Nr. SK3. Donnerstag, 18. Juli 1S17.
Wiesbadener Tagdlatt.
Wbenv-An-gare. Erste- Blatt. Sette 3.
preise, aber ningenfcg i st für den H ö'ch stpreiS
Honig zu haben. Mso wiederholt sich auch bei diesem Prridokt der typische Vorgang, daß d>c Höchstpreise den Wucher Nicht etwa böfeititzem, sondern nur die Waren tnjm Markt treiben. Übrigens ist der Honigpreis wesentlich auch durch die Schuld des umreellen Handels unsinnig in die Höhe getrieben worden. Es gibt leider Gottes viel zu viel Händler, die rücksichtslos die Koujnmktnr auKnützeu und daher 'den Erzeugern jeden Preis bieten- nur um sich ein Geschäft nicht entgehen zu Lassen. Und sie können das, weil sie wissen. Laß ein Genuß- und NabrungDmittel wie der Honig gegenwärtig selbst für 10 M. das Pfund Mnehmer findet. Spekulative Bienenzüchter merken sich das natürlich und nehmsn min auch sckLst dem Mund recht voll. Werden doch selbst jetzt noch van manchem Imkern 6 und 6 M. für das Pfund Honig verlangt. Was vom den Lebens- und Gedarfsmitteln allgemein gilt, gilt auch bezüglich des Honigs: Wer van einer Höchst- preisäberschreitung Kenntnis erhält, erstatte unverzüglich dem Kriegswucheramt in Berlin-Schöneberg, Apoistel- Paulius-Stvaße 9, Anzeige. Das Amt wird sofort rücksichtslos im ollen zu feiner Kenntnis gelangenden Fällen ein- schreiten
— Ernte 1917. Der Magistrat weist in einer Bekannt- wachumy von b-ssute darauf hin, daß durch die Reichsgetreide- oödnumg für fcjk Ernte 1917 sämtliche angebauten Früchte zugunsten des LammunalverbaNds beschlagnahmt sind. Während bisher ein Teil der Gerste der Beschlagnahme nicht unterlag, ist durch die neue Eietreideordmung abweichend hiervon die Beschlagnahme auf sämtliche Früchte ausgedehnt worden. Der BuNdesrat wird festsetzen, welche Mengen der selbftgebautem Früchie Unternehmern landwirtschaftlicher Betriebe zur Fütterung des im Betrieb gehaltenen Viehs uuo zur Bestellung der zum Betrieb gehörigen Grundstücke ver- wemdem dürfen.
— Kriegsauszeichnungen. Der aktive Leutnant Hermann Kolb aus Wiesbaden wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. — Das Eiferne Kreuz 2. Klaffe erhielten: der Reffrvfft im Res.-Jns.-Regt. 83 Johann Ne u n - dörser aus Wiesbaden; der Kaufmann und Privatdetektiv Walter Kramis aus Wiesbaden, zurzeit VizefeDwebel in einem Landsturmbataillon: unter Beförderung zum Gefreiten der Kriegsfreiwillige Theodor P r e s b e r, Sohn des Kellners Ghristiam Presber aus Wiesbaden, und der Pionier Adolf Stein, Sohn des Landwirts Philipp Stein in Erbeuheim. — Dem Kolommeirmrzt der Freiw. SanttätSkolonne vom Roten Kreuz Wiesbaden Stabsarzt d. R. Dr. Staffel wurde für seine Tätigkeit bei einer Kriegslazarettabteiluny das Eiserne Kreuz 2. Klasse sowie das Ritterkreuz 1. Klaffe mit Schwertern des Sachs. Wbrechtsoidems verliehen. — Der Sanitätssoldat Wilhelm W e tz e l aus Wiesbaden, früher freiwilliger Krankenpfleger bei der Bugavmee, erhielt die Rote-Kreuz- Mckdaille 3. Masse und der Krankenträger v. G h i e l aus Wiesbaden das HeWfche Sanitätskreuz am Band der Dapfer- keitsmedaille. — Dem Oberzählmeister Schleini n g vom 1. ErsatzbatailllM Jnf.-Regts. 130 wurde das Verdienstkreuz für KriegÄhilfe verliehen.
— Vom Wochenmarkt. Die Gemüseanfuhr war heute eine ziemlich stänke, jedenfalls «ine stärkere, als sie durchweg auf dem Mainzer Markt feststellbar ist. Die Heidelbeerver- käufer hatten ihre Vorräte bereits gegen 9 Uhr abgesetzt. An den städtischem VerkaufSlständem gab es .Zwiebeln zu 22 Pf.. Tomaten zu IM M. dos Pfuäd, Radieschen zu 10 Pf. das Bündel, Rettiche zu 16 Pf. das Stuck, Gurken zu 40 Pf. bis 1 M., Salat zu 35 Pf. das Pfund, Blumenkohl zu 30 Pf. bis 1,70 M., Rubeuislpinat zu 10 Pf., Weißkraut zu 20 Lis 25 Pf. das Pfund.
— Nahrungsmittelvergiftung? Bei einem dieser Tag? hier verstorbenen Kind liegt der Verdacht einer Nahrurvgs- mittelvengiftuug vor. Die Beerdigung ist deshalb vorläufig amjfgehoben worden.
— Lebensmüde? Gestern abend in ziemlich später Stunde wurde die Ehefrau Rosa B„ die in einer Kantine Morphium gencmmren hotte, in das städtische Krankenhaus übergeführt.
— Fleisch aus dunklen Quellen. Der Frankfurter Polizeipräsident gibt bekannt: Dem Hotelbesitzer Paul Hambitzer, Theaterplatz 3—5 in Frankfurt a M., wird hierdurch der Handel mit Gegenständen oes täglichen Bedarfs
wegen Unzuverlässigkeit in bezug aus seinen Gewerbebetrieb emtersagt. Hambitzer hat größere Mengen Fleisch unter Überschreitung der Höchstpreise aus dunklen Quellen bezogen
— Kurhaus. Das Wohltätigkeitskongert am vergangenen Smrntag zu« Förderung des Wiederaufbaus von Ehdtkuhueu war recht gut besucht. Dank der regen Beteiligung konnte dem patriotischen Zweck der Betrag von 1308 M. zugeführt werden.
— Kunst an der Front. Man schreibt wns: An manchem Ort des van mt§ besetzten Gebiets verdanken viele Feldgraue heitere und genußreiche Stunden den Künstlern unserer König!. Schauspiele, es blieb jedoch dem beliebten Mitglied 'der hiesigen Hosbuhne Herrn Walter Steinbeck Vorbehalten, mit Genehmigung des Herrn Intendanten Vorführungen ernster und heiterer Art bis zu unserer Franttruppe zu bringen.
— Dir Preußischen Verlustlisten Nr. 886 und 887 liegen mit den Sächsischen BerlUstlisterr Nr. 425 und 426 und der Wurttembergischem Verlustliste Nr. 585 in der Tagblattschalterhalle (Wuskunftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Bismarckring 19 zur Einsichtnahme auf.
v»r»erichte Aber Kunst. Vrttäat am» verwandt«,.
* Residenz-Theater. In der am Samstag stattfindemden Erstaufführung von „Die Königin der Luft" wird Alois Gvotzmann vom Neuen Theater Frankfurt a. M. ein mehrtägiges Gastspiel in der Hauptrolle antreten.
* Kurhaus. Für Freitagabend ist im Wonnement ein Sinfonieko-nzert unter Musikdirektor Karl Schnrichts Leitung vmgosehen.
klus dem Landkreis Wiesbaden.
wc. Biebrich, 19. Juli. Gestern wurde auf dem hiesige» Rathaus dos Hausgrundstuck Wiesbadener Straße 9 versteigert. Das Höchstgebot mit 29 440 M. legte dabei ein der Inhaber eines Teils der >erfteu Hvpothck, Zigarvenfabrikant Emil Schvsmb Hierselbst. Die weiteren Hypotheken fallen im Fall der Erteilung des Zuschlags zu diesem Angebot aus.
z. Bierstadt, 18. Juli. Wie auch anderwärts, so zeigen auch hier di« standesamtlichen Angaben gegen die früheren Jahre ein wesentlich verändertes Bild. Früher waren die Geburtenziffern hoch und die Sterblichkeitsziffern gering, was jetzt umgekehrt ist. So betrugen die jährlichen Geburten vor etwa 20 Jahren etwa 120, wobei zu bedenken fft, daß die damalige Bevölkerungsziffer um etwa 1200 Bewohner niedriger stand als jetzt. Im Jahre 1913 sind eingetragen 98 Geburten, 21 Trauungen. 44 Sterbesälle, 1914 — 73 Geburten, 22 Trauungen, 55 Sterbesälle,
1916 = 57 Geburten, 18 Trauungen, 81 Sterbefälle,
1916 — 48 Geburten, 25 Trauungen, 71 Sterbefälle. Im Halbjahr 1917 sind verzeichnet: 24 Geburten, 11 Trauungen. un>d 39 Sterbesälle. — Der erste Wochenmarkt im Saal „Zum Bären" war >vn unseren Gärtnern gut beschickt und viel Gemüse wurde verkauft. Mangel zeigte sich in Bohnen und Gelbem Rüben und Erbsen.
Sport und Luftfahrt.
* Rennen Berlin-Grnnewald, 18. Juli. I. 1. Balzers „Carlo" (Herold), 2. „Sternhagel". 3. „Kausta-nze". Sieg: 65:10. Platz: 19, 18, 20-10. — ll. S. A. v. Oppenheims „Muselimaim" (Schläfke) ging allein über die Bahn. — III. Preis von Münchehofe. 11 000 M. 1. S. A. v. Oppenheims „Modelle" (O. Schmidt), 2. „Tratte", 3. „Fidelitas". Sieg: 84:10. Platz: 33, 31, 41:10. — IV. Adonis-Rennen. 13 600 M. 1. A. und C. b. Weinbergs „Pevgolese" (O. Schmidt), 2. „Porphyr 2". Sieg: 10:10. — V. 1. E. Davids „Tradition" (Ludwig), 2. „Pflicht", 3. „Teerose". Sieg: 159:10. Platz: 34, 15, 51:10. — VI. 1. Gestüt Graditz „Claudia" (Rastemberger), 2. „Sperber", 3. „Roli Poli". Sieg: 100:10. Platz: 21, 14, 14:10. — VII. Gallipoli-Ausgleich. 11000 M. 1. Gestüt Leutstettens „Artillerie" (Olejnik), 2. „Anemone", 3. .Lilienstein". Sieg: 45:10. Platz: 14, 13, 14:10. — VIII. 1. Fürst Hohenlohe-Ochringens „Pavos" (W. Plüschke), 2. „Stichflamme ', 3. „Jmmevdor" und „Defizit". Sieg: 45:10. Platz: 18, 27, 11, 9:10.
HandelsteiL
Amtliche Devisenkurse in Deutschland.
W.T.-B. Berlin, 19. Juli. (Drahtbericht.) Telegraphische Auszahlungen für:
Holland. 280.75 O. Mk. 281.25 B. ffir 100 OuWen
Dänemark .... 187.50 G. Mk. 188.00 B. « 100 Kronen Schweden .... 210.25 G. Mk. 210.7* B.
Norwegen .... 200.76 G. Mk. 201.25 B.
Schweiz.137.12 G. Mk. 137.37 B.
Oesterreich-Ungarn . 64.20 G. Mk. 64.30 B.
Bulgarien. 80.50 G. Mk. 81.50 B.
Konstantinopel. . . 19.95 G. Mk. 20.05 B.
Spanien
Berlin.6
Brüssel . . .1 Bukarest. .. I
125.50 G. Mk. 126.50 B Amtlicher Wechsel-Zinsfuß. Amsterdam! 1 /. London .5 Petersburg- * Ital. Plätis .5 Madrid .4 Stookholma“. Kop.nhag.il f Pari* .. 5 Ghriatiami 5 1 /»
100 Kronen 100 Kronen 100 Franc» 100 Kronen 100 Lews 1 türk. Pfd. 100 Pesetas.
Sohw.i*.
PI. !>/, Wien . 5
Ausländische Wechselkurse.
w. Amsterdam, 18. Juli. Wechsel auf Berlin 34 65 (zuletzt 3450), aul Wien, 21.80 (21.70), auf die Schweiz 52.80 (52.65), auf Kopenhagen 10.75 (70.50), auf Stockholm 76.20 (75.60), auf New York 24200 (242.00). auf London 11.51% (1154%), auf Paris 42.30 (42 32%).
Banken und Geldmarkt.
• Die Diseonto-UeselDchaft kaulte in Danzig drei Geschäftshäuser mit der Absicht, für die in Danzig zu eröffnende Niederlassung ein eigenes Bankgebäude zu errichtet.
$ Vom Berliner Geldmarkt. Berlin, 19. Juli. Am hiesigen Geldmarkt bedang tägliches Geld 4% bis 4 Prozent- Privatwechselzinsfuß 4 5 ;» Prozent.
Industrie und Handel.
w. Rheinische A.-G für Braunkohlenbergbau lind Brikettfabrikation, Köln. Köln, 39. Juli. Die Tagesordnung der auf den’21. August anberaumten Generalversammlung der Rheinischen A.-G. für Braunkohlenbergbau und Brikett- fabrikalion in Köln enthält den Antrag auf Erhöhung des 32 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals um 1.50 Millionen Mark unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts und die Wahlen zum Aufsichtsrat.
Versicherungswesen,
§ Kapitalserhöhung der Hamburg-Bremer Rückver- sitherungs-A-G Berlin, 19. Juli Die außerordentliche Generalversammlung der Hamburg-P.remer Rückversiche- rurgs-A.-G. in Hamburg, die über die Aufnahme der Fernversicherung in den Geschäftsplan der Gesellschaft sowie l'it-er die Erhöhung des Grundkapitals um 2 Millionen auf 5 Millionen beschließen soll, wird auf den 4. August berufen Die neuen, für 1917 zu einem Viertel divid Badenberechtigten Aktien werden einem Konsortium unter Führung der Norddeutschen Bank in Hamburg zu Hi8 Prozent mit einer Einzahlung von 250 M. und einem Aufgeld von 80 M. überlassen.
Marktberichte.
* Pferdemarkt zu Frankfurt a. M Zur Deckung des notwendigsten Bedarfs für Stadt und Land haben sich die vom Landwirtschaftlichen Verein zu Frankfurt a. M. vor dem Gelände des Ostbahnhofs abgehaltenen Arbeitspferdemärkte recht gut bewährt. Auch zu dem am Mittwoch, den 1 August stattfindenden Markt ist wiederum mit einem den Zeitverhältnissen entsprechenden Angebot leichterer, mittlerer und schwerster Arbeitspferde zu rechnen.
Wettervoraussage für Freitag, 20. Juli 1917
von d«r Meteorologischen Abteilung des Phytikal. Vereins zu Frnnkfnrt ». M.
Wechselnde Bewölkung, Regenschauer, später Aufklärung, etwas kühler.
Wasserstand des Rheins
am 19. Juli. _
Biebrich. Pesel: 1.20 m gegen 120 m am geitrigen Vormittag.
Canb. « * 58 » » 2 65 « « » «
Kainz. « 153 « « 151 « « « «
vie Abenv-Ausgab« umfaßt 4 Seiten.
tzauvtlchriflleiter: s. HegrrHerst.
UerantwortN» für deutsche B-Iitil: «. He,erHerst; für KnStanMoeHrtt- Dr phil. fl. 6türm; für den Unterhallunqtteil: B ». »tuen»etf; fftr Jieärtätm aui «tei baden und den Nachbardezirken: I. 8.; ». Liefen»,»: [ut «endjtSjeel: H. Diefenbach; für Spart and Lust-ehrt: I.S. SeSeitr: |it Lkrmilchte« und den Brieffasteii: C. Lata-ker; für den Handel,teil B. «fc _ für die Unze,gen und Reklamen. H. D-rn-nf; läntllich in «ieübaden.
Drue und Uerla, der L. Schellender,'fchen Hof.Buchdrnckeret in suebedea.
Sprechstunde der Schriftleitun,: 1» bi, 1 Udr.
Betr.: Ernte 1917.
Folgende Früchte allein oder mit anderen Früchten gemengt werden mit der Trennung vom Boden für den Kommunalverband beschlagnahmt, in dessen Bezirk sie gewachsen sind:
Roggen, Weizen, Spelz (Dinkel, ^esen), Emer, Cinkor»,, Gerste, Hafer, Erbsen, einschließlich Kntter- erbsen aller Art (Peluschken), Bohnen, einschließlich Ackerbohne», Linsen, Wicken, Buchweizen und Hirse.
Die Beschlagnahme erstreckt sich auch auf den Halm und die aus den beschlagnahmten Früchten hergestellten Erzeugnisse wie Mehl, Schrot usw.
An den beschlagnahmten Vorräten dürfen Veränderungen nur mit Zustimmung des Kommunalverbandes, für den sie beschlagnahmt sind, vorgenommen werden.
Der Unternehmer eines landwirtschaftlichen Betriebes hat die zur Ernte erforderlichen Arbeiten vorzunehmen. Er ist verpflichtet, die zur Erhaltung und Pflege der Vorräte erforderlichen Handlungen vorzunehmen.
Alit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu fünfzigtausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft:
1. wer unbefugt beschlagnahmte Vorräte beiseiteschafft, insbesondere aus dem Bezirke des Kommunalverbandes, für den sie beschlagnahmt sind, entfernt, sie beschädigt, zerstört, zur Verarbeitung annimmt, verarbeitet, verarbeiten läßt, verbraucht oder sonst verwendet;
2. wer unbefugt beschlagnahmte Vorräte verkauft, kaust oder ein anderes Peräußerungs- oder Erwerbsgeschäft über sie abschließt;
Z. wer die zur Erhaltung, Verwahrung und Pflege der Vorräte erforderliche» Handlungen pflichtwidrig
(§§ 4, 46) unterläßt.
Ein Auszug aus der Reichsgetreideordnung, enthaltend die wichtigsten Bestimmungen für die Ernle 1917 wird den landwirtschaftlichen Betrieben demnächst in Umdruck zugehen.
Auskünfte werden beim Mehl- nnd Auttermittelamt, Friedrichstraße IS, Zimmer Nr. 8, erteilt. F456
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Wiesbaden, den 17. Juli 1917.
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Bekanntmachung.
Die Ausführnngsanweisnng der Bekanntmachung vom 29. Juni d. Js., betreffend Beschlagnahme aller Gegenstände ans Kupfer und Kupferlegierungen, ist im städtischen Amtsblatt er, schienen und wird hiermit darauf verwiese».
Nach dieser Bekanntmachung sind unter anderem auch Treppenläuferstangen, Handleisten, Portierenstangen, Türgriffe usw. aus Messing beschlagnahmt und können diese Gegenstände schon jetzt freiwillig abgeliefert werden, wofür eine Prämie ans den Kaufpreis von 1 Mk. für 1 kg gezahlt wird. Das Publikum wird jedoch vor Abnahme derartiger Gegenstände ersucht, die Ausführnngsbeftimmnnge», die auch in der Metallsammelstelle einzusehen sind, selbst durchznlese«. Da immer noch
Alnmininmgegenstände
zurückbehalten sind, wird die
Frist für Abliefernus
nochmals bv
31 Juli d. Js.
erstreckt.
Es wird dabei auf eine vom Kriegsamt in den Zeitungen bereits bekanntgegedene Mitteilung verwiesen, daß demnächst auch vom Kriegs- amt aus
Haussuchungen
vorgenomm?» werden nach Metallgegensiänden, die beschlagnahmt unb noch nicht abgeliefert sind. Da schon sehr zahlreiche Anzeigen über Verheimlichungen eingelanfen sind, deren teilweise Nachprüfung jedes Mal verheimlichte Gegenstände zu Tage förderte, wird das Publikum nochmals dringend gewarnt, Gegenstände weiter zu verheimlichen.
Wiesbaden, den 14. Juli 1917. F456
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