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^ ur «**. 191 IT Lpvnßvr.: Amt Lü^vw 6,^02 U. 6203. Tagen und Plätzen wird küne Gewähr übernommen.
Berliner Abteil»«, beS Wiedener Tagbl.tts- -—-—-'
Dienstag. 25 . September , 9 , 7 . Morge N-AUSgabll. **■ 488 ‘ * Ä5 '
Die militärische Lage.
(Bon unserer Berliner Abteilung.)
Br. Berlin, 24. Sept. Mg. Drahtbericht. zb.) Die dritte
Flalidernschlacht nimmt ihren Forts-rng. Trsmmelfeuer an verschiedenen Stellen der englischen Front hatte bis 19. September darüber tauschen sollen, an welcher Stelle der Hauptstoß geplant war. An diesem 19. September schm.« dann die feindliche Feuerwelle vom H o u t h - u l st e r-W a l d bis zur Lhs auf 21. Kilometer Breite an, und bereits am selben stlbend folgten dort Teilangriffe der englischen und australischen Infanterie. Bei Morgengrauen am 28. September wurde unter dem Schutz von Gas- und Nebclwan^n der .^auptangriff tiefgcglicderter Mafien ,n 1^ »rlo- mcter Frontbreite zwischen Langrmarck und Hollebccke vorgetragen. Starke Tankgeschwader und Flammenwerfer-Abteilungen gingen der englischen Infanterie voraus, wahrend in der Luft ein heftiger Kampf der Megec- ftaffeln entbrannte. Unsere Kampfflugzeuge durchbrachen zahlreich die Sperre, die ihnen der Gegner ,n den Lüften gebieten wollte, und griffen mit Bombenwürfen die britischen Artilleriestellungen an. Obfchon neue Dnostionen immer wieder eingesetzt wurden, gelang cs den Engländern nicht, weiter als einen Kilometer tief in unser Trichterfeld vv,zustoßen. Dann säuberte unser Gegenangriff iorrder unsere vordere Abwehrzone. Bei P a s f ch e n da l e n, wo der feindliche Sturm etwas weiter östlichwarts erfolgte, gelang ebenfalls die Abwehr, und nur bei Gheluvelt blieb ein Teil des Geländes närdlich der Straße Ypern-Menm m Feindeshand. Die vierte Armee nnter General S,xt vou Armin hatte den ersten Tag dcS britischen OffensivstoßeS in tapferster Gegenwehr siegreich überstanden, und durch gut liegendes Artilleriefeuer im RahkamPf dem Angrer fer solche Verluste zugefügt,» daß er schon am Sterten T a g der Schlacht Ermattung zeigte. Erst am Abend deS 21. September kam eS wieder zu größeren ueilvorstoßen, nicht aber wieder zu einem einheitlichen starken Angriff. Die kräftigen Teilangriffe des dritten Schlachttags mit dem Brennpunkt Gheluvelt, wurden zu einem für uns günstigen Abschluß gebracht. Daß General Harg bis f su 10 Tagesberichte vom Verlauf der Schlacht herausgao l und in jedem neu eroberte Ortschaften, die auf keiner Karte noch so großen MaßstabS zu finden find, nennt, kann nicht lüber den völligen Mißerfolg des großen Unternehmens hinwcgtäuschcn. Auch gestern verbesserte sich das Ergebnis kaum. Nur an der Straße Langemarck-Poel- E a p e l l e wurde unsere Sicherungslinie etwas zuruckge- drückt Westlich Dpern, wo nach zweistündigem Trommelfeuer sich die belgische Infanterie zu einem Überfall vorberwtete, sorgte unsere artilleristische Abwehr dafür, daß der Fernd nicht a«S seinen Gräben heraus konnte. Der Luftkampf tobte auch gestern mit größter Heftigkeit. Zahlreiche ferndl.che Flngzenge wurden abgeschossen, allein 18 im flandrischen Gebiet. Leider habcn wir wiederum einen sehr sch m erz- l;ch-en B erlust zu beklagen, Leutnant Voß stürzte im Kampf mit mehreren. Gegnern ab, nachdem er sein Leben aufs teuerste verkauft hatte. Bevor er der Übermacht zum Opfer fiel, hatte er den 4 8. oder 4 9. Luftsieg davon-
getragen■ ^ haichie Wegnahme des russischen Brücken
köpfe» von Jakobstadt durch Truppen des General leutnants Graf v. Schmettow unsere strategische Lage außerordentlich verbefiert. Die Russen haben ihre günstige.Aus- fallstellrrng verloren, wir haben den breiten Duna- ström zwischen uns und den Feind gebracht, eine zum Angriff wie zur Verteidigung gleich günstige Stellung, un beherrschen mit unserem Infanterie- und Art,ller,efeuev die wichtige längs der Düna verlaufende Bahnl'me. Das östliche Dünaufer ist bei Jakobstadt bereits gewonnen. Das Gesamtergebnis unserer Erfolge auf dem linken Vfer beträgt 82 Offiziere. 4718 Mann, 55 Geschütze; die Maschinengewehre und Mnenwerfer sind noch nicht gezählt 6 Feldküchen und 1 Sanitätsauto wurden erbeutet, dazu'in Jakobstadt sehr viel Brot und außerordentliche Mengen Mehl. ^
(Sin Renterbericht über die Schlacht in Flandern.
Rt. Haag, 24. Sept. Mg. Drahtbericht, zb.) Remter oe» ri«st henäe iiber die dritte Schlacht in Fladern: Unser A - ariff war außerordentlich schwierig, denn man konnte überall vier Deutsche ans den verteidigte.! Meter rechnen. Unser Sperrfeuer schritt schneller vorwärts als gewöhnlich, wenigstens in der ersten Phase des Gefechts, und dm Truppen, die in möglichster Ordnung aus ihren Laufgraben kamen, blieben nahe hinter der Feuecgardine. Reuter erklärt rann, der große strategische „Erfolg" könne nicht nach dem reinen Raumgewinn geschätzt werden. ES habe sich um den Besitz beherrschender Positionen gehandelt, und nunmehr hätten sich di- Engländer gegenüber den Deutschen in dieser Geaend Flanderns in den Vorteil gebracht. In der Hauptsache, fährt der Bericht fort, wurde zwischen Mann und Mann gekämpft. Infolgedessen sind auch die ntjsäen Gefangenen verwundet. Sie standen nnter de m Ei ndruck de« Sperrfeider». das sie drei Tage von jeder Bertnn- t»», ak-efchnitt» hatte. Ein sechSmalig-er Konzen- trdatia»«»«^»ch d«r D-entschen zmn Angmff^e^
englische Artillerie auseinaudergetcieben. Zweimal kam der Feind ins offene Feld, konnte aber gegen die Maschinengewehre nicht aufiommen.
Ter englische Heeresbericht vom 23. September, aoends. Glasgow-Truppen führten in der letzten Nacht nordöst- kick vcn Gouzorcourt einen erfolgreichen Vorstoß aus, machten Äig Gesangkne. fügten dem Feinde Verluste zu um. zerren seindüche Unterstände. Im Z P«-n- A bschnr t t zeigte sich die feindliche Artillerie wahrend der Nacht beträchtlich tätig. __
Ver»eutlcheAhen»herrchtvon, 24 .Sevlemb«r.
W T-B. Berlin, 24. Sept., oibenidH. (AiMltlich. DroHK>e- rlcht.) Lebhafte Gefechtstätigkeit in Flandern «nd auf dem Ostufer der Maas.
Im O st e n nichts von Belang.
Gsterreichisch»ung«rischer Tagesbericht.
T.L. Wien, 24. S-Pt. (Drcihtbericht.) Amtlich verlautet vom 24. September, mittags:
Auf allen Kriegsschauplätzen ist die Lage unver» ändert. D-r Chef des Generalstabs.
künstliches kjohngelächter.
Die Antworten der Mittelmächte auf die Friedens- kundgebung des Papstes werden von der englpasen Presse mit unglaublichem Trotz und Hochmut besprochen. Aber vier nimmt das noch ernst? WM schon die eigenen Verbandsleser nicht mchc Die Methode wirkt nachgerade lächerlich. Als die Papstnote selbst erschien, wurde sie von fast sämtlichen Londoner Zeitun- gen begeifert. Und dann stellte sich heraus, lme fchi: die Regierrl^rg Lloyd Georges um dre Abfassung und Ver- seudung des „Instruments" bemicht gewesen war. ^etzt liegt ein außeroedentliches Entgegenkommen des deut- schen Reiclsskanzlers und Kaiser Karls, ein tormllches neues Friedensangebot, ein Bekenntnis zum Versöhnungsfrieden, zum Abrüstungsproblem und oolr- gatorischen Schiedsgericht vor. und die Feinde er- widern mit Hohngelächter. Mit künstlichem Hohn- gelächter! Es ist nur Verstellung. S,e stellen sich ent- täuscht, weil sie um jeden Preis mehr her aus- schlagen wollen, als ber Kriegslage bei Frre- densschlutz entspricht. Vor allem wird natürlich wieder unsere Bereitwilligkeit zum sofortigen frieden als Schwäche nnd Verzweiflung änsgelegt. „®cr s-eind", so meint die „Morning Post", „erwartet für sich selbst größere Vorteile von einer Verständigung als von einer Fortsetzung de? Krieges: dies ist gewiß der beste Grund für uns, die Verständigung abzulehnen. Man will ja, dies ist die Rolle, die bic Entente immer noch spielen möchte — keine Verständigung, sondern das deutsche Eingeständnis, der Schuld. Tne Mittelmächte sollen so dastchen wie Frankreich Anno 70: 2 )em Gegner aus Gnade und Ungnade ansgellesert. Das ist die große Lüge, ckit der der Verband krebsen geht. Und dieser Lüge ordnet er alle seine -schachzuge ein ' Aber alle Spiegelfechterei hat nur den Zweck, L>«t zu'gewinnen, bis der Krieg vielleicht noch in letzter Stunde -eine für den Verband günstige Wendung zeige. Aus dieser heimlichen Absicht heraus niuß die Haltung der Verbandspresse verstanden werden. Sie will gar keine Vorschläge und Zusicherungen von deutscher Serie. Die sind ihr höchst unangenehm. Sre will immer noch «in wenig warten, solange es der rnnervolitische Zu- stand der Ententestaaten irgendwie zuläßt. Aber wa» man tun kann, um unwrdessen die ehrlichen Absichten des Gegners anzuschwärzen, das geichwhü „Daily Chronicle" spielt die österreichische Note, die etwas früher in London bekannt wurde, geg-m die deutsche aus Kaiser Karls erhabener Geist und menschliches Fühlen wird gerühmt. Der Ton der Wiener Regierung unter seinein Szepter unterscheide sich wesentlich von der Gewaltsamkeit und Härte Berlins. Es wird, also ein Unterschied gesucht, einmal zwncben den Kriegs- Zielen Hsterrrichs unter dem dahingeschiedenen Kaiser Fran? Joseph und dein jetzigen Monarchen, und dann zwischen österreichischer und deutscher Friedensneigung. Macht man sich doch in London neuerdings die denkbar unbegründetste Hossnnng, Hsterreich-Unga.rn zu einem Sonderfrieden zu bringen oder doch uvec Wien emen besonderen Druck aus Berlin auszuub-u Sehr durch- sichtig ist auch das Manöver des „Daily Telegraph . Er will aus Rom erfahren haben/dem Papste sei schon am vergangenen Mittwoch eine deutsckie, Antwortnote zuoegangen. Ihr Inhalt aber habe nicht befriedigt. Daraufhin habe der Papst durch seimm Nunt«s ver- anlaßt, daß Deutschland mehrere Punkte m der Ant- Wortnote ändere. Berlin sei diesem Wunsche nachge- kommen und nun sei der Herstae Stuhl mit der Ber- lrner Note zufrieden. Ein albernes Märchen, cme Unmöglichkeit zeitlich und fachlich schon deGokb, w «l o«
Zuziehung von Parteivertretern des Reichstags med somit der festgelegte Ausdruck de? Willens von Karse« und Bundes rat, Regierung und Volt ur. Nicht ohne Grund hat die deutsche Antwort aus den Papstbrief drei Wochen länger gebraucht als die des Selbstherrschers Wilson. Un'er Dokument ließ stÄ nicht durch eiligen Telegrammwechsel einer uuton- trollierbaren Geheimdiplomatie ändern. Was vH- fchlossen wurde, das ist geschrieben. Ebenso ist dre deutsche Note im vollsten Einverständnis mit Wien verfaßt. Der einzige Unterschied in Form uno won war nur dadurch gegeben, daß die d e u t,s ch e Antwort vom Reichskanzler, die österreichisch-ungarische vom Kaiser der Donaumonarchie ausgeht. Mögen die feindlichen Blätter nun daran herumdeuteln und mäkeln, soviel sie wollen, das Spiel ist zu belauitf, um zu wirken. Auf diese Kunstgriffe kommt es mcht mehr an. Die feindlichen Regierungen müssen jetzt Farbe bekennen. Sie haben dem Papste noch nicht-, geantwortet. Sie müssen es nun angesichts der offenen Karte, die die Mittelmächte ausgespielt haben. Für Winkelzüge ist da kein Platz mehr.
Oie Verzerrung in der italienischen und französischen presse,
W T.-B. Nom, 24. Srpt. (Drahtberichs. Agenzia Stefam.) Die kiesige Presse verhält sich gegenüber den Antwortnoten der MittelmLchte»stark ablehnend. Jede AusfM aus friedliche Verständigung sei geschwunden, mr »n Siegder Alliierten könne noch den Frieden bringen. Die Blatter heben hervor, datz die vom Papst gestellten Fragen nicht beantwo r tet werden seren. Den Betenerrngen der Mittelmächte htn- sichtlich rbrer Bereitschaft zu Einschränkungen der Rüstungen und Anerkennung von Schiedsgerichten dürfe man keinen Glauben schenken, wenn man bedenke, wie sich o« Mächte bisher M dieser Frage gestellt haben. Di- Antwn^ der Mittelmächte sei n e g a t i v gewesen und b e u ch I e r i s ch in Form und To»i.
W T.-B. Bern, 24. Sept. (Drahtbericht.) Die itaü-nksche Morgenpresse stimmt in der Besprechung der Antwort der Mittelmächte auf die Note des Papstes dann uberean, daß me Mittelmächte das System der Doppelzüngigkeit und Heuchelei beibehalten.
\V T -B. Paris, 24. Sept. (Drahtbeeicht.) Die Pariser Zeitungen stellen einmütig fest, baß di: Antwort der Mittel- Mächte"an den Papst Geschwätz und Ungenauigkeiten seien und lediglich den Vorteil habe, den unent- weaten festgehaltenen Willen Deutschlands und Österreichs darzutun, allen tatsächlichen Fragen aus dem Wege zu gehen. W'svnders das vollständige Schweigen über Belgien richte ine Dokumente. Die Blätter erinnern bezüglich der Sähe über ein Schiedsgericht sowie die Abrüsmng und bezug- lrch der Beteuerung der FvredenÄrebe, die so oft wieberholt sei daß sie zum Gespött geworden sei, daran, daß Deutschland im Haag alles abgelehnt habe, was zu einer Verständigung unter den Völkern hätte fuhren können.
W T.-B'. Rom. 24. Sept. (Drahtbccicht. Agenzia Stefani.) Lsservatcre Remano" meldet amllich: Der Wortlaut
d-c Sielen der Mittelmächte sei wegen der Grenzsperre noch n^i ch t im Vatikan eingetroffen.
Noniy Ludwig von V-nqern an den Papst.
Br. Berlin, 24. Sept. (Eig. -Drahtbericht, zb.) Die „B. Z-" erhält von besonderer Seite aus München folgende Nachricht: Es dürfte im allgemeinen noch unbekannt sein, daß von Deutschland aus zwei Antworten ans die Papstnote erteilt worden sind; die eine von der deutschen, die andere von der baverischen Regierung. Da der Nuntius beim König akkreditiert ist, so hat der das Schreiben des Papstes an den König von Bayern übergeben, und König Ludwig hat eS ceMWefftändlich beamtwovtet. In dem Schreiben des KSmg« Ludwig- heißt es:
Jeden Schritt, den Eure Heiligkeit zur Anbahnung eines dauernden und für alle ehrenvollen Friedens unterna hmen, habe ich ebenso, wie Se. Majestät der deutsche Kaiser, Körng von Preußen und alle deutschen Bundessürsten und wie d-rS ganse deutsche Volk mit herzlichster Sympathie vsr- folgt. Die Geschichte beweist es, daß das deutsche feii ber Begründung des Deutschen Reichs keinen sehnlicheren Wunsch gehabt hat, als in Frieden und in -Ehren an d« Lösung der höchsten Kulturousgabe der Menschhetzt nach Kräften Mitzuwirken und sich der ungestörten Entwükking seines wirtschaftlichen Lebens zu widmen. Die in voller Übereinstimmung mit dtn deutschen verbündeten Regierungen geführte Politik des deutschen Kaisers und der Reichsleitu-ng. die allezeit, oft bis hart an die Grenze des mit den deutschen Interessen Verträglichen, die Erhaltung und Sicherung des Friedens im Auge hatten, fand daher stets die vollste Billigung des deutschen Volkes und sieiner gewähltem Vertreter. Auch wahrend des unS ausge- z«ungenen nnd nun mehr aks drei Jahre wütenden Kriegs ohnegleichen hat dre deutsche Regierung unzweideutige Beweise ibrer Friedensbereitschaft geliefert, und zwar <«nrz besonders durch die im Verein mit unseren Bundes^- nassen schon zu Gude des Jahves 1916 an die Feinde gerichteten sewrÄchen Mfforderung, m FriederdsverhanÄlungen eso- - kUipc «Oe «enjte dem Schrecken
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