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Verlag Laugsaffe 21 •mSAA**+Ttrf% ~a_ 13 HUSGCtbett. ' »J. 6650-53»

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lMa^L

Dienstag» 2. Oktober 1917.

klbend-Kusgabe.

Nr. 602. . 65. Jahrgang.

Der Tagerdericht vom 2. Moder.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 2. CK. <»mtlich.)

Westlicher Kriegsschenklatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In der Mitte her flandrischen Front war der Artilleriekampf stark, zwischen Langemark und Holle­be eke mehrfach zu heftigen Trommelfeuerwellen gesteigert.

Morgens entrissen unsere Stnrmtruppen den Eng­ländern am Poligonwald nördlich der Straße Menin- Wern in etwa 500 Meter Tiefe Kampsgelände, d«S gegen mehrmaligen starken Gegenangriff behaupte' wurde. Außer .erheblichen blutigen Verlusten büßte der Feind Gefangene sin.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nordöstlich von So isso ns nahm die Kampftätigkeit der Artillerien zu.

Bor Verdun war der Feuerkampf im Anschluß an ein erfolgreiches Unternehmen auf dem Ostufer der Maas lebhaft. Bei B c c a n v a u x brachen morgens Jnfanteriestoßtruppen mit Pionieren bis in die hinteren Linien der. französischen Stellung vor, zerstörten dort die Grabenanlagen und kehrten mit-mehr als 100 Gefangenen in die eigene Stellung befehls­gemäß zurück.

Auf dem

östlichen Kriegsschauplatz

und an der

mazedonischen Front

bliob bei geringer Gefechtstätigkeit die Lage unvcr- ändert.

Der Erste «rneralquartirrmeister: Lvdrndorff.

Oie Admiralstabsmeldung.

W.T.-B. Berlin, 1. Okt. (Amtlich.) Neue Unterfee- bootserfvlge im Sperrgebiet um England:

21000 Brnttoregistertonnenl

Ben den versenkten Schiffen wurden drei große Dampfer aus stark gesichertem Geleitzug herausgeschossen. ■

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Wirkungen öts U-Vootkrieges im Mitlelmeer.

Die Griechen und der „Schutz" der Entente.

W. T.-B. Berlin, 1. Okt. Aus feindlicher Gefangenschaft zurückgekehcte bulgarische «Soldaten berichten: Anfangs

August traf in Saloniki ein Transport von 745 Serben aus Frankreich ein. Bei der Einschiffung bestand der Transport aus 2300 Mann, wovon ein Teil aus Amerika gekommeir war. De: Transport wurde zweimal durch Unterseeboote reduziert und die übrigen 745 Mann waren der Refft, rer von einem Kriegsschiff noch gerettet werden konnte. Ter ganze Transport war mit Sch w i mmgu r t e ln «.ausge­rüstet/ Ädrr ein geringer Teil der Gerettsteu konnte an dre Front geschickt werben, 3er Rest kam in die Lazarette und die Etappe infolge völliger Erschöpfung. Es läßt sich sonst gut verstehen, das;4 Ententesoldaten, die nach einem über­seeischen Kriegsschauplatz transportiert werden sollen, die Reise nrit wenig Begeisterung und sehr gemischten Gefühlen antreten. Durch Nichteintreffen einer Anzahl Dampfer mit Mehl und sonstiger Verpflegung infolge Torpedierung wird seht schon die mazedonische Ernte verbraucht. Für die maze­donische und griechische Bevölkerung, die jetzt bereits schwer unter Hurrgersnot leidet, sind deshalb die Aussichten für den Mintcrsehr düster und sie gehen einem entsetzlichen Elend entgegen, dadurch, daß ahnen die Ente atetcuppen ihre Ernte geraubt haben. Die Bewohner Mazedoniens und Griechen- .lands hassen ihre Peiniger und Bedrücker, die ihnen alles zum Lebensunterhalt Nötig«: wegnehmen, um so mehr, weil die Entente in pyarisäerischen Redensarten (Wilson, Poin- care) sich noch dazu als Beschützer der kleinen Nationen und Kulturbringer aufspielen. Die Mazedonier und Griechen haben nur noch den einzigen Wunsch, so schnell wie möglich vom Schutze und der Kultur de: Entente befreit zu werden.

Die £«§e Im Westen.

ErfolöreicheSeutscheZttegerunternehmungen an der verdunfront.

W. T.-B. Berlin, 1. Okt. Nachdem di« französischen

Flieger bei Verdun durch schwere Verluste bekehrt worden waren, daß sie unseren Fliegern im Luftkampf Mann gegen Mann nicht gewachsen sind, greifen sie zu einem anderen, und dabei weniger 'gefährlichen Mittel, um unsere Flieger gleich- falls zu schädigen. In 3er Nacht vom 24. zum 25. September bewarfen zahlceiche französische Flieger unsere Flughäfen an der Verdunftont mit Bomben. Das Ergebnis ihrer Flüge entsprach kaana ähren Erwactanz-a. Nicht ein Flugzeug wurde zerstört.

Die Antwort unserer Flieger ließ auf sich nicht warten. Noch in derselben Nacht unternahm eines unserer Bomben­geschwader erneu planvollen Angriff gegen die französischen Fkrahäsen in der Wegend von Verdun. Der Helle Mondschein

~ MM fee Li«l. Um dre Shxü*

sicherheit zu erhöhen, gingen sie beim Abwurf ganz tief her­unter. Der Erfolg belohnte ihre Kühnheit. In Lemmes und Vandelaincourt gelang ein Volltreffer mitten in dre F l u g z e u g b a l l e. In einer der großen Flugzeughallen des Hafens zu Souilles entstand ein starker Brand, dem mehrere Explosionen folgten, ein sicherer Beweis, daß Flugzeuge vernichtet wurden, denn andere brennbare Stoffe werden in Flugzeughallen nicht aufbewahrt. $*1 der wlgenden Nacht setzte das Geschwader sein Vergettrrngswerk ört. Die Flugzeuge warfen diesmal über 12 Tonnen Spreng toffe auf die feindlichen Häfen in Souilly und setzten durch Volltreffer eine große Flugzeughalle in Brand. Das Feuer prang auf die Nachbarhallen über und schtreßlich standen vier Hallen in hellen Flammen. In Osches, sourllv und SenaV) brachen gleichfalls Brände aus. Irr Osches folgte eine heftige Explosion. Der Schein der Brände leuchtete unseren Fliegern auf dem Heimflug und war bis weit dies­seits unserer Front zu sehen. Auch Varrdelaincourt wurde wieder bedacht. Hier mußten die Bomben besonders sorg­fältig gezielt werden, denn ka«im 250 Schcitt von dem 3‘ u 0r Hefen entfernt stehen zahlreiche Lazarettbaracken, und nach jedem Bcmbcnangriff gegen die Flughäfen erhebt die fran- zösticke Presse erneut ihr Geschrei über die Barbaren, ^d:e selbst dos Zeichen des Roten Kreuzes nicht achten. Wer hier in Wahrheit das Zeichen nicht achtet, das ist jedem Vorurteils­losen klar. __

Der Krieg gegen England.

Eine Hetzversammlung in London.

W. T.-B. Amsterdam, 30. Sevt. Nach einer Reuter» Meldung aus London fand gestern in der Albert- Hall unter dem Vorsitz Lord Charles Beresfords »ine Hetzversammlung statt. , Es wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der die Teilnehmer all^i kritischen Bürgern empfehlen, als Strafe für dre schreck- sichen Verbrechen der deutsche Armee und Marine gegen Zivilpersonen zu Lands nnd zur See erstens kernen Deutschen in irgendwelcher Eigenschaft anzustellen, zweitens, sich zu verpflichten, keine Waren deutschen Ursprungs zu kaufen oder zu benutzen: drittens wurde beschlossen, 'daß alle Kapitäne sich wetgern sollen, die deutsche Flagge auf hoher See oder in ausländischen Häfen zu grüßen oder anzuerkennen. Dieser Boykott soll für die Dauer von zwei Jahren nach Friedensschlutz durchyeführt und für jedes von den Dsuffchen zu Lande und zur See nach der Annahme der Entschließung be- gangene Verbrechen um einen Monat verlängert wer- d"n. Sollte das deutsche Volk beschließen, eme aus- reichende parlamentarische Kontrolle über den Kaiser und die Regierung einzuffihrsn, könnte mit Zustim­mung der Mitglieder der Merchant Seamens League eine Milderung des Boykotts eintreten.

Läßt England Rußland fallen?

W. T.-B. Berlin, 1. Okt. Die Londoner Zeitung „Sundah Times" vom 9. Sept. gibt bas folgende Zeugnis englischer Bundes treue: Die Hoffnungslosigkeit der russischen Lage

wird jetzt allgemein erkannt. Die Bemerkung unseres' Premierministers über unseren östlichen Verbündeten am Freitagabend war sehr vorsichtig, aber wem man zwischen den Zeilen liest, kann man nicht «lmhin, zu entdecken, daß seiner Ansicht nach Rußland für Die nächste Zeit tat­sächlich erledigt sei. Wenn wir von Rußland nichts mehr zu hoffen haben, so haben wir ihm gegenüber bestimmt keine Verpflichtungen mehr. Da dies so ist, muffen wir uns ernstlich fragen, ob eine Neuorientierung unserer Politik in: Orient nicht wünschenswert erscheint.

Die hohe» Zulagen für die englischen Kohlenarbeiter, Berlin, 2. Okt. (zb.) Der englische Kohlendiktator hat sich genötigt gesehen, die Forderung der Kohlenarberter auf 25 v. H. Lcbneihöhung nahezu restlos zu erfüllen. Die Mehrbelastung des Staates wird sich auf über 21 Millionen Pfund Sterling jährlich belaufen.

Bcrgewoltigung schwedischer Kohlendampfer.

W. T.-B. Stockholm, 1. Okt. Wie „DagenS Nyheter" aus Amsterdam erfährt, versuchen die Engländer, die Kohlen- zufuhr nach Schweden aus Rotterdam zu unterbinden. Im Laufe von 14 Tagen wurden nicht weniger als fünf schwe- disch? Koblenschiffe, die sich a-uf der Heimreise aus Holland befanden, von den Engländern aufgebracht und nach Gravesend geschleppt. Auch ein Dampfer, der von Schweden nach Holland fuhr, wird vermißt und dürfte das gleiche Schicksal erlitten haken. _

Der Krieg gegen KuMand.

„Rote Garden der Arbeiterschaft".

8. Stockholm, 2. Okt. (Eig. Drahtbericht, zb.) Gleichsam als Antwort auf den Aufruf des Kriegsmintsters an die Be« Völkern ng. sämtliche bei Zivilpersonen befindlichen Waffen unter Strafandrohung auszuliefern, hat der Moskauer Sowjet beschloffen, dort eine „Rote Garde der Arbeiterschaft" zu errichten und mit Waffen zu versehen. In Kronstadt hat sich ebenfalls eine „Rote Garde" organisiert. Sämtliche Zivil-, Festungs- n»rd Hafenarbeiter wurden mit Schußwaffen

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Mann, die auch 20 Maschinengewehre besitzt. In Odeffü zählt man gegen 5000 neugeschaffene, mit Militär- und Maschrnenaewehren wohlausgerüstete rote Gardisten. In mehreren Städten, wie Zarizyn, Rostow, Saratow _ und Tamtow, fühlt sich diese „Rote Garde" bereits als felbst- berrschende Provinzregierung. Die ausgesandten Truppe,:- teile weigerten sich gegen die „Rote Garde vorzugehen, selbst wenn diese, wie beispielsweise in Zarizyn, das Ge- angnis stürmt und die in Haft gehaltenen B o l s ch e - w i k i befreit.

Ein Aufstand in Taschkent!

W.T.-B. Petersburg, 2. Okt. (Drahtbericht. Peters­burger Telegraph:n-Agentur.) Nach einem Telegramm aus Taschkent proklamierte üch eine Gruppe politischer Agitatoren nach Verlassen einer Versammlung als das revolutio­näre Komitee, bemächtigte sich der Gewalt über die Stadt, zog zwei in 3er Stadt liegende Regimenter ans seine Seite und erklärte, die vorläufige Regierung nicht mehr anznerkennen. Di: muselmanische Bevölkerung billigt dieses Vorgehen nicht und ist bereit, ihm Widerstand entgc genzusetzen. Sie wird dabei von den Schülern der Militärschule unterstützt, welche die Festung Taschkent besetzt haben. Alles dies macht den Ausbruch blutiger Unruhen wahrscheinlich. Ein telegraphisch abgesandtes Ultimatum der vorläufigen Regierung, das die Unterwerfung forderte, wurde von den Rebellen zurückgewiesen. Am Abend veröffentlichte die vorläufige Regierung eine Erklärung, in der sie rnittcilt, daß sie den Kommandanten der Truppen des Bezirks Kasan, Korovnitzschenko, zum Generalkonnnissar von Tuikcstan ernannt und genügende Trupven zu seiner Ver­fügung gestellt habe, um die Unruhen mit Gewalt zu unter­drücken.

Die Wahlen in Finnland.

W.T.-B. Helsingfors, 2. Okt. (Drahtbericht.) Heute haben die Neuwahlen zum Landtag begonnen.

Der amtliche bulgarische Bericht.

W.T.-B«. S»sia, 2. Okt. (Drahtbericht.) Generalstabs- bericht: In verschiedenen Abschnitten der Front «störungs- feuer, das nur auf dem linken Wardarnfer etwas l>sftig°r war. Mäßige Tätigkeit im W«rrdact rl und in der Ebene von Sereth. — Rumänische Front: Spärliches Artillerix- feuer bei Tnlcea nnd Jsaccea.

Der amtliche türkische Bericht.

W.T.-B. Konstantinopel, 2. Okt, (Dcchtberlcht,) An zwei Stellen des rechten Flügelabschnftts scheiterten Unter­nehmungen feindlicher Kavallerieabteilungen in: Feuer. Bon den übrigen Fronten sind bisher keine wesentlichen Eceignissx oingegangen.

Der Krieg über See.

Englische Berichte aus Ostafrika.

Da§ Kriegsamt teilt mit: Im, Mbremknr atale kämpften unsere Truppen am 27. Sepieinber an der Straße nach Äakiku-Nahungr (vielleicht Natschtku'l). Nördlich des Flusses in der Gegend des- Tukuleditales räumte der Feind seine starken Stellungen Ntus (Mtua?), 22 Merlen südwefüich von Lind:, und zog sich während der N«acht vom 26. September bis Mtana, etwa 5 Meilen nordöstlich von Nyangava, zurück. Nichts zu melden von oen übrigen G«:bieten.

W.T.-B. London, 30. Sept. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Kr-egS«,rmt telegraphiert am 29. September: Der Oberbefehlshaber in Ostasrika meldet, daß Mahunge (?), Sin wichtiger deutscher Stapelplatz aus dem Nordufer des Mebenknrn-Flusscs, 82 Meilen südwestlich von Kilwa, von unseren Truppen am 28. -sept. besetzt worden ist. Sie begegneten beträchtlichem Widerstand. Ein Geschütz wurde erbeutet. Im Tnknleditale dauert unser Vormarsch gegen Lindi trotz der Schwierigkeiten des Ge­ländes an. Im Westgebiet rückten unsere rhodesischen Truppen aus der Richtung Songea vor nnd erreichten einen Punkt, wo die Straße Songea - Livale - Kilwa den Njenje- Flutz kreuzt, 66 Meilen westsüdwestlich von Livale. Den letzten Nachrichten zufolge kam eine kleine belgisch« Kolonne, die mft unseren Kräften bei Mahenge zusammen arbeitet, am 28, Sept. 7 Meilen von diesem Platze cm.

hWptaurschutz.der Reichstags.

Staatssekretär v. Waldow über die Brotgetreide- Versorgung.

W.T.-B. Berlin, 1. Okt, Staatssekretär v. Waldow führt«: da«:anf n. a. aus: Die bösondecen Verhältnisse, unter denen wir in das ne ir Wirtschaftsjahr eingetreten sind, machten es notwendig,

die Gestrhungspreise für Brotgetreide wie für die Herbstkartoffeln

noch mit gewissen außerordentlichen Unkosten zu belasten. Bei Brotgetreide sind dies die Unkostea, welche aus der Durch­führung der Wirtschastskarte des Früh drusch es er­wachsen, bei den Kartoffeln die sogenannten Schnellig­keitsprämien. Diese Unkosten ist die Reichssinanzv«> waltung bereit, auf Reichskosten zu übernehmen. Die Rsichsgetreidestelle kommt dadacch in die Lage, die Steigernug de» im u&m MrMchGchr mm 0 M. für den,