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Verlag Laaggaffe 21

XagtUtttaai.

C4ritWt»*< geSflnet »an 8 tltzr matgen« t« 7 Uhr atoiM.

wöchentlich

ve,»r»-»reir fit beide Anrg»bcn: Ml. t. monatlich, Mt. S »ierteljährlich durch den Berlag Laamaßc«. ohne vringerlodn. Mk 4.05 vierteljährlich durch alle dentjchen Poftaiiftalte». anrschliehlich Bettellaekd, Verna»-Scilc»n>,,c» nehmen auherden, entgegen: in Wiedbaden die Zweigstelle »». maufnng t». sowie die ÄuSaadestesten in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Ang- gadeftelle» und in den benachbarten Landarten und im Rhemgan die betrestenden Tagblatr-Träger.

13 Ausgaben.

Fernruf:

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an»«tiie «Flamen. Bei wiederholter Ausnahme unveränderter «n,eigen in kurzen Zwilchenräumc» entivrechender Nachlaß.

»8az§?ft?^^r,'en-An»g.di»'^M!r^nachmittag^ Berliner Abteilung dkl WiesdadenerTagblatts^Berlin^^Pntsdamer Etr.121 ll. Fernspr.r Amt Lützo« 6202 ».6203.-n'ünd»enwir^knne««wädr^e^mmen^

Samstag, 21. Iuli 1917.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 266. . 65. Jahrgang.

Scharfes Nachdrängen hinter dem weichenden Zeind.

Der deutsch« abendbericht vom 20. Juli.

W. T.-Bl Berlin, 20. Juli, abends. (Amtlich. Draht- berichl.) Im W e st t n nur in Flandern starker Artillerie- kampf.

Im Osten sind unsere Truppen zwischen S e r e t h und Strypu im scharfe« Rachbrängen hinter dem weichenden Feind. _

Der Ranzlerwechsel.

Die kommende Parlamentärssievung.

Uv. Berlin» 20. Juli. (Eig. DraMericht. zb.) DerL.-A." schreibt: 2Bte uns aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, wurden für heute abend die Führer der Reichs­tagsparteien ins Reichßamt des Innern zum Staats­sekretär Dr. Helfferich zu einer Besprechung ge­laden. Wie weiter mit großer Sicherheit behauptet wird, soll dieser Besprechung der K a i s e r b e i w o h n e n. Wir geben einer in parlamentarischen Kreisen umlausenden Version Raum, wonach, diese Besprechung mit der Neubesetzung «iuFehner Minister- und Reichsämter zusammen- hängen soll.

Mr. Berlin, 20. Juli. (Eig. Dvcchtbericht. zb.) Wie der L.-A " mittotlt, wird von dem neuen Reichskanzler die ver­langte Parlamemtarisierurig der Regierung unverzüglich nt Angriff genommen werden. Es handelt sich nicht nur um die Neubesetzung verschiedener Staatssekretariatc, sondern auch um die Heranziehung -von Parlamentariern innerhalb der preußischen Ministeriell. Sie dürste nach der heutigen Vertagung des Reichstags in Angriff genommen und unter Mitwirkung der einzelnen Parteien bezw. ihrer Führer im Lauf dos August vollzogen werden. Es werden auch be­reits verschiedene Kandidaten aus ^den Kreisen der Parla­mentarier für einzelne Posten genannt. Indessen ist mit einer bestimmten Auswahl erst zu rechnen, wenn unmittelbar bevorstehende wichtige Besprechungen erledigt sein werden. DaSB. T." veröffentlicht einen Bericht, was «Lrige«S schon gestern in den Wandelgängen des Reichstags besprochen wurde, 'daß der Botschafter in Konstantinopel Freiherr von Kühlmann zum Staatssekretär des Auswärtigen Amts errmirnt werde und Dr. Helfferich den Bntschafterpasten in Konstantinopel übernehmen werde. Helfferich war be­kanntlich Direktor und dann Verwaltungsrat der anabolischen Bahnen und kennt die türkischen Verhältnisse sehr genau.

Depefchenwrchsel zwischen Dr. Michaelis und Radoslawow.

W. T.-B. Sofia, 20. Juli. (Doaihtbericht.) Die Bulga­rische Telographenagentnr berichtet: Folgende TÄegramme

wurden zwischen dem Reichskanzler Michaelis und dem Ministerpräsidenten Radoslawow gewechselt:

Exzellenz Radoslawow, Sofia.

Durch das Vertrauen Seiner Majestät des Kaisers und Königs, metneis allergnädigsten Herrn, aus den Posten als deutscher Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident be­rufen, ist es mir ein tiefgefühltes Bedürfnis, Eurer Exzellenz zu versichern, wie großes Gewicht auch, ich aus die wert­volle Unterstützung lege, die mein Vorgänger bei der Ausübung seines Amtes an so reichem Maße seitens Eurer Exzellenz zuteil geworden ist. Durchdr-ungeu von dem uner­schütterliche« Vertrauen auf den endgültigen Sieg unserer ruhmyekronten Waffen, betrachte ich eS als meine vornehmste Pflicht, in unverbrüchlicher Treue an den geschloffenen Verträgen und Vereinbarungen sestzuhalten. Ich lhoffe, -daß es mir vergönnt sein wird, nach einem glücklich geschloffenen Frieden beitragen zu können, die Beziehungen der engverbündeten Völker immer inniger zu gestalten. Reichskanzler Michaelis.

Exzellenz Dr. Micha el i s, deutscher Reichskanzler, preußischer Ministerpräsident, Berlin.

Eurer Exzellenz Depesche, die rmr in zu Herzen gehenden Worten das erprobte innige Bündnis unserer Länder und Völker hervochebt, drängt mich. Eurer Exzellenz auch auf di-esem Wege die besten Wünsche zu wiederholen aus Anlaß Eurer Exzellenz Berufung au die Spitze der Reichsgeschäfte in so verantwortungsvoller Zeit. Eurer Exzellenz zuver­sichtliche Versicherung und unerschütterliches Ver­trauen auf den endgültigen Sieg wird in meinem Vaterland dem lebhaftesten Widerhall finden und die Be­ziehungen der beiden Länder, wenn möglich, noch inniger gestalten. Das gemeinsam vergossen« Blut unserer Besten kittet unseren durch unverbrüchlicke Vertrags­treue gefestigten Bund und bietet die Gewähr, daß nach einem glücklich geschloffenen Frieden Bulgarien an der Seite des großen Deutschland einer heiteren Zukunft sicher ist. Mein und der bulgarischen Regierung bestes Wollen und Können sind nach wie vorher dem Bestreben gewidmet, all dass M, verwirklichen.

Mnisterpräsident ^r. Radoslawow.

Herzliche Abschiedstelegramme an Bethmann Hollwcg.

DieKöln. Ztg." berichtet aus Berlin: Wie wir

hören, gingen dem scheidenden Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg von Bundesfürsten sehr herz­liche Abschiedstelegramme zu. Kundgebungen von An­hänglichkeit und Verehrung wurden Herrn v. Bethmann Hollweg von den verschiedensten Seiten übersandt.

Kaiser Wilhelm und Staatssekretär Zimmermann.

Br. Berlin, 20. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der L.-A." veröffentlicht die nicht uninteressante Tatsache, daß der Kaiser heute früh in längerer eifriger Unter­haltung mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Zimmermann im Tiergarten auf einem Spazier­gang gesehen wurde.

Oie neue Krifis in Rußland.

Auflösung des Vollzugsausschusses der Duma.

W. T.-B. Bern, 20. Juli. (Drahtbericht.)Sotrtete della (Beta meldet aus Petersburg: Nach einer langen Nachtsitzung beschloß der Vollzugsausschuß der Duma, sich auszulösen, um jede Verantwortlichkeit ftir die derzeitigen schweren Ver­wicklungen von der Hand, weisen zu können.

Ein Sonderausschuß.

W. .T.-B. Petersburg, 20. Juli. lDrahtbericht. Peters­burger Telegraphenagentur.) Die vovläuftge Regierung hat beschlossen, im Hinblick auf eine Reihe von Fragen, die durch die Wiederherstellung der Ruhe in der Hauptstadt entstanden si-nd und eine sofortige Lösung verlangen, gemeinsam mit dem -Vollzuysausschiuß des Arbeiter- und Eoldotenrats einen Sonderausschuß einzurichten, .der in -ständiger Ver­bindung mit dem Oberkommando- der Truppen des Peters­burger Militärbezirks sein wird. Diesem Ausschuß werden der Arbertsmimster Sk obelew, der Leiter des Marine- ministeriums L e b c d e w als Vertreter der vorläufgen Re­gierung, und G o tz als Vertreter des Vollzugsausschusses an- gehören.

Massenverhaftungen in Petersburg.

W. T.-B. Petersburg, 20. Juli. lDrahtbericht. Reuter.) Gestern, wurden den ganzen Tag große Scharen verhafteter Matrosen, Soldaten und Arbeiter nach dem Hauptquartier des Generalstabs im Distrikt Petersburg gebracht. Zahlreiche Maschinengewehre, Gewehre und Patronen ivurden abgeliefert. Es wur­den Truppen von der s?ront nach P^eters- b u r g gebracht, um die Regierung und den Soldaten- und Arbeiterrat zu beschützen.

Die Unruhen beendet?

ZV. T.-B. Petersburg, 20. Juli. (Drahtbericht. Petersburger Telegraph en-Aqentur.) Die Behörden des Militärbezirks Petersburg stellten unwiderleglich fest, daß die Unruhen als beendet angesehen werden können. Alle militärischen Einheiten haben an sie Er­klärungen gesandt, in denen sie versichern, daß sie be­reit sind, die Regierung bei ihren Bemühungen zur Wiederherstellung der Ordnung in der Hauptstadt zu unterstützen. Der Justizminister Perewer gew hat um seine Entlassung gebeten.

Die Autonomie Finnlands.

W. T.-B. Stockholm, 20. Juli. lDrahtbericht. Swendska Telegramm Byron.) Der finnländische Landtag hat mit 161 gegen 55 Stimmen den Gesetzentwurf über die Auto- iiomi« Finnlands angenommen. Der Abände­rungsvorschlag des Jungsmnen Uallas, der der provisorischen Regierung unterbreitet werden sollte, wurde mit 104 gegen.> 86 Stimmen aibgelehnt.

Oie Lage im Westen.

Eine Geheimsitzung des französischen Senats

W. T.-B. Paris, 20. Juli. lDrahtbericht. Meldung der Aaence Havas.) Der -Senat hat beschlossen, eine Geheimsitzung abznhalten.

Neue französische Vorschüsse für Verbündete.

# Paris, 19. Juli. Die französische Regierung sucht bei der Kammer um die Ermächtigung nach, den Verbündeten weitere Vorschüsse im Betrag von 2 138 129 090 Franken er­teilen zu dürfen. _

Der Ariegrzustand mit Amerika.

Die erste amerikanische Armee.

W. T.-B. Washington, 20. Juli. (Drahtberlcht.) Die Auswahl von 684 000 Mann für die erste Annes beginnt wahrscheinlich morgen. Die Auslosung findet in Washington statt.

Deutscher Reichstag.

lEigener Drahtbericht desWiesbadener Tagblatts".)

-st Berlin, 20. Juli.

Am Bundesratstisch: Dr. Helfferich, Graf Roederu, Dr. Lisco, v. Batocki, v. Stein.

Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 11,17 Uhr.

Aus der Tagesordnung stehen

Anfragen.

Eine Anfrage des Abg. Dittmann (Unabh. Soz.), betr. das Verbot zur Verbreitung des Stockholmer Mani­festes, beantwortet Dr. Lcwald: Für Aufhebung des Ver­botes wird gesorgt.

Eine Anfrage 'des Abg. Herzfeld (Unabh. Soz.), betr. die Erzwingung politischer Gesirnung durch die Fürsorge­erziehung, beantwortet Direktor Delbrück: Hier liegt ein schwebendes Verfahren vor, in das nicht eingegriffen werden kann.

Abg. Kuhnert (Unabh. Soz) stellt eine Anfrage, bete. d,e Einziehung angeblich Staatenloser.

Oberst Marquardt: Es handelt sich um Leute, die in

Deutschland und von deutschen Eltern geboren sind und keine andere Staatsangehörigkeit erworben haben.

Abg. Bogtherr (Unabh. Soz.) erkltndigt sich nach einer geheimen kaiserlichen Verfügung, betr. die Beein­flussung der politischen Gesinnung der Marinemarm- schasteil.

Admiral Hcldinghans: Die Versagung ist nicht geheim und sogar im Buchhandel käuflich.

Abg. Müller-Meiningen (Vpt.) stellt eine Anfrage hin- " sichtlich der körperlichen Ausbildung der Jugend.

Oberst Wrisberg: Eine gesetzliche Regelung wird cmge- strebt, die Turnerschaff wird herangezogen werben.

Die Anfrage des Abg. Dittmann (Unabh. Soz.), betr. da» Verbot von V crsa m m l u n gen unabhängiger Sozial­demokraten, beantwortet Obers! Wrisberg: Das Verbot ist von der Ortspolizei erfolgt; eine Untersuchung ist eingclettct.

Abg. Henke sUnabh. Soz.) ersucht um Bescheid über die Hinaussendung der am Munitiousstreik beteiligten Mitglieder der Arbeiteraasschüssc an die Front.

Oberst Marquardt: Eine Reklamierung der VerH-auens- leuie ist nach Möglichkeit angeordnet; Felddienstunfähige wurden nicht an die Front geschickt.

Der neue englische Völkerrechtsbruch.

Abg. Stresemann (natl.) fragt an: Am 15. Juli 1917 ist eine Anzahl d e ut s ch e r H a n d e l s s ch i f f e auf der Reise von Rotterdam nach deutschen Gewässern an der holländischen Küste in niederländischem Hoheitsgebiet von englischen Seestreitkräften unter Bruch der Neutralität des Völkerrechts angegriffen urid zum Teil gekapert und ver- nichtet worden. Welche Stellung gedenkt der Herr Reichs­kanzler gegenüber diesem Neutralitätsbruch einzuuehmeu?

Direktor im Auswärtigen Amt Geheimcat Dr. Kriege: Meine Herren, nach den uns vorliegenden Nachrichten haben am 16. Juli englische Seestreitkräfte einen brutalen Überfall auf wehrlose deutsche Kauffahrteischiffe unter­nommen, die sich in den niederländffcheu Hoheitsgewäffern im Vertrauen auf ihre Uuautastbarkett sicher glaubten. Einzel­heiten iiber diese ruchlose Tat liegen hier noch nicht vor. ES steht nach einer amtlichen Mitteilung des niederlän­dischen Marinedepartements schon jetzt fest, daß in den iilcdcr- ländischen Territorialgelvässern vier deutsche Schisse weg- gcncmmen und zwei, auf Strand gesetzt wurden, nährend eins unter dem Schutz der niederländischen Untersuchungs- schiffe geankert bat. Nach Mitteilungen der deutschen Reede­reien sind leider auch mehrere wackere Seeleute verwundet oder getötet worden. Die deutsche ili-egierung hat sofort nach dem Bekauntwcrdeu des Vorfalls eine Untersuchung durch den Konsul in Rotterdam angeo^rdnet. Diese Untersuchung ist bereits abgeschlossen und die Akten werden heute oder morgen hier einkreffen. Weiter hat der deutsche Gesandte im Haag auftragsgemäß der niedertändi- schen Regierung mitgeteilt, er zweifle nicht daran, daß jie von England wegen der unerhörten Verletzung ihres Hoheits­gebietes gebührende Entschädigung, bolle Genug­tuung vnd bündige Zusicherung gegen die Wiederholung solcher Neutralitätsbrüche verlangen und erreichen werde. Als Genugtuung für die uns zugcfiigte Unbill glaubten wir erwarten zu sollen: Sofortige Rückgabe der in den nieder­ländischen Ternitorialgewäffern geraubten Schiffe pebit Ladung. Ersatz ftir die versenkten oder beschädigten Schiffe und Ladungen sowie Entschädigungen für die verletzten deut­schen Seeleute oder ihre Hinterbliebenen. Die nieder, ländische Regierung hat noch vor diesem Schritt unserem Gesandten gegenüber ihr tiefstes Bedauern über den englischen Überfall ausgesvrochen und auch zum Ausdruck gebracht, daß sie vollste Genugtuung von England verlangen werde. Weiter hat sie zugesagt, daß die nieder­ländische Dtarine alles tun werde, um einer Wiederholung derartiger Vorkommnisse vorzubeiigen. _

Unseren amtliche« Schritt hat die niederländische Regie- rnng dahin beantwortet, daß sie fest entschlossen sei, die von ur.s erwartete Genugtuung mit aller Energie durch- znsetzen.

Auch hat sie bereits unter nachdrücklichem Hinweis aus dr^» alleul Völkerrecht ins Gesicht schlagenden englischen Ren-