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Ü3tf'" „ VSchentttch ^ 13 Ausgaben.

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Dienstag» 21. Kugust 1917.

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Morgen-Kusgadr.

Nr. 423. . 65. Jahrgang.

Die italienischen Massenstiirme abgeschlagen.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-3. Wien, 20. Aug. (Drahtbericht.) Amtlich ver- loi'tet vom 2V. August, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Bei M a n a s e st i brachten deutsche T r u v P e n in heftigen Kümpfen über 2208 Gefangene ein. Bei GroscScr am Oitos und westlich von Orna wurden Russen und Rumä­nen durch österreichisch-ungarische und deutsche Truppe» er­neut geworfen. Weiter nördlich keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Unsere tapfere Jsonzo-Armee stand gestern wieder im erbitterten Ringen gegen einen an Zahl weit überlegenen Feind. Der Erfolg des Tages war unser. Wahrend sich der Gegner zwischen Tolmein und dem Krn mit einzelnen Tcilvorstößen begnügten, rannten abwärts von Auzzn biS im die Meeresküste die Sturmwellen italienischer Mossenangrisfe gegen unsere Stellungen. Oberhalb Canale gelangten, von stärkster Artilleriewirkung unterstützt, die Italiener bis auf die Höh« von Brh. Dort warfen sich dem Feinde die Egerländer Helden entgegen und drängten il>n an die Hänge zurück. Bei Descla und Bodice, auf dem Monte Santo und Monte Gabriele, im Hügelland östlich und südlich von Görz, überall wurde mit größter Erbitterung gerungen, ohne daß es den Italienern gelang, einen Fußbreat Boden zu gewinnen. Die Braven des Wiener Land­sturms und des österreichischen Landsturm-Regiments Nr. 51 fanden hier erneut reiche Gelegenheit, von ihrer oft bewiesenen Kri.gStüchtigkeit Zeugnis abzulegen. Zwischen Wippach und dem Fatti-Hrib zerschellten feindliche Angriffskolonnen an dem Widerstand dev bewährten alpenländischen Schiitzen- regiuicuts. Kroiner Gebirgsschüven deckten hier Heimatsboden. Auf der Karsthochfläche tobt die Schlacht mit größter Heftigkeit. Wogt südöstlich von Costanievica noch der Kampf im Zwischengelände der ersten Stellung hin und her, so ist sonst überall der Feind vollends über die vorderste Linie zu- rvckgenwrfen.

Ter 19. August brachte uns über 3 000 Ge­fangene ein. Die blutigen Verluste der Italiener sind groß.

Feindliche M o n i t o r e beschossen die offene Stadt T r i e st. Es wurden mehrere Einwohner getötet.

Auf der Hochfläche der Sieben-Gemeinden» wo die Italiener im Juni schwere, aber ergebnislose Angriffe unternommen hatten, räumte der Feind vorgestern nörd­lich von Asiago in 15 Kilometer Breite seine ans italienischem Boden befindliche Stellung. Gestern wich er aus dem Suganer Tal zurück.

Balkankriegssitzauplatz.

Unverändert.

Der Chef des Generalstabs.

Die Schlacht vor Verdun.

Der -rutsche Kdendbericht vom 20. ßuß»ft.

W. T.-B. Berlin, 20. Aug., abends. (Amtlich. Draht- bericht.) Die Schlacht vor Verdun steht für uns günstig. Auf dem westlichen Maasufer drang der Feind nur im Avocourt-Wald und am Toten Mann in unsere Abwehr­zone ein. Sonst wurden seine wiederholten Stürme überall abgeschlagen.

Östlich der Maas ist der Gegner vor unserer Kampf- stellung durchweg abgewiefen oder im Gegenstoß zn- rückgcworfcn.

Rücksick,tSloser Masseneinsatz der Infanterie auf mehr alS 20 Kilometer Front gegen unsere kampfkräftige Abwehr kostete die Franzosen schwerste Verluste.

Sonst im Westen und Osten keine größeren Kampf. Handlungen. _________

Die militärische Lage.

(Bon unserer Berliner Abteilung.)

I-. Berlin, 20. Aug. (Eig. Meldung. zb.) Die einheit- Lche Freut, die gleichzeitige Offensive — d-tofes «Ute Problem der ADisrten, sollte in diesem August bis zur Vollendung durchgeführt werden. Im Weftm, im englisch» und französischen Abschnitt sowie an der Jsonzofront ist denn auch mit annähernder zeitlicher Übereinstimmung ein drei­facher Offenfivstoß erfolgt. Ganz genau stimmten die Uhren der Herren Haig, Petoin und Cadorna freikch nicht überein, da unsere Artillerie dafür sorgte, daß unseren Gegnern viel, fach ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde. Am 10 August hatten wir in Flandern den Metten Großkampftag seit Beginn der englischen Offensive. Bei Verdun, wo wir den französische» Stotz erwarteten, haben wir heute, am 20. Aug^ die gtrfer Sh f e wtrrWfeflmfe , Dazwischen liegt der Begrün bä n euen Jsouzeschlacht.

Nördlich Ber-dnm, dom Av«c«rrt-Wald bis zur Vaux- Kreuzhöhe tobten seit & 0 eb die fcefeajaäapt »itokferta»

Heute, tun 4 Uhr früh an, erreichten die französischen Ge­schütze die höchste Stärke des Trommelfeuers, und um 4.40 Uhr ging hex F^ind zum Sturm auf das Trichterfeld unserer vordersten Stellung vor. Vom Talou-Rücken, wo seit März nur eine schwache Besatzung verblieben war, hatte unsere Führung planmäßig die letzten Postierungen genommen. Diese beabsichtigte Räumung war der Presse schon seit Wochenfrist nicht unbekannt geblieben. Es wird sich bier kaum etwas Überraschendes abspielen. An diesem Offensivpunkt, genau wie in Flandern, ist die deutsche .Zu­versicht groß. Trotz der französischen Vorbereitungen bei Verdun zeigte unsere Verteidigung solchen Schneid, daß mitten in der seit l8. August wütenden stärksten Artillerie­schlacht eine glänzende Aktion durchgeführt werden kcnnte. wie die der badischen Truppen im Cauriäres- Wald, aus dem sie über 600 Gefangene herausholten. Fsei- lich können Franzosen und Engländer, die nur eine veehält- nismähig kleine Front zu bewehren haben, an einzelnen Teilen immer noch große Massen von Truppen und Munition zusnmn enballen, aber die übe .wältigende Überlegenheit des Vorjahres haben sie nicht mehr. Unsere Artillerie vermag in der Abwehr viel Bedeutenderes zu leisten, zerstört feindliche Batteriestellungen und nimmt die stürmenden französischen cder englischen Massen immer wieder unter Vernichtungsfeuer. Auch unsere Luftwaffe arbeitet ausgezeichnet. Gestern abend schoß unser Spezialist tnt Ab­schüßen von Fesselballons, Leutnant G o n t e r m a n n, bei Verdun wiederum drei solcher französischen Saucisses (Würste, wie der französische Soldatenausdruck lautet) herunter. Auf der Stelle holten die Franzosen alle anderen Beobach- tungsbollons nieder, was ihrer Artillerie die Zielsicherheit gewiß nicht erleichterte. Leutnant Gontermann erhöhte die Ziffer seir.er Lüftsiege auf 31.

In Flandern ist es seit der ruhmvollen Abwehr der Infanterie-Hochflut vom 16. und 17. August zu neuer Stag. Nation der Kämpfe gekommen. Wenn die Engländer und Franzosen, die ihnen auf dem Nordflügel Unterstützung leihen, wieder das Ergebnis des Rieseneinsatzes an beiden Sturm­tagen überblicken, werden sie eingestehen müssen, daß es mehr alsbescheiden war. überall zwischen Bixschvote und Lys wurden sie aus unseren Stellungen im Gegenstoß hinausgeworfen; einige Punkte, wo sie etwas vorwärts kamen, sind kaum der Rede wert. Nur der Verlust von Lange- marck wird bedauert, weil dort 1916 unsere jungen Regi- r.'enter eineü schönen Sieg errungen und geblutet hatten. Aber das ist nur von geschichtlicher, nicht von militärischer Bedeutung, weil das Ausmaß des feindlichen Gebietsge- winns auch hier nur einige hundert Meter im Geviert be­trägt und bei der Gesamtausdehnung des Schlachtfeldes kaum bemerkbar wird. Gestern und in der vergangenen Nacht ist es zwischen Langemarck und St. Julien nicht wieder zu xiößeien Zusammenstößen gekommen. Auf dem gesamten Kn sie nab schnitt lag starkes Feuer: es erreichte aber rächt die gewaltige Stärke wie an den Vortagen. Im A r t o i s wurden an zahlreichen Stellen feindliche Patrouillen ver> trieben

Im Osten verstärkte sich auf dem größten Teile des Kampfgebietes, seit die Russen am 3. und 4. August ihr eigenes Gebiet wieder erreicht haben, der Widerst md, so daß allmählich die Kämpfe wieder den Charakter des Stellungs­krieges angenommen haben. Die Übe-csicht vom 18. Aug. über das lush'rige Ergebnis nnsecer Gegenoffensive bewies, wie gründlich die drei geschlagenen feindlichen Armeen, die vernichtete 11. und die zurückgewichenen 7. und 8., mitge­nommen wurden. Die Gefinge.nenz-.ffer von 42 000 ist dank der Fortschritte unserer Operationen auf dem rumänischen Kriegsschauplatz im Wachsen begriffen.

Wefllich des Seoeth haben Mackensens Truppen gestern starke russische Reserven, die angriffen, zurückge- fchlogen, dabei die Fabrik südlich von Marafesti genommen und trotz feindlichem Gegenstoß gehalten. Dabei wurden über 2200 Gefangene Angebracht. Zwischen dein oberen Sasita- und dem Doftana-Tal wurde gestern ebenfalls, trotz feindlncher Gegenangriffe, Raum gewonnen, besonder? nörd- lich und südlich von Grosesci. Dort erreichte die Gefangenen» ziffer 7500. Ein Oberleutnant und Flügeladjutant des Königs von Rumänien gehörte dazu. Auch 80 Maschinenge­wehre wurden Angebracht. Der blutige Verlust des Feindes war sehr schwer. Die deuffchen und verbündeten TrMpen haben in diesem schwierigen Gelände wieder Außer- ordentlicher geleistet. Im Ottos» und TrotuS-Taie find unsere Fcrffchiitte langsam und stetig. Der Feind erkennt die Be­deutung der Lage und setzt alle Kräfte daran, hier -unserem Kortschreiten Halt zu gebieten.

In Mazedonien zwangen uns erkannte neue Artil- keriestellrngen deS Feindes zur Gegenwirkung, wobei ein Stadtteil von Monastir in Brand geriet. Der Feind wird irrtümliche Vorstellungen zn erwecken suchen; wir handelten aber in nnlitärrfcher Zwangslage.

An der Jsonzofront haben unsere tapfe re n Ver- bündeten zwischen Mrzli Brh und der Kiste trie großen italienischen Angriffe abgewehrt, dem Fenüie schwere Verluste zugefügt und viele Gefangene abgenommen. An den wenigen Stellen, wo die Italiener vorwärts kamen, ist der Gegenstoß im Gang. Die Angebrachten Gefabenen zeigen, daß nicht weniger als 33 Brigaden zum Sturm angesetzt worden waren. Auch bei Velo (Kcrrfthoch- fiäche) und'bei Ausza am unteren Jsonzo sind» wo der Gegner Stataeüe esnsig, Ges enan g r ijje im Gang.

DU Lage im Westen.

Zweifelhafte Befriedigung über die Ergeb­niste der Offensive.

W. T.-B. Bern, 19. Aug. Die gesamte französische Presse bespricht die Offensive in Flandern in überschweng­lischen Worten und erklärt, daß die französisch-englische Armee die gesteckten Ziele voll erreicht habe. „Petit Parisien" schreibt, man müsse sich auf heftige deutsche Gegen­angriffe gefaßt machen. „Echo de Paris' erklärt, das eng­lische Oberkorrftnando stecke klugerweise nur beschränkte, söhrittweise zu erreichende Ziele für die Offensive.

Die Aufgabe des neuen franzöfischen Marineministers.

W. T.-B. Bern, 19. Aug. „L'Heure" weist auf die Not­wendigkeit des Iieu- und Ausbaus der fvanzöstsihen Handets- und Kriegsmarine hin. Die alten Überlieferungen hätten sich überlebt. Deutschland zeige, daß neue Grundsätze notwendig seien. Augenblicklich seien eine große Flotte schneller Patrouillenfchiffe mit starker Bewaffnung und zahl­reiche Wasserflugzeuggefchwader notwendig. Die neuem französischen U-Boote seien von einer großem Wasser­verdrängung und mächtig bewaffnet. Die Zukunft der Schiff­fahrt liege untevm Wasser. Kurz zusalmmenyofoßt, sei die Aufgabe des neuen Marineministevs, «inen wirksamen Schutz für den Seehandel mtd Vorbereitungen für die Zukunft zu schaffen. Der heutige Krieg sei hauptsächlich ein Krieg der Schiffe.

Teuerung und Warenknappheit in Frankreich.

Au» Briefen an ftanzösisch« Kriegsgefangene au» ihrer Heimat geht deutlich hervor, daß Teuerung und Warenknappheit in Frmck- reich ebenso, zmn Teil noch stärker berrschen als bei uns. Bekannt ist es wohl, daß die K o b l e n k n a v p h e i t, die sich bei uns im Lauie des letzten Jabres eingestellt bat, in Frankreich kchon seit dem ersten Kciegsjahre besicbt. In einem Briefe aus Paris von Anfang April heißt es: »Hier sst es trostlos; die Sohlen fehlen überall, wes­halb wir in dieser feuchten Zeit ohne Feuer sind. Alle kleinen Kohlenhändler haben ibre Geschäfte gelchlossen." Ebenso klagt man über B e l e u ch i« n g s k a I a m i t ä t e tt. Eine Frau sagt, daß sie „schon gestern abend schreiben" wollte, aber es sei jetzt mit der BeleuchMnq sc schleckt bestellt „wir haben nur die Kerze". Ammer wieder wird mitgeteilt, daß die Preise auf das Doppelte, ja viel- fach auf das Drei - und Vierfache gestiegen ünd, und daß man die betreffenden Waren zumeist auch zu den teuren Preisen nur schwer, manche Waren überhaupt nicht hekommen kann. „ illlan findet f a st keine S ck u b e", wird in einem Brief geklagt. „Be­sohlen kostet allein ichon 15 Franken" Bezüglich der Lebens­mittel schreibt die Frau eines Landwirts: „Das Vieh ist sehr teuer. Gänse, die aus ccm Ei schlüpfen, verkaufe ich zu 12 und 15- Franke», Eier zu 10 Sous (50 Cent.)." Ein Paar Ochsen von 30 ZenMern kosten 2000 bis 8200 Franken", heißt es in einem anderen Briefe. „Die Kartoffeln Verden wir mit 100 bis 120 Franken für die neue Saat bezahlen müssen, wenn man überhaupt welch.; findet." „In der Stadt haben sie auch Karloffelkarten, die Kar- toffeln kosten 30 Franken die 100 Kilo." In dem Landorte, aus dem dieser Brief fam, sind Znckcrkmten einqefühct und erhielten die Leute monatlich 750 Gramm Zucker. Die Briefschreiberin, die ihren Brief, put versteckt, durchgeschmuggelt hat. kritisiert ziemlich scharf. Sie sagt, daß in den Zeitungen immer über die Not in Deutschland ge- schrieben werde; bei ihnen sei es aber „genau so", nur „tapven tm, (in der Organisation) hinten nach. Eine andere ruft aus: „Es ist eine Hungersnot."

Der Krieg gegen Rußland.

Die Sünden der Ära Kerenski.

W. T.-B 1 . Berlin, 19. Aug. Die „Schweizer Nationalztg> schreibt: Der Sch recke tt, das Blutgericht -und die Ve r- leumdnny sind die Waffen der Ära Kerenski. Sie mutz so wie die der Rcmtnnows vor der Rache des Volkes zittern. Mehr sogar noch als der Zarismus, denn dieser hatte doch- nicht die heuchlerische Komödie des triumphim-endeir 'VvLkswillens -vvrgeführt, wie Kerenski und seine Leute. Die Maximali st en Vevschärsen ihren Widerstand. Die Agen­ten der Entente wagen einen Govki, weil er ihnen unbequem ist, ohne die Spur eines Beweises, als vom Deutschland ge- kauft hinzustelleri. Brussilow klagt tu einem Interview erzürnt über seine Wsetzuug. Die Kriegsgerichte ver­richten schändkche ALbett uüd schwimmen im Blut, um die Armee «meder offewftvreff zu machen. Die russische Re- gierumg telegraphiert cm Lloyd George, daß sie an tzer Stockholmer Koyferenz kein Interesse habe und in ihr eit« hlahe Parteisache sehe. Das bedeutot, daß es sür die Destioten dar AngentckickS eine russische Rovolnckion nicht mehr geben darf, smchern nur eine Zweigsilial-e der Entente in Moskau, wo die Komödie einer Nationalkon- servnz mit ausgesuchten Mitgliedern das Volk darüber täuschen soll, daß as keine AbgeordnetSn in die wirMcho Rationaiversammlung wählen 'darf, sondern schm ei gen, leiden und st erben mutz.

Massenhinrichtungen in der Armee.

Sr. Basel, 20. Aug. (Eig. Drahtbericht. zh.) Die UBasker Nativnalztg." meldet über Stockholm aaß Petersburg, datz tm Lauf der letzten drei Wochen nicht weniger aS 20*000 russische Soldaten wegen lingehorsamö im MSttärdieüst füsi- üad worden feiea-