Aufgabe ihres Kampfes gl-zwringen waren und, im Nebel verirrt, auf freiem Felde landen mußten. Alle cnrderen Luftschiffe über unserem Ge- ! iet wurden, von Fliegern angegriffen oder gehetzt und abge- schc-stcn oder so weit kampfunfähig gemacht, daß sie landen mußten. Ein sechstes Luftschiff wurde am 28. Okt.,
4 Uhr iiachmittags, ton der Flugdivision Frejus gesichtet. Eine Kampssiaffel stieg zur Verfolgung aus, verlor es aber gegen
5 Ukr aus dem Auge, als es nach der hohen See flog. Die Deritscben verlcren danach am 28. Oktober se«hs Lustschisse.
lAnmerkung: Wir verweisen auf den amtlichen deutschen Bericht, nach dem vier Luftschiffe verloren gingen.)
W. T.-B. Paris, 22. Okt. lDcahtbericht. Agence HavaS.) Noch dem „Temps" verirrten sich die Zeppeline im Nebel und befanden sich infolge des nach 'Südosten gehenden Windes, nachdem ste i>en Betriebsstoff zweifellos verbraucht hatten, über Frankreich. Bemerkenswertcrweise führten die msdergegangenen Zeppeline keine Bomben mit sich, kamen also nicht, um französislche Städte anzugreifen. . Ihre ‘ Sorengvorräte waoen also schon über England erschöpft worden.
W.T.-B. Bourb»n»-:-les-Bai«is, 22. Okt. lDcahtbericht.) Gestern, um 8 Ubr vormittags, verfolgten Jagdflugzeuge zwei Luftschiffe, die über den Ort flogen. Das eine, „L 48", wurde getroffen und ging auf der Gemarkung Ser- gueux nieder, zwischen der sogenannten Annonce-Mühle und dem Schlotzgut, 3 Kilometer von Bourbonne. Dte vordere Gondel siel in die Tiefe, der Rest des Lufts«hisfi:s blieb in den Bäumen an den Ufern des Masters hängen. Die Hülle hatte mehrere Löcher. Tie Mannschaft des Luftschiffes, die mit Hilfe anderer landete, 18 Memn, darunter 3 Offiziere, konnte dos Luftschiff infolge des kräffigen Auftretens dort jagender Bürger nicht verbrennen und wurde durch Gendarmen nach Bourbonne verbracht.
Die Friedensablehnung der Alliierten.
Eine amtliche Erkläruna in der grie«hischen Kammer.
W.T.-B. Athen, 22 . Okt. lDrnhtbericht.) Der Minister des Äußern gab in der Kammer ans die Ausführungen eines Abgeordneten, der von einem b lldigen Frieden sprach, folgend? amtliche Erklärung ab: Der
Gedanke eines Friedensschlusses ln erb in der ganzen Welt von Personen verbreitet, die zu den Gruppen oder Regierungen gehören,' denen daran gekegen ist, die öffentliche Meinung zu täuschen. Ter Frieden ist noch nicht vor ^der Tür und der Krieg wird noch lange dauern. Sie alle müssen sich dies vor Augen halten, ebenso sehr wegen der Lasten, die wir durch die Fortsetzung des Krieges zu tragen haben, als auch wegen der Wohltaten, die aus ihm entspringen iverden und aus denen wir Nutzen ziehen werden. Es liegt ein formeller Entschluß auf 'eiten rller Alliierten und be° ffeundeter Staaten vor, wonach der Krieg nicht vor der Entwurzelung des Militarismus, der diesen furchtbaren Orkan entfesselt hat, beendigt wird.
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Dir angeblichen Erzbergersche» Friedeusbesprcchungcu in der Schweiz.
8«?. Amstcrdani, 22. Okt. (Erg. Drahtbericht, zb.) Reuter erklärt' die tn einem Teile der deutschen Presse enthaltene Meldiiiia für unwahr, daß es dem Abgeordneten Erz- berger gelungen sei, mit einem Verantwortlichen englischen Politiker in der Schweiz zusammenzukommcn, um eine Frret-enkbosiS zu bespre«hen.
Freies Geleit für den Grasen Luxburg.
W. T.-B. Buenos Aires, 22. Okt. (Dralhtbericht. Reuter.)
Die -entzlische -Reyterung hat dem ftüheren deutschen Ge- , sandien Grafen L u x b u r % der sich im November an Bord des Dampfers „Olaudia" -nach einem -an Dwftschland grenzenden Lande einschifsen will, freies Geleit zugesichert.
Kus d«rn verbündeten Staaten.
Krieqsministex v. Stein in Sofia.
-W. T.-B. Sofia, 22. Okt. (Drahtbericht. Bulgarische Telrgraphen-Alzrntur.) Der preußische Kriegsministrr von Stein, der aus Konstantinopel hier ankam, wurde gesterri vom König wieder in A u d i e n z empfingen. Darauf hatte er in Begleitung der. Majore Grau und Düsterberg eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten RadoSlawow. Abends gab der bulgarische Kriegsminister Sch e ko ein Essen, an dem u. a. alle Minister, der Präsident der Sobranje, der Oberbefehlshaber und sein Generalstabschef teilnahmen.
Deutsches Reich.
Ein feindlicher Flieger im Korpsbereich.
W. T.-B. Frnnkflirt li. B'., 22. Okt. (Trähtbericht.) Heute früh gegen 12 Ubr evichien ein ftiindbchcr Flieger*i«r K«aüps- bmLich. Er erhielt .einiges S chußsp errsener und verschwand, ohne Bomben abzuwerfen, nach Westen.
ffseer *mö fjlwi*,
P-rs»n«l - Berönd-rimgen. Rossel (Dies»»»«),
,um Leutz der Res. des Kr.sts.-Bats. bejördert
