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Wiesbadener T

"SS * 81 wöchentlich _ MM IS«uss«ben

Sih-Iterchalle geöffnet von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend».

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„T-gbl-tlhauS" Nr. 6650-5Z.

Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntag».

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entsprechender Nachlaß,

Angeiaett-Annahme: Für dieAbend-Ausg. bis 12 Uhr m ittag»; für dU Morgen-Au»g. bi» 3 Uhr nachmittag». Berliner

Zreilage 28. September 1917

. „ ..ii„ ^ Kür die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen

n T S . ir T,, l ^11 ^-rttfhv . Amt Lützaw 6202 tt. 6203. Taaen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen

Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berl in W„ Potsdamer Str.121«.. Fern,pr.. nm i -- -r - — -— -——

Kr. 494. ♦ 65. IahrssnZ.

Morgen-Kusgabe

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Arquithr Rede in Leeds.

W. T.-BV London, 26. Sept. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) In Fortsetzung seiner Rede sagte Asquity: Mr haben in den letzten Tagen die

Antwort des neuen Reichskanzlers auf die Note des Papstc- oelesen. Sie strotzt von unklaren, ö 11 gen Allge­meinheiten. Die deutsche Regierung sagt uns, daß sie mit besonderer Sympathie des Pavstes Überzeugung begruh», „daß künftig die materielle Macht der Waffen durch dre moralische Macht des Rechtes aufgehoben werden müsse . Sie erklärt, sich über den Ersatz des Krieges durch Schreds- | geeichte zu freuen und will jeden darauf bezüglichen Vor- I schlag unterstützen, welcher (bemerken Sie wohl heim Mm- 1 zeichnenden Vorbehalt!) „mit den Lebensmtcressen des Deut­schen Reiches und Volkes vereinbar ist".

ASguith fuhr fort: Aber ich frage, ist in des Kanzlers Devefchen oder in irgend einer anderen maggebenden Er­klärung der deutschen Regierung aus der letzten Zen irgend ein Hinweis enthalten, datz sie bereit ist, nicht nur nicht da» Verbrechen von 1871 zu wiederholen, sondern auch praktische Schritte zu unternehmen, die allein den Weg zu einem wirklichen, dauernden Frieden eröffnen können Ist Deutschland bereit, z u r ü ck z u g e b e n , was es damal» Frankreich genommen hat? Ist es bereu, Belgien ferne volle politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zuruckzu- geben, ohne Bedingungen und Vorbehalte und mit einer so vollständigen Entschädigung, wie eine nur materielle Entschädigung für die Verwüstung eines Landes die Leiden des Volkes entschädigen kann? Die end­gültige Antwort, die in der Reihe der Ertmderungen auf Fragen wie diese gegeben werden könnte, würde gegenwärtig e:ne ganze Spalte von frommen Plattheiten aufwregen.

Asauitb fahte dann die Bedingungen d e s F r, e- p e n ä , wie er sie im Auge habe, zusammen, daß England nicht die Vernichtung Deutschlands oder die dauernde Ernied­rigung des deutschen Volkes beabsichtige, ^h aber he grau- same und brutale Art, wie der Krieg von Deutschland geführt wurde, allerdings die Achtung der Welt vor dem deich chen «Charakter tief beeinflußt habe und das noch lange tun werde, ■pr*. , ,™s „,^m rtA«n. hafe jedes Land die

K^Es sei im großen und ganzen richtig, daß jedes Land die Regierung habe, die es verdiene. Wie die Geschuhte zeige und wie das Beispiel Rußlands beweise, sei die Beseitigung einer schlechten Regierung ein kostspieliges und langwieriges ; Geschäft.

preußische Militarismus, das war der Gegenstand unseres Kampfes und ist cs noch.

^Aber für die deutsche Demokratie haben wir keinen anderen Wunsch, als datz sie diesen bösen Geist banne. Das ! die! unseres Friedens ist nicht dre Wiederherstellung des Steins emo, noch des sogenannten Gleichgewichts der Machte,

) sondern die Ersetzung beider durch mn internationales System, in dem für die großen und kleinen Staaten ein ist und unter dem beide gleichmäßig ihrer Sicherheit und unabhäng igen Entwicklung sicher sind. Als selbstverständ­lich setze ich die Räumung der besetzten Gebiete Frankreichs und Ruhlands durch den Femd vor­aus. Ich habe bereits auf Elsaß-Lothringen und Belgien hm- aewiesen. aber wohin man sich wendet, in Mittel- und Oft- burova sieht man Gebietsabgrenzungen, die ihrem Ursprung nacb durckaus künstlich waren und die Wünsche und Interessen der direkt betroffenen Bevölkerung verletzen und Herde der Unruhen und Kriegsgefahr waren und bleiben werden, fo lange sie bestehen, so die gerechten und langst fälligen An- lviüche Italiens und Rumäniens, ferner das helden- loste Serbien, das nicht nur in sein altes Heim wieder eingesetzt werden, sondern dem Raum gegeben werden mutz, d-n es für die Ausdehnung seines alten nationalen Lebens beanspruchen darf. Da ist P o l e n, für das wir alle die edel- mütiaen Wortck Wilsons unterschreiben. Nicht zu vergessen sind die Fälle Griechenlands und der Südslawen. Die vollständige und womöglich dauernde Begleichung dieser gefährlichen Rechnung mutz stattfinden. Ich komme nun zu den

Richtlinien für einen dauernden Frieden.

Ein Friede, der das Wiederaufleben des verschleierten Kriegszustandes möglich macht, lohnt sich nicht. Wir müssen ein- für allemal den Irrtum aus unseren Grundsätzen verbannen, datz man, wenn man den Frieden wünscht, sich aus den Krieg vorbereiten mützte. Zum ersten­mal in der Weltgeschichte können wir vielleicht das Ideal der Vereinigung der Völker in einem Bund, dessen Grundlage die Gerechtigkeit und besten Eckstein die Freiheit ist, zur Verwirk­lichung bringen. Die Beschränkung von Rüstungen, die An- nccknne des Schiedsgerichtswesens als natürliche Losung internationaler Streitigkeiten, die Verweisung von Angriffs­kriegen vnd Kriegen aus Ehrgeiz in die Reihe von Torheiten, die sich überlebt haben, werden M e i I e n st e i n e auf diesem Wege sein. Inzwischen müssen wir unser Pulver trocken

halten. ^

Eine Rede Lord Derbys.

ff. Rotterdam, 26. Sevt. (Eig. Drahtbericht. zb.) Uns London wird gemeldet: Kriegsminifter Lord Derby sprach in F o l k e st o n e. Im Verlauf ferner Rede aate er: Ich bin ein kräftiger Verfechter der Monarchre. Aber ich weiß, daß die Zeit vorüber isst in der dre Monarchie dfem Krieg macken kann. Auch die Zelt rst

vorüber, in der die Regierung Krieg machen kann wenn sie will. Dre einzige Gewalt, dre Krreg ober Frieden machen kann, rst das ernt'.achtrge Vol. Augenblick gibt es kerne Parier m Deutschlandb die^Eng^ fand üb-er^evaen tonnte, o afe, salls es jtfet zuni r^reoen S ttn MeTe 1 .1f ch° «aHMM» w«d° und n i rfi t tbre Regierung. Wenn uns erst der Fried e vergönnt sein wird, der d u r ch e r n ganzes Volk unterschrieben rst. dann glaube rch auch, datz aus dem Bösen Gutes sich entwickeln wrrd.

Das Zriedensproblem.

Der Papst und die belgische Frage.

Br. Bern, 27. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Rom wird zur deutschen Antwort berichtet: Aus dem Vatikan ver­lautet, datz der Papst seiner Antwort auf die Rote der ^enffal- mächte an Deutschland eine Anfrage beffugen wird ube. das endgültige Schicksal Belgiens. .Dieser Punkt schöne da wenigste Hindernis für Amerika und England zur > Weiterführung der Friedensunierhandlungen zu sern.^^mr ^ sei die Meldung, der König von Spanien sei zum ^hwds- c'chier ausersehen, mindestens ungenau. ..seccolo erfayrr von seinem vatikanischen Berichterstatter, der Papst tverdr wabrscheinlich nach Eintreffen der Antwort der Entente eenen neuen Versuch unternehmen.

Französische Sftmmen zur Friedensfragc.

W. T.-B. Bern, 26. Sept. Die Friedensfrage wrrd von der französischen Presse weiter besprochen, "^bert« erklärt anläßlich der Resolution der nateonalleberalen Partei, orn Frieden ohne Annexion sei Deutschland vor der Einnahme von Riga und Jakobstadt annehmbar erfchrenen, fetzt hätten sich die deuffchen Forderungen verschärft. „Temps meint, Deutschland bereite keineswegs den Verzicht vor son­dern organisiere seine Eroberungen. Deuffchland wolle fetzt Litauen autonom erklären, um Polen in schach zu halten. Dabei wolle es glauben machen, datz das Interesse der eroberten Völker darin bestehe, sich, mit Deuffchland ins Einvernehmen zu setzen. Dieses Manöver dürfe man nicht unfreiwillig begünstigen. Deutschland wolle seine Herr­schaft im Osten errichten, um sich mit größeren Forde­rungen als je rmch Westen zu wenden. „.Humamte fuhrt aus' der Sozialismus und Paziftcismus hatten Unterhand- lunaen eingeleitet. Man werde weiterhin Noten und Fragen oustauschen und damit täglich zu gröherer Genauigkeit ge- lanaen Der Papst werde sicherlich von den Mittelmächten die'notwendigen Präzestionen verlangen und gleichzeitig aus die Ententemächte einen Druck ausüben, damit sie sich ve^- bändigten und die entscheidenden Ziele formulierten. Dl- 'praktische Folgerung müsse sein, datz die Entente die inoran,che und wirtschaftliche Vorteile ansnütze, um damit ihre mili­tärische Stärke zu verdoppeln.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht,

XV. T.-B. Wien, 27. Sept. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet dem 27. September, mittags:

östlicher Kriegsschauplatz.

In der Gegend östlich von R a d a u tz lebte das Artillerie­feuer zeitweise auf.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Bei der Heeresgruvpe von Boroevic wurden durch Flieger und Abwehrfeuer drei feindliche Flugzeuge zum Absturz ge­kracht. . ^ „

Im Tonale-Gebier gelangten Hochgebrras- patrouillen hinter die feindliche Front, sprengten dort zwei Steinbuhn-Stationen und zerstörten mehrere Magazine und kehrten ohne Verluste mit Gefangenen zurück.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine größeren Kampfhandlungen.

Der Chef des Generalstabs.

einen Antrag auf Streichung von 10 000 Franken ^sten der Reisen des Präsidenten — ein; denn gewisse Besuche an der Front und der damit verbundene Apparat werden,oom Heere sehr ungern gesehen. Nur der Minister des Blutzern und der Ministerpräsident seien verfassungsmatzig zur Ver- tret.ing Frankreichs berufen. — Der unabhängige Sozialist Russin -Du gen s Motz sich diesen Ausführungen an. Der Antraa Barte wurde dann mit 324 gegen 121 Stimmen abgelehnt. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen ocachte der Abgecrdnete Brizon, der der Zimmecwalder Richtung cn,gehört, einen Antrag auf Verminderung der Kredite , um 60'Millionen durch Entlassung der fünf ältesten Jahrgange des Landsturms in den nächsten 14 Tagen ein., wadurch, datz in Europa 60 Millionen Mann mobilisiert seren, werde die Hungersnot provoziert. Sein Antrag wurde mit 321 gegen 103 Stimmen abgelehnt. Brizon verlangte sp>Aer einen Kredit von 10 000 Franken zur Einleitung einer Ab­stimmung über die Frage: F o r t s e tz u n g d es K r r e g e s oder Friede. — Finanzminister Klotz lehnte es ab, auf den Antrag einzugehen. Infolge des heftigen Wideffpruchs des gröhten Teiles der Kammer verzichtete Brizon aus die Begründung seines Antrags.

Die Kammer hat mit 480 gegen 4 Stimmen die Berlage über die vorläufigen Saushaltszwölftel für das letzte Viertel­jahr 1917 in ihrer Gesamtheit angenommen.

Oer Nrieg gegen Rutzl«nd.

Absichten auf den Geresund.

8. Stockholm, 27. Sept. (Eig. Drahtöricht, zb.) Der dem englischen Gesandten nahestehende „Mro „Rosste" bringt eine Unterredung ,nnt dem russischen Marineminister. Dieser meinte, die wirksame Hme könne Rußland von den Verbündeten durch Brzwmgen . des Öresund erhalten. Dies sei fedoch erst möglich nach einer vernichtenden Niederlage der de ur­sch e n F l o t t e. Infolge, der wachsamen Hut der deutschen Flotte könnten die Verbündeten tai Öresund nicht bezwingen. Waren fedoch die deutschen Nord> seegeschwader geschlagen, so hatten dre Skandi­navier- keine Möglichkeit mehr, die Sperre aufrechtzu­erhalten. Dänemark und Schweden ivllten diese neue Entente-Drohung wohl beachten.

Der Kriegsminister an die Kosakentruppen.

XV T.-B'. Petersburg, 26. Sept. (Meldung der Peters- bnrger' Telegraphen - Agentur.) Kriegsminister Werkowski richtete an die Hauptversammlung der Kosakentruppen ern Telegramm, in dem er ihnen seine tiefe Befriedigung dafür ausspricht. datz das zwischen den Kosaken und der vorläufigen Regierung entstandene Mißtrauen zefftrent worden ser. Was den Hetman Kaledin betreffe, so solle er seiner burgerllchen Pflicht Nachkommen, sich nach Mohilew begeben und die notwendigen Erklärungen abgeben.

Die widerspenstige Haltung der Truppen in Finnland.

8 Stockholm, 27. S-pt. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die in Finnland stehenden Truppen machen der russi­schen Heeresleitung wieder große Schwierigkeiten. Da» Helsingforser Revoluftonskomitee befreite alle Sol­daten, welche an den Wiborger Offiziermorden teilge­nommen hatten. Der Abgang Alerefew ist auf Erfor- dern der Soldatenorganisationen erfolgt, welche dem General vorwarfen, er verstehe nicht dre Psychologie des Kriegs.

Ausschluß der Kadetten von der russischen Regierung. XV T-8 Petersburg 27. Sept. (Drahtbrricht. Telegraphen- aaentur.) ' Der Hauptausschuß des Arbeiter- und Soldatenrats hat mit 119 gegen 101 Stimmen einen Beschlus; angenommen, der bei der Neubildung des Kabinetts den Grundsatz des Zusammen- Wirkens der Parteien, ausgenommen d,e Kadetten, zulätzt. __

Der Kaiser aus den Schlachtfeldern von Hermannstadt.

XX' T.-B. Berlin, 26. Sept. (Amtlich.) Se. Majestät der Kaiser besuchte am 25.Septeinber. am ersten Jahres­tag der Kämpfe bei Hermannstadt, die dortigen Schlacht­felder Er hörte zunächst, begleitet von dem Heeres- gruppenführer Erzherzog I o s e p b. einen Vortrag über den Verlauf der Schlackt und ntfir dann auf dre Paß- höbe des Roten Turm-Passes, wo die Vernichtung der ersten rumänischen Armee durch die ilmgehung des Alpenkorps vollendet worden war.

Der üeutscheNbenLberichtvom 27. September.

W. T.-B. Berlin, 27. Sept., abends. (Amtlich. Draht­bericht.) In Flandern nachmittags wieder lebhafter Artilleriekampf.

Bon den anderen Fronten ist nichts Wesentliches ge­meldet. __

Die Lage Im westen.

Aus der französischen Kammer.

Paris, 26. Sept. In der gestrigen Sitzung der Depu- tiertenkammer brachte der sozialistische Abgsardnete Barte

Aus den verbündeten Stnnte«.

Gesterreichilches 5lbgeordnet«nhaus.

\V. T.-B. Wien, 26. Sept. Das Abgeordnetenhaus begann die effte Lesung der Finanzvorlage. Finanzminister Frhr v. Wimmer gab ein eingehendes Finanzexpofe.

nfbq Sylvester (D. Rat.-Verb.) gab der Hoffnung Ausdruck, datz alle i,n Progranim des Ministerpräsidenten an- qckündmteu Ziele siw verwirklichen werden. Was Frankceiw anbelanat. so gebe dieses sich der Hofftrung hm,, daß e» Elsaß-Lothringen erhalten werde. Da» Land werde noch kränker werden, wenn eS nicht gelinge, es von dieser Illusion abzulringen. In dem Kampfe gegen Jtauen gebe e» keine Gegensätze zwischen Südslawen und Deutschen. Alle, auch die Albanier u-rd Griechen, mühten sich vereinigen, da- m't die Adria kein mare nostro werde.

-'(6a Adler erklärte, so sehr die Sozialdemokraten anerkennen würden, was vom deutschen Reichskanz^r und vom Grasen Ezernin zum Lobe des Friedens gefugt wurde, os genüae nickt. Es fehlt, sagte er, sowohl rn der wirklich weitgehenden Antwort an den Papst, die wir ruckhaltl°-an- e-k-nnen, als mich noch mehr in der Antwort des deuffchen Reichskanzlers das Wort, datz nur keine Eroberungen macken

wollen.