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4 Blatter für nasfauische Geschichte ^ und Kultur-Geschichte. imzmm

Monatliche Lreibeilage des Wiesbadener Tagblatts. llk. JO. |E). Jahrgang.| JgJ7.

(Nachdruck sämtlicher Original-Beiträge verboten.»

Die Kirchenglocken des naffauifchen Landes.

Bon R. llies, Haspe. (Schluß.,

Der Bestand an älteren Glocken in Nassau ist wohl bedeutend größer, als man nach den vereinzelten Nachrichten hierüber im allgemeinen anzunehmen geneigt ist. Eine genaue Aufnahme und Inventarisierung desselben hat seit­her noch nicht stattgefunden. Wenn auch die Werke von Lotz-Schneider und Luthmer in der Beschreibung der Bau- und Kunstdenkmäler des Reg.-Bez. Wiesbaden eine größere Anzahl Glocken erwähnen oder deren Inschriften wieder­geben, so gehörte es nicht zu den Aufgaben jener Werke, den Glockenbestand vollständig aufzunehmen und zu würdigen. Schon die Wiedergabe einer größeren Anzahl von Glvcken- iuschriften bei ihnen ist erfreulich und anzuerkennen. Weitere Glockeninschriften uno Nachrichten über Kirchenglocken finden sich dann noch gelegentlich in tultur- und ortsgeschichtlichen Aufsätzen älterer und neuerer Zeit. Der Gesamtbestand an Kirchenglockeu wird dadurch bei weitem nicht erfaßt.

In der nachfolgenden chronologischen Zusammenstellung ist der Versuch gemacht, eure Übersicht über das Alter und die Entstehungszeit der nassauischen Kirchenglocken zu ge­winnen, soweit uns hierüber Nachrichten vorlicgen. Selbst­verständlich kann dieser Versuch keinen Anspruch auf Boll- stündigkeit machen und bedarf in vielen Fällen der Er­gänzung, in manchen wohl auch der Berichtigung.

Über die Einrichtung der Liste und die gebrauchten Ab­kürzungen sei nocb bemerkt, daß für die Charakterisierung einer jeden Glocke in der Regel eine Tcptzeile gilt, die zu­erst das Jahr des Gusses, dann den Heimatsort der Glocke ldas Kirchdorf, wo die Glocke hängt), dann ihre Einordnuilg in das Geläute, ob 1., 2. oder 3. Glocke und zuletzt, soweit dies bekannt ist, den Namen des Glockengießers angibt. In der dritten Rubrik sind, wo dies zur bestimmteren Bezeichnung der betreffenden Glocke erforderlich war, anstatt der Rangangabe 1., 2. oder 3. Glocke auch hter und da die Gloetennamen, wie Marrenglocke, Elfuhrglocke, llhrglocke, hehre Glocke uno dergleichen gebraucht, sowie andere Bezeichnungen und Abkürzungen verwandt worden; „Gl." allein bedeutet einizgc Glocke, „e" oder „eine Gl." wurde angewandt, wenn die Angabe, welche Glocke des Geläutes gemeint sei, fehlte. Die Bezeichnungen gr. Gl. und kl. Gl. für große oder größte und kleine oder kleinste Glocke wurde da gewählt, wo die Angabe über die Zahl der Glocken des Geläutes fehlte. Wo es angebracht schien, wurde auch angegeben, wenn es sich tim einen Umguß handelte) oder ob die angeführte Glocke bereits zersprungen oder auf eine andere Art zugrunde ge­gangen ist.

Ein ge Schwierigkeit bo die Einordnung der undatierten Glocken, die sich nicht anders un.erbringen ließen als am Anfang des betreffenden Jahrhunderts, wenn dadurch auch der Mißstand nnt in Kauf genommen werden mußte, daß sicher datierte Glocken anscheinend höheren Alters als die undatierten später folgen als diele. Undatierte Glocken ganz und gar unsicheren Atters, bei denen nicht einmal das Jahr­hundert ibrer Entstehung angegeben werden konnte, wurden nicht ausgenommen.

Wir lassen nun die Übersicht folgen:

13. Jhdt- Limburger Dom, 2. Gl.

13. oder 14. Jhdt. Niederroßbach bei Hachenburg, 1. Gl.

„ „ „ „ Eppenroth, 3. Gl.

„ „ „ „ Kemel, 3. Gl.

„ „ „ „ Kiedrich, 5. Gl.

„ „ „ „ Werschau, e. Gl.

14. Jhdt. Aßmannshausen, 4. Gl.

„ „ Breitenau, 2. Gl.

„ „ Camp, 1. Al., Iohan von Eoblentze.

„ „ Caub, 2. Gl.

„ „ Dausenau, 1., 2. u. 3. Gl.

,. „ Heiligcnroth, 3. Gl

„ „ Lierschied, 2. Gl., Cunradus.

„ „ Rüdesheim, 2. Gl.

„ „ Strinztrinitatis, 1. Gl.

1309 (?) Bleidenstadt, gr. Gl., Herbort Keiner von Dirn. 1321 oder 1325 Panrod, kl. Gl.

Um 1328 Schierstein, 2. Gl., Iohan von Mence.

„ „ Hallgarten, 3. Gl.. Iohan von Menze.

„ „ Elbingen, e Gl, Mag stör Johannas de Moqoncia

„ „ Braubach, 2. Gl., Iohan von Mencd.

1330 Burgschwalbach, 1. Gl., 176? umgegosscn.

Um 1366—79 Hallgarten, 1. Gl., Peter von Menze.

„ „ „ Caub, 3. Gl., Peter von Mentes.

1377 Erbach i. Rh., 1. u. 8. Gl, Iohan von Franlfurt.

1383 Aßmannshausen, 1. Gl.

1389 Kiedrich, 3. Gl.

1396 Wellmich, 2. Gl.

15. Jhdt. Hühnerkirche, 1. Gl.

„ „ Frohnhausen, 1. Gl.

1401 Geisenheim, 1. Gl.

1402 Gemünden, 2. Gl.

1402 Herborn, Elfuhr gl.

1403 Herborn, Marienglocke, 1739 umgegossen.

140! Igstadt, 2. Gl.

1406 (?) Hunzel, e. Gl.

1409 Herborn, ältere Bürgergl.

1411 Caub, 6. Gl.

„ Bleidenstadt, 2. Gl „ Kroppach, 3. Gl.

1418 Limburg, Dom, 3. Gl.

1429 Helferskirchen, 1. Gl., Clais Brubach.

1434 Caub, 1., 5. und 7a Gl , Mathys Meiner.

1436 Königstein, 1. Gl.

1440 Biedenkopf, 2. Gt., Petrus Agast.

1442 Bergebersbach, 1. Gl.

1444 Langenbach b. Weilmünster, 1. Gl., Chr. Dnisterwald.

1445 Marienfels, 1. und 3. Gl., Jaen Bruwilre.

1447 Limburg, Dom, Uhrglocke (nicht mehr vorhanden).

„ Seck, 3. Gl.

„ Gemünden, 1. Gl., Johann Bruwilre.

„ Nomborn, 2 Gl., Johann Brn.wilre.

„ Niedererbach b. Wallmerod, l.u.S Gl., Teil van Keppel.