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Verlag Langgasse 21

Tagblatthaus".

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Zraitag, 7. September 1917. NlvrgeN-KUSgabL._ Ht. 455, - 65. Iahrg«»»

Die russischen Rüchuzslinien hinter Riga.

Über die russische Rückzugslinie und Rerteidigungs- stellnng hinter Riga wird uns geschrieben.

In unserem vorletzten Heeresbericht wird erwähnt, daß alle Straßen von Riga aus mit fliehenden Feinden angefüllt sind. Von Riga aus führen mehrere Straßen nach Nordosten, Osten und Südosten durch den S t i n t- und I a e g e l - See. Die Hauptstraße fuhrt von Riga über Wenden und Walk, wo sie sich mehrfach ab' zweigt. Die nordwestliche Linie geht von hier aus nach P e r n a u und eine nordöstliche Abzweigrmg davon zun« Kriegshafen Reval. Die nördliche Verlängerung der Linie Riga-Walk führt geradeswegs nach Dorpat, der bekannten Universitätsstadt, die ihrerseits wieder mit Reval und Petersburg durch Straßen verbunden ist. Auch die große Verbindung D ü n a b u r g - P e t e r s- burg wird von Walk aus durch die Linie Walk- Pskow mit Riga verbunden. Wir sehen also hier ein gut vorbereitetes Netz von Straßen, das nach den zwei starkbefestigten Plätzen Reval und Petersburg- Kronstadt führt. Die günstige, von der Natur gleichsam zur Verteidigung geschaffene Stellung, welche der Lauf der Düna von Dünaburg-Riga aufweist, bietet das Gelände zwischen dieser Linie und Petersburg nicht mehr in gleichem Maße, wenn auch genügend Möglich­keiten der Verteidigung offen bleiben. Der Raum zwi­schen der Düna-Linie und Petersburg, der im Osten von der Bahnstrecke Dünaburg-Petersburg. begrenzt wird, zeichnet sich durch eine große Anzahl kleinerer und größerer F l u ß l ä u f e sowie Seen aus. Die rechten Nebenflüsse der Düna geben dem ersten Abschnitt des Landes die Gestaltung. Don ihnen sind die haupt­sächlichsten der Ewest und der Oger. Ihre Flußrichtung, die ungefähr von Osten nach Westen verläuft, ist aller­dings nicht geeignet, den Vormarsch von Westen nach Osten zu sperren. Bedeutsamer aber als dieses Flutznetz ist aber die S e e n l i n i e, die im Rücken der Düna­linie einen Riegel vorschiebt. Es ist das werte Gebiet des P e i p u s- und Pskower- Sees. Der Pcipns- See hat eine Länge von 75 Kilometer und erstreckt sich auf halbem Wege zwischen Riga und Petersburg von Norden nach Süden. Seine Breite beträgt ungefähr Mi Kilometer. Er wird fortgesetzt durch den Pskower- See, mit dem er durch eine See-Enge von 27 Kilo­meter verbunden ist. Der Pskower-See selbst ist 42 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. Auch er hat ungefähr die Richtung von Norden nach Süden, so daß hier ein natürliches Hindernis in beträcht­licher Ausdehnung von insgesamt .8516 Quadratkilo­meter vorhanden ist. Die Verbindung mit dem Meere wird durch den Narwa-Fluß hergest-^t, der die Rordküste des Peipus-Sees mit dem Finui^ben Meer­busen verbindet und so den Vormarsch nördlich des Peipus-Sees erschwert. Der Pskowrr-Se: wird nach Süden durch die W e l i k a f a fortgesetzt. Die Welikaja fließt von Süden nach Norden über Pskow und bildet auf diese Weis? hinter der Linie Dünaburg-Petersdurg eine natürliche Sperre gegen Osten. In russi­schen Zeitungen wurde schon vor vielen Monaten mit- gcteilt. daß schon vor der Seenvlatte und zum Teil innerhalb der kleineren Seen, die südlich und west­lich der beiden großen Seen liegen eine befestigte Verteidigungslinie nach den Plänen des da- maligen Oberbefehlshabers Rußki auf der Linie Rcval-Dorpat-Pskow erbaut worden sein soll, die aus Feldbefestigungen aller Art besieht. Auf diele Weste entstand hier eine russische Verteidigungsfront, deren rechter Flügel die Seefestung Reval ist wahrend der linke Stützpunkt von deni Brückenkopf Pskow ge­bildet wird. Als zweite Linie zum Schutze Petersburgs wird man die See-Engen betrachten dürren.

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Drahtungen des Kaisers und des Reichs­kanzlers anläßlich der Einnahme von Riga.

W.T.-B. Lübeck, 6. Sept. (Drahtbericht.) Auf die Glückwunschtelegramme zur Einnahine von Riga, die seitens der Lübeckischen Kaufmannschaft an den Kaiser und Reichskanzler gerichtet worden sind, gingen folgende Ant­worten ein:

Der Lübcckischen Kaufmannschaft meinen wärmsten f Dank für den kraftvollen Ausdruck ihrer freudigen Anteil­nahme an der Einnahme von Riga, der von dem alten Hansr- ; (teilte gegründeten Stätte deutscher Kultur am Dünastrande. | Die Bedeutung des Erfolges unserer heldenmütigen : Truppen bezeigt der Welt und unseren Feinden von neuem, - daß Deutschlands Heer und Volk bei alter Bereitschaft zur > Beerdigung der Kriegsgreuel mit ungebrochener Kraft und unerschütterlichem Sicgeswillcn entschlossen sind, den uns aufgezwungenen Verteidigungskanipf bis zu einem S l n ck l i ch e n A ns g a n g für das Vaterland durchzuh ilte.u.

Wilhelm L EL"

Der Handelskammer in Lübeck danke ich aufrichtig für die Wirte, mit der sie dem Bewußtsein der jahrhundertealten Bande, die R i g a mit der H a n s a verknüpft, angesichts des neuen großen Erfolges unserer Waffen dem deut­schen Siegesbewutztfein Ausdruck verliehen hat.

Der Reichskanzler."

W. T.-Bi. Bremen, 6. Sept (Drahtbericht.) Boesmannö Telegraphenbureau meldet' Auf das von der Bremischen Handelskammer an den Kaiser gesandte Telegramm ist folgende Antwort eingegangen:

Der Bremer Kaufmannschaft für ihre vaterländische Kundgebung meinen wärmsten Dank. tückischen

Pläne der Feinde find bisher mit GotteS Hilfe an deut­scher Kraft und Standhaftigkeit zerschellt Die deutsche Treue wird jeden Versuch- das «deutsche Volk und seinen Kaiser zu trennen, zuschanden werden lassen."

Wilhelm I. R."

Dir Erfolge im Riga-Abfchnitt.

(Don unserer Berliner Abteilung.)

L. Berlin. 6. Sept. (Eig. Drahtbericht, zu.) Der Vormarsch östlich und südlich Riga geht weiter. Schon in den ersten drei Tagen hatten die deutschen Truppen ein Gebiet von 3000 Quadrat­kilometer besetzt, etwa dreimal soviel, als die Franzosen im Elsaß festhalteu. Die Durchbiuctsstclle an unserer Nordostftont er- reicht 140 Kilometer Länge, säst soviel wie die flandrische Front von der Küste bis St. Quentin Heute haben unsere Regimenter ihren Vormarsch auf dem östlichen Dünaufer noch weiter nach Süden fortgesetzt und den Bahnhof von Römershof, 50 Kilo­meter südlich unserer übergaMsstelle bei Uexlüll, besetzt. DaS Auftollen der starken russischen Verteidigungsstellung gehl also un­unterbrochen weiter, bis dicht an F r i e d r i ch st a d t. Daß bisher nicht viel mehr als 6700Gefangene gemacht wurden, was ver­hältnismäßig wenig ist, beweist wohl, wie eilig es der geschlagene Feind hat, aus dem Kessel bei Riga, all den Seen und Flußläufen herauszukommen. Dafür sind die bis jetzt geborgenen 180 Geschütze, 200 Maschinengewehre, die Panzerovtomobile und das andere un­übersehbare Materiql um so werwoller, da die Entwaffnung der russischen Masten eine militärische Hauptaufgabe sein muß. Der blutige Verlust der Russen während ihrer Flucht war beträchtlich. Dagegen war der deutsche Verlust, woraus erneut verwiesen werden darf, se h r gering. Im Wald» und Sumpfgelände nördlich der Lger und auch zwischen der livländischen Aa und dem Meer hat sich der Feind nicht mehr zu stellen gewagt. So wird die deutsche Vorherrschaft über den Rigaer Meerbusen täg- lich mehr ausgebreitet.

Die Folgen der Rigaer Niederlage in Petersburg.

8 Stockholm, 6. Sept. (Eig. Drahtb'cickst. zb.) Als Folge öer neuen deutschen Offensive traten in Ruß­land, wie hierher gemeldet wird, sofort neue bedenkliche Anzeichen von Zersetzung auf. Die in ruhigen Zeiten niedergeworfenen radikalen Revolutio­näre konnten wiederum ihr Haupt erheben. In Petersburg kam es zu schweren Ausschreitungen, n eil die Bolschewicki-Wahlproklamation durch Soldaten eines für die Front bestimmten Bataillons abgerissen wurde. Vorübergehende Arbeiter suchten die Mann­schaften daran zn hindern und schleuderten auf die Sol­daten Handgranaten, worauf von seiten des Militärs mit Gewehrschüssen geantwortet wurde. Das vorüber- niarichierende erste lettische Scharrschützenregiment mischte sich zugunsten d-r Bolschewickis ein und schoß auf das Bataillon. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete. Auf die Nachricht von der Rigaer Nie­derlage zogen auf dem Newski-Prospekt große Sol- datentrupos entlang, die Standarten mit der Aufschrift trugen: Bekämpft statt der Deutschen die Bourgeoisie, ihr werdet dann mehr Erfolg haben.

Die unaufhaltsame Zersetzung der russischen Front.

Br. Genf, 6. Sept. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die russische provisorische Regierung befahl die Einstellung der Kriegsbe­richte mi der Front.Rußkoje Invalid" meldet: Die neue maximal, ft i f ch « Propagandawelle erschüttere die Südfront und greife auf die ganze andere übrige russische Front über General Tfcherbetschew ließ am 28. August !m Bezirk Focfani vier meuternde Bataillone durch Artillerie niederschießen. LautRußkoje Slowo" wur­den der Kcu.mandamt der MinÄer Front General Kiffeliewski und der Kommandant der 2. Armee General WeÄozowski abgesetzt. ___

Ereignisse zur §ee.

Der U-Bootsangriff auf Scarbororrgh.

W. T.-B. London, 5. Sept. (Amtliche britische Meldung.) Ein fcnckliches Unterseeboot ist gestern abend 6,15 Uhr auf der Höbe von Scarborough erschienen und Hai 30 Lagen ab ge feuert, von denen die Hälfte an Land einschlug. Drei Personen wurden getötet, fünf verwundet; der Sach­schaden ist gering.

Schiffsunfakle.

W. T.-B. Rotterdam, 6. Sept. (Dvcchkbericht.) Der Maasbode" meidet folgende Schiffs Unfälle : Das englisch:

Schiff Jtarmi»«, 4066 Brirttaregijtevftmneu groß, ist ge­

strandet. Der SchonerZ o n i st o n" ist am 2. September 'bei Sturm auf Strand gelaufen und.wird vermutlich wrack werden. Der SchonerW illis And Guy", 200 Bruttv- regiftertormen groß, ist gestrandet und wird vermutlich gleich­falls wrack werden. Das französische SchiffA l m a" ist ge­strandet und wrack geworden. Der FünfmasterCity o f Honstaun", der erst kürzlich von einer Werft in Orange in Texas abgeliefert wurde, ist in Molile durch einen Brand vernichtet worden. Das Schiff hatte eine Ladung für Italien. Der SchonerWinnespen Cer", der mit Ballast von St. Johns nach Sidneh fuhr, hat 3 Meilen östlich von Langley Point den Mast verloren und ist von der Mannschaft verlassen «worden. Der DampferC a f s i a r", ein Schiff von 597 Registertonnen, ist gestrandet und gesunken. Das Schiff Jenny Duff", 99 Nettotonnen groß, da? am 26. Januar von Lissabon nach St. Johns abgefahren war, wird vermißt.

Die englische Meldung über die letztwöchige« Schiffsverlusie.

W.T.-B. London, 5. Sept. Wie di- Admftalitäl bekanntgibl, sind in der letzten Woche zwanzig Schiffe über und drei unter 1600 Tonnen versenkt worben. Nenn Schisse wurden erfolg­los angegrtssen. _

Die schweren Kämpfe um den Monte San Gabriele.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 6. Sept. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 6. September, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

An der Hecresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph vielfach lebhafte Kawpftätigkeit.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gestern vor 12 Tagen begannen die Italiener mit ihren großen planmäßigen Angriffen gegen de» Monte San Gabriele. Mächtige Geschütz- und Minrnwerfermaffen vereinigten durch viele Stunde« ihr Feuer gegen unsere Höhenstellungen. Auf engem Raum lief Tag und Nacht die Infanterie von min­destens acht italienischen Brigaden Sturm. Vorgestern erreichte das Ringen seinen Höhepunkt. Der Berg­gipfel wechselte im hin- und herwogeuden Kampf mehr­mals den Besitzer. Aber der Jubel des nach einer Sen­sation dürstenden Feindes war verfrüht Die opfer» freudige Zähigkeit unserer Truppe» gewann die O b e r- h a n d. Scharfe Gegenstöße faßten den Angreifer und entrissen ihm den vorübergehend gewonnenen Boden. Gestern mittag war der Monte San Gabriele wieder voll in unserer Hand. Abends wurde ein starker Angriff blutig abgeschlagen. Italienische Truppenansammlunqen im Tale stellen weitere Kämpfe in Aussicht. Östlich von Gorz wiesen wir Teilangrifse zurück. Aus dem Südteil der Karst- Hochfläche dauerte die Schlacht den ganzen Tag an. Der Italiener wurde aus seinen vordersten Gräben ye- worfen. Unsere brave Infanterie behauptete sich in den eroberten Linien siegreich gegen alle Versuche des Feindes, seine Mißerfolge durch starken Gegen­angriff wett zu machen. Die Zahl der am 4. und 5. September in diesem Kampfraum ringebrachten G e< scngcnen ist auf 160 Offiziere und 6300 Man» gestiegen.

Triest war abermals das Ziel zweier italienischer Luftangriffe. Der Ehek des Generalstabs.

Der deutsche Kbendbericht vom 6. September.

W. T.-B. Berlin, 6. Sept., abends. (Amtlich. Droht- bericht.) Nordöstlich von Ypern und bei Lens sind starte englische Teilangrifse gescheitert.

Bei Verdun dauert der Artilleriekampf an.

Im O st e n wurden russische Nachhuten bei Neu-Kaipe» und südöstlich Nitau (76 Kilometer östlich Rigi) von unsere» Kavallerie geworfen.

Oer Krieg gegen (England.

Vom letzten Luftangriff auf London.

W. T.-B. London, 6. Sept. (Pressebureau.) Bei dem Luftangriff auf London in der letzten Nacht wurden elf Personen getötet und 52 verletzt.

Die schwere» Sorgen der englischen Regierung.

L. Berlin, 6. Sept. (Eig. Drahkbericht. zb.) In der ketz» ten Zeit war der Verkehr zwischen Irland und England einige Tage hindurch vollkommen unterbrochen. Die Ursache lag darin, daß in Irland neue Unruhen ausgebrochen sind. Die Arbeiter- und Sold a ten räte, die sich auch in England gebildet haben, sind auf Befehl der Regie­rung innerhalb 2 Wochen aufzulösen. Die Arbeiterschaft wendet sich immer mehr von Lloyd George ab. Man hat