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Verlag Langgasse 21

„Tagblitthaus".

SchoNkr-Halle geöffnet von 8 Uhr morgen» bis 7 Uhr abend«.

wöchentlich

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13 Ausgaben

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„Tagdlatthaus" Nr. 6S50-53.

Von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntags,

entsprechender Nachlaß, " " "

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Mittwoch» 26. September 1917.

Sin neuer Mariiielustschiffangriff auf England.

Die Admiralstabsmelüung.

W. T.-B. Berlin, 25. Sept. (Amtlich.) In der Nacht vom 24. zum 25. September bat ein stärkeres

Marineluftschiffgesch Wad er m,t sichtlich

gutem Erfolg befestigte Plätze und militärische und Industrie-Anlagen am Hu mb er sowie in den Ge­bieten zwischen Scarbvrough und Boston ange­griffen. Zahlreiche Brände sowie einsturzende Gebäude wurden beobachtet. Zu dem Geschwader, das unter der bekannten Führung des Fregattenkapitäns Strasser stand, gehörten auch die in mancher Eng- landsahrt bewährte» Lustschifskommandantcn Kaprtan- leutmmt Martin, Dietrich, Hauvtmann Manger, Kapitänleutnant Ehrlich, Kapitänle'ltirant der Reserve Prveltz und Kapitänleutnant Stabbert. Alle Luft­schiffe sind trotz feindlicher Gegenwehr durch Land- und Seestreitkräfte ohne Schaden und ohne Verlust zurückgekehrt.

Nene U-Bootserfolge im Ärmelkanal und Atlan t' > ch en Ozean: zwei Dampfer, vier . Seoler, ein ? erfahrzeug, und zwar ein sehr grosser bewaffneter, d. .ch Zerstörer gesicherter Dampfer, ferner der französische Dampfer ..Alcsia" (5144 Tonnen) und die englischen Segler „Theodore", „Franc,s", „Emma", „Bctzelbores" sowie das französische Flschersahrzeug „N. R. 1063".

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

*

Die englischen Meldungen zum gestern gemeldeten Flugzeug-Angriff.

W-T.-B. London, 25. Sept. (ReuteMeldung. Amtlich.) Feindliche Luftfahrzeuge erschienen früh morgens an der Küste von L an cash i re. Der Angriff dauert noch fort. Einzelheiten fehlen.

Eine spätere Meldung bes.rgt: Feindliche Flugzeuge

gciffen abends die Südostküste an. Die Angreifer er­schienen an verschiedenen Orten vcn K e n t und Essex. Einige folgten dem Lauf der Themse und griffen Lon­don an. Bomben wurden an verschiedenen Orten abge­worfen. Die bisher gemeldeten Verluste sind 6 Tote, etwa 20 Verwundete.

W. T.-B. London, 25. Sept. (Reutermeldung.) Gestern abend um 9 Uhr flogen feindliche Flieger über einen TeilderStadt und warfen Bomben ab. Als Warnungs­signale erklingen, waren die Gasthäuser voller Gäste. Es entstand eine allgemeine Flucht nach sicheren Orten. Viele Menschen flüchteten in di? Stationen der Unterg-und- brhn, die gedrängt voll waren. AIS die Angreifer erschienen, waren die Straßen so gut wie verlassen und der Verkehr ein­gestellt. Diesem Umstand ist cs zuzuschreiben, daß die Zahl, der Opfer gering war. Die Angreifer flogen so hoch, daß man sie nicht sehen und nur die Lichtstreifen wahr- nebmen konnte, die sich in allen Richtungen bewegten. Es wurden offenbar auch Luftgefechte zwischen Flugzeugen geliefert. Tic Feinde kamen anscheinend aus Süden und bewegten sich in nordwestlicher Richtung. Das Gcschühfcuer dauerte ununterbrochen 1 Stunden.

. . X.

$ür »eiteren Kampf und Sieg gerüstet!

gegen eine falsche Ausstreuung.

Großes Hauptquartier, 25. Sept. Es ist mir vom Kriessmmister mitgeteilt worden, es würde vielfach von unberufener Seite behauptet, daß nach meinen und des General Ludendorffs Äußerungen drohender Wirtschaft sicher Zusammenbruch und Versiegen der mili tärifchen Kraftquellen uns zum Frieden um jeden Preis zwingen. Ich will nicht, daß unsere Namen mit der­artigen grundfasschen Behauptungen ver knüpft werden. Ich erklärte in voller Übereinstimmung mit der Reichsleitung, daß wir wirtschaftlich und mili­tärisch für weiteren Kampf und Sieg g,e rüstet siud.

v. Hindenburg, Generalfeldmarschall.

klbend-5lusgabe.

die Beratungen des Siebener-Ausschusses beun Reichs­kanzler. Die Nationalliberalen, di« Deutsche Fraktion und die unabhängigenSozialdemokraten berieten gestern, die Fortschrittliche "Volkspartei, das Zentrum, die Kon­servativen und die Sozialdemokraten werden heute vor­mittag zusammentveten. In diesen Sitzungen wird, auch die Stellungnahme der einzelnen Parteien zur Antwortnote auf die P apstnote und zur Frie­densfrage erneut besprochen werden. Der Ontschlutz des Kanzlers, am Donnerstag nicht vor dem Plenum zu sprechen, hat in parlamentarischen Kreisen allge­meines E r st a n n e n erregt. Wie das „B. T.' mel­det, ist man auf der Linken der Meinung, daß der Kanz­ler seine ursprüngliche Absicht, sich am Donnerstag ein wenig eingehender über unsere Kriegsziele aus­zulassen. inzwischen wieder antgegeben hat und daß er im Hanptausschuß nur ganz allgemein über die militärische, politische und wirtschaftliche Loge sprechen werde, was aber, so meint man, auch ohne die abermalige Ausschaltung des Plenums möglich gewesen wäre. Indessen ninimt man einst­weilen noch an. daß der Kanzler nun in der nächsten Woche auch vor dem Plenum das Wort ergreifen werde.

L. Berlin, 26. Sept. ((Hg. Drahtbericht, zb.) Wie wir hören, wird der Nachtragsetat heilte in, Reichstag von der Tagesordnung ab g esetzt und ans die Fr er­lag s s i tz u n g verschoben werden. Heute und morgen wll den Fraktionen Gelegenheit gegeben werden, diesen Etat im Zusammenhang mit der gesamten poli­tisch e n L a g e zu beraten. Mit Rücksicht auf die greif- tionsberatung wird auch die für morgen angesetzte Sitzung des Hauptausschusses ausfallen und erst am Freitag stattfinden. In dreier Sitzung wird sofort mit der Erörterung der P a p st n o t e und uUsere Antwort daraus eine Erörterung der ge­samten politischen -Lage beginnen. Der Rera)s- kanzler Dr. Michaelis wird in dieser Sitzung das Wort ergreifen, doch ist unschwer vorauszusehen, daß seine Ausführungen keine Überraschungen brin­gen werden. Nach dem Kanzler wird auch der Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes Dr. o. K ü h I- mann in längerer Rede sich über die schwebenden Fragen äußern.

Die Parteiführer beim Reichskanzler.

Berlin, 26. Sept. (zb.) Der Reichskanzler empfing gestern abend die Vorsitzenden der Reichstagsfraktionen nnd das Reichttapspräsidinm zu einer Besprechung. Wie der „B. L.-Ä." erfährt, wurden die erörterten formellen Punkte heute dem Ältestenausschutz des Reichstags zur weiteren Be­handlung unterbreitet.

Die bevorstehende Kanzlerrede.

\V.'I.-B- Berlin, 25. Sept. Die „Nordd. Mg. Ztg. schreibt: Wie wir erfahren, wird der Reichskanzler am Donnerstag, den 27. September, im Reichstag in der Sitzung des Hauptausschusses das Wort nehmen.

*

Der Arbeitsplan, des Landtags.

Berlin, 26. Sept. (zb.) Uber den Arbeitsplan des Land­tags wird beute laut „Voss. Ztg." zwischen den Fcaktions- führern des- Abgeordnetenhauses und den Präsidenten ge­brochen worden. Mit der Verschiebung des Tagrngs- beginns auf den 16. Oktober habe die Regierung sich bermta einverstanden erklärt. Späterhin werden sich die Fraktimn führer auf Einladung des Justizministers t-pahn zu einer Besprechung ins Justizministerium begeben. Vermutlich handelt es sich um die Beratung der FideikomMitzvorlage.

vor Wiederbeginn de; Reichstags.

L. Berlin, 26. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die heute begirmeude Tagung des Reichstags ist durch die übliche Beratung der Fraktionsführer mit dem Reichskanzler über die geschäftsordnungsmäßigen Fra­gen emgeteitet worden. Heute wird der Ältestenrat uni 2 Uhr Stellung nehmen. Mehrere Fraktionen haben bereits die Einleitrmg zu Sitzungen adgehallen, in benot diesmal Bericht erstattet wurde über die Vor- kommniHe fc* der letzten Tagung im Juli, über die Sitzungen des HauptausichuHes f zm Augpft und über

Me Zriedenrnote de; Papstes.

Die Hoffnung ves Vatikans.

Sr. Lugano, 26. Sept. (Sitz. Drähtbericht. zlb.) Wie die „Agencia Centrale" -meldet, äußerte Papst Benedikt zu Prä­laten, daß die Antworten der Mittelmächte, bef-onders Öster­reich-Ungarns, immerhin einige Hoffnung lasse, und daß er feine FrtedenAmiffion bis zum Ende gu führen -gedenke. Im Vatikan erwarte man bestimmt, daß nunmehr auch die Ententemächte auf die Papftnote antworten werden, -wenngleich vielleicht nur, um Verhandlungen abz n lehnen. Der Papst werde sich dadurch nicht ent mutigen lasten, nnd -wenn schon von einer neuen Note voverft keine Rede fein könne, überall -werden diplomatische Schritte und Besprechungen eingeleitct, -um eine erste B-asiS für Verhandlungen zu schaffen.

Sr. Lugano, 26. Sept. (Etg. Drxchtbericht. ch.) Die römische- „Tribuna" meldet: Einige PerfönüchLeiten des

Vatikans feien arrfängltch aus unbekannten Gründen ver­stimmt gewesen. Auf die tclogvaphifche Atitteilung von dem -bovorstöhenden Eintreffen eines deutsch- f panischen Kuricrs, der nähere Mitteilungen bringen -werde, habe sich ater dieser Eindruck volltommen verwischt. Ma-n spreche im Vatikan vcn erläuternden Berichten -der päpstlichen Nuntien in Deutschland und Österreich, die nicht für die Qffentlichteit besttimnt seien, aber den heiligen Stuhl veranlassen, seiner FmedenEwn «ne neue Lichtung zu geben.

Nr. 491. . 65. Iahrgans.

England und die Frage der deutschen Koloriten.

II. Rotterdam, 26. Sevt. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Manchester Guardian" erhält aus der d°utschen Antwortnote an den Papst den Eindruck, Deut)ch- land sei bereit, Belgien wiederherz »stellen unter der Bedingung der Rückgabe seiner K o l o n t e n. England könne jedoch hierauf nicht emgehen, da dre W r ech-e rherstellung Belgrens g u n g s l o s geschehen müsse. Dre Zukunft der deut- ^chen Kolonien hänge allein von der Frage ab, unter wessen Schutz Afrika sich ain besten befinde.

Kein Anschluß Spaniens an die päpstliche Friedensnotc.

Berlin, 26. Sept. izb.i Die spanische Gesandtschaft in London veröffentlicht der „Voss. Ztg." zufolge eine Erklärung bezüglich der Haltung Spanens betreffs der päpstlichen Friedensnote. Obwohl Spanien die edlen Beweggründe des Papstes hoch einschätze, sri es nicht imjtrnde, zu beurteilen, vo die Kriegführenden in dem päpstlichen Vorschlag eine ge­eignete Grundlage für die Lösung des ^Konflikts fanoen. Deshalb erachte'es Spanien nicht für möglich, sich diesem Vorschlag a n z u s ch l i e tz e n.

Die programmredr der österreichischen Ministerpräfidenten.

W. T.-B. Wien, 25. Sept. Das Abgeordneten­haus ist heute zusammengetreten. Die Abgeordneten wacen sehr zahlreich erschienen, unter ihnen auch der Abg. KI o f a c. Der. Präsident gedachte in seiner Eröffnungsansprache unter lebhaftem Beifall der glorreichen Befcüung Ostgalizlens und der Bukowina sowie der glänzenden Abwehr der feindlichen Übermacht in der 1 1. I s o n z o s ch l a ch t , wodurch dem Feinde der Weg nach Triest hoffentlich dauernd oeciperrt sei. Hierauf erareift Ministerpräsident Dr. Seidler das Wort und stellt die Mitglieder des Kabinetts dem Hause vor. Sldaun gibt der Mimsterpräsident seine programmati­schen Erklärungen ab. Er sagte, das Kabinett strebe in seiner heutigen Zusammensetzung nicht bloß die Befme- diguna der augenblicklichen . Staatsbedürfuiste an, sondern wolle, 'sich gleichzeitig bemühen, dem großen Werke hes wirt­schaftlichen, kulturellen und politischen W red er aus - bau es des-österreichischen Vaterlandes die Wege zu ebnen. Das Programm der Regierung sei in ersterLinie ein s o z t a l- wirtschastspolitisches. Der Ministerpräsident kün­digte an, daß ein Gesetzentwurf über Sozialversicherung bald- möalichst der verfassungsmäßigen Behandlung zugeführt wer- den" solle. Als brennendste Frag« betrachte die Regierung las Problem der VolkSernährung, wie überhaupt die öffentliche Versorgung mit Bedarfsgütern. Die Regie­rung wird dahin wirken, daß der erprobte Gedanke der un-

auStöschlichen V e r t e i d l gu ng S g e m er ns cha f t mit

Ungarn auch in wirffchaftlichec Hinsicht rn steigendem Maße zur (Keltung gelange. (Zustimmung und Beifall.) Dre UingestaltuUg des Ernährungsamtes rn ein selbständiges Ernährungsminifterium sei bereits angebahnt. Zu den Nächstliegenden Aktionen gehöre auch die Wahl der Delegationen. Der Mimsterpräsidrnt besprach An­gehend die Probleme der Vorbereitungen zur Kriegs- und Friedenswirtschaft sowie die

Retablierung des gesamten WirtschaftSlsbens, wobei er die Schaffung des Ministeriums für soziale Für- so'ge und des Ministeriums für Volksgesundheit hervorhob. Der Ministerpräsident kündigte Schritte zur möglichsten For- deruna der Produktion, eine planmäßige weitgehende Aus­gestaltung der Wasserwirffchaft und der ElektrizitatSver- sorgung an. Der Ministerpräsident kündigte ferner Maß­nahmen auf dem Gebiete der Agrarpolitik, ferner zur Hebung des Kleingewerbes, eine Reform des Bergrechtes un* zahlreiche weitere Reformen an. Als weitere Ausgaben fuhrt der Minister an: Verfossungsmätzige Erledigung des Aus­gleichs ni i t Ungarn, Neuregelung der yandrlspolitr- scheu Beziehungen zum Ausland, insbesondere zum Deut,chen

Reiche.

In Besprechung des politischen Teiles des Regierungs- Programms erklärte der Minister, er werde die Leitsätze für lie'Velfassungsreform, die im Prinzip die Stratsgrund,atze gewäluleiste, und die

Gleichberechtigung aller Nationalitäten auf 8>rund nationaler Autonomie unter Wahrung der Staatseinheit zur vollen Durchführung bringen sollen, im VericssvvgSovsschutz darlegen. Die in Ungarn entstandene Befürchtung, daß die Bestrebungen nach nationaler Autcnomie eine Rückwirkung auf das ungarische staatsrecht­liche Verhältnis und den Dualismus ausüben könnte, ser bereits völlig gegenstandslos. Die Regierung halte an dem das staatsrechtliche Verhältnis zwischen beiden Staaten der Monarchie regelnden Staatsgrundgesetz fest. . Was wir bei der Verfassungsrevision anstrebten, ist die innere Se> fest: guiig des Staates und der innigste Zusammenschluß aller Kräfte, über die er in so reichem Maße verfugt.

Ani Schluss?, der Sitzung wurde auf Vorschlag des Prä­sidenten beschlossen, dem Immunit ätsau s schuß zur Bcricbtciftattuug über die Anträge, betreffend die Man- dote jener Abgeordneten, die durch gerichtliches Urteil ihrer Mandate verlustig gegangen sind, eine vierzehntätgige Frist za stellen. ,