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Wiesbadener Tagblatt.

Verlag Langgaffe 21 tg ftt tg ftflbglL ..Tag»l-tt»«uS--Nr. 6650 -»->.

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rngblatthans" Nr. 6650-53. _

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Montag, 27. August 1917.

Zranzöfischr Angriffe vor Verdun und an der Airne abgewiesen.

In Flandern lebhafte Kampftäligkeit der Artillerie.

Der Tagesbericht vom 2b. August.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Aug. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

I« Flanderu erreichte der Feuerkampf nur in einzelnen Abschnitten größere Stärke. An mehreren Stellen scheiterten eugltschr Erkundungsvorstöße.

Im Vorield unserer Stellungen westlich von Le C a t e l e t kam- es zu lebhafter Kampftätigkctt der Ar­tillerie und Jnfanteriegescchtcu um die tn unseren Postenlinien liegenden Gehöfte.

Sj. Quentin lag wieder unter französischem Feuer, daS neue Brände hervorrief.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Links der A i s n e lebte mehrfach das Feuer ans. Nach starker Artilleriewirkung südöstlich von P a r g n v in unsere vordersten Gräben ringedrungene feindliche Abteilungen wurde» in schnellem Gegenstoß ge­worfen. _

Auf dem Westufer der MaaS blieb die Ge- fechtstätiqkeit geringer als in de» letzten Tagen.

Dagegen war der Artilleriekampf östlich des Flusses wieder sehr stark. Erneut stießen feindliche Kräfte von der Höhe 34 4 (östlich von Samogmeux) nach Norden vor; sie wurden durch Feuer und im Nah­kampf abgewiesen.

Heute morgen haben sich bei Beaumont Kampfe entwickelt.

Östlicher Kriegsschmrplatz.

Bei Dünaburg, Baranowitschi und am Zbrurz so­wie in mehreren Abschnitten der Karpathcnsrout re g e Feuertätigkeit und kleine Poftengesechte. Mazedonische Front.

Nördlich von M o n a st i r war eine gewaltsame Er­kundung für uns erfolgreich; nordöstlich des Doiran- seeS wiesen bulgarische Sicherungen starke englische Streifabteilungen zurück.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

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Der deutsch« klbendbericht vom 26. August

W T.-B. Berlin, 26. Anq., abends. (Amtlich. DrahtLe- richt.) Bei B e a u m o n t auf den- östlichen MaaSufer wur­den die morgens angreifenden französischen Kräfte nach kurzem Anfangserfolg durch Gegenstoß in ihre Ausgangs­stellung zurückgeworfen.

Sonst im Westen und Osten keine größeren Kampfhand.

langen. _____________

vre Lage im westen.

Französische Bewunderung für die deutsche Verteidigung vor Verdun.

Kr. Bern, 25. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die französischen Kriegsberichterstatter senden lange Be- richte über die Schlacht nor V-rdun unter dem Befehl des Generals Guillaim.it, dem die Heeresgruppen in Mittelfrankreich unterstellt wurden. Dre Agentur Information verbreitet einen Bericht, tn dem dre B e r- wu nderung auSged rückt wtrd, daß etne riet ne deutsche Besatzung auf dem Toten Mann so lange der Beschießung mit aN-Zenttmeter-Geschutzen widerstanden hat. DerTemps" stellt fest, daß trotz der Massenwirkung der französischen sunuerte, auf wenigen Kilometern mehrere hundert Batterien, deren Gebrüll keinem Mesresstnrm vergleichbar set, die deut­schen Batterien ununterbrochen zu antworten und sogar Treffer hinter dem französischen Sperrfeuerrtegel zu erzielen vermochten. Sämtliche Berichterstatter betonen, eine baldige Wiederaufnahme der Offensive von gleichem Umfange fei nicht zu erwarten. Frag­lich fei es sogar, ob es den französischen Truppen ge­lingen werde, sich in der ersten eroberten Ltnre, welche die eigene Artillerie einqoebnet, gegen die deutsche Be­schießung zu halten. Die Zerstörung der Verterd; gungsanlagen auf dem gewohnten Boden erleichtere dem deutschen Generalstab die Durchführung der ge- vlanten Gegenwirkung. Charakteristisch ist dte von allen Berichterstattern festgestellte Tatsache, daß vor den °infanterieangriffen den Truppen von ihren Führern eine Karte gezeigt wurde, auf welcher die Wirkung des vorbereiteten Artillrriefeuers eingezeichnet war. Tte Truvven sollten erkennen, daß im ganzen Angriffs terrain kein Meter unzerstört-.n Bodens und kent samd- lickies Maschinengewehr mehr vorhanden war. Den Kämvfen haben auch General Pershing und Gene- MWmus P^tain beigewohnt.

Morgen-Ausgabe

Der Aderlaß und die Rekrutierungsaus­sichten der Kriegführenden.

Eine fachmännische Betrachtung.

'W.T.-B. Berlin, 25. Aug. DasBündener Tagblatt" vom 24. August schreibt zur Kriegslage: Wie stark der Wer­laß der Kriegsvölker nur in diesen letzten Wochen ist, hat ein militärischer Fachmann so veranschaulicht, daß er ausvechnet, Wilson müßte den Briten 2 0 große Transportschiffe, voll­gepfropft mit Soldaten, über den Atlantischen Ozean Mnen, bis nur die englischen Verluste der letzten ü lan­de rusch lacht, die jetzt in Einzelaktionen fortloht, wieder ersetzt wären. Aber dann wäre man wieder nicht stärker, als vor der Offensive, abgesehen davon, daß der Ersatz den Ab­gang der kriegsgeübten Truppen qualitativ nicht gleichwertig sein könne. Man hätte ausgerechnet, daß die Alliierten im Westen in diesem Sommer an Toten, Schwerverwun­deten und Schwerkranken und Vermißten (Gefangene inbe­griffen) bereits über 240 000 Mann verloren haben. Da anznnehinen ist, daß im August, September und Oktober die Verluste nicht geringer, eher größer sein würden, hätten die Alliierten mit eineni Gesamtabgang von einer Million zu rechnen. Amerika müsse somit eine halbe Million Mensäzen herüberbringen können, bis nur der Abgang einigermaßen ersetzt wäre. Nun verliert der Ver­teidiger ter Offensiveschlacht auch Leute, ungefähr den vierten bis fünften Teil des Angreiferverlnstes, daS macht tOO 000 bis 125 000 Mann. Da aber Deutschland allein in der Lage ist, noch jetzt das Vielfache dieser Zahl zu rekrutieren, vermag eS militärisch nicht nur den gegneri­schen Rekrutierungszuwachs, sondern auch die Mrllionenvev stärknng durch Amerika, China nsw. bei defensivem Verhalten zu ertragen.' Das Kampfverbältnis zwischen strategischer Defensive und der Offensive wird daher auch künftig zw grinsten der Zentralmächte auSfallen. Das hat zur natür lichen Folge, daß die Zentralmächteheere noch jahrelang in Feindesland aushalten, dasselbe, wie bis­her. hinter ihrer Kampffront organisieren, verwalten und auSbanen können, daß, wenn, sie aus irgend einem Grunde an einer Stelle die Front nach rückwärts verlegen müssen, immer nur Feindesland verwüstet wird, niemals aber eigenes. Ob diese Überlegungen in Verbindung mit dem Untersseboots- krieg und dem mächtig wachsenden Friedensbedürfnis bei allen Völkern nicht doch so etivas wie Friedensgarantien darstellen?

Die nordamerikcmische Militärmisston über die Krieasaussichtcn.

W. T.-B. Wien, 26. Aug. (Drcchtbericht.) Das Wiener Korr.-Bureau evfährt ans Madrid dnvch Fnnkspruch: Wie der Sonderberichterstatter desABC" aus New Jork berichtet, bilden die bei der Rückkehr nach Washington abgegebenen 'Erklärungen der am 2. Juni von Halifax unter 'Führung des Generals Pershing nach der europäischen Westfront ent­sandten nordamerikanischen Militärmis-sicm für das dortige Publikum eine große Überraschung- Die genannte Kommission, die sich aus hervorragenden Offi- zieren Nordamerikas zusammen setzt, die einen Monat lang in enger Berührung mit den Ententetruppen ge lebt hat,- hat erklärt, ihrer Meinung nach seien die de nt schen Sie llu ngen an der Westfront in der Tat nne i n- n e h m b a r und könnten höchstens durch eine titanffche Kraft- arytrengung 'Nordamerikas gebrochen norden. Die deutschen Reserven an Menschen und Material seien unerschöpflich und daS jährliche Truppenkontingent 'dürfte in den nächsten 15 Jahren kaum eine Verminderung erfahren. Die deutsche Armee sei im vierten Kriegsjahr stärker denn je. Deutschland sei nach drei Kriogssahven weder Vernich tet, noch zertrümmert worden, wie die Entente be>ab sichtigt. 'hatte. Die weiten eroberten Ländergöbiete lieferten den Mittelmächten die nötigen Nahrungsmittel urch Roh- stoffe, so daß der Krieg unter gleichen Bedingungen weiter« 10 Fahre fortdauern könne, ohne daß eine der kriegflihren- den Parteien dadurch anfgerieben 'würde. Der Sonderbe' richterftatter fügt hinzu, nach den Aussagen der Militär -Mission müsse sich 'das nordamerikanische Volk die Frage vor­legen. ob nicht der Augenblick gekommen sei, seitens Nord- amcrikas an die Regierungen der Entente mit der Bitte, und, wenn notwendig, mit 'der Forderung hevangutreten, dem Zusammentritt einer vorbereitenden Friedenskonferenz keine Schwierigkeiten entyegenzu setzen. Wenn sich die Kriegführenden in 10 öder 15 Jahren unter denselben Verhältnissen wie heute gegenüberstehen sollten, mit der gleichen Aussichtslosigkeit auf eine endoültige Niederlage einer der kriegführenden Gruppen, warum "nehmen dann nicht alle Wilsons alte Formel an: Frieden ohne Sieg, bezw. die davor, abgeleitete russische For. mel: Frieden ahne Annexionen und Entschädigungen? So denkt Nordamerika, schließt der Sonderberichterstatter.

Die Schadensersatzforderung der belgischen Regierung.

Br. Haag, 26. Ana. (Erg. Dvohtbericht. zb.) DerMan chester Guardian" teilt mit, daß die belgische Regierung binnen kurzem eine Aufstellung der Schäden, die Belgien durch den Krieg erlitten, veröffentlichen werde. Die belgische Regierung veranschlage darin den Schaden auf 3 bis 4 Millr arden Franke«.

Nr. 434.

Die japanische Hilfe.

Bern, 25. Aug.Journal" erklärt, daß die Verhand­lungen über eine Jnterventirn Japans in Europa im Gonge seren. Die japanische Regierung habe ihren Widerstand an- ctvL^ZQtbtxi intb ^jcopcut fii$ iiuüutct vxuzfyx foli* darisch mit den Westmächten.

Ereignisse zur Lee.

Neue Erfolge unserer U-Boote. ,

Kampf mit einer U-Bootsfalle.

W.T.-B. Berlin, 25. Aug. (Amtlich.) Im Atlan­tischen Ozean und in der Biscaya habe» unsere U-Boote neuerdings acht Dampfer versenkt, dar- unter einen englischen bewaffnet? n Dampfer über 4000 Tonnen, die beiden russischen Dampfer Sonma" (2200 Tonnen) undKtldrn" (1640 Tonnen), letzterer mit Grubenholz für England; zwet Dampfer, der eine mit Le b e n s m i t t e l n, der andere mu H o l z für England, wurden aus Geleitzügen herausgeichossen, ebenso im D o p p e l s ch u ß zwe t vollbelade ne Dampfer von 3000 und 4500 Tonnen. Ferner wurde der amerikanische DampferCnmpana" (früher ,,Dun­holme", 3313 Tonne«), bewaffnet mtt zwei 7>Zentl- meter-Geschützen, nach mehrstündigem A r- tillerieqefecht versenkt. Der Kapitan sowie der Geschützführer und vier Mann der Geschützbedienung, die der amerikanischen Kriegsmarine angehören, wur- den gefangen genommen.

I« der Biscaya hatte eines unserer U-Boote er«

Artilleriegefecht mit einer N> Bootsfalle.

Der Dampfer, vom Aussehen eines kleinen Tank- dampsers, hatte spanische Neutralitätsabzeichen an der Bordwand und hier wie am Heck in großen Weißen Buchstaben den NamenJuna Barcelona". Im Ver­lauf des Gefechts wurden der N-Bvotsfalle drei Treffer beigebracht. Das U-Boot blieb unbeschädigt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 26. Aug. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 26. August, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Das lebhafte Artilleriefeuer in den Fronträume« der Generalobersten Erzherzog Joseph und v. Boehm- Ermolli halt an. Keine besonderen Kampfhandlungen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auf der K a r st h o ch f l ä ch e verlief auch der gestrige Tag ohne größere Jnsantcriegefechte. Unmittelbar südlich des Wippachtales schlugen wir einen Nacht- angrisf ab. Bei Biglia scheiterten schwächere italienische Vorstöße. Schwere Kämpfe entwickelten sich neuerdings im Gebiet des Monte San Gabriele. Dank der Tapferkeit der Verteidiger, unter denen neben den Grazer Jägern die Süd-Stetrer vom Regiment 87 und ungarische Landsturmabteilun­gen besonderer Erwähnung verdienen, drang der Femd trotz großer blutiner Opfer nirgends durch. Der von uns in der Nacht zum 24. kampflos geräumte Monte Santo wurde von den Italienern besetzt. Auf der Hochfläche Banisizza-Heilig Geist und östlich von Auzza kam es zu mehrfachen Zusammenstößen.

An der Kärntner und Tiroler Front nichts von Belang.

Balkankriegsschauplatz.

Unverändert. _

Der Chef des Generalstabs.

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Achtmalige vergebliche Sturmangriffe der ' Italiener.

Br. Berlin. 26. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Kämpft an der Jsonzofront dauern, wie ein Berichterstatter derB. Z/' mitteilt, an. Der Gegner bat nach seinen mißglückten Generalangriffen aus dem Karst seine Tätigkeit gestern wieder in der Hauptfach« ans den Nordabschnitt verleg.t. Anlaß dazu bot ihm dre an einer Stelle erfolgte Maßnahme der Einnahme ctner neuen öfter- reichischen Verteidigungslinie. Diesmal handelte es sich darum, daß die Truppen ohne feindliche Einwirkung aus die jetzige starke Stellungskette zurückgeführt wurden. So unbemerkt war dies« Operation vor sich gegangen, daß die Italiener gestern einen starken Vorstoß gegen die aufgegebene Linie unternahmen. Erst beschossen sie die geräumten Stellungen aus allen Kalibern und gingen dann zum Sturm vor. Erst nach mehreren Stunden traten sie ihren Vormarsch an, um dann abends bei Podlesec gegen die jetzige Front anzugehen. Am Südteil dieser neuen Linre suchten sie unter Aufgebot großer Massen in achtmaligen vergeb­lichen Sturmangriffen in diese neue Stellung einpr- dring««, die vom Monte San Gabriele flankiert wird. Der Berg blieb in der Hand der Verteidiger, die auch der stärksten Gasem- wirkung widerstanden.