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martfnng 19, sowie Die Ausgabestellen in allen Teilen der -stabt; in Biebrich: die dortigen AuS- gadetzeüen nnd in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tag blatt-Träger.

13 Ausgaben.

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„r»sB!atrhans" «x. 66LO-8-L. Bon 8 Uhr morgen- biS 7 llhr abend», «öfter (

StefaUrtfl?3^5“ «Uatoffi. Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagölatts: B-rüw »'.'.Potsdamer Str.121 L. Fernfpr.: Amt Lützow 6202 u. 6203.

Zrettag, 12. Oktober 1917. 6bSNd-KUZgLldS. Nr. 521. . 65. Jahrgang.

Neue feindliche Angriffe in Klandern.

ver Tagesbericht vom 12. Oktober.

W. T-B. Großes Hauptquartier, 12. OL. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Gestern begrenzte sich die Artillerirtätigkeit in Flan­dern auf starke FeuerkSmpfe im Küfteaabschnitt und im H,uth»ulster-Wald. Während der Rächt lag starkes Wir- knagSfener aus dem Kampfgrländr von der L y s biS zur Straße Meain-Dpern. ES steigerte sich heute früh schlagartig zum Trommelfeuer.

In breiten Abschnitten haben dann neue feindliche Angriffe eingesetzt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nordöstlich von S » i s s » a s und östlich der Maas schwoll die Kampftätigkeit der Artillerie zu großer Hef­tigkeit an. Bei Bauxaillon fühlten starke französische Erkundungstrupps vor; sie wurden abgewiesen. Östlich Samogneux kam es zu örtlichen Nahkümpfen am Ost­hange der Höhe 344.

östlicher Kriegsschauplatz.

Nordöstlich von Riga und am Z b r u c z war die Ge- fechtStätigkeit lrbhaster als an de» Bortagen. Bei Zusammen­stößen von Strrifabte'lungen fielen zahlreiche Gefangene in unsere Hand.

Mazedonische Front.

Fm kecken von M » a ,st i r und im Cernabogen brk?mpftr» sich dir beiderseitige» Artillerien zeitweilig stark. Am rcchte« Wardarnfer scheitert« der Angriff einer englischen Kompanie rar den bulgarische» Linie».

Der Erste Grueralquartiermeistrr: Ludendorff.

Oie Admiralstabsmeldung.

W. T.-B. Berlin, 11. Oit. (Amtlich.) Di« Tätigkeit un­serer U-Boote rm Atlantischen Ozean hat wiederum zur Ver­nichtung einer Reihe von Dampfern und Seglern mit besonders wertvollen Ladungen geführt. Unter den ver­senkten Schiffen befanden sich der bewaffnete französische Dampfer „Dmorah" mit 6450 Tonnen Kohl«, der aus Gelenzug berausgefchossen wurde, ferner der französische Dampfer „Jlatta" mit Lebensmitteln und Wein nach Bordeaux, sowie der fromzöfifche Segler „Europe" mit 4500 Tonnen Weizen nach Bordeaux und die bewaffnete französi­sche Viermastbark „Perfevcrcmce" mit 4000 Tennen Salpeter nach St. Nagaive. Außerdem wurde ein englisches Be? wachuwgsfahrzeug bernickt-t.

Der C:,<s des Generalsiabs der Marine.

Oie neuen Uriseugerüchte.

Br. Berlin, 12. Oft. (Erg. Drcihtberickt. zb.) Tie Gerüchte, daß der Rücktritt des Staatssekretärs von Capelle wegen der Vorgänge am Dienstag zu er­warten sei, dauern in bestimmter Form an. Es bestätigt sich jedoch, daß, was wir schon gestern sagten, dem Reichskanzler an den Enthüllungen des Marine st aatssekretärs die volle Mit­verantwortung beigemossen wird. Die ganze Affäre, die am Dienstag vom Regiernngstisch aus zur Sprache gebracht wurde, war in unterrichteten Kreisen schon seit längerer Zeit bekannt. Das „Berliner Tageblatt" meldet: „Schon in dein Augenblick, wo die aus 7 Parteiführern und 7 Bundescatsmitgliedern ge- bildete Kommission zur Beratung über die Antwort an den Papst zum ersten Male unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zusammentrat, machte Herr Dr. Michaelis den Teilnehmern der Kommission von Äen Vorfällen auf der Flotte und von dem Besuch, den der verurteilte Matrose den drei Unabhängigen abgestattet hatte, Mitteilung. Es wurden den Parlamentariern und den Bundesratsmitgliedern die ganzen Akten unterbreitet und auch der R e i ch s a n w a l t nahm an dieser Besprechung teil. Einstimmig erklärten die Be­fragten, darunter Mitglieder aller Parteien, daß ein Anlaß oder Möglichkeit zur Einleitung einer Klage nicht bestehe. Unter diesen Umständen ist das Vor­gehen der Regierung um so unverständlicher." Wenn auch nach einer Zuschrift von parlamentarischer Seite an das „Berliner Tageblatt" versichert wird, Herr v. Capelle habe den Kanzler ganz allgemein und erst kurz vor seiner Rede von seiner Absicht unterrichtet, muß doch erneut darauf hingewissen werden, daß Dr. Michaelis es war, der die Unabhängigen Sozial- demokraten „jenseits der Linie stellte." Um so bedauerlicher, wenn er den Entschluß zu einer Fehde- ansage, in aller Eile und ohne sich Zeit zu ruhiger Überlegung zu gönnen, wagte. In diesem Falle er­scheint der Vorwurf des „Berliner Börsenkurier" be- tmdrnmesX mm ,« iAcuto. «* üt «M tzdnÄü ütg m

unterstreichen, daß ein Reichskanzler, der der vor­eiligen Initiative seiner Nachgeordneten Be­amten derart unterliegt, zur weiterenFührung der Reichsgeschäfte nicht mehr als geeignet emp­funden wird.

»-7. Berlin, 12. Okt. (zb.) In dec Berrteibung der innerpvlitischen Lage stimmen die Blätter in weitgehendem Mrtze darin überein, daß die Vorgänge, die sich in den letzten Tagen im Reichstag abgespielt haben, zu den traurigsten Ereignissen der ganzen Kriegszeit gehören. Die „Voss. Ztg." meint: Regierung und Reichstag haben sich gegen­seitig nichts vorzuwerfen. Sie haben beide in entscheidenden Augenblicken in gleicher Weife versagt. Kanzler und Reichstag müssen sich jetzt entweder schleunigst zusammenfinden oder sich ebenso schleunigst trennen. — Im „B. L.-A." heißt es: Weder das Ansehen der Volksvertretung noch das der Regierung ist durch die Vcrhanolungen dieses Herbstes gestiegen. Die Stellung des Reichskanzlers tft schon nach dreimonatiger Amtsführung ernstlich erschüttert, und wenn auch die Ungeschick­lichkeit der Vertreter der Reichsbehöcden einen wesentlichen Anteil daran hat, so hat auch das Parlament durch sein Ver­halten dazu beigetragen, den Bewns dafür zu erbringen, baß die Demokratisierung Deutschlands nur deshalb uns von unseren Feinden gewünscht wird, weil sie hoffen, daß sie unsere Kraft brechen wird. — Fm „B. T." liest man: _ Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Staatssekretär des Reichs- marinoamts v. Cavelle von seinem Posten scheiden wird. Vielleicht wird etwas später auch noch ein anderer Staats­sekretär gehen (Hel ff er ich). Was ist aber mit solchen Personalvecändecungen erreicht t Wenig oder nichts. Dre Situation bleibt genau so unh-rltbar wie zuvor.

vor Widerhall der Reichstogsverh^rdlungen im Kurland.

Die Meinung in England.

II. Rotterdam, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht, zb-) „Man­chester Guardians schreibt zur Rede Kühlmanns, die Wieder­herstellung Belgiens genüge nicht. Belgien sei nur e,n Symptom der allgemeinen europäischen Krankheit, die durch die Annexion Elsaß-Lothringens einerseits und die türkische Mißwirtschaft andererseits verursacht wurde. Diese beiden Krunkheitskeime müßten endgültig beseitigt werden. Falls Kühlmann die Sacke des Friedens fördern wolle, müsse er einen Ausgleich hinsichtlich Elsaß-Lothringens Vorschlägen; er werde dann vermutlich entdecken, daß Frank­reich zur Verständigung bereit se>, Die Entente könne jeden­falls Elsaß-Lothringen sowie Belgien erobern, es sei nur eine Frage der Zeit. Die englische Presse legt der Mit­teilung über die Meuterei m der deutschen Flotte nicht allzii viel Gewicht bei. Sie vertritt die Auffassung, daß die deutsche Rigierung jenen Mitteilungen eine sensatio­nelle Färbung ans innerpolitischen Erwägungen heraus gegeben hat. Nur „Daily News" meinen, hier handle es^sich um ein wichtiges Symptom und spricht von einem Wendepunkt des Krieges.

Schweizerische und französische Pressestimmen.

AG. Genf, 12. Okt. (Eig. Dcahtbericht. zb.) Den in der Dienstagsitzung des deutschen Reickstags zur Sprache ge­brachten Vorgängen in der deutschen Flotte wird in neu­tralen Kreisen keine Wichtigkeit beigemessen, weil ja di« Disziplin in der deutschen Mrrine unerschütterlich geblieben ist. Dagegen erivecken Kühlmanns Erklärungen über Elsaß-Lothringen allenthalben ein starkes Echo. „Journal de Geneve" schreibt: Kühlmanns Auslassungen

seien eine offizielle Bestätigung oafür, daß die Frage nur durch Waffengewalt entschieden werden, könne. Dre Lyonei Presse meldet, die gleiche Auffassung bestehe auch in Frankreich. Dec „Temps" befürchtet, Kühlmann bezwecke durch seine Erklärung, die Verbündeten Frankreichs wankend zu machen. Der Sozialisten-Kongreß rn Bor­deaux habe im selben Moment ein klägliches Schauspiel völliger Zerfahrenheit geboten. " -

W:T.-B. Be>u, 12. Okt. Die Verhandlungen des Reichs­tags und die Äußerungen des Kanzlers und des Staats­sekretärs v, C-apelle werden von den gestrigen französischen Abendblättern in ihren Auslandsausgaben eingehend in der Wolfffchen AuslandSfaffung abgedruckt, ebenso die AuSfüh- rungen des Staatssekretärs v. Kühlmann über Elsaß- Lothringen. Kommentare liegen nur wenige vor. Jedoch werden vor allein die Äußerungen Capelles besprochen. „Petit Barisien" erklärt, die Per w'i rrung in Deutsch­land vor und nach dem Sturz Bethmcmn HollwegS n e h m e täglich zu. Die Ausführungen Capelles seien wohl über­trieben worden, um, xvie ftüber, einen Mehrhritsblock um die Regierung zu bilden. Kühlmanu scheine der kommende Mann zu sein. Die Ausführungen über Elsaß-Lothringen seien die kategorisch sie Weigerung, dieses Grund­problem zu erörtern, die jemals ein deutscher Staatsmann abgegeben habe. — „Jntransigeant" sagt -u den Äußerungen Kühlmanns, zum e r si e n Male gäbe die deutsche Regie­rung eine genaue Erklärung ab. Die Rede sei ge­schickt. Sie bezwecke, den Glauben zu erwecken, daß nur der Wunsch Frankreichs auf Wiedergewinnung der verlöre»«« Provinzen das FriedenÄhindecnis sei.

Die schwedische Presse.

W. T-B. Stockholm, 11. Okt. Die Rede des Staats-

Mretar» v. LiWmomn sinder in der schw ed i s che» PreKe die

größte Beachtung. Die Worte über Elsaß-Loth­ringen werden von den meisten Blättern in Fettdruck ge­bracht. „Svenska Dagbladet" bemerkt hierzu! Diese Sätze ^deuten,- laß Deutschland sowohl über Belgien wie die anderen besetzten Gebiete verhandeln kann. Da der Staats» sekietäc betonte, laß Elsaß-Lothringen nickt zurückzegeben werden könne, so dürfte hierin die stille Andeutung liegen, laß Belgien unter gewissen Bedingungen herauS- gegeben werlen könne. Auch diesmal hatte Kühlmann einen großen Erfolg im Reichstag. Der Beifall, der chm z uteil wurde, beweist wiederum, vaß die Reichstagsmehrheit hinter dem Verständigungsfrieden steht.

Der Eindruck in Dänemark.

W. T.-B. Kopenhagen, 11. Ott. Unter der Überschrift:

„Eine Sswfationsfitzung im Reichstag" schreibt „Poli­tiken" u. a-: Die Dienstaysitzwng des deutschen Reichstags war von vielen aufsehenerregenden Ereignisse» erfüllt, daß es kaum möglich ist, sie alle zu überschauen. Be­zeichnend ist, daß die große Rede KühlmannS davor in den Hintergrund tritt. Die Rede war mcht nur in ihrer äußeren Form meisterhaft, sie war auch ein weltge­schichtliches Ereignis, weil.sie zum erstenmal klar und deutlich den amtlichen deutschen Standpunkt bezug- lich Belgiens und Elsaß-Lothringens darlegte. Die Worte, daß es im gegenwärtigen Augenblick kein an­deres Friedenshindernis als Elsaß-Lothringen gebe, könnte nicht anders aufqefaht wenden, als eine direkte Hinwendung an En-Aand in dem Sinne, daß Deutsch, land zur Wiederherstellung Belgien» bereit sch

Line ungerechtfertigte Verdächtigung.

Zur Frage der Schuld am Krieg«.

W. T-B. Berlin, 12. Oft. (Drchtbericht.) Die „Strfrtds. Allg. Ztg." sck-erbt: Die englische und französische Presse so» wie feindliche Funksprüche behaupten hartnäckig, die deutsche Regierung Hube in den kritischen Julitugen 1814 ein Tele» auamm aus Wieil unterschl-gen, dessen rechtzeitige Mit- teilung nhch London den Ausbruch des Weltkrieges verhindert hätte. Deutscherseits ist kein Telegramm unter- schlagen oder auch nur aufgeh ilten worden. Die deutsche Haltung war offen und folgerichtig, während sich von den Hairdlungen unserer issegner nicht das gleiche behaupten läßt. Die sinnlose Anschuldigung wird aus Äußerungen des deut- schen Kaisers zum amerik inischen Botschafter am 10. August 1914 abgeleitet. Der Kaiser sagte Mr. G e r a r d ähnlich, wie er bekanntlich auch am 21. Juli dem Köküg Georg tele- graphiert Hut, daß gleichzeitig mit dem Vorschlag deS eng­lischen Königs, Österreich-Ungarn möge sich mit der Besetzung Belgrads und eines Streifen? serbischen Gebiets als Faustpfand für die Erfüllung seiner Forderungen be» gnügen, ein Telegramm aus Wien eingetroffen sei. au» dem bervorgehe, daß Österreich bereit sei. auf einen derartigen Vorschlag einzugehen. Dieses Telegramm sei nach London weitergegeben, ebenso wie das Telegramm deS Königs von England nach Wien. Bereits vor diesem Zeit- Punkt sei Petersburg in analogem Sinne verständigt worden. Unter diesen Umständen hätte man am Abend des 30. Juli annehmen können, daß die Krisis überwunden würde.

Gegenüber den Anzweiflungen diese? Tatbestandes durch unsere Gegner gibt die „Nordd. Allg. Ztg." den von dem Kaiser erwähnten Depeschenwechsel wieder, aus dem unzwei­deutig hervoageht, daß Deutschland alle?, was in seiner Macht stand, getan hat, um den Kriegsausbruch zu verhindern. Die in 1er Veröftentlichung der „Nordd. Mg. Ztg." bloß» gestellten Fäden des Abschnitts der damaligen Verhand­lungen beweisen von neuem, daß auf deutscher Seite in dieser Hinsicht nichts unversucht gelaffen wurde, und daß allein die r u s s i s ck e M o b i l m a ch u n g den friedlichen Ausgleich v e r b i n d e r t hat. Dies bat bereits der Reichskanzler am 31 Juli lern englischen Botschafter erklärt, wie die Nr. 8 deS BlaubilcheS bestätigt. Während die Bemühungen Deutsch- lcinl-k und die Einsicht Österreich.Ungarns den drohenden Weltkonflikt durch einen friedlichen Ausgleich be- stimmt berbinlert hätte, ist e» in London, falls die dahin- ^ gehenden englischen Versuche damals bei allere englische» Stellen überhaupt ernst gemeint waren, in keiner Weise yelur>gen, Rußland von der Mobilmachung abzuhalten, die, wie niemand bezweifeln sollte, den Krieg bedeuten mußte, während die von Revanchehosfnungen getriebene französische Regierung den entsteheriden Brand eifrig cmfachte. Deutschland vertrat seine, den englischen cnalcge Verniittlungsvorschläge in Wien aufs wärmste u n d m i t E r f o l g. Will die englische Presse behaupten, daß Deutsckland einen ähnlichen Druck auf Petersburg ausgeübt habe? Die Telegramme an Botschafter Buchanan vom 30. Juli und vom 1. August (Blaubuch Nr. 103 und 135) er­wecken den Eindruck, daß Staatssekretär Grey sich scheute, Pernifttlungsvorschläge nach Petersburg zu senden. Was hat Botschafter Buck an an auf diese Mitteilungen hin veran­laßt? Das Telegramm, das die russische Antwort auf d« englischen Vermittlunqsvorschläge enthält, fehlt im eng­lischen Blaubuch wohl nicht ohne Grund.

Staaissekretär v. «ühlmann in Wien.

W.T-B. Wien, 10. Oft. Staatssekretär Dr. v. Kühl- mann ist heute vormittag hier eingetroffen und nachmittag»» weitergerettz,