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Berl«- La»sgafse 21

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Kr. 456. 65. Jahrgang.

Zrettag, 7. September 1917.

klbenö-Kusgabe.

Andaueriider Rückzug der Russen nord­östlich der unteren Dün«.

Gescheiterte englische Angriffe in Flandern. Die Beute von Dünmnünve.

Oer Tagesbericht vom 7. September.

W. T.-B'. Großes Hauptquartier, 7. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. -

An der flandrischen Front spielten sich zwischen dem Houthoulster Wald und Hollebeeke wieder l e b h a f t ri Artillcrickümpfc ab.

Morgens und abends griffen die Engländer nach starkem Trommelfeuer unsere Stvll l.igen nördlich der Bahn Routers - N p e r n in 4 Kilometer Breite an. Nach kurzem hartem Kampfe wurden sie überall z u r ü >k g e w o r s e n. Der Einsatz von drei D i b i s i o n e n zu diesen Angriffen, die den Feind hohe Verluste kosteten, wurde durch Ge­fangene bestätigt.

I» de» benachbarte» Abschnitte» drängte » «ach kräftige» Feuerstößen englische Erkundnngsabteilangen vor. Auch sie hatte» keinen Erfolg.

Bei Lens scheiterten früh morgens Teilangriffe des Feindes verlustreich.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An mehreren Teilen der Aisnefront und in der C h-a m p a g n e blieb die Kampftätigkeit tagsüber lebhaft. Vorfeldgefechte brachten uns Gefangene ei».

Die Artillerieschlacht auf dem Ostufer der Maas wurde bis in die Nacht hinein mit nur kurzen Unter­brechungen fortgeführt. Unser Vernichtungsfen er gegen erkannte Bereit st ellnngen von Sturmtruypen verhinderte am Fosses-Wald einen Angriff der Fran­zose«. -

Südlich von Braumont drang ein württem- hergischeS Regiment in die feindliche Linie und vertrieb die Besatzung im Handgranatcnkampf.

Badische Stoßtrupps brachen in den CauriereS- W a l b ein und kehrten mit Gefangenen zurück.

Neun feindliche Fluigzeuge wurden im Luft- kamps, weitere fünf durch Abwehrfeuer zum A b st u r z ge­bracht.

Östlicher Kriegsschnuplatz.

Front des Gcneralfeldmarschalls Prinz Leopold . von Bayern.

Die Rückzugsbewegungen der Russe» nordöstlich der unteren Düna dauerten gestern an. Unsere Kavallerie kämpfte erfolgreich mit feindliche» Nachhuten südwest­lich von N i t « u und bei N c u - K a i p a n (40 Kilvmetrr östlich von Riga).

Zwischen Lobesen und F r i ed r i ch st a d t hat der weichende Feind die Ortschaften in Brand g c st e ck t.

Die Beute in Dünamünde beläuft sich außer vielem Schirßbedarf und Kriegsgerät auf 40 Geschütze, davon 22 größeren Kalibers als 12 Zentimeter.

Bis zum Schwarzen Meer sonst keine größeren Kampf­handlungen.

Mazedonische Front.

Zwischen Ochrida- und Prcspa-See Gefechte von Streirabteilungen; östlich des Ward« lebhafte Fenertätigkeit. Der Erste Gcncralqnarttermeister: Ludendorsf.

Die Beschießung Searboroughs durch ein deutsches U-Boot.

Unsere Marineflugzeuge über Dünkirchen und ©f. Pol.

W. T.-B. Berlin, 6. Sept. (Amtlich.) In der Nacht vom 4. znm 5. September griffen Marineflugzeuge militärische Anlagen von Dünkirchen und S t. P o l mit insgesamt 2300 Kilogramm Bomben an. Brände und Detonationen wurden beobachtet.

Eines unserer Unterseeboote beschoß am 4. Septem­ber, abends, den befestigten Hafeuplatz von S c a r b o r o u g h an der englischen Ostküste mit Granaten. Zahlreiche Trester und Brand- »v i r k u n g wurden einwandfrei beobachtet.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

*

Br. Rotterdam, 6. S«pt. Zn dem Angriff auf Scrrrborvugh wird von Reuter noch gemeldet: Es Han- beit sich hier um einen Angriff auf eins offene Stadt. (Das ist unwahr. Scarborough ist befestigt. Schrift- teitung.) Der Tag war durch befonders schönes Wetter ausgezeichnet. Lassende von Personen befanden sich am Strande nikd auf den Boulevards, als u n v e r- mutet, drei Meilen von der Küste entfernt, ein arBwmcht» «m» m£ »»ei Geschützen

Minuten lang zu feuern begann. Einige Granaten explodierten auf dem Wge, der zum Strande führt, andere flogen über die Stadt hinweg. Das Feuer Hm sehr heftig; die Geschütze wurden wiederholt ge­dieht. Nach 10 Minuten verschwand das U-Bcot, offenbar aus Besorgnis vor Minenzerstörern, die durch das Donnern der Geschütze herangelockt worden waren.

Die deutschen Luftangriffe ans Lsndon.

17. Rotterdam, 7. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die englische Presse bespricht die letzten Luftangriffe auf London und die Küstenorte. DieTimes" sagt, die öffentliche Meinung bewillige den Behörden noch­mals eine angemessene Zeit, doch sei ihre Geduld erschöpft. Es könnten andere Mittel gefunden wer­den, um ai'.ch bei mondhellen Nächten Luftangriffe ab- schlagen zu können.Daily News" erkennt an. daß solche Mittel bisher noch nicht vorhanden seien.Daily Mail" zeigt sich am gere^testen imd fordert größeren A n- g r i f f 8 g e i st beim englischen Fliegerkorps.

Oie U-Vootsmeldung.

W. T.-B. Berlin, 6. Sept. (Amtlich.) Im Atlan­tischen Ozean, Ärmelkanal und in der Nordsee haben unsere Unterseeboote wiederum 7 Dampfer mit 19 500 Bruttoregistertonnen

vernichtet, darunter die englische U-Bootsfalle Q. 8" (früher englischer DampferVala"), einen un­bekannten Dampfer von etwa 4000 Tonnen, der nach Aussehen, nach der Art der Bewaffnung und Schein­werfer sowie nach dem gleichmäßigen Anzug der Be­satzung als Hilfskreuzer angesprochen wurde, und einen englischen bewaffneten, gesicherten, tiefbe­ladenen Dampfer.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Oie wachsende Bedeutung des großen Erfolges bei Riga.

Die gescheiterten Angriffe im Westen.

Dev Rigaische Meerbusen von der dentschen Flotte beherrscht.

W. T.-B. Berlin, 0. Sept. In der neuen feit eini­gen Tagen tobenden Artillerieschlacht in Flandern ver­mochten die Engländer bisher trotz größter Massierung von Batterien nicht, die Feuerüberlegenheit zu errin­gen. Die ersten Jnfanterieangrisse, die sie am Abend des 5. September der Artillerieschlucht folgen ließen, führten zu einer schweren englischen Nieder­lage. In der Gegend östlich von Ipern hatte die bri­tische Artillerie dreimal ihr Feuer zum Trommelfeuer gesteigeit. Dann begann um 10 Uhr der englische An­griff aus der Gegend von St. Julien. Zusammen­gefaßtes Feuer wies die Stnrmwellen bereits größten­teils vor den deutschen Stellungen ab. Was bis an die Gräben gelangte, wurde im Nahkampfe zurückgeworfen. Unl j 1 Uhr wiederholten die Engländer chre Angriffe mit dem gleichen Mißerfolge. Dagegen stieß eine Patrouille erfolgreich östlich von Armentiö res vor. In Gegend Frezenberg brachte eine deutsche Patrouille zwei' englische Maschinengewehre ein. Auch ail der Küste war das Artilleriefeuer heilig. Ostende wurde von Land her durch Flachfeuer beschossen, ohne daß militärischer Schaden entstand.

Im Artois und in der Gegend von S t. O u e n- t i n bat die englische Anqriffstätigkeit aufgehört. An der Aisne unternahmen die Franzosen nur in , der Gegend von Pagny-Filain am Abend einen Angriff, der vollkonmlen zusammenbrach. Die zusammen­geschossenen französischen Sturmwellen gelangten nicht einmal bis an die dentschen Hindernisse. Alle weiteren Angriffsversuche der Franzosen an dieser Stelle unter­band das deutsche Vernichtungsseuer. Auch nördlich von Reims wurde ein französischer Angriff abgewiesen.

Vom S o u I a i n - Walde bis östlich B6theny hatte den ganzen Tag über starkes französisches Artillerie- und Minenfeuer auf den deutschen Stellungen gelegen. Truppenansammlunaen in den französischen Graben wurden mehrfach erkannt und unter Vernichtungsfeuer genommen. AIS dann um 10 Uhr abends die Fran­zosen nach schlagartig einfetzender höchster Steigerung des Artillerie- und Minenwerßerfeuers zum Angriff vorbrachen, empfing sie ungeschwächtes beut- sches Abwehrfeuer, das ihren Angriff voll­kommen znsarnmewbrccch« n ließ.

In der Champagne kamen die beabsichtigten französischen Angriffe gar nicht erst zur Ausführung. Die in den französischen Gräben beiderseits der' Straße Somme-Py-Sm»ain zwischen 8 und 8 Uhr 30 Min. abends zum Sturm bereit gestellten französischen Truppenawammlungen wurden dsrch Vernichtungs­feuer zerstreut., , ,

Vor Ver dun'nimmt die Artillerieichlacht auf dem Ostufer der Maas noch an Ausdehnung zu. Unter er- folstveichster MitwnLmg der Flieger setzt« die deutsche

Abwehrartillerie mit bestem Erfolgs die Bekämpfung der französischen Batterien fort. Wiedenun konnten zahlreiche Brände und Erplosionen beobachtet werden. Der Verkehr hinter der sranzönschen Front wurde durch Feuer gestört. Die französischen Gräben, besonders die östlich des Fosses-Waldes, in denen ver- stärkte Besatzung erkannt worden war. wurden mit Ver- nichtungsfeuer belegt.

Im Osten ist an der kurländischen Front die d e u t* s ch e Kavallerie durch Sumpf und W a l d der ''n Richtung ans Wenden abziehenden 12. russischen Armee auf den Fersen, während die deutsche Flotte den Rigaischen Meerbusen beherrscht. ,

Die stündlich steigende Beutezahl laßt die wachsende Bedeutung des großen deutschen Erfolges bei Riga immer deutlicher erkennen.

Von der übrigen Ostfront ist mit Drsnahme eines mißglückten rumänischen Angriffs bei Muncelul und mehrfachen erfolgreichen Patrouillenvorstößen der Verbündeten nichts zu berichten.

Ter russische Rückzug auf Pskow.

Br. Genf, 7. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Petersburg in Paris angekommene Berichte besagen, daß den Dentschen nach General P a r s k y s jüngster Depesche die Sprengung des Bahnkörpers zwischen Riga und Wenden gelungen ist. Man vermutet, daß General Parlky unter Opferung seiner Nachhuten mit dem größten Teil seiner Streitkräste sich in der Rich­tung Pskow wird retten können. DasJournal" be­zeichnet Pskow als das Bollwerk Peters­burgs, das unter allen Umständen verteidigt werden müsse. >

Die Angst vor Fliegerangriffe» «rnf Petersburg.

Br. Amsterdam, 7. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Daily Mail" meldet aus Petersburg: Nach der Er- oberung Rigas hält man Petersburg als dsrch Luft­angriffe bedroht. Die Militärbehörde erläßt Vorschrif­ten mit Verhaltungsmaßregeln für die Zivilbevölkerung.

Autonomie-Versprechen für Kurland, Livland und Esthland.

Br. Stockholm, 7. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Nach Petersburger Meldungen bewilligte diez provi­sorische Regierung vorbehaltlich der Zustim­mung durch die konstituierende Versamm­lung an Kurland, Livland und Esthland die Auto­nomie.

Weitere Pressestimmen zur Cinrmhme Rigas

W. T.-B. Christians«, 6. Sept. (Draihtbericht.) Während einzelne Blätter, taie vor allemSjoesart Tidningxu", -er Einnahme von Riga jede militärische Bedeutung ahzusp-vechen suchen, nenntTidenS Degm" das Ereignis die d r a m a - lischst« Tragödie, die Rußland seit der Revolution hmmgesucht hat und gleichzeitig eine der größten politischen! Eroberungen feit Beginn des Kriegs.Astenposton" betont die große Bedeutung Rigas, besonders sür die Operationen der deutschen Flotte.Verdens Gang" heb* die großen m a t e r i e ilen W or t ei le für die Deutschen hervor, da die Russen kaum Zeit hatten, ihre in Riga avfocftapelten Vorräte zu vernichten oder sortzufchaffsn. Außerdem .eröffne der ruMche Rührig im Rigaer Mchchrritt den Deutschen die Möglichkeit, die russische Nordfrant aufzu rollen. Von nicht geringer Bedeutung würde be­sonders auch die voraussichtliche moralische Wirkung sein.

Die fortgesetzte Beachtung in der schwedischen Presse.

W. T.-B. Stockholm, 6. Sept. Die Offensive bei Riga findet in der schwedischen Presse die stärkste Beachtung. Heute wird sie wieder von dem militärischen Mitarbeiter in Svenska Dagbladed" besprochen, der zunächst seststellt, der dertsche Vorstoß habe sich mit einer Schnelligkeit ent­wickelt, die auch bei den gleichen Verhältnissen an der Ost­front als geradezu verblüffend angesehen werben müsse. Dann fährt 'der Verfasser des Artikels fort: D»

Einnahme von Riga ist natürlich von besonders großer Be­deutung sowohl unter ncklitärlsche.l wie vielleicht noch mehr unter moralischen Gesichtspuukten. Denn sie zeigt klar Deutschlands Zähigkeit, auch unter dem größten Druck auf den übrigen Fronte», seine Erfolge im Osten in höchst bemerkenswerter Weise zu steigern. Die allgemeine Lage ist augenblicklich so geartet, daß man immer neue wichtige Nach­richten vom Osten erwartet, nnd infolgodessen knüpft sich das Hauptinteresse nicht cm das, was schon gewonnen wurde» sondern an die Frage, wie weit die Deuffchen schon jetzt gegen Rußland im Argriff Vorgehen wollen. Die Gelegenheit scheint ja jetzt verlockender denn je zu sein, da die Offen­sive der Entente auf der Westfront erlösche« fft und zugleich die Verwirrung in dem russischen Heere ihren Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Für die AuS- führung einer ernsten Offensive sprechen natürlich folgende Grünte: Hauptsächlich ist es vom deutschen Stand­punkt aus natürlich, entweder mit Rußland Frieden zu bekommen oder, aemt das sich unmöglich zeugt, seine mili»