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Oie Nassauer unter de» Truppen des Gberrheinkreises im Reichskriege gegen Frankreich 1674 -5070.

Bon Th. Schüler. «Fortsetzung.,

Ein dringendes Verlangen nach Geld richtet ain 1. Oktober auch Kapitän Roßbach vom Feldlager bei Jllkircb aus nach Idstein. Es sei alles so teuer,daß es nit zu schreiben," und es müsse auffallend erscheinen, daß vier Kompagnien richtig bezahlt würden, während die seinige amCrepiren" sei. Vor acht Tagen hätten sie einen Zusammenstoß mit den Franzosen gehabt, bei dem auf Seiten der Alliierten ungefähr 280 tot und 440 verwundet, bei den Franzosen der Sage nach5000 tot und gequetscht" seien. Die größten Verluste hätten auf dem linken Flügel die Lüneburger ge­habt, von den Münsterschen seien etliche gefallen. Am Abend hatten sich die Franzosen in aller Stille zurückgezogen und die Alliierten ihre alten Quartiere wieder ausgesucht. Man setze nunmehr seine Hoffnung auf die Ankunft der Branden­burger. Vom weiteren Kriegsverlauf ist bekannt, daß am 4. Oktober Tnrenne die Verbündeten bei Enzheim schlug und sie über die Jll zurückdrängte. Einem vom 16. Oktober datierten Schreiben Roßbachs ist zu entnehmen, daß in diesem Treffen die Nassnuische Kompagnie keine Verluste, die Frankfurter zwei Tote und mehrere Verwundete hatte. Bei der Hanauischen Kompagnie war einem Trommelfthläger der Kopf abgeschossen worden Bei Straßburg wären von den Weilburgischen zwei abhanden gekommen, von den Wal- deckischen drei zurückgeblieben, vier erkrankt, einer gestorben. Schloß Moselheim sei nach zweitägiger Beschießung gefallen und hätte große Vorräte an Frucht, Mehl und Wein ge­borgen. Sie ständen bei Geispoldsheim, wo sich das kaiserliche Hauptquartier befinde. Wie man wissen wolle, würden die Reichsvölker Philippsburg blockieren, die Kaiserlichen im Oberelsaß stehen bleiben.

Vier Tage später (20, Oktober) teilt Graf Solms dem Landgrafen Ludwig mit, die Armee liege seit mehreren Tagen bei Hangenbieten still; das feuchte Wetter verursaane bei den schlecht bekleideten und genährten Leuten viele Krankheiten. Und wiederum fünf Tage danach meldet er, sie-seien von Hangenbieten in ihr altes Lager und Quartier bei Geispitzen zurückverlegt. Die Oberrheinischen und Sächsi­schen Truppen würden die Sicherung der Rheinbrücke bei Straßburg zu übernehmen haben. Von Straßburg aus setzt er am 9. November seinen Bericht fort, indem er u.a. schreibt: Hier ist alles teuer und oft für Geld nichts zu bekommen. Wenn es bei diesiger Armee zuginge, wie es wohl könnte, so hätte ein jeher genug, und der Bauersmann könnte bleiben. Aber bei solcher Conf>csion bekommt einer etwas und der Zehnte nichts. Tnrenne soll sich bis Elsah- zabern retiriert haben. Das einzige Gespräch im Lager ist jetzt der Brandenburgische Succurs. Um selbige zu er­warten, liegt die Armee hier still. Unterdessen nimmt sie täglich ab. und besorge ich, es werden die Nassanische Kom­pagnie wie die Jsenburgischen, Stolbergischen und Solm- sischen Reiter nicht länger subsistieren können. Weil sie

kern Geld bekommen, kann das weucge Brot alrein nicht viel helfen. Die. Stabsgelder bleiben auch aus, und es ist der Profoß mit seinem Werkzeug durchgegangen: ihm dürsten in kurzem andere folgen. Ich vertröste jedermann aus nächstkommende Post, wenn selbige fallieren sollte, ersehe ich kein Mittel, die Leute länger beisammen zu halten. Du Armee liegt noch still, obwohl bei vorgestriger Parole angesagt worden ist, sich zum Marsch bereit zu halten. Die Lüneburgifchen haben gestern verschiedene Kanonen und viele Munitionswagen hier niedergestellt. Der kaiserliche Proviantmeister ist gestern auf Begehren der Generalität hier arretiert worden. Die Brandenburger Armee wird stündlich erwartet.

Am 26. November 1674 erstattet Roßbach von der Kehler Schanze ans einen ausführlichen Rapport über ben Stand feiner Kompagnie. Außer ihm selbst, dem Leutnant Hartwig, dem Fähnrich Johann Friedrich Langenhagen und deuc aus Frankfurt gebürtigen Feldscherer zählte sie 144 Kopse. Von dem Jdstein-Wiesbadenschen Kontingent, zu­sammengesetzt aus 1 Sergeanten, 4 Gefreiten, 1 Fourier­schützen und 29 Mann, waren 6 weggelanfön und 4 erkrankt; von dem l.singischen, bestehmrd aus 1 Fourier, 1 Korporal, l Gefreiten, l Tambour, l Wagenknecht und 13 Mann, waren 4 eictlaufen und 4 kommandiert; oon dein Weil­burgischen in der Sollstärke von 1 Sergeanten, 1 Kapitain- d'armes, 1 Korporal, 2 Gefreiten und 32 Mann ivaren 6 entlaufen, 14 erkrankt und 2 (Dietrich Quart und Bern­hard Heidt) gestorben; von dem Wittgensteinischen, das aus l Fourier und 8 Mann bestand, war I entlaufen nnd 1 kommandiert; von dem Waldeckischen mit l Sergeanten, l Fourier, l Korporal, 4 Gefreiten und 38 Mann, waren 8 entlausen, 3 erkrankt, 3 gestorben und 1 vermißt. Unter den Jdstein-Wiesbadenschen Mannschaften kommen die be­kannt klingenden Namen: Fuchs, Tilemann, Hachenberger, Kratz, Busch, Brand, Kämpf, Ammann, Mam und Schleicher, bei den llsingischen: Seifert Bullncann, Habich, Thomas, Noll und Roos, bei dem Weilburgischen: Winterseld, Rosen­zweig, Kaiser, Wigandt, Wagenmeier, Ritz, Maul, Knodt, Bader und Roth war. Erläuternd fügt Roßbach seinem Rapport bei, die Leute seien vor der Kehler Schanze in Bauernhäusern uritergebracht, die, voic Krankheiten infiziert, taum das nötige Stroh zum Lager böten. Der Gesundheits­zustand verschlechtere sich täglich. Viele voin Regiment hätte der Tod bereits dahingerafft. Während die Hanauischen nnd ein Teil der Frankfurter Winterquartiere im Hanauischen bezogen und neben ihrem Traktament von den Bauern etwas zu erhoffen hätten, müßten die Nassauischen die Lücken stopfen und hingehen, wo niemand hinwollte. Mit schweren Wachen geplagt,, gingen von den Gesunden täglich einige davon; so sei auch der Musterschreiber vor mehreren Tagen mit 18 Gulden zum Schelmen geworden. Bor Hunger