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Verlag Lmiggaffe 21

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$rcttog, 20. 3uli 1917. Nr. 365. . 65. Jahrgang.

13 Ausgaben.

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! Zeile: 20 Psg. für Srtliche Anzeigen im „»cbeüfcnocH* unb „Kleiner Dyoiger- ....... . • ——it; *5 Lsg, in beoott abweichender Eatzausjthrnn», sowie für alle „Okreen

tragen Anzeigen: dt Ps,. sür alle auswärtigen Sngeigen: l.rs Mk. s»r »etliche Reklameir: d bO «r. sie onswirtiie »teklomen, — Bei wiederholter Aufnahme »»»eränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräume« ent,«rechender Nachlaß.

Uns« Gegenstsh in Oftgalizien.

Einige Tausend Russen gefangen!

Der Tagesbericht vom 20. Juli.

■m ^Hauptouartier, 20. Juli. Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprcchst In Flandern erreichte nach regnerischem Bormittaa, der vorübergehend ein Nachlassen der Kampftätigkeit zur Folge hatte, die ArtiLerieschlacht von Mittag an wieder äußerste Heftigkeit. Feindliche Borstöße bei L o m b a r t zyde uud östlich von Messines scheiterten.

. ** Artoisfront le.hafte Feuertätigkeit Ü5, l l2 e ? La-Bas,ee-Kaual uud Leus, besonders süd östlich der Loos. '

Bei Gavrelle nachts vorstoßende englische Batail- loue wurden zurückgeworfen.

.. dei M o n ch y griffen nach heftigen Feuerwellen

die Engländer erneut an, ohne weitere Erfolge zu er­zielen. südwestlich von St. Onentin erlitten die Franzosen bei dreimaligem vergeblichem Angriff gegen d,e von uns gewonneneu Gräben blutige Verluste

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordwestlich vonCraonne nahmen m ä r k i s ch e und Gardetruppen nach kurzer starker Feuerwirkung Teile der ftanzosischen Stellung auf dem W interberq. Der Femd leistete erbitterten Wiederstand uud hatte

0 schwere Verluste, lieber 3 75 Mann sind gefangen, lrerche Grabeuwaffen sind als Beute eingebracht wor- ' Erst abends setzten Gegenangriffe der Franzosen tut; sie führte» wieder zu schweren nächtlichen Kämpfen, bei denen einige der von uns gewonnenen Grabe» wrede» aufgegeben wurden.

Ä den a.idereu Armeen, auch der Heeresgruppe Herzog Alb recht von Württemberg außer einigen für ©teigniffe 10 ° Crfau ^ uen Borfeldgefechten keine besonderen

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Am 1. Juli hatte die russische Regierung in Ost-- galrzren emen Teil des russischen Heerrs zur Offen- srve geführt, die nach spärlichen Anfangserfolgen infolge ungeheuerer Verluste bald ins Stocken kamen. Der russische Soldat, dessen Wunsch nach Frieden an fast allen Stellen unserer Front in An- naherungsversuchen Ausdruck fand, war wieder um­sonst für die Entente geopfert worden.

In Erwidenmg des Angriffs der Russen haben unsere Truppen gestern einen Gegenangriff begonnen.

* e; t p ersö ul ich e r Leitung des prinzlichen Ober-

befehlshabers bracheir deutsche Armeekorps nach wirkungs­voller Feuervorbereitung durch deutsche und österreichische Arttllerte gegen die russischen Stellungen zwischen Screth und Slota-Ltpa vor und stießen über 3 Verteldiguugszonen durch. Der Feind hatte schwere blutige Verluste und wrch m Auflösung zurück. Bis zum Mittag waren erulge tausend Gefangene gemeldet.

Bei A ttk o Ir stad t, Dünaburg uud Tmorgon sowie längs des Stochod und von der Zlota-Liva bis südlich des Dnjestr nahm die Feuertätigkeit teilweise er- hedlrch zu. Eigene Vorstöße uud gewaltsame Erkun- duugeu führten mehrfach zu schönen Teilerfolgen.

Ber No v re a an der Lomnica sind neue starke russische Angriffe verlustreich abgeschlagen worden.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph . ^ de« Nordkarpathen stärkeres Feuer als in letzter Zeit. Auch iu den Bergen östlich des Beckens von Kezdivasarhely hat sich die Gefechtstätigkeit gesteigert. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen uud an der mazedonischen Front nichts neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

vre Schlutzfitzung des Reichstags.

(Don unserer Berliner Abteilung.)

I-. Berlin, 20. Juli. (Erg. Meldung, zb.) Tie heutige Sitzung des Reichstags war zunächst der Erledigung ** h e r rngen gewidmet. Den überwiegenden An- teil «wem hatte n die Unabhängigen Sozialdemokraten, di-e von der Regierung über aUerlei Verbote von Versendungen mü) Verbreitung von Flugblättern und ähnlichen Partei- agitatorischen Angttegenheiten Auskunft haben wollten. Be­sonderes Interesse erregten die Anftagen der Abgeordiieten Stresemann und Dr. Stubmarm wegen des Völkerrechts- b r u ch S in den hollän dischen Territorialgewässern, bei denen deutsche HmrdekSsijWe zu Schaden kamen. Dr. Streiemnnu

Kbenü-Kusgabe.

und seinen Parteifreunden wurde von der Regierung zuge­sagt, daß man volle Genugtuung und Schadenser­satz fordern werde. Die holländische Regierung werde England gegenüber energisch diesen Standpunkt vertreten. Die Kreditborlage wurde dann in dritter Lesung erledigt und ebenso nach kurzer Debatte das Gesetz über den D:ederaufbau der Handelsflotte in zweiter und dritter Lesung angenommen. In seiner Schluhansprache ge­dachte Dr. K a e m p f der Wichtigkeit des abgeschlossenen Tagungsabschnittes, der trotz lebhafter Auseinandersetzungen und Gegensätze, die nur in der Verschiedenheit der Anschau­ungen, wie man dem Vaterland nützen könne, ihre Ursache gehabt haben, zu einer nahezu einstimmigen Annahme der Klkditvcrlage geführt habe. Unter dem Widerspruch der Unabhängigen Sozialdemokraten vertagte sich dann der Reichstag auf den 26. September.

2100V Vr.-R.-Tornrerr,

W. T.-B. Berlin, 19. Juli. Neue U-Bovtserfolge in der Biskaha und im Atlantischen Ozean: 21000 Brutto­registertonnen. Unter den versenkten Schiffen befau- den sich ein unbekannter bewaffneter beladener Dampfer von mindestens 4500 Tonnen, von Fisch­dampfern gesichert, und ein beladener Dampfer, der aus einem Geleitzug herausgeschosscn wurde. Die Ladungen der übrigen versenkten Schiffe bestanden, soweit festgestellt werden konnte, aus Stückgütern, Kohlen und Tonerde.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Gin französischer Patrouillendampfer versenkt.

W. T-R. Bern, 19. Juli. Nach einer Meldung des -Petit Parisien" hat ein deutsches Unterseeboot am 19. Juli den französischen Patrouillendampfer „Edourd Corbieres' tnt östlichen Mittelmeer versenkt. Der Kommandant, ein Offi­zier und vier Matrosen sind umgekommen.

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Der neue englische Uebergriff.

Der Einspruch des holländischen Gesandten in London.

Br. Amsterdam, 20. Juli. (Drahtbericht.) Die holländi­sche Regierung hat ihren Gesandten in London 'beauftragt, die englische Regierung auf die Handlungsweise der englischen Kriegsschiffe gegenüber deutschen Schiffen innerhalb der holländischen Territoriailgewäfser aufmerksam zu machen und aus den Ernst des Vorgesollensn hinzuweisen, wobei eine un- bestreitlbare Verletzung der Neutralität stattgefunden hatte.

Oie neue ttrisis in Rußland.

Fortdauer der Petersburger Unruhen!

fp Stockholm, 19. Juli. Aus russischer Quelle wird be­richtet: Die Petersburger Unruhen dauerten auch in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli an.

4t- Haag, 19. Juli. Der Petersbucg-rr Korrespon­dent des „Daily Chronicle" schildert das politische Chaos, welches in Rußland nach dem Austritt der Kadetten aus der Regierung herrscht. Man versucht zwar, ein neues Koalitionskabinett zu bilden, weil der Arbeiter- und Soldatenrat nicht das Vertrauen hat, eine rein sozialistische Regierung zu bilden. Lwow bleibt vorläufig unter gewissen Bedingungen an der Spitze. Die Lage wird erheblich erschwert durch die wachsende Nahrung? mittelschwierig- leiten, die große Entbehrungen für das Volk nach sich ziehen werden.

Der offizielle Petersburger Bericht über die neuen Unruhen.

W.T.-B. Petersburg, 19. Juli. (Meldung der Petersburger Telegraphen - Agentur.) Wie man weiß, ist eine teilweise Ministeckrise in der Regierung infolge von Meinungsverschiedenheiten zwi- chen den sozialistischen Ministern und den Ministern der Kadettenpartei über die Frage der Selbstver- waltung der Ukraine ausgebrochen. Vier Kadettenminister sind zurückgetreten. Unter Ausnutzung liefet Krise veranstalteten einige Einheiten der Peters­burger Garnison unter dem Einfluß der Propa- ganda der sozialdemokratischen Maximalisten unb Miß- iefiimmten durch die Gewaltmaßregeln, die gegen die liuppen in Anwendung gebracht worden waren, die sich egen die Offensive aussprachen, ani 16. Juli, gegen Uhr abends, eine Reihe von bewaffneten Kundgebun­gen. die sich auch den ganzen nächsten Tag über hmzogen. Die erste Maschinengewehr-Abteilung eines Grenadier-Regiments und mehrere andere militärische Abteilungen begaben sich zu diesem Zweck mit der Waffe in der Hand in die Straßen. Sie batte»

Maschinengewehre auf Kraftwagen auf- gestellt und trugen Fahnen mit der Inschrift: Nieder niit den bürgerlichen Ministern! Die ganze Gewalt soll den Arbeiter- und Soldaten raten über­tragen werden! Eine Reihe von Zusammenstößen zwi­schen diesen Truppen und Anhängern der Regierung fanden statt. Zahlreiche Gewehrschüsse wurden in ver­schiedenen Stadtteilen gewechselt. Es gcck einige Ver- wundete. Am nächsten Morgen lieh die Regierung einen Befehl anschlagen, der jede Kundgebung verbot. Der Ausschuß des Arbeiter- und Soldatenrats und der Ausschuß des Rates der Baurrnvectreter veröffentlich­ten ihrerseits einen gemeinsamen Aufruf an die Sol­daten, in dem sie darlegten, daß die gegen die meutern­den Regimenter angewandten Gewaltinaßregeln in­folge formellen Verlangens der Militärausschüsse ver­schiedener Einheiten ausgefiihrt wurden. Der Aufruf sckloß mit der Ermahnung, sich jeder Kundgebung oder bewaffneten Unternehmung zu enthalten. Die der Re­gierung über die Unruhen in der Stadt und den Vor­orten am 17. Juli zugegangenen Berichte lassen er­kennen, daß dieser Tag unter sehr großen Er­regungen vergangen ist. Voni Morgen bis zum Abend brach in verschiedenen Stadtteilen immer wieder Gewehrfeuer aus, die Maschinengewehre beschoffen be­sonders den Dersk-Prospekt. dis tzauptverkehrsstrotze und die benachbarten Straßen. An verschiedenen Stel­lungen wurden Tote und Verwundete gefrmden. B» der Untersuchung konnte .der Urspnmq dieses Schießens nicht festgestellt werden. Teilnehmer an der Kund­gebung behaupten, daß man auf sie ans Fenstern schiH, sie hätten sich daher verteidigen muffen. Tagsüber nahmen aus Kronstadt angekommene Matrosen zahl­reiche Haussuchungen in den Häusern am NewSki» und Litverjy-Prospekts vor. Um 8 Uhr war die Nnhe in der Stadt wieder hergestellt.

Ein von dem MinisterprMdenten Lwow an die Re­gierungskommissare in der Provinz gerichtetes Rund­telegramm sagt über die Ereignisse vom 16. und t7. Juli folgendes: Am Morgen des 17. kennen in Petersburg mehrere militärische Einheiten aus Kronstadt, Oranienbanm und Petrrhof au, denen sich zu Mittag drei Regimenter und ein Grenadier- Bataillon anschlossen. Begleitet von einer unge­heuren bewaffneten Menschenmenge, be­gaben sich diese Einheiten zu einer bewaffneten Kund­gebung zum Taurischen Palast, wo die Arbeiter- und Soldatenvertreter imd Bauern ihre Sitzungen abhcckten. Sie riefen: „Wir verlangen, daß die ganze Machi an die Arbeiter- nno Soldatenrate übergehst" Die Stimmung der Teilnehmer an der Kundgebung war in der Mehrheit den genannten Raten feindselig. Gleichzeitig kamen zahlreiche bewaffnete Arbeiter auf die Straßen, die die gleiche Losung ansgaben. Beschlag­nahmte Kraftwagen und üastantomobile mit Maschinen­gewehren oder bewaffneten Leuten durchfuhren düe gcinze Stecht. Tagsüber gab es in verschiedenen Stadt­teilen Revolver-, Gewehr- und Maschinengewechrfeuer. Tote und Verwundete wurden aurgesirndsn. Um 6 Uhr abends versuchten Gruppen von bewaffneten Ar­beiter den M i n i st er Z e r e t e l l i zu verhaften. Sie bemächttgten sich des Ackerbaum'rnisters Ts «her- n o w, der erst nach einer Rede des Mayimalisten Trotzky wieder in Freiheit gesetzt wurde. Der Taurffche Palast, wo sich die Ereignisse abspielten, war von einer bewaff­neten dichten ä n ß e r st aufgeregten Menge um­geben, die in das Innere des Valastrs einzudringen versuchte.

Der Plan der Verlegung des Sitzes der vorläufigen Regierung.

Br. Rotterdam, 20. Juli. (Drcchtlberrcht.) Remter iraeföet von geistern aus Petersburg: Ein außervvdemtticher Mnrifter- rat hat über den Vorschlag der Verlegung des Sitzes der vor- läuifigen Rsgieuung nach Moskau beraten. DaZ ©tBefor3 wurde nicht bekannt.

UnabtzängigkeitrerKlärung der Krim?

Bt. Stockholm, 20. Juli. (Eig. Drahtbsricht. zb.) Von höherer türkischer Seite höre ich mit Bestimmtheit, daß die Krim ihre Unabhängigkeit erklärt habe.

Die Finnen verlangen Abzug der russischen Truppen!

W. T-B. Bern, 19. Juli. Der Petersburger Bericht­erstatter der „Stampa" drahtet, die Bewegung gegen die russischen Garnisonen in Finnland dehne sich immer weiter au£-. Fast alle finnischen Städte haben dem Generalgouveo- neur dos Verlangen auf Zurückziehung der ru ss i schen Truppen unterbreitet.

Rürktritlsabsichten des Ministerpräsidenten.

W. T.-B. Amsterdam, 19. Juli. (Drahtdericht.) „Düilri Chronicle" meldet aus Petersburg: Fürst Lwow stellte Be- pinqungen für sein Verbleiben im Amte. Die Schwierivkeü — qncnfl tyfrlyp 1 *? AN