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9tt. Sltt. Mittwoch, 10« CttoB«? 1S17.
führende Männer des deutschen Wirtschaftslebens zur 7. Kriegsanleihe.
Eine der Kraft des einzelnen entsprechende Beteiligung an der 7. Kriegsanleihe kann nicht lediglich als Erfüllung einer selbstverständlichen staatsbürgerlichen Pflicht angesehen und bewertet werden. Sie wird vielmehr zugleich beweisen, datz auch hinter der Front ein ftarfef- Geschlecht auf Posten steht, daß Männer und Frauen den großen einigenden vaterländischen Gedanken bewußt den unbedingten Vorrang einräumen vor allen Klagen und Beschwerden über das und jenes. Weg mit allen häßlichen, trennenden Gedanken, mit allem Zwist und Hader, das Vaterland ruft, und alle, alle kommen!
Geheimer Justizrat Dr. R i e ß e r,
Mitglied des Reichstags, Präsident des Hansa-Bundes.
Wiesbadener Nachrichten.
10. ordentlicher Genossenschaftstcry des Reichs- verbandes deutscher ttonsumvereine.
(Schutz de? Berichts aus Nr. 515.)
Der Vorsitzende erstattete den JabrcSbcricht, in dem er u. a. über die Tätigkeit des Kriegsernäh- rungsamts sogte, daß es nmr dte Ernährung des Volkes bedeutend schlechter bestellt sem würde, wenn ,dtzs Kri-eysernäh- rungsarnll nicht bestanden hätte. Der altte Kurs unter Minister Delbrück würde uns am den Rand des Verderbens gebracht halben. Zwar habe das Amt nicht alles gehakten, was es ver- :sprachen, und es habe manchen schweren Fehler gemacht. An ! Stelle des versprochenen Abbaus d«r Preise sei eine säst lückenlose Preissteigerung, wenigstens der Lebensmittel, vor .sich gegangen, die für die Ernährung.ausschlaggckbeud in Frag? kämen. Deshalb sei aurb der. Lelbensmittelaustvond in 1916, ' besonders tm ersten Halbjahr stark gestiegen und tm -wetten Halbjahr'stabil hoch geblieben. Die Bewegung der Indexziffer für das ganze R^ich, die nach den PreiSnotierungen von «<taa 20C Städten auf Grund der dreifachen Ration des Marine- Soldaten pro Woche berechnet sei, sei von 41,26 M. im Januar >ziemlich stichst bis aus 53,21 M. im Monat Dezember ge- istieyen. In weiten Kreisen, besonders der Erzeuger, werde >gegenüber der gewaltigen Teuerung auf die stark gestiegenen Lohne der A-.beiterschaft Inngewiesen. Dieser Hinweis aber Hinke insofern', «IS nur «in Test, 'die in der Kriegsindustrie tätigen Arbei-ter, hohe Lohneinkommen auszuweisen hätten, dagegen die große Zahl der Kriegerffamilien, die Arbeiter »brachil'ieaeuder Industrien, die Angestellten sowie die Reich s- und 'Staatsbermten mit nur ganz gering ausgebesserten Einkommen Haushalten müßten. Derschärft werde die Loge noch durch die gewaltig gestiegenen Preise für Schuhe und Bekleidung und für deren Reparaturen. Ein großer Teil der .Bevölkerung befinde sich wirtschaftlich sowohl wie. auch bezüglich der Ernährung in schwieriger Lage. Einer der Grund- .feihker sei die große Z«chl der SeWstversorgungsbezirke. Di? augenblickliche Knappheit in Brotg.eitvei'de, welche die Herabsetzung der Brotration und 'die Erhöhung der Ausmahlzisser izur Folge hatte, sei zum größten Teil aus die schlechte Wiri- schast der SEsttr i'mgerlegirke zurückzusühren. Mndestens MO Gramm, pro Kopf und Tag müßten sichergestellt werden. 'Noch andere LclwnsmMel, so OVst und Gemüse, seien unglücklich bewirtschaftet worden. Die voelsach >vscrdevte Rückkehr zur srcen Wirtschaft könne nur mit der HuN'gerSnot weitester unbemittelter .Kreise bezahlt werden. Die Konsumvereine bäliien trotz der gewaltigen S>hwie.rhckesten eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. Trotz Höchstpreüsen gewährten die Vereine vom gröhtsn Teil der Verteilungsware Rückvergütung, die für die MitAieder «ine fühlbare Derbillig?ing der Preise 'bringe. In den Krieysjahren 1914 bis 1916 st die Zahl der Konsumvereine von 2418 ans 2376 zurückgegoii- en, die Mt- gliederzalil dagegen von 2 40000V ans 2 750 000 gestiegen. Der Umsatz im eigenen Geschäft ergibt tm ersten Kriegsjnhr einen Rückgang von 685,8 Millionen auf 675,7 Millionen, im zweiten Krieysjahr aber einen Anffchwnng auf 773 Millionen.
AI? Ort.der nächstjährigen Tagung des Verbands wurde Essen bestimmt.
weiter« NSHrmittel-Kbzüge!
Die Verteilung von Nährmitteln, 'wie Grieß, Graupen, .Ha-fer flocken, Teigwaren nsw., hat schon in den letzten Wochen 'erheblich eingeschränkt werden müssen. Nun hat die Stadtverwaltung vor einigen Tagen ein Schreiben der Mainischen Lebensmi^ttelstelle" 'erhalten, d. h. also von der staatlichen VertetlungAitelle, aus dem hervorgcht, daß für die Zeit von heute bis Ende Novem-ber mit noch weiteren Einschränkungen mit Sicherheit zu rechnen ist. Da? Schreiben lauter:
.Bon dem Preußischen Landcsamt für Nährmittel und Eier, Berlm, erhalten wir eine Zuschrift, in der cs beißt: „Es läßt sich zurzeit noch nicht übersehen, welche Mengen an Rohstoffen aus der neuen Ernte für Nährmittelherstellung zur Verfügung stehen werden Es erscheint Loher ratsam, in den Monaten, in denen eine ausreichende Amtosselteliesernng gechert ist, zugunsten der FnihjahrsMrnate mit der Ausgabe von Nährmitteln -urückzu- Üalten. Für die Zeit vom 16. Okrober dis 12. November 1917 kommt ans diesem Grunde nur eine verhältnismäßig kleine Monats- Menge an Nährmitteln zur Derteilung." Diese Mitteilung ist von der einschneidendsten Bedeutung. Wir haben, wie Ihnen bekannt ist, unsere Reserven sehr stark beranziehen und säst aufdrauchen wüsten. Die Meng«, die uns Heine vom Landesamt als bis Mitte November lieferbar bezeichnet wird, ist so außerordentlich gering, daß eine Derteilung überhaupt nicht oder kaum möglich wird. Die Kommun alverbande müssen also damit rechnen, daß die zugeteilten Nährniittel voraussichtlich bis Ende November cmsriicheii müssen, ohne daß wir in der Lag; sein worden, irgendwie nennenswerte Mengen zuzufügen."
Es ergeht deshalb an die Bevölkerung Wiesbadens das dringende Ersuchen, -die fehlende Zuweisung an Nährmitteln durch Verzehr von Gemüse'ersetzen zu wollen. In der Woche Ivein 14. bis 21. Oktober wenden 300 Gramm Maismehl pro Kopf als Ersatzlieferung fiir Nährmittel zur Verteilung gelangen.
Die Sonntagsruhe.
Aim 14. Oktober tritt das Ortsstatut Liber die Sonntagsruhe im HandelSgewerbe en Kvmft, das der Sadtverordneten-Dersommluny am 1. Jrnri d. I. vmys- 'legen hat und von ihr genehmigt worden ist. Die Genehrmr- /gung des BezriksauSschusses ist am 16. September erfolgt. -Nach dem Statut dürfen im HandelSgewerbe Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter an Sorrw- und Feieittagen nur von 8 .bis uub voo 1 UHr totx&cn p» «zäcke-
_ Mesbadetter Tagdlatt. _
reien und Konditoreien, in Metzgereien, in Wildbret- und Ge» flüge'lhandlungen, in Obst-, Gemüse-, Eier-, Mich- und Mol- kvrkiprodu>ktenhanL'Iilng'en, in Mumengeschästen, in Talbak- und Zigarreirhandlumgen, in Handdlsgeschäften, die ausschließlich dem Verkauf von Zeitungen, Eisenbahn- und Schifs- falmtskarten, Schlaswagcrekarten, sowie Eintrittskarten für Tbeater, Kvnzerle und sonstige Venanstaltungen betreiben, sowie in Güterversandgeschästen. Auch die Geschäfte, die nicht unter diese Ausnahmen fallen, aber auch nicht fremde Arbeitskräfte beschäftigen, müssen an Sonn- und Feiertagen geschlossen sein. Mährend der Krilgszeit kann indcsMz: Magistrat zur Versorgung der Bevölkerung mit LeoH^mttteln, Kohlen und dergleichen weitere Ausnahmen zuÄWi. Der nächste Sonntag w'rd also zum 'erstenmal unter dem Zeichen der völligen Sonntagsruhe Stehen.
— Kriegerfrauen können nicht exmittiert werden. Dos
Kammergericht hat allen Unklarheiten in der Frage der Räumungsklagen gegen Kriegersrauen ein Ende gemacht. Die Frau eines KmegsteAnehmerS hatte während des Kriegs eine Wohnung gemietet, den Mietvemtrag allein unterFsichnch aber keine Miete gezahlt. Es war gegen sie ein RäumungSurteil ergangen. Der Marm widersprach der Vollstreckung. Das Kammergcwicht hat der Beschwerde stattgegelben und erklärt, daß die Vollstreckung eines gegen die Frau eines Kriegsteilnehmers ergangenem Räumungsurteils nicht zulässig sei, wenn nicht auch' der Männ zur Räumung verurteilt worden sei. Denn der Marm sei als HaushaltÄvorstanÄ Inhaber der von ihm gemieteten Wohnung. Die Frau sei in seiner Abwesenheit lediglich als Besitzdienerin im Sinne des § 865 BGB. anzusehen. •'
— Die durchgehende Arbeitszeit. Aus Bsamtenkreifen wird rms geschrieben: Seit längerer Zeit tragen sich die Wiesbaden«: Staats- und Komimrnalbehördon ni'fet dem Gedanken, aus wirtschaftlichen Gründen di« durchgehende Arbeitszeit 'innzusübren. Der Magistrat hat sogar bereits durch Laufzettel sesistellen lassen, welche Stellung die Beamten dazu einniehmeri. Die Mehrzahl der Herren war für die ungeteilte Arbeitszeit von 8 bis 3 Uhr. In letzter Munde haben nun einige ältere BeEte Maßnahmen ergriffen, die geeignet erscheinen, di« wirklich gute Sache zu Fall zu bringen. Man hat z. B. geltend gemacht, daß der Beamte bei der fetzigen mangelhaften Ernährungsweise nicht in der Läge sei, die ungeteilte Arbeitszeit von 8 bis 3 Uhr auszuhal- -ten. Dieser Eiuwand ist nicht stichhaltig; denn tvas die Beamten anderer Großstädte.fertig bring.en, das kann doch in Wiesbaden auch geschehen Wenn es heißt, Ersparnisse z'.l machen — und sie Vierden geniacht werden —> so 'hat jeder seine persönliche Bequomlichkeit hintanzusetzen. In Berlin, wo seit vielen Jahren die ungeteilte Arbeitszeit besteht und sich geradezu glänzend bewährt hat, ftt es brsh« keinem der Beamten eingefallen, wegen mangelhafter Ernährung andere Dienststunden zu verlangen, obgleich die meisten Angestellten oft noch mehr als enre Wegstunde bis zu ihrer,. DienststeKe zurücklegen müsien. v
— Bouikleirwürfel für Pbstkerne. Die Obst ker n- samnielstellen vergüten nach neuestem Abkommen für gösammelte Obst- und iKürtbiSkerue entweder Geldsummen oder Knochenbrühwürlsel. Eine Zuteilung von Ol cm die Samml« ist bei dem fiinsprozentigen Olgehalt d« Obstkerm praktisch uitdurchsühnbar. Das Obükernöll wird im Allgemein- iuteresse zur Herstellung von Margarine verwendet. Dagegen ist es dem Kriegsausschuß für Oie und Felte gelungen, durch die von ihm ausyebaute und sich immot ergiebiger gestaltend« Knochenverwertung zur Fettgewiununq an die Sammler ent- koed« Geld oder Knochenbrühwürfel zur Verteilung bringen zu können. Die Knochenbrühwürsel sind ein vollwertiges Produkt von einwandfreier Beschafsenheit. Sie werden an die Sammler als besondere Vergünstigung in Anrechnung für geli«f«te Kerne zum Selbstkostenp.r>eis von 2V/ Pf. das Stück abgegeben.
— Kricgsauszeichnvngc». Der Gefteite Karl I e k e l, Sohn der Witwe Luise Jekel in Sonnenberg, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Kloste uusgezeichnet. Das Eiserne Kreuz, 2. Klasse erhielten: der skunstw.aler Lite W c c S. zurzeit Unteroflizier m einer Minen- werser-Kompagnic im Osten, der Ers.-Res. W. Schäfer, Sohn der Witwe Wilhelmine Schäfer in Wieebaden. der Fuhrunternehmer Karl 'Paul, Sohn des Verstorbenerl Fuhrunternehmers Konrad Paul in Wiesbaden, der Grenadier Eduard F r a » n d aus Wiesbaden, der Untcrzahlmeister Anton Dinges, Schn von Philipp Dinges in Wiesbaden, Oberleutnant und Komvagnieführer Dakrzewslt, Sohn des Kausmanns I. Sakrzcwski in Wiesbaren, der Tambour August Nickel, Sehn des Maurers Heinr. Nickel aus Wiesbaden, der Musketier Lite K c t t e n b e ch , Sohn des Postschaffners Karl Kettenbach in Wiesbaden, dir Ecsteite Paul Leonhardt aus Wiesbaden bei einer Sanitötskrmvaqnie in Flandern, der Landwehrmann Karl S ck m r d t, ftühcr Postbote in Wiesbaden. Der Krankenträger Felix Map, Mitoliel des Wiesbadener Orchestcrvereins, wurde mit dem Eisernen Kren-, 2 Klasse sowie mit twr deutschen und österreichischen Rrte Krenz-Medeille mit Kriegsdekoration ausge- znchnet. Dem Bizcfeldwcbel Klein aus Wiesbaven wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe sowie die bcssische Tapserkeitsmedaille verlieben. Der Unteroffizier S ck> i u aus Wiesbaden erhielt die hessische Tapserkeitsmedaille. Der Gcrichtsrostzseber Adots Ritter tn Königstein i. T., der Bahnhrfsvorstebcr <! l o s dcrtselbst und der Leiter der vereinigten Volks- und Realschule in Nassau a. d. L. Rektor G a u l erhielten das Bcrdienstkrenz für Kriegshilfe. Dem Kunstmaler M e p e r - EI b i n g in Wiesbaven wurde vom König von Württemberg das Wrlhelmskrenz sür Kriegsdienste verlieben. Sanitätsrat Dr S ck- r a n k in Wiesbaden wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe am schwarz-weißen Band ausgezeichnet. Lberregicrunosrat S p r i n g r r u m in Wiesbaden würde mit der silbernen Medaille des türkischen Roten Holbmvnve? ausgezeichnet.
vsrberichke über Kuttft, Dortrage und Derroaudte,.
* Königliche Schauspiele. Am Donnerstag seht Kammersänger Knüpfer sein dieönialiges Gastspiel als „Stadrnger" im „Waffen- schmied" sort. Be: dieser Gelege,,beit wird die Oper znm 175. Male gegeben. Die „Marie" smgt zum erstenmal als verpflichtetes Mitglied Frau Müller-Reichel. Die Partie des „Adelhos" ist mit Leo- Schützendorf neu besetzt. (Abonnement C, Anfang 7 Uhr.)
* Refföenz-Thcater. Der starken Teilnahme wegen, der die
Dichtung „Liebe" begegnet, wird das bedeutsame Werk außer Mittwoch ncm> am Freitag wiederholt. Die Volksvorstellung am Freitag ist wegen der Spielplanänderiing verschoben worden auf Freitag, den 19. Oltober, und gelangt zur Aufsnhrung das Bismarck-Lustspiel „Der deutsche Bär". Die Operettenpoffe „Der selige Balduin^' erweist von neuem ihre Zugkraft, ffe geht am Donnerstag nochmals in Szene. __
aus Provinz und Nachbarschaft.
Ein» «eheimschlächterei.
ht. Erouberg, 8. Oft Durch die Polizei wurde im Schafhof eine Geheimschlachterei großgli Stil» aufgedeckt. Die Geheimschlächter batten, als sie überrascht wurden, gerade zwei Rinder, einen Ochsen und zwei Schweine, deren Herkunft noch nickt ermittelt werden konnte, geschlachtet Die Täter wrirden verhaftet. Das bür «odihabendc Laute bestürmte Bieh verfiel der vefchlagnahumng.
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Morgen-Ausgabe. Erstes Matt. Seite 3.
Sport. ^
Pferderennen-
Frankfurt a. M„ 9. Okt. iEig. Drahtbrrichl.) t N. 75000 M. 1400 Meter. 1. d. Weinbergs „Auguste Charl-tte- (O. Sch::...:., 2. „Hcrsmicr", 8. „Fahne". Sieg: 31:10; Blay: 16, 18:10. —
2 . Frankfurter Grldppkal. 25 000 M. 2000 Meter. 1. v. O; heims „Mohammed" (Bleuler), 2 . „San Martmv", 3. „Signor,:::". Sieg: 23:10; Platz: 15. 23: IC. — 3 R. 7000 M. 3000 Cst::. 1. F. SB. Rinkcls „Tvxmelin" (Kukulies), 2. „Sonntagsmädrt'. 8. „Fasli". Sieg: 29:10: Platz: 15, 21. 21:10. - 4. «. smo M. ILch VNcter. 1. Eiaf Ccidlitz-Sanbreezkis „N-rew" (M. Dreißig % „Lorbeer", 3. Sm-.dscha-k". Sieg- 2 7 '. :10; Pla,: 43, 18. 14:w« - 5. R. 5,500 M. 2CU0 Meter. 1. I. und P. Schmitz' „Saue»« süß" (Schleie'.. 2. „Papyrus". 3. „Patnot". Sieg: 18 : 10 ; Play: 10:10. — 0. Sv. 0000 M. 3500 Meter. 1. U. Cleves ^kdarl der Große" (Kukulies), 2. „Slgckmcmxon". 3. „Marius". Sieg: 62:1»; Platz : 25, 17:10,
Neurs aus aller wett.
Eisenbahnilnfall au> der Strecke Kaffel-Berlin. B<rliu, 9. Okt. Die Berliner Schnellzüge hatten von und nach Kaffel-Frauk- stirt-Sckweiz bczw. Koblenr-Trier-Lothringen gestern vormittag empfindliche Berspölungen, da ans dem Anssahrtsgleis des Kaffeler Oberstadt- Bcbvhcss infolge falscher Weichcnstellung gegen Mitter- ::acht ein Rangierzng mit einem einsahrmden Personenzug zu- samniengestoßen war. Eine sicbcnstnndvge teilweise Gleissperrung war die Folge. Bei dem Zusammenstoß verlor ein Rangierer dar Leben und eine Anzahl Wagen wurden schwer beschädigt.
. Für 17 00» M. Geldsachen gestohlen. Berlin, 9. Okt. Nachts drangen Einbrecher in ein leerstehendes Zimmer tn der Mainzer Straße 4.zu Lichtcnbcrg. stemntten ein Loch in die Wand, stiegen tn den Laden des Geldschmiedeuieisters PH. Freundlich und machten reiche Beute. Für mehr als 17 000 M. Goldsachen fielen ihnen in die Hände._ *
Handelsteil. ,
Für Freiheit von Industrie und Hände!.
Am 8. Oktober fand unter Leitung des Präsidenten des Hansabundes, Gell Justizrat Dr. Riesser, M. d. R-, in Berlin eine Kundgebung für die Freiheit der Betätigung von Industrie, Handel und Gewerbe nach Beendigung des Krieges statt, m der große Industrie- und Handelsverbände eingeladen hatten und die sehr stark von führenden Männern aus Gewerbe, Handel und Industrie besucht war; auch die Reichs- und Staatsbehörden waren in großer Anzahl vertreten. Fs wurde eine Entschließung angenommen, in der es n. a. heißt* Jede staatliche Einmischung während einer möglichst kurz zu bemessen- den Übergangszeit, deren Notwendigkeit wir zugeben, muß aufs äußerste eingeschränkt und lacli dieser Übergangszeit völlig beseitigt werden. Alle Stillegungen und Z u - sammertlegungen, deren Nachteile schon itn Kriege vielfach die erwarteten Vorteile überwiegen, müssen nach Kriegsende möglichst rasch beseitigt und es müssen Maßregeln getroffen werden, wdlthe den vollen Betrieb und die Wettbewerbsfähigkeit der stillgelegten Betriebe in kürzester Zeit sichern. Dem Handel muß nach dem Kriege so rasch wie irgend möglich die frühere freie Stellung wieder eingeräumt und es muß über die Grundsätze der Besjhaflung und Zuteilung von Rotstofien, Fabrikaten, Valuta und Schiffsraum während der Übergangswirtschaft schon jetzt eine den Interessen der Industrie und des Handels Rechnung tragende Vereinbarung herbeigeführt werden.
Btrllntr Börse.
$ Berlin, 9. Okt. (Eig. Drahtbericht.) Die Kursbewegung im heutigen Börsenverkehr' zeigte keine einheitliche Richtung Im Anschluß sn die gestrige Wiener Aufwärtsbewegung entwickelte sich zunächst angeregtes ße- schäft in österreichischen Werten, die zu erheblichen Besserungen für Österreichische Credit, Staatsbahnen, Lombarden und Orientbahnen führten. Auch türkische Tabakaktien stellen sieb höbet'. Im übrigen erstreckte sich die Kauflust besonders auf sogenannte Friedenswerte. Hieraus zogen besonders Deutsche Bank und Disconto-Kommandit Nutzen. Auch einzelne Bergwerks- und Hüttenaktien zogen an. Schiffahrtsaktien besserten sich nach schwachem Beginn, besonders stiegen Hansa. Von Rüstungswerten erlitten Daimler-Motoren und Rbeinmetall beträchtliche Kursein- bußen. Die Aktien oer zum Berliner Konzern gehörigen chemischen Werie besserten sich bei ziemlich lebhaftem Geschäft. Deutsche' Anleihen unverändert fest
Marktberichte
W. T.-B. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 9. Okt (Drahtbericht) Im Produktenverkehr machte sich wieder eine reiht starke Nachfrage für Rauhfutter, Heu, Stroh und Häcksel geltend, weil 1 ei der nur knappen Besorgung durch die Gemeinden die Pfeidehalter zur Beschaffung eines Zuschusses sich lebhaft bemühen. Die Händler sind jedoch wegen des Mangels an Material bei weitem nicht imstande, die Nachfrage zu befriedigen. Großer Begehr zeigt sich für Runkelrüben, doch erweist sich, daß die Preisforderungen der Landwirtschaft vielfach zu hoch gehalten sind. Nach Sämereien aller Art besteht nach wie vor gute Kauflust, doch ist es zu gr ößeren Abschlüssen nicht gekommen, da Material neuer Ernte noch nicht am Markt ist, jedoch vorhandene alte von geringerer Qualität sich erweist
Briefkasten.
»ff Sänrtftletkina ke« Biesk»kmt taitUtH b?«nt)»or*rt mit «afrigcn tm •itrfUftni. unD ,„,r «km f)cdit«*trktiikU4l<tt. »efkiKkim**» Unncr. niikt ftrrsikct wirken, i
Port in W. Das Eoethesche Gedicht sagt:
Monn mit zugeknöpften Taschen,
Dir tut niemand was zu lieh,
Hand wird,mr mit Hand gewaschen,
Wenn du nehmen willst, so gib!
Sie wissen nun, wie Sie s:ck lei der neuen Kriegsanleihe zu verhalten haben.
Frau E. St. Wenden Sie stck an das Mietsetnigungsamt nrt Bureau des Haus- und Grnndbesitzervereins, Lmsenstraß« 19.
Treue Abonnentin. Ob hier ein spiritistischer Zirkel existiert, vermögen wir nichr zu sagen.
Jt. H. L. Die Verbrennung geschieht mittelst heißer Lust.
St. ®. L 26 bet ent et Kiwzsichtiakeit und L 75 auszebildeter Plattfuß.
S. 389. Sie müssen sich wegen dieser Versetzung an Ihren Borgesetzten wenden. -
Die LNorgen-Ausgave umfaßt 8 Selten.
SerantwkoMch für Etsch« v-litik: H. He,erhör»; sllr «ll«»nd»p,llU! Dr. phil. St. Sturm- für ken Iloterhaliuneriell: B ». Nauendorf; fe Nachrichten au» »ieibaden nk dm, Nachkarkezirkeu: I ü.: H Diesenbach 'ür «erichtssaal: h. Diefenkach; für S»«rt uad Lustfail«. I. 8 : G L,Sacke, für Sermiichle» und den «rirfkasten' r. L-sacker: für den Handeliieil W. Ej sür kie Anzeigen unk Reklamen, H. Darnaus; iinniich i» «lesbaden. Druck und »erlag der L. Scheilenberglchen Hoj-Buchdruckerei in «iesdada«
GprrchstmrHe der Hchriftleittms'. Ul Ui 1 Ule,
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