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13 Ausgaben.
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Donnerstag, 9. August 1917.
Kbenö-Kusgabe.
Nr. 402. ♦ 65. Iahrgsns.
Weiterer Geländegewinn und Beuteznwachr bei zscjani.
F»rtschritte in den Waldkarpathen nnd in der westlichen Moldau.
Der Tagesbericht vom 9. August.
W. T.-B. Großes Hauptquartier. 9. Aug. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
unzünftiSe Sicht hinderte bis zum Nachnrittag die Entfaltung lebhafter Feuertätigkcit. Erst am Abend »ahm der Artilleriekampf in Flandern wieder zu. Er blieb nachts stark und erreichte in einigen Abschnitten, besonders an der Küste und Bixschoote bis Hollebeeke äußer st e »Heftigkeit. Infanterie griff nicht an; eine bei Ho ge verstoßende englische Erknndungsabteilung wurde zurückgeschlagen.
Im Artois war das Feuer beiderseits von Lens gesteigert; auch hier blieben gewaltsame Erkundungen des Feindes ergebnislos.
Bei den anderen Armee», blieb die Gefechtstätigkeit, die abends an vielen Stellen anschwoll, in den üblichen Grenzen.
östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalseidmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Keine besonderen Ereigniffe.
Heeressront des Generalobersten Erzherzog Joseph.
In den Wal^"arpathen und in den Grenzgebieten der w e st l i ch e n J I b a u kam es z» erfolgreichen Gefechtshandlungen. Wir schoben in einigen Abschnitten unsere Linien vor und wiesen starke feindliche Gegenangriffe ab.
Front des Generalseldmarschalls d. Mackensen.
Die Lage hat sich g ü »st i g entwickelt.
Rnffen und Rumänen führten in Massenangrifsen starke Kräfte i»S Feuer, um unseren Truppen den nördlich von Forsani erkämpften und auch gestern wesentlich vergrößerten Gelrndegewinn zu entreißen.
Alle Angriffe wurden zurückgeworfen. Die Gegner erlitten schwere blntige Verluste. Die Ge- far genenzahl hat ,ich auf 50 Offiziere, 330« Mann, die Beute auf 17 Geschütze und über 50 Maschinengewehre und Minenwerfer erhöht.
Mazedonische Front.
Nichts von Bedeutung.
Der Erste Gencralquartiermeister: Ludcndorff.
Neue Deute in der Discaya.
W. T.-B. Berlin, 8. Aug. (Amtlich.) Neue Untersee- bootserfolge in der Biscaya: 7 Dampfer und 2 Segler, darunter der englische Dampfer „Sir Walter", mit Kohlen nach Oporto, die portugiesischen Segler „Berta" und „Ben- terrso", letzterer mit Lebensmitteln von Lissabon nach Rouen, ferner rin bewaffneter geficherter tiefbeladeaer Dampfer. Bon den übrigen versenkten Dampfern hatten zwei Erz nach England, einer Erdnüsse und Felle aach !Frankreich, je einer Viehfutter nach England »nd Kohlen von England nach Gibraltar geladen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
«
Unterhausfragen über die deutschen Kaperkreuzer.
W. T.-B. London, 9. Aug. (Reuter-Mekduug.) Unterhaus. Auf eine Aufrag«, ob die Regierung weiter Mitteilungen machen könne über den deutschen Hilfskreuzer „Wolf" rat Indischen Ozean und über die deutschen Schiffe «Seeadler", „Möve", „Puyne" und andere, die vor einiger Zeit im Atlantischen Ozean tätig gewesen sind, von denen man über seit kurzem nichts mehr gehört habe, erwiderte der ParlaMenWsekretär der Admiralität Mc Namara: Die Regierung ist nicht ohne Kenntnis von den Bewegungen oder dem Schicksal dieser Schiffe. Unter den vorliegenden Umständen wird die Beantwortung der Frage aber nicht für im öffentlichen .Interesse liegend gehalten. Wie Reuter dieser MeDnng hinzufügt, legt Mc Namara den Hauptton auf das Wort Schicksal.
Die ,t8. Z." bemerkt hierzu, daß die Schiffe, um die cs sich in vorstehender Depesche handelt, uns wohl bekannt sind. Bor einem deutschen Hilfskreuzer, der baL „W o l f", bald auch anders geriannt wird, war in den englischem Meildungen schon oft die Rede. Der Kreuzer hat an verschiedenen Stellen im englischen Ozean erfolgreich Minen gelegt und Schiffe versenkt. Mer die Tätigkeit des Seeadler", der Ende März dieses Jahres zum «rstenmvl in englischen und ftanzösischen Zeitungen genannt wurde, ist bekannt geworden, daß er bis dahin bereits mindestens 11 Schiffe versenkt hatte. Kommandant des „©eeobttet", der nichts anderes ist als eine in ein Kriegs- WK umsewamdÄbte aM-erSau-isthe Bark, ist Graf Felix von
Luckner. Seit April sind neue Nachrichten über den „Seeadler" nicht bekanutgegeben worden. Sehr genau Bescheid wissen »wir dagegen über das Schicksal der „M ö v e". »Sie ist nach ihrer ruhmreichen zweiten Fahrt glücklich zu Hause eingetroffen und ihr Kommandant Graf Dohna ist zurzeit Flügeladjutant des Kaisers. „T u x m e" ist eine Bezeichnung für die „Möve", die durch die Besatzung der von der „Möve" gekaperten Schiffe entstanden ist.
*
Die neue Entente Konferenz in London.
W. T.-B. London, 9. Aug. (Dcnhtbericht. Reuter.) Die Konferenz der Alliierten ist cibends vertagt. Den Blättern zufolge wurde die Stockholmer Konferenz besprochen. Die Meldungen, die Regierung mißbrauche ihren Einfluß bei den Besprechungen zwischen den Arbeiter-Organisationen bezüglich der Entsendung der Delegierten zur Stockholmer Konferenz, sind unbegründet. Im gegegenwärtigen Augenblick betrachten man die Angelegenheit als eine, bei der die Arbeiter mit voller Freiheit handeln müssen. Der heutigen Konferenz der Alliierten begegnet das Publikum mit großem Interesse. In der Downingstreet war eine Menschenmenge versammelt, um Zeuge der Abreise der Besucher zu sein.
Ein bemerkenswertes Eingeständnis.
Br. Bafel, 9. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) In einem Lcndoner Telegramm der römischen „Tribuna" befindet sich das bemerkenswerte Eingeständnis, daß die Zusammenkunft der Minister der Alliierten in London den Zweck verfolgt, die Entscheidung des Krieges noch in dresem Jahre zu versuchen.
Die Forderung der irischen Nationalisten.
U. Rotterdam, 7. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Daily Telegraph" meldet: Aus Dublin was kürzlich ein von den irischen Nationalisten an Dr. Reimrond gesandtes Schreiben ein, dem besondere Bedeutung beigernessen wird. Die Nationalisten zeigen sich »darnach angsterfüllt über die heutige Lage in Irland. Sie ersuchten Redmond dringend, bei den Verhandlungen über di- Konvention die Autonomie für ganz Irland zu befürworteu, und zwar in ähnlicher Ausisüihruug, »wie sie Südafrika und Australien zugestanden wurde. Sie fordern gleichzeitig, daß sämtliche nationalistische irischen Mitglieder zurücktreten sollen, wenn die Konvention nicht in einem Monat zur Entscheidung kommt.
Ein norwegisches Blatt über die englische koloniale Unersättlichkeit.
W. T.-B. Christiania, 8. Aug. „Jntell'gensscdler" schreibt in einem Leitartikel unter d-r Überschrift „Englische Friedenseröcterungen", begreiflicherweise denke England nicht an E r o b e r u n g e n in E u r o p a. Wo solle eS sie auch hernehmen? Weniger bescheiden sei es aber in Asien und Afrika, wo besonders Mesopotamien und die deutschen Kolonien verlockende Bissen seien. Englands Sorge um die schwarzen Rassen sei gewiß sympathisch, aber kaum größer als dje anderer, was jeder, der eine Kolonie sah, bestätigen könnte. Außerdem sei es so schwer für das, besonders Negern gegenüber so weichherzige Albion, die Schwarzen ihren alten weißen Herren wieder auszuliefern. Bei der Betrachtung der Weltkarte müsse jeder von dem Gedanken betroffen werden, daß Großbritannien jetzt eigentlich wirklich Kolcnien genug hätte und sie nicht andern wegzunehmen brauchte. Europa wolle nicht wegen der englischen Kolonialpläne verbluten. Das tat es früher, aber jetzt gelt es andere Dinge.
Rußland.
Übersiedlung der provisorischen Regierung nach Moskau?
Br. Stockholm, 9. Aug. (Eig. Drahtbericht. zb.) D'e finnische Zeitung „Kausan Dahto" erfährt aus der Kanzle: des siunischen Geueralgouverueurs, daß »die provisorische Regierung beschlossen habe, aus Petersburg nach Moskau' über- zusiedclm.
Die Autononriebestrebungen der Fremdvölker.
8. Stockholm, 9. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) Kerenskis neue »Regierung, an deren imperialistischen Zielen niemand zweffelt, findet bei sämtlichen in Rußland wohnenden Fremd- volkcrn entschiedenen Widerspruch. Von größter Bedeutung ist ein regierungsfeindlicher Kongreß sämtlicher in Rußland lobenden Mohammedaner, welcher von Vertretern von 14 Millionen russischer Bürger beschickt wird. Seitens der Mohammedaner wird dringend eine »En»tscheidu»ng in der nationalen Frage gefordert. Gleichzeitig wurde in Kasan ein Kongreß der mohammedanischen Geistlichkeit eröffnet. Die Regierung unternahm einstweilen keine Schritte gegen die moha m me »dänischen Unabhängigkeit sb e st rebu n g e n, dagegen werden die Fichrer »der nationalen Boweyung »der übrigen Fremdvölker durch die Regierung verfolgt. Der Vertrieb der esthländischen Natiouallzeitung „Kirr" wuvde geschlossen, die Korrespondenz
des Blattes beschlagnahmt, der Redakteur Anwalt verhaftet uttd wegen Hochverrats angellagt. Ebenso erging »es Kreiset von Politikern, welche die esth ländische Un a »b h äugi g- k e i t befürworten. Auch unter den Mitgliedern des Helsingfovser Soldatenrats wurden zahlreiche »Vethaftungso oorgenommen, angeblich wegen Stellungnahme zugunsten der finnischen Selbständigkeit. In Helstngfors idemon- strierte ein dorthin entsandtes Kosakemregi»m»ent neben einer Abteilung Panzerantomobilen, um der Bevölkerung Schrecken einzujegen.
Französische Besorgnisse über Rußlands
W. T.-B. Bern, 9. Aug. Die Lage in Rußland wird von der französischen Presse mit Zurückhaltung besprochen. Nicht dhne nervösein Unterton wird erklärt, daß K e r e n s k i eine ungeheure Aufgabe zu »erfüllen habe, deren Lösung man noch abwarten müsse. „F iga r c" hält »es für wahrscheinlich, daß eine neue, noch gefährlichere Krise auftaucheu werde, wenn Kerenski seine Aufgabe nicht erfüllen könnte. — H« rve sagt, man dürfe die Ruhe nicht verlieren. Wenn Kerenski erfolgreich sein sollte, sei die ganze Revolution gerettet. Könne er seinen Willen nicht durchsetzen, würden die »bürgerlichen Radikalen, vielleicht gar die zaristischen Reaktionäre die Ordnung wieder Herstellen. — „Humanite" sagt, die wahre Ordnung könne in Rußland erst durch die kon- jtituierende Versammlung hergestellt werden. Unterdessei» sollten die russischen Volksmassen ihren Ministern vertrau»-», die Rußland reorganisieren »könnten, sdbald qin »ehrenvoller Friede für Rußland cuzielt sei. Die letzten Unruhen seien nicht allein eine Folge der maximal:stiscken Propaganda, auch an»d«re Faktoren hätten mitgewirkt. — WaS das Blatt damit meint, darf es allerdings nicht Mitteilen, doch ist aus anderen Auslassungen ersichtlich, daß nach Ansicht der „Humn- nite" die Kriegsmüdigke: t Rußlands einer »der »Hach»ffaktoren sein dürste. — „Journal" betont, »daß an der neuen Regierung keine Kadetten beteiligt seien. An meisten falle die Ausschaltu»ng Terestellis auf. »Er sei der einzige Mann, dessen Wirkung aus die Massen sich mit derjenigen Kevenskis messen könne. Man müsse fragen, ob Terestelli gerade deswegen a»ulSgeschaltet worden sei, oder ob er geben wollte, um sich firr später freies Feld vorzubehalten.
W. T.-B. Bern, 8. Aug. Zur Lage Rußlarids fragt General Verraux: Wie kann sich die Disziplin unten wiederherstellen, wenn sie oben nicht besteht, wenn ständig die Führer wechseln, werm in der Regierung selbst Anarchie herrscht. Die russischen Ereignisse nehmen mit zwingender Logik ihren Gang. Die Lage an der Front kann für »die ruMche Armee ernst werden. Zweifellos würde »ein Zusammenbruch Rußlands eine der tiefsten Depressionen sur die Enten-tevölker bilden.
Die „bedrohliche Haltung der Kronstädter".
W. T.-B. Bern, 8. Aug. Pariser Blätter melden: Dir Militärkommiffion, die zur Vornahme einer Untersuchung über die den Petersburger Meutereieu voraugegaugenen Krcnstädter »Vorfällen entsandt worden war, kehrte angesichts der feindseligen und bedrohlichen Haltung der Kron- städter Bevölkerung unverrichteter Sache zurück. »
Oie Lage im Westen.
Die neue schwere englische Niederlage.
W. T.-B. Berlin, 8. Aug. Der seit Tagen erwartete englische Angriff an der Küste setzte in der Nachtz zum 8. August bei N i e u p o r t ein. Das englische Artill»-ri^ f-ucr, das an Stärke seit Tagen über das übliche Maß hin-- ansging. wuchs am Nachmittag des 7. August trotz des nebligen dunstigen Wetters zu bedeutender Heftigkeit an. Von 9 Uhr abends un verstärkten die Engländer ihre Atillerietütigkeit immer mehr, bis sie am 8. August, um 2 Uhr vormittags, zum Trommelfeuer »überging. Nach dreiviertelstündigem Trommeln griffen die Engländer v»m Nieuport aus sowie dicht sadlrch des Nieupvrt-K»rnals in Richtung auf Rattevalle an. Der Angriff wurde überall verlustreich abgewiesen und endete mit einer schweren englischen Niederlage. An einzelnen Stellen wurde der Feind in erbitterten Nahkämpfen mit Bajonett und Handgranaten von unseren nnt größter Tapferkeit fechtenden Truppen geworfen. Er ließ eine große Anzahl Gefallener auf den Kampfstätten zurück. Auf dem bisherigen Kampfgelände im H Peru- bogen versuchten die Engländer wiederum durch Teilangriffe am späten Abend des 7. August ihre Linien zu verbessern, um aus dem v-rschoffenen und verschlammten Trichtergelände, in das sie durch den mißlungenen Angriff geraten sind, hcrauszukommen. Alle Angriffsversuche scheiterten jedoch wiederum, obwohl die Engländer starke Kräfte rücksichtslos einsetzten und dichte Kolonnen südlich der Bahn Boesinghe-Langemarck vorführten. Sämtliche Stellungen blieben unverändert in deutscher Hand. Auch südlich des Kanals von Hallebeeke und an zahlreichen Stellen der ArraSfront war die Artillerie- und Patrouillen» tätigkeit rege.
Der im französischen Funkspruch vom 7. Augujt,"nach- mittogs, gemeldete Angriff zwischen dem Wald von Avo- court und der Höhe 304 ist frei erfunden. Bei Sem deutsck)cn Stoßtruppunternehmen östlich der Waas am
