f . Eekte 1» Arektag, 14. September 1917, _
ier französischen Shifte kreuzte, am 5. <Eept. von einer Gruppe von sech» Urterfeedooten angegriffen wurde. Im Laufe des Kampfe» wurden zwei Dampfer versenkt und ein Unterseeboot vernichtet (Notiz: Me Vernichtung des Unterseebootes wird wahrscheinlich durchaus auf Phantasie beruhen, wie der gleichzeitige Angriff von sechs Unterseebooten.)
Der te«tfK«Kdenbberi<bt v»m 13 . September.
W. T.-B. Berlin, 13. Sept., abends. (Amtlich. Drahtbericht.)
In Flandern lebhafte Artillerietätigkeit.
Sanft nicht» Wesentliches.
, *
Unsere großen Erfolge int Luftkampf , im ftuguft.
W. T.-B. Berlin, 12. Sept. (Amtlich.) Im Monat August haben unsere Gegner durch die Tätigkeit unserer Kampf- ruiltel auf allen Fronten im ganzen 295 Flugzeuge und 37 Ballone verloren. Wir haben demgegenüber 64 Zlug- zeuge und 4 Ballone eingebüßt. Davon sind 33 Flugzeuge jenseits der Linien verblieben, während die andere Hälfte über unsevenl Gebiet abgeschossen wurde. Auf die Westfront allein entfallen von den 265 außer Gefecht gesetzten feindlichen Flugzeugen 285, von den 64 deutschen 54. Im einzelnen setzt sich die Summe der feindlichen Verluste folgendermaßen zusammen: 244 Flugzeuge wurden im Luftkampf. 41 durch Flugabwehrkanonen, 3 durch Infanterie ab- geschofsen; 7 landeten unfrerwillig hinter unseren Linien. Von diesen Flugzeugen find 125 in unserem Besitz. 169 jenseits unserer Linien erkennbar abgestürzt. Die Abschußzahl ist nächst April 1917, wo wir 362 feindliche Flugzeuge außer Gefecht setzten, die größte in einem Monat erzielte.
Das tiberlfandnclftticn der Meutereien im französischen Heer.
W. T.-B. Berlin, 13. Sept. Französische Gefangene, die südlich der Malvalle-Ferme in deutsche Hände fielen, erzählen, daß die Meuterei im tturzösischen Heere so überhand genomn en hot, daß man seit Anfang Juli für die 5. Infanterie-Division ein eigenes Straflager für Meuterer in La Plessier bei Soiffous einrichten mußte. D>e dort Internierten.werden zu besonders gefährlichen Arbeiten herongezogen Das Infanterie-Regiment Ar. 17 der 170. Infanterie. Division weigerte sich Ende Mai, als es erfuhr, daß es am Chemin des Domes eingesetzt werden sollte^, in Stellung zu gehen. Die Leute setzten sich statt defleff Huf Paris zu in Marsch, um dort Proteitkundgebuugen zu veranstalten. Auf dem Marsche schlossen sich Demonstranten und zahlreiche andere Soldaten an. Rur mit großer Mühe konnte die Kundgebung schließlich unterdrückt werden. Die Moral des Infanterie-Regiment? Nr. 74 soll infolge der früheren Meutereien der 5. Infanterie-Division jetzt noch nicht wiederhergestellt sein.
Kein Eintritt drr Sozialisten in das ncne französische Kabinett.
W- T.-B. Paris, 13. Sept. (Drahtb?richt. Meldung des Reuterschen Bureaus.) Tie Vereinigten Sozialisten haben beschlossen, in das Kabinett Painlevö nicht einzu- treten.
Zur argentinischen Angelegenheit.
Br. Berlin, 13. Sept. sEig. Drahtbiricht. zb.) Von anderer Seite wurde heute die Meldung verbreitet, der argentinische M a r i n e - A t t a ch £ m Berlin fei abberufen worden. Diese Meldung beruht in der Form, in der sie gegeben wurde, auf einem Irrtum Der Marine-Attache Fregatten-Kapitän Artnrio Celley ist schon vor einigen Monaten zum Kapitän ernannt worden und muß sich da er die Führung eines -Schiffes übernehmen soll, nach seiner Aeimat begeben. Nur zufällig trifft seine Ab- reist mit der jetzigen Depeschen-Afiäre zusammen. Eine Abberufung infolge dieses Zwischenfalles ist nicht er- folgt. __
Ein italienischer Ministerrat.
W. T.-B. Bern, 13. Sept. (Dcahtbericht.) Der gestrige dreistündige Ministerrat in Rom beschäftigte sich eingehend mit der inneren Politik. Der Minister des Innern Orlando gab eine glückliche Darstellung seiner Politik. Die Beratungen werten heute fortgesetzt.
Wiesbadener Tagblatt.
Oie Neutralen.
Eine Konferenz der Neutralen in Lturkhol«.
Berlin, 13. Sept. Wie verschiedene Blätter berichten, hat die schwedische Regierung an alle europäischen neutralen Staaten die Einladung zu einer Ministerkcnserenz der neutralen Staaten in Stockholm ergehen lassen.
Deutscher Reich.
Hindenburg gegen Wilsons iiberhebnng.
IV. T.-B. Lübeck, 13. Sept. (Drahtbericht.) Bei dem Präsidenten der Handelskammer ist folgendes Telegramm eingegangen:
Es gereicht mir zur besonderen Genugtuung, daß allsn voran die Kaufmannschaft der drei Hansastädte die richtige Antwort auf Wilsons Versuch gefunden hat, da? deutsche Volk von seinem Kaiser und dessen Regierung zu trennen. Die ganze Welt weiß jetzt, wie unser Kaiser für die Erhaltung des Friedens gerungen hat. Das deutsche Volk dankt ihm dafür und steht fester und einmütiger denn je zu seinem kaiserlichen Führer in unerschütterlichem Vertrauen und unbedingt»: Siegessicherheit Nahe am Ziel heißt es: „Nur nicht Nachlassen! Die Zähigkeit, mit der Lübeck seine Tochterstadt, das alte, endlich befreite Riga, und sein Deutschtum verteidigt hot, sei uns ein Vorbild in dem schweren Kampf um Deutschlands Zukunft.
Generalfeldmarschall v. Hindenburg.
Städtische Vorschläge, betr. ErmLsrigung der Brot- und Knetorfelpreise.
W. T.-B. Berlin, 12. Sept. Der NahrungSmittelauS- schutz des Deutschen Städtetages hat unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Wermuth beschlossen, den zuständigen Reichs- behöiden Vorschläge über Maßregeln zur Ermäßigung der Brot- und Kartoffelpreise vorzulegen. Erne entsvrechende Eingabe ist dem Kriegsernährungsamt bereits zugegongen.
und STam.
Personal-Beränderurgen. Krüger. Maj. a. D. (Wiesbaden), zuletzt Hauptm. und Kemp.-Ebes im Jnf.-Regt. Nr. >69, ein Patent seines Dienstgrades verliehen. * v. Kardorss, Rittm. im 2. Garde- Ulan.-Regt.. zur Dienstl. htm Mil.-Kob. Sr. Mai. des Kaisers und Königs komdt. * Hehl, Leut, der Res. des Feldarr.-Regts. Nr. 63 (1 Frankfurt a. M.). zum Oberleut, viit Patent vom 1b. Juli 1917 befördert. . _
Kur Stadl und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Deutschlands.Spende für Säuglings» und ttteinkinderfchutz.
Doppelt gibt, wer schnell gibt. Kaum hatte der Herr Reichskommissar für die Sammeltätigkeit für WohlsahrtS- zwecke die Zeit vom 15. September bis 15. Oktober zum Sammeln für die Deutschlands-Spende für Säuglings- und Klein, kinderschutz fteigogeben, fo traf schon der Wiesbadener Arbeitsausschuß seine Vorbereitungen für eine möglichst vielseitige Ausgestoltumg des Opsertags am 16. und 16. Septem- ber. Trotz großer Schwierigkeiten in der Beschaffung des Materials wird das an solchen Tagen gewohnte Straßenbild mit den hübsch geschmückten Ständen und den vielen bittenden Mädchenaugen allerlei neue Züge bieten. So wird in .-»er Langgasse im Süßschen Hause «ine Erfrischungsstube ihre gastlichen Pforten öffnen, die Früchte des Herbstes werden feilgeboten, jedrcki nur durch legitimierte Verkäuferinnen in unmittelbarer Nähe der Stände, woselbst auch die Listen zur Einzeichnung in den „Wiesbadener Kindergruß" aufliegen. Der Arbeitsausschuß gab schnell; n öge die Wiesbadener Bürgerschaft den Spruch ergänzen und doppelt geben.
— Zur Verarbeitung von Birnen und Pflaumen. Durch eine neue Bekanntmachung der Reichsstelle für Geiyüse und Obst wird unter Aufhebung früher erlassener Bestimmungen wieder zugelaffen, daß Obsterzeuger Birneü in den Grenzen ihres Hausbedarfs in sogenannten Krautpressen zu
_Morgen-Ausgabe. Erstes Matt. Nr. 488.
Obsickraut für sich verarbeiten lassen. Im übrigen darf Obst, kraut wie Dörrobst gewerbsmäßig nur mit Genehmj. gung der Kriegsgesellschaft für Odftkrnserven und Marmeladen hcrgestell' werden. Die gewerbsmäßige Herstellung ooa Pflaumenmus ist gänzlich verboten. -
— Das Kriegsmehl. Von dem Vorstand der „Bäcker. Innung Wiesbaden" erhalten wir folgende Zuschrift: In Nr. ,461 Ihres Blattes veröffentlichen Sie einen Artikel „Das Kriegsmehl", worauf wir felgendes erwidern möchten^, Wir Bäckex müssen mit aller Entschiedenheit zurückweisen, daß die Schuld an uns liegt, wenn Mehle, die nicht als ein- wandsfrei zu bezeichnen sind, zur Verwendung gelangen. Ebensowenig ist Hem Magistrat der Stadt eine Schuld beizumessen. Die in letzter Zeit angelieserten und mit „Geruch" behafteten Mehle sind meist rumänischen Ursprungs, die durch die lange, Wohl oft ungeeignete Lagerung minderwertig ge« worden sind. In früheren Fällen ist wiederholt von den Bäckern wie vom Magistrat selbst die Annahme solcher Mehle verweigert worden; in einem Schicdsgerichtsspruch wurde jedoch entschieden, daß die Mehle angenommen und verbacke.» werden müßten. Die zuständige Stelle, worauf in dem Artikel hingewiesen wird, ist über diese Vorgänge wohl nicht genügend unterrichtet.
— Kriegshilfsdienst. Meldeamt für den KriegShil-s.
dienst für' den Stadt- und Landkreis Wiesbaden, den Untertaunus- und Rheingaukreis ist "bekanntlich das hiesige Arbeitsamt. Mit dem 15. März d. I. erst hat es diese Funktion unternommen. Bis zum 1. September belief sich die Ge-^ samtzahl der Meldungen von Arboitsuchenden auf 3091. Darunter befanden sich nur 1098 HilfSdienstvslichtige. Die Gesamtzahl der als zu besetzen gemeldeten Stellen belief sich in derselben Zeit auf 3247, darunter 206 von Militärbehörden. 400 von Zivilbebörden, 1808 au? der Industrie und 763 aus d-r Landwirtschaft. Bon den besetzten Stellen enffallen 195 auf das Militär. 277 ans die Zivilbchörden, 1536 aus di« Industrie und 654 aus die Lowdlwirtschaft. Die meisten Meldungen von Stellenbewerbern gingen ein im März und im August, die meisten Anmeldungen von freien Stellen in den Monaten Juni. Juli und August.
— «rirgSaikszeichnm'gen. Der Major Freiherr Heinrich von H a d e l n , ältksser der fünf irii Felde sichenden Söhne de? verstorbenen lu;en'bnrgischen Qberkammerherrn Freiberrn v. Hadeln, wurde mit dem' Orden Pour le merite ausgezeirkmet. Mii dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurdeu ausgezeichnet: der Gefreite Ludwig Spetb. Sobu des Tcvezierirmeister? Jakob Speth in Wiesbaden, der Landwehrwanu Adam Paul au? Wiesbaden, der Wehrman» Schlosser Karl Griesel aus Wiesbaden. Dagobert Horn, Sohn des Kaufmanns M Horn aus Wiesbaden, unter Beförderung zum Gefreiten der Schriftsetzer Wilhelm Schön aus Wiesbaden, der Landbriefträger Heinrich S t e i n b a ch au? Igstadt, der als Feldpostillion im Felde steht, der Unterossizier der Landwehr JuüuS Harbach, Buchhalter in Biebrich a. Rb., und der Obergesreite Artnr Dillenbcrger aus Wiest aden. Das Eiserne Kren,
2. Klasse und die hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefreite Adam Pe t r y au? Wiesbaden Dem Feldwebel und Oftizierstellver- treter Karl D e b n r, ftüher im Füsilier-Regiment Rr. 89, wurde die Fürstlich Reußische goldene Verdienstmedaille mit Schwertern verliehen.
— Die Preußische Berluli liste Rr. 934 liegt mit der Bayerischen Verlustliste Nr. 858 in ber ,Tagbla»t".Schalterball- .'Auskunft?, sckaltcr links) sowie in der Zweigstelle Bismarckring 19 zur Einsichtnahme aus.
Israelit»»«» «»ttesd'enst Israelit'!»« K »!",,,««
m e i n d e. Svnagoge: Michel?berg. Gottesdienst in der Haupt, svnogoge: Freitag: abends 714 11 br. Sabbat: morgen? 9 Uhr. nach, mittags 3 Uhr AuSgang 8.25 Uhr. Sonntag: morgens 7 Uhr.
B ■ t Itrael'iilche K II I t u - g nse 30mi«oj«
Friedrichstraße 83. Freitag: abends 714 Ubr, Sabbat: morgen»
?14 Ubr. Vortrag 1914 Uhr, nachmittags 4M> Uhr. abends 8.25 Ubr. Sonntag: morgens 5% Ubr Rasch Haschonob: Vorabend: 714 Ubr, morgens 614 Ubr. 1. Tag: Piedigt 9 Übr. nachmittags 4 Ubr. abends 7.29 Ubr. Teschuvob-Tage: morgens 614 Uhr, abend« 6 Ubr. Mittwoch: morgen? 514 Ubr.
Talmud Tbora-Berein (E. B.I Wiesbaden. Kleine Sckwalbacher Straße 6 Sokbot-Eingang: 7.15 Uhr, morgen?
8.45 Ubr, Mincha 6 Uhr. Ausgang 8.3«' Uhr. Sonntag, maraen«
6 Ubr. Rasch Haschono: Eingang 7.39 Ubr, Margen? 7.39 Uhr, Mincha 1.89 Ubr. Ausgang 7.25 Uhr. Mittwoch: morgens 6.30 Uhr, Mincha 6.15 Ubr. _
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
ftt Bon der Bergstraße 12. Sept. Eine schaurige Todes- a r t wählte in der Aluwiniumsobrik zu Renhausen ein Arbeiter. Er sprang in den mit brotclnter Masse gefüllten Schmelzosen und war nach wenigen Sekunden verbrannt.
(46. Forftetzung.) Nachdruck verboten.
Zrau Isabellens weg.
Roman au» dem Elsaß.
Von H. Schede-Heller (Straßburg).
Wie schlvere Tropfen fielen die Worte von seinen Lippen. , Ich hatte mir die Zukunft w schön gedacht. Meine liebe, kleine Marcelle. Und nun-"
Er brach ab. In der Stinime lagen die Tränen, die nicht aus den Augen quellen dursten. „Leben Sie wohl, Frau Isabelle."
Sie reichten sich stumm die Hände, und dann eilte er von dannen, ohne sich umzuwenden, mit hastigen Schritten den Äerg hinan. Auf der Anhöhe zeichnete sich 'eine schwarze Silhouette vom Weißen Schneefeld ab. Dann verschwand sie im Dunklen der Tannen, und Isabelle kehrte nach Hause zurück.
XVI.
Draußen vor den Toren von Straßburg, an dem stillen Wasser eines Kanals, hatte sich der Maler Le> tt'ald in einem alten, mit moosigen Schindeln bedeckten Hau? ein Atelier eingerichtet, in dem er seit bald zwanzig Jahren von Welt und Politik abgeschieden lebte. Durch die Fenster blickte man über Bäume und graue Wiesen auf das Münster, das mit. ''einem schlanken Turm in den Winterhimmel schnitt.
Draußen fiel der Schnee, weich und lautlos, obwohl cs ichon März geworden war, und die Kälte um diese Jahieszeit in Straßburg zu den Seltenheiten gehörte.
. Verdammt schwer machen sie's einem hier zu Land." Lewalds Faust^ fiel hart auf den Tisch, uni den seine Gäste, einige Straßburger Künstler, versammelt waren. ..Wenn man schaffen will", fuhr er fort,- ..inuß man es machen wie ich und sich zwischen seinen vier Wänden einsperren und sich um die ganze politische Drehmüble nicht scheren. Da bringt mau doch etwas zustande.
Sehen Sie, Monet —" Er schob vor keinem Freund, einem Pariser Maler, der den Winter in Straßburg verbrachte, mit einer energischen Belvegung die Vor- hänge zurück, die die Wände verhüllten. „Das ist meine Bibliothek — und es ist nun einmal eine Marotte von mir, daß ich mich von dielen Büchern nicht trennen kann."
. pTte Bücher, von denen er sprach, waren seine Herrlichen Bilder. Wenn in Straßburg das Gespräch auf den Maler kam, folgte immer mit demselben Achsel- zucken das Wort: „Best un original."
Nur die ihn näher kannten, konnten seine Eigenarten versieben. Die Leute meinten, es nütze doch nichts, Bilder zu malen, wenn man sie nicht verkaufen wolle! Das sei eine brotlose Kunst! Und dann fragte man nach den Erben, die wahrscheinlich aus den Gemälden manch schönes Stück Geld schlagen würden.
Monet stand staunend vor der „Bibliothek" des Meisters, der aus seiner dicken Zigarre zornige Rauch- Wolken in die Luft stieß. Bild an Bild hob sich von» der Wand ab — Motive aus den Vogesen — sarben- ttunken — lichtüberflossen — mit einer Ferne und Tiefe — voller Luft und Dnst — und daneben Porträts — Franc nköpfe mit rassigen Gesichtern und keck in das Leben blitzende». Augen — da steckte ein Leben, eine Kraft — mit allen Konventionen hatte der Maler gebrochen nnd Eigenes geschaffen.
„Und damit rücken Sie nicht heraus?" fragte Monet.
„Vielleichr nächstes Jahr in einer eigenen Ausstellung —_ Wissen Sie, ich trenne mich balt so schwer von den Bildern — jedes ist ein Stück Leben, das mir gehört."
„Und feit wann leben Sie wie ein Einsiedler dann votre tour d’ivoire?"
»Seit zwanzig Jahren, seit ich eina-sehen baue, wie schwer es ist, hier im Land zu leben, ohne künstlerisch
„Was ist es denn eigentlich, was hier bemmend auf die Talente wirkt und ihnen die freie Entfaltung so schwer macht", fragte Monet, dem die Verhältnisse im Land noch iremd waren.
..Es fehlt unter den Künstlern der rechte Zusammenbang — das fröhliche Vertrauen — jeder' beargwobnt und bemißtrant den anderen — bis in die tiefsten Wurzeln greift diese innere Zerrissenbeit und Zersplitterung- darum wächst kein großer Baum daraus hervor", meinte Duhmer, ein Schiller Lewalds, der sich durch seine starken Bilder .-ins alten unterelsasstschen h Dörfern einen Namen gemacht hatte.
„Es ist schade um das Land, das so gute und tüchtige Kräfte hervorbringt", meinte Monet.
Es ist ober nichts zu machen." Lewald zuckte dis Achseln „Sehen Sie sich mal untere Straßburger Künstler an. Die handvoll Maler und Bildhauer. Die sollten doch zusammenhalten. — Mai» pas du tont. Sie -zerfallen in zwei Gruppen, von denen die eine französische Ausstellungen bringt, während die andere mehr zur deutschen Seite neigt, und natürlich bekämpfen sich die zwei, wo und wie sie können, trotzdem- sie sich beide aus Elsässern zusammensetzen."
.Es gibt halt hier kaum ein Haus, aus dem nicht, ein Zipfel der Politik beraushängt", vettetzte Decker" ein Bildhauer, dem Straßburg kraftvolle Figuren verdankte, und der zweifellos einer der begabtesten elsälsi' schen Bildhauer war. (Fortsetzung folgt.)
StN" sprach.
Wir verfabren gegen stemde Nationen höchst schainlo?. Wir bestehen ruf dein Billzug des Völkerrechts. u>en',i es un? nützlich ist! im anderen Falle setzen wir uns über seine Regeln >chr-ink>n!o? hin- s weg. Die Geschichte des Seerechts, das ich Sccunrccht nennen möchtS ist ein nnauslnschliches Zeugnis des ungezügelten Egoismus und der Habgier des englischen Voller und seiner Regierung.
Lord Derby >1857).
