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Samstag» 4. August 1917.

Kbend-Kusgabe. Nr. 393. . SS. Iahrgmt»

die ruffische Reichrgrenze nordöstlich Tschersowitz überschritten!

Keine größeren Gefechte in Zlandern. Der Tagesbericht vom 4. August.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 4. Aug. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Au der flandrischen Schlachtfront ruhte auch gestern der Kampf unter Einwirkung starken RegenS.

Wahrend der Nacht steigerte stch zeitweise das Feuer zu großer Heftigkeit; eS fanden keine größeren An­griffe statt.

Im Artois blieb es biS anf lebhaftere Fruertätigkeit bei H n l l u ch und Lens sowie Borfeldgefechten östlich von Monchy ruhig.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nichts Wesentliches.

Heeresgruppe Herzog Albrccht

Süddeutsche und rheinische Sturmtrupps brachen in die feindliche Stellung südwestlich von L e i n t r e h ein und kehrten mit einer größeren Anzahl schwarzer Franzosen znrück.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front deS Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Heeresgruppe der Generalobersten v. Bshm-Ermvlli.

Nordöstlich von Tschernowitz ist dir russische Reichsgrenze überschritten.

In ltiägigem Feldzug, der einen ununterbrochenen Siegebzug der deutschen, österreichisch-ungarischen und osmaitischen Truppen darstellt, ist bis jetzt der besetzte Teil Galiziens außer einem schmalen Streifen von Brody biS Zbaraz dem Feind entrissen worden.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph

Die Befreiung der Bukowina macht schnelle Fortschritte. In den sich nach Osten zu erweiternde» Flußtblern drängen die verbündeten Korps über die Linie Tschernowitz-Petroutz-Bilka-Kimpolung dem weichenden Gegner nach.

An der Moldau-Front versuchten die Rumänen wiederum ohne jeden Erfolg sich durch starke Angriffe in den Besitz des M g r. C a s i n u l i zu setzen.

Front des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Am unteren Sereth nahm die Gefechtstätigkeit gegen die Bortage zu.

Mazedonische Front.

Keine größeren Kampfhandlungen.

Der Erste Gencralguartiermeister: Ludendorff.

»

vre Befreiung ver Bukowina.

W. T.-B. Wien, 4. Allst. (Drahtbericht.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die planmäßigen Operationen der letzten Tage, die den Truppen neben den starken Marschleistungen imurer wieder sich er­neuernde. Kämpfe mit da und dort sich festsetzenden zurückflutenden Heeressäulen des Gegners brachten, haben nunmehr zur Wiedereinnahme von Tschernowitz geführt. Machtvoll vordringende Verbündete Kräfte südlich des Dnjestr hatten schon vorgestern Kuczur- mik, 12 Kilometer von Tschernowitz, besetzt und waren in das bewaldete Bergland südlich der alten Reichs­grenze eingedrungen. Indessen leisteten russisch« Kräfte im Pruthtal selbst und auf den Hügelketten zwischen diesem und dem Seceth erbitterten Wider­stand. Hier ließ der kraftvolle Offenstv- geist unserer Infanterie nach vorangegangener Vor­bereitung die feindlichen Linien rasch durchbrechen und führte die gleichen Kräfte an die Landeshauptstadt der Bukowina, in die der ruhmbedeckte Führer der Kämpfer von Doberdo an der Spitze der 5 . Olmützer Division seinen Einzug hielt. Dieses rasche Vordrin­gen wurde unterstützt durch kroatische Truppen­teile, die von Norden gleichzeitig gegen die Stadt vor­gingen. Auch südlich des Sereth warfen unsere aus­dauernden Truppen, unterstützt durch geschickt allgelegte Umgehungsbewegung in dem schwer gangbaren, waldi­gen Berggebiet südlich des S u c z a w a den Gegner flußabwärts, während zn Fuß kämpfende Reiterabtei­lungen im Tale der Moldawa Kimpolung und dw Höhen beiderseits der Orte gewonnen haben. Das Abbröckeln der russischen Front in den Karpathen nimmt weitere Fortsetzung. Der kraftvolle An­satz unserer znm Angriff übergehenden Infanterie stieß in die feindlichen Linien und nötigte sie. denl ihnen hart <mf de» Fersen blsiberckWl Verfolger nachzugeben und

ein« aufgezwungene Richtung einzuschlagen. Alle Versilchc der russisch-rumänischen Kräfte durch neuerliche Vorstöße im Tale der Putna und nörd­lich den Gang der Operationen in der Bukowina zu b e- einflussen, scheiterten an dein Heldenmut der dort­stehenden Verteidiger. Ter Mündungswinkel zwischen Z b r u c z und D n j e st r ist inzwischen eben­falls vom Feinde gesäubert. So führte der Sieges­lauf der verbündeten Truppen trotz vielfacher a u f- opfernder Gegenwehr der abziehenden russi- scheu Verbände heute schon nahezu an die Gre-nze des seit bald Jahresfrist von dem Feinde besetzten Buchenlands.

Das weitere Vordringen im Osten.

W. T.-B. Berlin, 3. Aug. Der st rategische M e i st e r st o ß in Ostgalizi-n hat nach 14tägigenl unaufhaltsamen Vordringen und einer Reihe erbitter­ter Kämpfe zur Eroberung von Tschernowitz, der Be­freiung Galiziens vom Feinde bis auf einen schmalen Geländestreifen im Nordosten und zur Rückeroberung der H ä l f t e der Bukowina geführt. Am 2. August leistete der Russe im Flußwinkel Zbrucz und Dnjestr noch einen letzten erbitterten Widerstand, der indessen von unseren ungestüm vorgehenden Trup­pen gebrochen wurde. Die Trümmer der russischen Verbände wurden aus dem Flnßwinkel geworfen und über den Zbrucz und Dnjestr gejagt. Gleichzeitig wurde durch den von Norden nnd Westen wirkenden Druck der österreichisch-ungarischen Divisionen der russische Verteidigungsgürtel gesprengt, der den Rück­zug der Russen aus Tschernowitz decken sollte. Südlich des Pruth drangen unsere Verbündeten unter teil­weise erbitterten Gefechten mehr als einen mäch­tigen Schritt ostwärts in den Tälern des Sereth, des kleinen Sereth, der Suczawa, Moldawa, Fistrica imd Reagra Bistrica vor. Die Höhen nördlich von Kimpolung wurden genommen. Um Kimpolung wird gekämpft. 40 Kilometer südlich da­von wurde der Vrf. P ftinulni in den Moldau-Kar­pathen den Russen entrissen.

Angriffsgeist und Haltung der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen sind trotz der zweiwöchigen pausenlosen Kämpfe und Anstrengungen vorzüglich. _

Der völlige Zusammenbruch der Offensive in Flandern.

Der dritte Kampftag.

W. T.-B. Berlin, 3. Aug. Der dritte Karnpftag in Flandern bestätigt den völligen Zusammen­bruch der englisch-französischen großen Offensive. Trotz dem ungeheuren Einsatz eines tiefge­staffelten Batterie-Gürtels, dichter Fliegerschwärme, Kampfgeschwader imd einer großen Anzahl frischer Divisionen sind die Engländer über ihre minimalen Geländegewinne nicht hinansgekommen. Den Kampf­geist unserer in den Trichterstellungen ausharrenden Infanterie vermochte auch das furchtbare Feuer der letz­ten 14 Tage nicht zu erschüttern, während unsere Re­serven sich mit ungeheurer Wucht den Engländern entgegenwarsen. Mitkämvfer schildern die Verluste der Engländer als n n e r h ö r t h o ch. Auf einen ge­fallenen Deutschen kommen mindestens zehn ge­fallene Engländer. Vielfach wurden die eng­lischen Sturmkolonnen auch vom englischen Sperrfeuer gefaßt und niedergeschossen. Unsere Flieger griffen die gegnerischen Stoßdivisionen mit Bomben und Maschinengewehren an und fügten ihnen ebenfalls schwere Verluste zu.

In der Nacht zum 2. August blieb das feindliche Feuer bis in die frühen Morgenstunden lebhaft, um noch vorübergehendem Abflauen sich besonders an der Küste wieder zn steigern. Von der Küste bis südlich des Nieuport-Kanals setzte 10 Uhr vormittags hefti­ges Trommelfeuer ein, dem der gemeldete ört- liche Vorstoß an und dicht westlich der Straße Nleuport- Westende folgte. Er wurde terls im Nahkampf, teils schon in unserem Feuer a b g e w i e s e n. Nördlich der Stroße Freesenberg-Zonnebeke wurde um 7 Uhr eine starke feindliche Patrouille versagt. Am Nachmittag war das feindliche Feuer zwischen Morckem und West- hoek von 2 Uhr an äußerst heftig besonders von Drasi» bank bis Langemarck sowie beiderseits der Straße Npern-Roulers. Ein an dieser Stelle in etwa zwei Kilometer Frontbreite einsetzender feindlicher Angriff wurde im Feuer blutig ab gewiesen. Auch am Abend bis Mitternacht heftiger Feuerkamvf. Feind­liche Vorstöße östlich Birschoote und südlich Langemarck wurden zurückgewissen. Westlich St. Julien nahmen wir feindliche Triwpenansammlungen unter Feuer und erstickten den beabsichtigten Angriff.

Unsere Truppen sehen weiteren Kämpfen mit größter Zuversicht entgegen.

Ein englischer Bericht über die Schlacht in Flandern.

Br. Haag, 4. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) , Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" im britischen Hauptquartier meldet: Es ist erst jetzt möglich, einige Einzelheiten über die große Schlacht am Dienstag be­kannt zu geben. Der Kampf trug im allgemeinen den­selben Charakter wie die großen Gefechts der vorjähri­gen Offensive. Als die Wellen unserer Infanterie vorwärts drangen, stürmten sie ahnungslos an den deutschen Truppen vorbei, die sich in geschickt versteckten Verhauen verborgen hielten. Deshalb hatte unsere Infanterie später sehr unter deutschen Scharfschützen zu leiden. Auch zahlreiche Maschinengewehrnester konnten uns großen Schaden zufügen. Sie sind jetzt größten­teils gesäubert worden. Der Feind hat an vielen Stel­len hinter Hecken Deckung gesucht, die in diesem Gebiet sehr zahlreich anzutreffen sind. Viele englische Soldaten stürzten in die Granattrichter, die mit Drähten über­spannt und durch Laub und Zweige unsichtbar gemacht worden waren. Inzwischen nimmt der Feind an­dauernd Gegenangriffe, namentlich auf der Front bei Apern, vor.

Französische Meldungen Aber den Offensiv­vorstoß am 31. Juli.

Br. Genf, 4. Aug. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die französischen Berichterstatter geben interessante Einzel­heiten über den großen Offensiv st oß vom 3t. Juli in Flandern. Die Vorbereitungen begannen vor vielen Monaten. Tausende von Chinesen, Maoris, Ägypter und Weißen arbeiteten an der Ausbesserung der Zufahrtswege. Die Fliegererkundung der Engländer und Franzosen begann am 17. Juni. Zwi­schen dem 7. und 11. Juli wurden über 4000 Photo- gaphien von den denffchen Hauptstellen gegenüber dm Angriffssektors ausgenommen. Das Stärkeverhältnis der englisch-französischen Artillerie gegenüber der deut­schen war bei Beginn der Schlacht 5:1. Der Angriff am Dienstag früh war das furchtbarste, jeder menschlichen Vorstellung spottende Schauspiel. Die Tanks gingen in wahren Konipagniekolonnen vor. Trotzdem gelang es Engländern und Franzosen am ersten Tage nur die deutschen Vorstellungen in einer Tiefe von höchstens 314 Kilometer zu verdrängen. Der Widerstand der Deutschen vor den Granat­löchern, namentlich südlich der Straße Roulers, war mörderisch. Über die Truppenv ers chrebnn- g e n. die der Offensive vorangingen, macht der „Matin" folgende Mitteilung: Früher war die Front vom Meer bis Ppern durch eine französische Division, von der Gegend Newport durch die belgische Armee bis Elver- dinghe, dann durch Engländer gehalten. Die briftschen Truppen lösten zrierst die Franzosen und dann den einen Teil der Belgier längs der Küste ab. Die fran- zösischen Streitkräste schoben sich zwilchen dem rechten Flügel der Belgier an die linke Flank- der Engländer zwischen Reningbe nnd Elverdinghe an. Die erfolg­reiche Abwehr des ersten Angriffs laßt darauf schließen, daß die deutsche Heeresleitung gewußt, daß der Hauptstoß in der Richftmg nordöstlich Apcrn erfol­gen wird._

Der Tauchbootkrieg.

20 500 Brrrttoregistertonnen im Norden.

W. T.-B. Berlin, 3.Aug. Neue U-Bootsersolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 20500 Bruttoregrster- tonnen. Unter den versenkte» Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer „Dolcntia" (3242 Tonnen) mit Kohlen, zwei große bewaffnete Dampfer, von denen einer ans starker Sicherung herans- geschossen wurde, und die englische Dreimastbark „Harald" (1375 Tonnen). Von einem neutrale» Dampfer, der ein englisches Prisenkommando an Bord» hatte, wurde der Prisenoffizier gefangen genommen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Weitere Versenkungen.

W. T.-B. Bern, 3. Aug. Nach dem »Echo de Paris" vor« 28. Juli wurde der englische Dampfer Mariston" (2908 Dr.-R-.-T.) am 15. Juli von einem deutschen Unterseeboot versenkt.

W. T.-B. Rotterdam, 3. Aug. „Maasbode" meldet, daft der dänische Dampfer „Riginoc" (798 Br.-R.-T.) verseng wurde.

Eine deutsche Entschädigung an

W. T-B. Haag, 3. ?Xi> 8 . (Amtliche holländische Meldung.) Die deutsche Regierung hat wegen der unrechtmäßigen Auf­bringung des nredecländifchen Dampftrawkers „Königin Emma" ihr Bedauern ausgesprochen und stch bereit er­klärt, eine Entschädigung zu zahle».