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ausivLrtige Rer'-amen. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzügen rn kurzen Zwl'chenraumen entsprechender Nachlaß.' ^

Setlmcr Abteil»», vcSWiesbadener TagöKttS: Berlin Al.'.P,tsd»«er «tt.121L. Fernspr.: «»t Lütz.w6202 ».6203. TagenÜnd «l.^n

Mittwoch» 25. Juli 1917.

Morgen'Kusgabe.

Nr. 373. » 65. Jahrgang.

Grobe Erfolge auf der gesamten Gftstont.

voin^ärlsdrangen in 2SV Uilometer Breite vom Sereth bis in vie Waldkarpathen.

Der Tagesbericht vom 24. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 24. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Artillerieschlacht in Flandern tobt iu noch nicht erreichter Starke Tag und Nacht weiter. Die Erkunduugsvorstöße gegen unsere Front mehren

sich.

Zwischen dem Kanal von La Basf6e und Lens hält das lebhafte Feuer an Beiderseits von H u l l u ch blieben nächtliche Aufklärungsunternehmungen des Feindes ohne Erfolg.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chemin des Dame-? griffen die Fran­zosen bei Cerny wieder die kampsbewahrte 13. In­fanterie-Division an, die, wie bisher, keinen Fuß breit der von ihr im Angriff gewonnenen Stellungen verlor. Das ans Westfalen und Lippern bestehende Infanterie- Regiment Nr. 55 hat in letzter Zelt 21 Angriffe der Franzosen zurückgeschlagen.

Auf dem rechten Maasufer drangen am 22. Juli Teile badischer Regimenter in den stark verschanzte» Caurieres-Wald ein, fügten dem Feind schwere Verluste zu und kehrten mit zahlreichen Gefangenen zurück.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Die gesamte Ost front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer steht im Zeichen erbitterter Kämpfe und großer Erfolge der deutschen und verbündeten Waffen.

Heeresfront deS GeneralfeldmarfchallS Prinz Leopold von Bayern.

Bei der

Heeresgruppe des Generalobersten von Eichhorn

griffen die Russen bei I a k o b st a d t abends vergeblich an, nachdem am Morgen ein Angriff in breiter Front durch unser Vernichtungsfeuer im Entstehen nicdergc- halten worden war.

Südwestlich von Dünaburg führten sie nach star­ker Artilleriewirkung 6 Divisionen fünfmal ticfgeglie- dert gegen unsere Linien, die voll behauptet wurde». Nach harten Nahkämpfen musste der Geg­ner unter ungeheuren Verlusten weichen.

Auch bei Krewo stürmten die Russen vormittags erneut in 5 Kilometer Breite an; sie wurden zurück­geschlagen. Das Dorf Krewo ist wieder in unserer Hand. Im ganzen hat der Feind südlich von Smorqvn mit acht Divisionen, deren Regimenter sämtlich durch Gefangene und Tote in der Front festgestellt wer­den konnten, angegriffen. Nur Trümmer sind zurückgekehrt.

Heeresgruppe des Generalobersten v. Böhm-Ermollr.

Die strategische Wirkung unserer Opera- tioneu i« Ostgalizien wird immer gewaltiger. Auch vor der nördlichen Karpathenfront weicht der Russe.

Vom Sereth bis in die Waldkarpathen sind wir in einer Breite von 250 Kilometer im Borwärtsdrängen.

Unsere siegreichen Armeekorps haben den Sereth- übergang südlich von Tarnopol erkämpft. Bei Trombowla wurden verzweifelte Massen­angriffe der Russen zu r ü ck g c w orf en.

Podhajce, Haliz und die Linie Byserzyca und Solot-

wynsie sind überschritten. _

Die Beute ist bisher nicht zu übersehen. Mehrere Divisionen melden je 3000 Gefangene. Zahlreiche schwere Geschütze bis zu den größten Kalibern, Eisenbahnzüge voller Verpflegung und Schießbedarf, Panzerzüge und Kraftwagen, Zelte. Baracken und jeg­liches Kriegsgerät sind erbeutet und geben Zeugnis von dem übereilten Rückzug des Feindes.

Front des Generalobersten Erzherzog, Joseph.

Der Nordffügel hat sich der südlich des Dnjestr be­gonnenen Bewegung angeschloffen.

Längs der ganzen Front starke Feuertätigkeit des 'Gegners. Beiderseits der B i st r i tz nnd südlich des Toelgyes-Passes wurden russische V o r- Lötze at«ewiese«.

Gesteigertem Feuer zwischen Trotus- und Putnatal folgte» in breiten Abschnitte« Versuche der Russen und Rumänen, zum Angriff vorzubrcchen.

Fast überall hielt unsere Abwehrwirkung den Feind in seinen Gräben nieder. Wo er hrranskam, 'st er zurückgeschlagen worden.

Heute früh sind dort neue Kämpfe entbrannt.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Auch längs Putna und Sereth schwoll der Feuerkampf zu erheblich e^c Stärken«. Mehrfach gingen russische und rumänische Stoßtrupps zum Angriff vor. Sie brache» schon in unserem Feuer zusammen.

Mazedonische Front-

Keine größeren Kampfhandlungen.

Der Erste Generalquartiermeister: Lude«d,rff.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T-B. Wien, 24. Juli. (Dvahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 21. Juli, mittags:

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldularschalls Prinz Leopard von Bayern.

Der Angriff südwestlich von Tarnopol hat den russi­schen W i d e r st a n d zwischen dein oberen Sereth und dem Tatarenpntz gebrochen. Deutsche Truppen ge­wannen nördlich von Trempowla das östliche Seretst­uf er. Die russischen Massen, die ihnen dort entgegenge­worfen wurden, varmochten an diesem Erfolg nichts zu ändern. Österreichisch-ungarische und deutsche Divisionen haben unter Kämpfen den Raum von Podhajaza über­schritten. Auch beiderseits des Dnjestr nahmen die Ver­bündeten, dem Feinde scharf nachdrängeud» die Vorrückung an der ganzen Front ans. Noch immer ist es in der Hast der Ereignisse unmöglich, die Zahl der Gefangenen und die Menge an Beute aller Art festzustrllen nnd alles zu sichten und zu bergen, was die Russen bei der fluchtartigen Räumung der Kampfzone liegen lassen müssen.

Heeresgruppe des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Mt bemerkenswerter Zähigkeit versucht die russische Führung, ihre geschlagenen o st g nl rzi sch en Armeen an anderen Frontabschnitten der Ostfront durch Angriffsunternehmen wechselnden Umfangs z» entlasten. In den Karpathen sollte dies zunächst durch Teilvorstöße erreicht werden. Am Dreiländer eck, im Toldyösgebiet und zwischen dem Casinu- und Putnatal wurden gestern mehrere solcher Borstöße abgeschlagen. Nördlich des Putnatals sind heute früh die Russen, vereint mit rumänischen Bataillonen, erneut zum Angriff vorgegangen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen

Auf rumänischem Boden brach ein ru s s i s ch - r u m 8. nischer Angriff schon im Feuer der Artillerie zu- sammcn.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auf der Kar st Hochfläche »nd bei Bodiee entfal­teten beiderseits die Geschütze zeitweise größere Tätigkeit.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des GeueralstabeS.

Die Vorstädte von Tarnopol genommen.

W. T.-B. Wien, 24. Juli. (Drahtbericht.) Aus dem Kriegspresseguarkier wird gemeldet: Die Truppen setzten die Verfolgung des weichenden Feindes bis in die späte Nacht hinein fort. Sie sind im Besitz der V o r - städte von Tarnopol. Die Flieger tragen viel dazu bei, die Verwirrung in den Stechen der Russen zu vermehren, die bei jeder Annäherung eines Flngzeugyeschwwders Hals über Kopf nach allen Richtungen auseinanderflüchten. Der Bahnhof van Tarnopol, wo die Russen iu aller Eile Kriegs­material einwaggonieren, wurde neuerdings aufs wirksamste mit Bomben belegt. Es .wurden im ganzen 4 7 Geschütze erbeutet. Die Gefangenen, die van allen Seiten den Sammelstellen Zuströmen, konnten bis jetzt nicht gezählt wer­den. Söci einzelnen Tcuppenkörpern zeigen sich Fälle von Ma s s e n d e s e r t i o n, so bei dem Garderegiment Wolanskh. wo nicht weniger als 180 Mann desertierten, als es wegen Nichtbefölgens eines Angriffsbefehls aufgelöst und in anderen Tvuppenkönperm aufgeteilt wurde. Vielfach versuchen die Offiziere, ihre Ddannischaften zum Stehen zu bringen, indem sie ihnen ein Beispiel aufopfernden Heldenmuts geben, wo­durch sich die schweren O ff i z ie r s v e r In sie bei den Russen ergeben. Im Gros der 11. Armee lockern sich nach dem Meisterstoß von Zlazaw die Verbände immer mehr. Dst sich an ihren Südflügel anschließende 7. Armee ist bereits 'durch diese Ereignisse in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch ihre Front bröckelt ab. .

Der deutsche Kbendbericht vom 24. Juli.

W. T.-B. Berlin, 24. Juli, abends. (Amtlich. Drahtbc- richt.) In Flandern starker Feuerkampf.

Iw Ostgalizien folgen wir zwischen Sereth und Karpathen in breiter Front dem weichenden Gegner. In den Karpathen, zwischen Susita- und Putnatal tagsüber Kämpfe, die dem Feind örüichc Erfolge brachten.

Var gefährdete neue Rußland.

Eine Regierung „zur Rettung der Revolution".

W. T.-B. Petersburg, 24. Juli. (Drahtbericht. Peters­burger Telegraphenagemtur.) Jir der gemeinsamen Sitzung des Vollzugsausschusses der Arbeiter- und Soldaten- ritte und des VauernratS hat dieser nach längerer Er­örterung um 4 Ahr morgens folgende Entschließung angenommen:

In der Erkenntnis, daß die Lage an der Front und im Innern des Landes den militärischen Zusammen­bruch, die Katastrophe der Revolution und deu Triumph der gegenrevoluttonärcn Kräfte herbeizuführcn droht, beschließen wir:

1. Das Land und die Revolution sind in Gefahr. 2. Die vorläufige Regierung wird zur Regierung zur Rettung der Revolution ernannt. 3. Der Regierung wird nnbr- schränkte Vollmacht gegeben, um die Organisation uird Manneszucht im Heer wiederherzustellen, um den Kamps bis zum äußersten gegendieGegenrevolution und die Anarchie zu führen und um das Ganze in der vor­gestern veröffentlichten Erklärung der Regierung nieder- gelcgte Programm zu verwirklichen.

Die Entschließung wurde von 252 Abstimmenden ein- mütig angenommen. 47-Vertreter,«reistMaximalisten, enthielten sich.

Ein Notschrei der provisorischen Regierung.

W. T.-B. Petersburg, 23. Juli. (Petersburger Telegra- phenagentur.) Die vorläufige Regierung hat folgende Er­klärung veröffentlicht:

Bürger! Die Stunde der Gefahr hat geschlagen. Die Heere des deutschen Kaisers haben die Front der nationalen revolutionären Armee Rußlands durch­brochen. Diese furchtbare Tat wurde ihnen erleichtert durch verbrecherischen Leichtsinn und blinden Fanatismus gewisser Leute und durch deu Verrat an­derer. Die einen wie die anderen haben das neue freie Ruß- -land bis in seine Grundfestm mit Verwirrung und Verfall bedroht. In diesem Augenblick der Gefahr konnten sich unter Ausnutzung der allgemeinen Unordnung verborgene Kräfic 'der Gegenrevolution erheben. Nachdem die austeckenüe Kvankheik^ die den nationalen Organismus erschütterte, sich gezeigt und in eine akute Krise aufgelöst hat, glaubt die Regierung fest, daß diese Krise zur H e i l u ng und nicht zun: Tod führen wird. Stark in diesem Glauben, ist die Regie­rung zum Handeln bereit und sie wird mit aller Kraft und Entschlossenheit handeln, die die angerMicklichen autzergswöhnlichen Verhältnisse erfordern.

Die Regierung eMickt die nächste hauptsächliche Aufgabe in der AnwenduiV aller Kräfte zu»n Kampf gegen den äußeren Feind und zur Verteidigung der neuen Reche- rungsfrrm gegen alle anarchistische,: nnd gegen- revolutionären Anschläge, ohne vor >den streng­sten -Maßnahmen Halt zu machen.

Gleichzeitig wird ste durch ihre äußere Politik von neuem bestätigen, daß die revolutionäre Arm'ee nur in den Kampf ziehen kann mit der festen Überzeugung, daß nicht ein Tropfen Blutes eines russischen Soldaten ver­gossen wird für viele, die dem russischen Gefühl der Demokratie fremd sind, die sie offen vor der ganzen Welt als ihre friedliche Lösung angegeben hat.

In Fortführung der Arbeit des staatlichen Wiederauf­baus wie auch auf andereu Gebieten auf den in der Er­klärung vom 10. Mai ausgesprochenen Grundlagen hält cs die Regierung fite unerläßlich, sofort eine Reihe von Maß! nahmen M treffen, die diese Grundsätze in die Tat Umsehen. Die Regierung wird alle Maßnahmen treffen, damit die Wahlen zirr verfassunMebenden Versammlung an dein festgesetzten Tag, am 30. September, stattsinde», imfc damit die voübereitenden Anordnur^gen zur Sicherung der FrrLeit bei derr Wathlsn rechtzeitig verwirklicht werden.

Schleunige Einführung der deniokratischen Selbst- Verwaltung. Abschaffung der Klassen- nnd Be­amtenränge.

Die inöglicbst schleunige Ginsührung der Selbstän­digkeit der Gemeinden und Semstwows auf der Grund­lage des allgemeinen, direkten, gleichen und ge- Leimen Stimmrechts sowie die Ausdehnung dieses Grundsatzes auf das ganze Land bilden die Hauptfragen der Regierung aus dem Gebiet der inneren Politik. In­dem sie gleichzeitig besondere Wichtigkeit der Schaffung von örtlichen Organen beilegt, die das Vertrauen der ganzen Bevölkerung genießen, wird sich die Regierung von jetzt an

der Frage der Einrichtung örtlicher Behörden an die 3Ba>