Sette 4, Sonntag, 23. September 1917.
Wiesbadener Tsgdlatt.
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
i»Z.
Sport.
Pferderennen.
Leipzig, 22. Sept. (Gig. Drohtbericht.) 1. R. 5009 M. 1800 Meter. 1. A. Pmaks „Veto" (Jentzsch), 2. „Paganini" und „Machnow". Sieg: 106:10; Platz: 10, 10, 10:10. — 2 . R. 5000 M. 1600 Meter. 1. Major Prinz M. zu Schaumburg-Lippes „Willi, birg" (Lewicki), 2. „Perusia", 3. „Mikroskop". Sieg: 105:10; Platz:
21, 15, 21:10. — 3. R. 13 500 M. 1350 Meter. 1. O. Trauns „Staffel" (Jeutzsch), 2. „Nordnadel", 3. „Grodno". Sieg: 51:10; Platz: 19. 17, 19:10. — 4. R. 8500 M. 1600 Meter. 1. Graf Seidlitz-Sandrerzkis „Bonnie Lassie" (Olejnik), 2. „Terra", 3. „Siegerin". Sieg: 35:10; Platz: 17, 78, 29:19. — 5. R. 6400 M. 1350 Meter. 1. G. Henkels „Donna Diina'' (E. Francke), 2. „Niedeck", 3. „Madrigal". Sieg: 17:10; Platz- 12. 11:10. — 6. R. 8500 M. 1600 Meter. 1. V. Herfeldts „Balkan" (Olejniks, 2. Psau", I. „Tati-Tata". Sieg: 30:10. — 7. R. 5000 Dt. 1000 Meter. 1. Stall Rollendorss „Flandern" (Schlaffe,, 2. „Eilpost", 3. „Böllig- müble". Sieg: 30:10; Platz: 11, 11, 13:10.
* Rhein- und Taunustlub Wiesbaden (E. V.j. Die Vorbesprechung der 10. und letzten der diesjährigen Hauptwanderungen lFranksurt und Umgebung) und der Nachmittagswanverung (Chaussee. haus-Eltville) findet am Donnerstag, den 27. d. M., tm Pereinsheim (Turngesellschaft) statt.
Neues aus aller Welt
Rückkehr der Berliner Kinder aus Siebenbürgen. Berlin,
22. Sept. Dtit fünf Stunden Verspätung traf abends gegen 1410 Uhr der Zug mit 745 Berliner Ferienkindern aus Kronstadt auf dem Schlesischen Bahnhof ein. Trotz der 56stündrgen Fahrt waren die Kinder frisch und munter und alle sahen blühend aus.
Ein Arzt von einem russischen Gefangenen ermordet. Berlin, 22. Sept. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Wien: Der Chefarzt des Gefangenenlagers in Salzerbad in Niederösterreich, Dr. Joseph Straffer, wurde während der Untersuchung eines französischen Offiziers von einem russischen Gefangenen überfallen, der ihm ein Küchenmeffer in die Bauchhöhle stieß. Straffer starb nach zlvei Tagen.
Ermordung eines Polizeisergeauten. Leipzig, 22. Sept. In Schkeuditz bei Leipzig ist morgens im Hofe des Rathauses der Polizeisergeant Hermann Arndt, in einer Blutlache liegend, tot auf- gefunden worden. Arndt ist im Kampfe mit Einbrechern, die Lebensmittel stehlen wollten, ermordet worden. Der Tat verdächtig sind zwei Männer, die gesehen wurden, als sie in Vas nahe Gehölz flüchteten. . .
Fünf Personen ermordet. Wien, 20. Sept. Bor kurzem ist m Neutitsckein (Mähren) der Notar Dr. August Jonak in, Bette er- mordet worden. Der Täter raubte 7000 Kronen, steckte das Zimmer, in dem der Ermordete log, in Brand und ergriff die Flucht. Der Täter ist der auch als Deserteur verfolgte Schlossergeselle Ludwig Wreskh. Es kam zwischen ihm und den Gendarmen zu einem regelrechten Feuergefecht, doch gelang es Wreskh, im Dunkel der Nacht zu entkommen. Tags darauf tauchte er in Mährisch-Ostrau auf, wo er sich durch große Geldausgaben verdächtig machte. Der Oberwach- mann Joseph Götzl und der Hilsswachmann Bruno Augustin nahmen ihn fest. Der Berhastetc zog aber einen Revolver und tötete die beiden Wachleute. Auf der Flucht stellte sich ihn! dann der Gen- darmeriewochtmrister Franz Bogt entgegen, der aber ebenfalls von dem Mörder erschaffen wurde. Kurz nach diesen Mordtaten wurde Wreskh in Gülnck entdeckt Eine Militärpatrouille unter Führung des Leutnants v. Radowitsch nahni die Verfolgung auf. WreSky täulchte, als er sich verfolgt sah. eine Verwundung vor, ließ den Offizier näher an sich herankommen und schoß dann auf dessen Pferd, das tot zusammenbrach. Der Offizier erlitt beim Sturze einen Schenkelbruch und wurde durch einen zweiten Schuß so schwer verwundet, daß er bald darauf starb. Nunmehr ist es gelungen, den Mörder, der eine Woche lang von einem starken Militäraufgebot ge- sucht wurde, in einem öffentlichen Haus in Mährisch - Weißkirchen sestzunehmen.
Selbstmord des Erbauers der „Deutschland"? Haag, 21. Sept. „Hollandsch Nieuws Bureau" meldet aus Baltimore: Der Erbauer des deutschen Handels-U-Bootcs „Deutschland", Gortlieb Prutt, der seinerzeit als ieindlicher Ausländer verhaftet wurde, Weiler ohne Erlaubnis sich in eineni ihni untersagten Distrikt ausgehalten har, hat im Staatsgesängnis Selbstmord verübt.
versucht, an eine vorübergehende Erscheinung zu glauben. Man erblickte in ihnen im wesentlichen die Wirkung des Liciuidationsprozesses unserer Volkswirtschaft, der naturgemäß auch auf die kleinen und kleinsten Betriebe übergegriffen hat. Allmählich zeigte es sich, aber, daß diese Erklärung doch nur eine beschränkte Berechtigung hatte. Der Kapitalzufluß zu den Sparkassen nahm nämlich nicht ab, sondern bewegte sich in auf steigen-der Linie, während die Vorräte an Rohstoffen und Waren fast durchweg längst erschöpft sind. Man hat auch festgestellt, daß der steigende Zuwachs an Kapitalien seinen Ursprung nicht nur im vermehrten Zufluß von Einlagen, sondern in der Abnahme der Rückzahlungen, hat. Dazu kommt, daß die Zahl der Sparbücher während des Krieges eine ganz gewaltige Vermehrung erfahren hat, und daß diese Vermehrung besonders den geringeren Guthaben zugute gekommen ist. Neben dem steigenden Erwerb in den breitesten Schichten der Bevölkerung geht also eine weise Einschränkung in den Ausgaben nebenher. Wenn man aus diesen Gesichtspunkten heraus die gewaltigen Monatsziffern betrachtet, gewinnt man ein besonders erfreuliches , und beruhigendes Bild.
Es mögen hier die Zahlen folgen, welche die „Sparkasse“ für die verflossenen Monate dieses Jahres mitgeteilt hat in Gegenüberstellung zu den entsprechenden Ergebnissen der gleichen Monate des Vorjahres. Es sei dazu bemerkt, daß hierbei die Abschreibungen der zur Zeichnung auf die Kriegsanleihen verwandten Spareinlagen natürlich nicht in Abzug gebracht sind. Auch sind die Riesenbeträge der am Jahresschluß den Sparern gutgeschriebeaen Zinsen, die alljährlich etwa 700 Millionen Mark ausmachen, nicht berücksichtigt.
Es betrug der Zuwachs der deutschen Sparkassen :
1917 1916
Millionen Mark Millionen Mark
Handelsteil. .
Die deutschen Sparkassen und die kommende Kriegsanleihe.
In der Bewegung der Einlagen bei den deutschen Sparkassen spiegeln sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der breiten Schichten der Bevölkerung. Über diese Bewegung werden wir fortlaufend unterrichtet durch die Monatsstatistiken, welche in dem Amtsblatt des deutschen Spar- kassenverb.andes, der „Sparkasse“, erscheinen. In diesen Monatsstatistiken zeigt sich nun, welche gewaltigen Beträge den Sparkassen, besonders seit Kriegsbeginn, Monat für Monat zufließen. Im Anfang des Krieges war man wohl
Januar . . .
600
500
Februar . .
300
300
März ...
160
140
April ....
300
275
Mai .
306
250
Juni ....
200
110
Juli ....
300
255
zusammen
2166
1830
In einigen Werten
des heutigen freien Börsenverkehrs, sei
mäßif
und t--- , - -
Marktgebieten, wie Montann.arkh dem Markt der chemischen Großindustrie, der türkischen Werte und heimischen Bankaktien, herrschte stetige Haltung, ohne daß ein Papier besonders bevorzugt wurde. Am Aulagemarkt standen deutsche Anleihen im Vordergrund des Interesses. Auch österreichische und ungarische Renten waren zu etwas höheren Kursen gefragt.
Marktberichte.
W. T.-B. Berliner Prodiiktenmarkt. Berlin, 22. Sept. (Drahtbericht.) Im Produktengeschäft hat sich nichts geändert. Der Handel mit Sämeieien ist still geworden. Es herrschte lebhafte Nachfrage nach Runkel- und Kohlrüben, Es ist noch in verschiedenen Kreisen das Material beschlagnahmt, so daß dem Geschäft manche Schwierigkeiten erwachsen. Von Heu kommt sehr wenig herein, da nie Landwirte mit dringenden Feldarbeiten stark in Anspruch genommen sind. Sehr wenig steht auch von Häcksel zur Verfügung, doch soll, wie berichtet wird, von der Reichsfuttermittelstelle bald eine größere Menge überwiesen werden. In Heidekraut sind seitens hiesiger Firmen größere Abschlüsse erfolgt.
ln diesem Jahre haben also die Zuflüsse zu den deutschen Sparkassen die zweite Milliarde bereits erheblich überschritten und die entsprechenden Ergebnisse des Vorjahres weit überholt.
Das eröffnet für die siebente Kriegsanleihe die besten Aussichten. Schon vor der letzten Kriegsanleihe konnte die „Sparkasse“ auf Grund der Monatsergebnisse einen besonders guten Erfolg der Anleihe in Aussicht stellen. Diesmal liegen die Verhältnisse aoer noch erheblich günstiger Noch niemals waren die Sparkassen vor einer Kriegsanleihe so gekräftigt, wie jetzt; noch niemals waren vor einer Kriegsanleihe die Gelder in den breitesten Schichten der Bevölkerung so flüssig wie diesmal. Das berechtigt zu der Erwartung, daß die siebente Kriegsanleihe in noch stärkerem Maße als die früheren eine wahre „Volksanleihe“ werden wild.
Grössere Zeichnungen auf die 7. Kriegsanleihe.
w. Köln, 22. Sept. An der 7. Kriegsanleihe beteiligen sich: Frau Kommerzienrat F. C. Guilleaume mit 3 Mill. M„ Geheimrat Theodor Frhr. v. Guilleaume mit 2Vn Mill. M., Chemische Fabrik Weiler ter Meer, Uerdingen, mit 1 500 000 Mark.
w Köln a Rh., 21. Sept. Es liegen ferner folgende Zeichnungsanmeldungen vor: Bankhaus J. H. Stein, Köln (eigene Zeichnung) 3 Mill. M„ Landesbank der Rheinprovinz einschließlich Provinzial-Feueiversicherungsanstalt (5 Mill.) und Landesversicherungsanslalt (15) 80 Mill M., Spar- und Darlehnskasse des Landkreises Köln vorläufig 10 Mill. M., städtische Sparkasse Gütersloh 4 Mill. M., Kreissparkasse Altenkirchen 8 Mill. M., Sparkasse der Stadt Kleve einschl. Sparer 4 Mill M.
$ Berlin, 22. Sept. Weiter zeichneten: Oberschles. Kokswerke und chemische Fabriken, Berlin, 2 Millionen, A.-G. Orenstein u. Koppel — Artur Koppel, Berlin, 1 Mill. M.
Berliner Börse.
$ Berlin, 22. Sept. (Eig. Drahtbericht.) Stilles Geschäft war in allgemein behaupteten Kursen, die sich meist auf dem gestrigen Kursniveau hielten, das Kennzeichen
Briefkasten.
rm, SArinitHana H ZBieStaDcntr Da-bl-ttS nur fc&riitUat
wringen im Brieftaften. und jroat o6ue Re«>lverinndlutzIeU. Besprechuutze» Unner. nicht gewährt werden.)
H. 48. Hier befinden sich an öffentlichen Bibliotheken die Landesbibliothek, Rheir.straße, sowie die Volksbüchereien des Volks- bildungsvereins. Schule Kastellstraße 11, Schule Blucherplatz, Schule Rbeinstraße, Schule Gutenbergplatz und Gemeindehaus, Stern- yasse 9. Außerdeni unterhält der Verein eme Volkslesehalle am
E. 823. Wenden Sie sich an eine Buchhandlung.
G. H. Eh. Mit Bestimmtheit läßt sich die Frage nicht beant- Worten; ein Versuch erscheint nicht aussichtslos.
W. B. Geschäfteempsehlungen sind vom Bmefkasten ausge.
' Fr. W. 42. L 47 bedeutet chronische Krankheiten der Atmungsorga,re, bei welchen der allgemeine Körperzustand nicht leidet.
' H. H. Die Anrede lautet: Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser! Allergnädigster Kaiser, König und Herr!
I. K. Ihre Frage wegen der Ausstandsbescheinigung ist Mt* klar. Welcher Ausstand ist gemeint?
H. E. W. Wenden Sie sich an dos Auskunftsbureau im Haupt- bahnhof, Schalterhalle, rechts.
A. R. 32. Die Eltern müffen sich an den Truppenteil des Kriegsgefangenen wenden. . _
Fr. G„ Biebrich. Das Kuchenbacken ist zetzt verboten, daher nicht angängig, Rezepte dafür zu veröffentlichen.
Reklamen. =
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Goldankaufsstelle Wiesbaden, Marktstrasse 14.
UnUbsr-S troffen in s. raschen : u.vorzligl. Wirkung. Erhält). in Apohtek. i
Die Morgen-Ausgabe umfaßt 14 Seiten
s owie die Berlagsbeilage .Illustrierte Kinder-Zeitung" Nr. 1«.
Hauxtschriftleiter: A. Hegerhorst.
verantwortlich für deutsche Politik; Sl. Heg erhörst; für LluSlandSvolitik! Dr. phil. St. Sturm; für den Unterhaltung«!»!: B. v. Nauendorf; für Nachrichten aus Wiesbaden und den Nachbarbezirlen; I. B.; b Die f e n b a ch; >ür Gerichtssaal; H. Diefenbach; für Sport und Luftfahrt; I. SB.: C. Losacker; für Vermischtes und den Brieslasten: C Losacker; für den Handelsteil W. Etz:
für die Anzeigen und Reklamen; H. Dornauf; sämtlich in Wiesbaden. Druck und Verlag der L. Schellenberg'Icheu Hof-Buchdruckerei in Wiesbaden.
Sprechstunde der Schriftleituu»; 12 bis 1 Uhr.
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