K «eite ». Freitag, 7. September 1917. .
** *?' so <» ird gemcEbet, aus Kreisen ferner STCinifterfoOegen
g u rüctg u4 re ten. Snowden schreibt im U8a»o«e S °«d«r", die Angst der englischen Regierung, keine eugtffchen SkW«list«n nach Stockholm reisen zu lassen, nrüfie itgmtaw ihren Grund haben, allerdings würden die Sqziaüstea der «anzeu Wett allmählich England die Schuld für die, Fortse-tzung des Kriegs guWeben müssen.
Me Lage im westen.
Die Behandlung französischer Soldaten d»»rch ihre .»demokratische" Regierung.
zv. 1'.-». Berlin, 6. Sept. (Drahtbericht.) Französische Gefauyene von der Saloniki er Front sagen ans: Mitte Juli weigerte stch ein Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 273 der 67. französischen Refervedivision, in Stellung zu gehen, darauf wurden Senegaltruppen gegen die weißen Nnrngosen anfgeboten, die die Meuterei unterdrückten. So werdci, mit Negern und mit Waffengewalt die Franzosen durch ihre eigene Advokatenregierung in die Schützengräben gejagt, um gegen die Deutschen zu kämpfen, bis sie den Segen der Demokratie begriffen haben.
Deutsches Reich.
Eine ausgegrabene Korrespondenz zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren ans der» Jahren 191)4 und 1905.
(Bon unserer Berliner Abteilung.)
X,. Berlin, 6. Stzpt. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der „New g)e«ü Herold" veröffentlicht eine Korrespondenz zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren aus den Jahren 1904 und 1605, die, wie wir hören, authentisch ist. Freilich hat der „Herold" einzelne Teile weggelassen und dadurch den Sinn mancher Telegramme des Kaisers geschickt entstellt. Der Depeschenwechsel begann damit, daß der Kaiser dem Zaren Mitteilung von den Schwierigkeiten machte, die E n g- kand der deutschen Kohlenlieferung für die ruffifcheFÄotte verursachte. Der Zar ging sehr lebhaft auf die Anregung des Kaisers ein. Ja, er schlug darüber hinaus vor, einen formellen Vertrag obguschließen. Fest steht, daß «lle kaiserlichen Bemühungen darauf aüzielten, den Frieden zwischen Len europäischen Großmächten zu erhalten. Hoffentlich wird die deutsche Regierung mit einer Richtigstellung der „Herald'-Deröffeutlichung nicht warten.
Die nächste Sitzung des Rates der Siebe«.
»r. Berlin» 6. Sept. (Eig. Dvahtbecicht. zb.) Nach der „Naticnalzeitung" rechnet man damit, daß der Sonderausschuß bgim ReuiMSnzl« im Laufe der nächsten Woche wieder jufcBumWtt.
Die siebente Kriegsanleihe.
Nichts woist mehr «uff die Kraft der deusichen Volkswirtschaft h« als das Vertrauen, mit dein di« Finanz- des Reichs nach mehr als dreijähriger iKriegsdauer van neuem an das Kapital, an die großen und kleinen Sparer in den Städten und auf dem Lande sich mit dem bekannten Aufruf „Zeichnet die K r i e g s a n e" wenden kann. Daß dieser Zeit- Punkt jetzt, und zwar zum siebenten Male, nahegerückt ist. bringt kei n e m eine Überraschung, ist d>xh die Finanzverwaltung bis jetzt jeweilig etwa sechs Monate nach der Ausgabe der ersten Kriegsanleihe dazn geschritten, die KmegsauSgaben gleichsam aus dem Schwebezustand auf eine s i ch-e r e Grundlage zu stellen. Unsere Gegner lassen sich mit der Umwandlung ihrer schwebenden Vorbindlühkeiten in Anleihen weit mehr Zeit — aber nicht aus freier Entschließung. Sie kennen sehr wohl die Grundsätze einer soliden Finanzpolitik, aber ihre Anwendung stößt bei allen unseren europäischen Feinden auf Schwierigkeiten, teils, weil ihre Wirt- schastliche Kraft erlahint ist, teils, weil der Patriotismus sich bei ihnen mehr in Worten als in Taten äußert. Bei uns harren bereits sehr erhebliche Summen des
Wiesbadener Tagblatt.
Augenblicks, in dem sie der Kriegsanleihe dienstbar gemacht werden können. Darauf deutet die ganze Lage des Geldmarktes hin. im besonderen die großen Beträge, die in Schatzwechseln des Reichs angelegt sind, ferner die hohen Einlagen bei den Banken und Sparkassen. Diese Tatsache darf aber niemand zu der Ansicht verleiten, es komm? auf seine Mitwirkung nicht an. Vielmehr ist es, je naher wir dem Frieden kommen, uni w notwendiger, kein Nachlassen zu zeigen, wndcrn erneut einen kräftigen Beweis zu. erbringen, daß unsere Kraft, auch aus Wirt- 'ckastlichem Gebiet, dem Vaterlands gesammelt nach wie vor zu seiner Verteidigung zur Verfüguug steht.
Die siebente Kriegsanleihe wird fast genau nach dem Muster der sechsten ausgestattet. Sie besteht aus 5-prozentigen Schuldverschreibungen und \Vn -prozentigen Schatzanweisungen, bie zum Preise von 98 M. für 100 M. Nennwert in der Zeit vom 19. September bis zum 18. Oktober zur Zeichnung aufgelegt werden. Für Scknildbuchforderun- gen mit Sperre bis zum 15. Oktober 1918 ermäßigt sich der Zeichnungspreis auf 97,80 M. fiir 100 M. Nennwert. Das Reich darf die 5-vrozentigen Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Oktober 1924 kündigen. Das ist für den Zeichner insofern ein Vorteil, als er sein Geld bis zu dem genannten Zeitpunkt unbedingt mit 5 vom Hundert verzinst erhalten muß. Auch später darf das Reich den Zinsfuß nicht herabsetzen, ohne gleichzeitig die Kündigung auszuiprechen; dies bedeutet, daß dann jeder Anleiheinhaber das Recht hat, den Nennwert seiner Schuldverschreibungen in barem Gelde, also 2 M. für je 100 M. mehr als den Zeichnungspreis, zu fordern. Für die 4*4-prozentigen Schatzanweisungen ist von vornherein ein Tilgungsplan aufgestellt, der mtt dem für die Schatzanweisungen der sechsten Kriegsanleihe vorgesehenen übereinstimmt. Nach den Einzelheiten des Tilgungs- planes muß der Inhaber von Schatzanweisungen im Falle der Auslosung seiner Schatzanwessnnaen nnn- destens für 100 M. Nennwert 110 M erhalten. Er kann aber auch unter den noch später zu erläuternden Voraussetzungen 115 oder 120 M. als Erlös erzielen. Diesir große Vorteil verdient in den weitesten Kreisen des Anlage suchenden Kapitals Beachtung.
Da, wie anzunehmen ist, viele Eig.mtümer der älteren 5-prozentigen Schuldverschreibungen und der früher ansgegebenen 6.prozenttgen Schatzanweisungen den Wunsch haben werden, ihren Besitz in die neuen anslosbarcn Schatzanweisungen umzuwaudelri. so ist wieder, wie bei der sechsten Kriegsanleihe, ein von leicht erftillbaren Bedingungen abhängiges Umtausch- recht geschaffen worden.
Die Einzahlungen auf die fteb«tte Kriegsanleihe können vom 29. September ab (der 30. September ist ein Sonntag) geleistet werden; Pstichtzahlungstermine sind der 27. Oktober, der 24. No- vember, der 9. Januar und der 6. Februar. Es können also alle die, die über flüssige Gelder verfugen, alsbald in den Genuß der hohen Verzinsung kommen: wer aber erst spätere Eingänge für die Kriegsanleihe verwenden will, dem sind sehr bequeme Zahlungsmöglichkeiten ein- geeäumt.
Daß eine Anleihe des Deuffchen Reiches, eine Forderung mithin an das gesamte Nationalvermögen, die denkbar größte Sicherheit bietet, wissen wir alle. Der Verzinsung eines erheblichen Teiles der Kriegsanleihen sind bereits neue Steuerguellen gegenübergestellt; im übrigen ist es kaum nötig zu sagen, daß jede Regierung, und jedes Parlament, die für die Verwaltung des Reichs und seine Gesetzgebung verantwortlich sind, es als ihre vornehmst» Aufgabe betrachten werden, den Gläubigern des Reichs das gegebene Zahlungsversvrechen zu halten.
Wer die siebente Kriegsanleihe zeichnet, erwirbt die lieste Kapitalanlage und trägt, indem er unseren Tapferen draußen zu Wasser und zn Lande hilft, zum Schutze des Reichs, zum Schutze der eigenen Person und des eigenen Vermögens bei *
(40. Fortsetzung.) Nachdruck verboten.
Zrau Isabettens weg.
Roman aus dem Elsaß.
Bo« H. Schede-HeLcr (Stoaßbtwg).
Ihre Blicke suchten das graue Naß dort draußen zu durchdringen. Doch oergebms. Die Spitzköpfe mit ihren zackigen Felsenvorjprüngen waren in undurchdringliche Wolken gehüllt. Wenn er jetzt nur käme — dort über den Gfelsrück, auf dem das Wasser wie in einem Flußbett rollte. Sie würde ihm entgegen- springmr und ihn in die Stube führen, wo jetzt ein warmes Holzfeuer prasselte, und ihm etwas HeißÄ zu trinken geben — und für ihn sorgen — und alles für ihn tun. Aber er kam nicht.
In wachsender ldrruhe war Barthels mit dem Melker fortgogrmgm — beide in dichte Llmäntel ge- hüllt — Isabelle svtte dis zwei sianimigen Männer auf dem Wege straucheln sehen, so wild fegte der Sturm über die Höhe. Und dann war sie allein — ganz allein, und, kein Laut drang zu ihren Ohren als das Schnarchen, im Kamin und das Wehen und Brausen um das kleine Hohaeckhaus. Uni sieben war Barthels noch nicht zurück.
Isabelle war es, als könnt» sic es- in der einsamen Stube nicht mehr aushalten, als niützts sie etwas tun, zu einer Gewißheit gelangen, helfen, vetten, statt mtt gekreisten Ahmten der Angst, die wie ein grinsendes Weib am Ofen hockte, in die Augen zu sehen. Sie kleidete ftch cm — wickelte die Gamaschen sich um — aber wie fie ans der Tür treten wollte, besann sie sich. Sie mußte bleiben, mußte ausbarren. Wenn die dort drüben zurückkehrten, dursten sie nickt eine l»ere Stube finden, sie würden essen, trinken und sich wärmen wollen. irnd die Wirtsfrau, die heute mittag nach Metzetal &«Mntw»# eacn war, war auch noch nicht zurück.
Endlich um acht sah sie Barthels über den Eselsrück kommen — mit raschen, wettansbolenden Schritten. Mit bleichem Gesicht betrat er das Zimmer. „Isabelle —"
Er stockte, streckte ihr nur beide Hände entgegen. — Da verstand sie — und mit einem lauten Aufschrei — wie kraftlos sank sie auf die Holzbank zurück. „Wie geschah es?" fragte sie bebend.
„Paul glitt an einer schwierigen Stelle aus und ist —" Das Wort blieb Barthels in der Kehle stecken. Und da kamen sie schon über den Eselsrück. Klinger, Bender und zwei Melkerknechte nnd trugen ihn auf einer aus Zweigen bereiteten Bahre.
Und so brachten sie ihn durch den engen Gang in die kleine Wirtsstube herein. So leise, io sanft sie konnten. Die Bauern nahmen die Kappen vom Kopf und standen unbeweglich da.
Um Jahre gealtert, bleich und schmal stützte sich Klinger gegen den Tisch.
Isabelle hob den Mantel, der das Gesicht bedeckte -- da lag er, still und friedlich, als sibliek? er. kein Zug im Gesicht enfftellt, nur iiber die Schläfe Itef eine Wunde, die verbunden worden war und jetzt Nicht mehr blutete. Dann gingen die Männer, einer hinter dem anderen, zur Stubentür hinaus, und Isabelle brach über ihren Mann gebengt. in ein tiefes, leidenschaftliches Schluchzen aus.
XIV.
Isabelle war nach Murrheim zurückgekehrt und hatte noch für einen Monat das alte Pfarrhaus bezogen. Ein seltsamer Umschwung ging in ihr vor. Sie war wie in Fesseln geschlagen und über diesen freien frohen Menschen lag es wie ein unabwendbar lastender Druck. Ihr Mann war tot. Auf furchtbare Wesse gestorben. Und sie macht? sich innerlich dafür verant- weltlich. Der Schmerz vergrößerte die. Gewissens- cmklogen. Ihre überempfindsame Seele iah Fehler und Vergehen, wo sie nicht txuchanüen Ware».
Morge«-A«8gabe. Erstes Blatt. Nr. 455.
Kur Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
E» darf nichts au» dem kreis heraus.
Bon einem.^Hamsterdamer" erhalten wir folgenden Brief:
„Soeben komme ich von meiner Reife aus der Hamsier» damer Gegend zurück, und mein alter Rucksack enthält diesmal anstatt der Hamstevdamer Eier und Butter, nahezu 50 Pfund feinster Äpfel. Ich war teils im Unterlahn- und auch tm Untertaunuskreis. Ich habe mir die Apfel unter den Bäumen aufgelefen, wo sie zentner» weife umherlagen. Der Wind hatte mächtig geschüttelt. Me Bauersleute, die zum Kirchgang sich beeilten, sagten mir: „Lese Sie nur das Zeug uff, mir hawe jo doch ka Zeit derzu." Ich sah einen mächtigen alten Birnbaum, um dessen Stamm herum mindestens 1 Zentner Birnen lagen. W i r schwimmen i nt Obst. Der Ifctne Bauer, wenn er sonst nichts zu tun hat, fährt 10 Zentner zur Sammelstelle, und hat damit 10 X 10 — 100 M. verdient. Er betrachtet dies aber nur als eine Nebenarbeit. Hat er keine Zeit, so läßt er „das Zeug" einfach liegen. Und so gehen uns Städter Tausende von Zentnern an Obst verloren. Weshalb? Es darf nichts aus dem Kreis heraus! Weil nichts aus dem Kreis heraus darf, nimmt auch die Dahn nichts zur Beförderung an Es dürfen also eher große Massen Obst zugrunde gehen, bevor die KrelSgrenzen für dte notleidende Stadtbc- ■ völkerung geöffnet werden! Verwandte und Bekannte aus , den Obstgegenden würden einem gerne 1 Zentner Äpfel um» sonst (Das gibt'S noch? D. Schriffl.) überlassen, eS darf ober nichts aus dem Kreis heraus!"
Zu diesem Brief sst zu bemerken, daß die KreiSverwal- tungen jetzt die Enffcherduny über die Qbstausfuhr gar nicht mehr in der Hand haben. Nach der Verordnung der Reichs- stelle für Gemüse und Obst vom 20. August d. I. dürfen Äpfel, Birnen, Pflaumen und Zweischen nur mit Genehmi- 1 gung der zuständigen Landesstelle ober der zuständige» Provinzial- oder Bezirksstelle abgefetzt, und infolgedessen ausgeführt werden. Frei von dtoser Bestimmung sind nur Mengen von 2 Pfund be-m Absatz an den gleichen Verbraucher. Aber hiervon abgesehen: Wenn wirklich in den deutscben Obstgegenden Zustände der von dem Einsender geschilderten Art herrschen, so muß schleunigst eingcgriffen werden. Man sollte allerdings annehmen, dte Landwirte hätte» bei den hohen Qbstpoeisen selbst alles Interesse darin, kern Obst umkommen zu lassen.
— vorschriftswidrige Bezugsscheine. Gewerbetreibende, Wethe vorschriftswidrige Bezugsscheine annehmen, machen sich strafbar. (Wekanntmachungen der ReichSbeLeidungsstelle vom 20. Februar 1917.) Bezugsscheine müssen Bot-, Zu» nau-en, Stand, Firma, Wohnort, Strohe und Hausnummer des AntragjsteverS tragen, müssen mit den Stempeln und Unterschriften der prüfendem und auSfertigonden Behörde versehen und textlich genau nach den auf d« Vorder- und Rückseite t<er Bezugsscheine voryoschriebenen Angaben auSgefüllt fein. ES besteht der Verdacht, daß sich Leute Bezugsscheine oft in größerer Anzahl auf unlautere Weife verschaffen, auf I Grund deren sie Waren austaufen, um damit Handel zu tret- ! ben, solches Verfahren ist strafbar. ßSundeSratSvervrdnung vcm 10. Juni 1916.) Die Gewerbetreibenden firü> daher v e r» Pflichtet, in zweifelhaften Fällen sich mit dem BeKeidungS- amt rechtzeitig in Verbindung zu fetzen. Die Vovfchrift § 13 der BundesratSverordnnng vom 10. Juni 1917, wonach , die Gewerbetreibenden die empfangenen Bezugsscheine durch deutlichen Vermerk ungültig zu machen (Lochen und dergleichen), die ungültigen Scheine zu sammln und zwischen dem 1. und 5. jedes Monats cm das städtische BekleidunySamt äbguliefern haben, ist strengstens einzuhalten.
— Gewerbliches. Die von Herrn Direktor E. Beutinger erstatteten Jahresberichte >der städtischen gewerblichen Fortbildungsschule sowie der Allge- < meinen Gewerbeschule für daS Schuljahr 1916/17 liegen jetzt in zwei Heften vor. Die Bericht gewähren ein übersichtliches Bild von der Tätigkeit der beiden Anstalten im dritten Kriegsjahr. Die städtische Anstalt wurde 1914 insgesamt von 1806, 1916 von 2085 und 1916 von 3209 Schülern °
Unablässig malte ihre Phantasie ihr die Schrecken jenes Tages vor: Es war so drückend heiß gewesen. Ein Gewitter war vorauszuahnen. Klinger und Birst ermunterten Barthels zum Bergsteigen — ne aber hatte ihn zurückgehalten — und ihren Mann hatte sie gehen 'assen. Um den einen, der ihr nichts lern durfte, hatte iie sich gesorgt — um den anderen sich nicht gekümmert. Das war es, das sie wie ein Gespenst bis in ihre Träume hineinverfolgte.
Und dann sah sie mit grausamer Schärfe die darauffolgenden Stunden. Barthels und sie droben zwischen der blühenden Heide in der Sonne. Er sprach von der Zukunft und der Frau, die er sich wünschte — und sie hatte in sich ein Zittern und Beben gespürt und ihm willenlos ihre Hand überlassen. Am selben Abenb stand sie an der Bahre ihres Mannes.
Den höchsten Punkt des Spitzkopfe-s hatte er mit Klinger erreicht und dort oben im Sonnenglanz mit dem Blick auf das ganze Dogesenlcmd noch gesagt: „Wenn nur Isabelle hier wärel"
Dann hatten sie auf der schmalen Plattform des Spitzkopfgipfels sich lang ausgestreckt, geruht und geträumt und erst bei dem plötzlich dunkelwerdenden Himmel an die Heimkehr gedacht Beim Abstteg hatte das Gewitter fie überca'cht. Es hatte geblitzt und gedonnert und nur mit größter Vorsicht hatten sie sich an der glatten Felswand herunterlassen können. Plötzlich aber war Berst ausgeglitten und mit lautem Aufschrei ent paar Meter tief gestürzt und dabei so unglücklich mit dem Kopf gegen eine Felszacke geschlagen, daß der Tod auf der Stelle einqetreten war.
..Hätte ich ihn nur, wie Barthels, zucückgehalten, er lebte heute noch." Immer wieder stieg in ihr dieselbe Anklage auf. Ihr ganzes Eheleben stand vor ihr, und jetzt, wo sic unter diesenr Druck nickt mehr den wahven, objektiven Wert der Dinge erkannte, schrieb sie sich auch hier au der Disharmonie die Schuld zu.
(Fortsetztmü folgt.)
