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m-ntag.». Zu« »i 7 . Morgenausgabe nr - 343 - * 65 - 3of!C9cm9 '
Sin Vergeltlings-Megerangriss auf London.
Der Tagesbericht vom 8. Juli.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 8. Juli. <AnrtliÄ.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprrcht
An der Küste, im Ypern- und Wytschaete-Abschnftt sowie bei Leus und zwischen Somme und Orse wechselnd starker Feuerkampf.
Während östlich von Yperu cnglnche Erkundungsvorstöße zum Scheitern gebracht wurden, gelang es unseren Aufklärungsabteilungen, nordwestlich und wlftlüh von St. Quentin Gefangene zu machen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nach tagsüber starker Artilleriewirkung stießen die Franzosen gegen Abend mit c r h c b I i ch e n K r a f t e n zum Angriff östlich von Cernh vor. Der Ansturm brach in unserem Feuer und im Handgranatenkampf verlustreich zusammen; mit gleichem Mrperfolg endeten nachts mehrere Vorstöße gegen unsere Graben südlich des Gehöfts La Novelle und südwestlich von Ailles.
Unseren Sturmtrupps glückte ein Überfall auf, eine feindliche Feldwache bei dem Gehöft Menne,en, südlich der Straße Laon-Soissons. , . .
In der Wrstchampagne wurde sichern abend ein weiterer Angriff der Franzosen am Cornrllet- Berge zurückqewieseu. ^ .
Auf dem linken Maasufer steigerte sich abends das Artillerieseuer zu großer Heftigkeit. Nachts erfolgte ein starker französischer Angriff auf der H ö h c 3 0 4 und am Westhange des „Toten Manne s".
Der Feind ist a b g c s ch l a g e n worden. In einigen Grabenstücken wird noch gekämpft.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Außer zeitweilig auflebendem Feuer in der Lothrin ger Ebene und einem erfolgreichen Vorfeldgefccht “ Rhcin-Rhoue-Kanal keine besonderen Ereignisse.
am
Erfolgreicher deutscher Vorstoß am (Lhemin des Domes.
Der deutsche Abendberichl vom 8. Juli.
W. T.-B. Berlin, 8. Juli, abends. (Amtlich. Drahtbericht.) Am Chcmiu des Tanies, südöstlich von Pargny-Filain, brachte uns em Angrns beträchtlichen Raumgewinn und über 700 Gesan-
^ C Im ^O st c u haben heute die Russe« bei Stauislau erneut angegriffen und Gelände gewonnen.
Oie Lage im westen«
Die feindlichen Fliegerangriffe auf deutsches Gebiet.
W. T.-B. Berlin, 7. Juli. (Nichtamtlich.) In der Nacht mm 7 Juli überflogen feindliche Flieger das Festungsgebret von Kö'n. Bomben wurden nicht abgeworfen. Einer Tätigkeit der Abwehrgeschütze bedurfte es nrcht. In den ftühen Morgenstunden haben einige feindliche Luftfahrzeuge dem rheinisch-westfälischen Industriegebiete einen Besuch abgestattet. Es wurden rm ganzen Sjöomben älacworfen, die einen Sachschaden von etwa 2000 L>iark an- rickteten Menschen wurden nicht verletzt. Industriebetriebe sind nicht getroffen worden. Auch Ludwigs- bafeu und Umgebung wurden von Fliegern angegriffen. Der Sachschaden war sehr gering. Menschen wurden nicht verlebt. Auf dem Hin- und Rückfluge berührten feindliche Flicaer, wie bereits berichtet, Karlsruhe, wurden aber durch Sperrfeuer verjagt. Schließlich wurden auch auf Trier und Umgebung zahlreiche Bomben wahllos abaeworfen. Die meisten fielen ergebnislos in srercs G e ' ä n d e Andere richteten an Gebäuden einigen Scbaden an. Militärischer Schaden ist nicht entstanden. Getötet wurde ein .Kind,.verletzt ein Mann. Ein französisches Flugzeug wurde bei Saarburg durch Abwehrfeuer zur Landung gezwungen. Die zwei Insassen sind ge-
fcreen. t..^. ^gorms, 7. Juli. «Nichtamtlich.) Heute Nacht gegen 2 Uhr erschienen feindliche Flieger über der Stadt und warfen ungefähr 20 Bomben ab, von oenen di-- Mehrzahl auf fteiem Felde niederftel, wahrend eine vor einer Baracke des Kriegsgefangenenlagers ein-
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In der Nacht vom 6. zum 7. Juli habe» außer Bombenwürfen nahe an der Front auch Luftangriffe ans deutsches Gebiet stattgcfunden
Feindliche Flieger warfen im westfälischen Industriegebiet, in Trier und Umgebung, ferner auf Mannheim, Ludwigshafen und Rodalben insgesamt über 100 Brandbomben ab. Militärischer Schaden ch nicht ent standen. Eines der feindlichen Flugzeitgc fiel in unsere
Hand. . .
Am Morgen des 7. Juli griff darauf eines unserer Fliegergeschwader London an. Gegen 11 Uhr vormittags wurden die Docks, Hafen- und Speicheranlagen an der Themsemündung ausgiebig mit Bomben beworfen. Brand- und Sprengwirkungen wur den festgestellt. Eines ver zur Abwehr aufgestregenen englischen Flugzeuge ist über London abgeschosscn worden. Auch auf Margate an der Ostküste Englands wurden Bomben abgeworsen. Unsere Flugzeuge sind sämtlich zurückgekehrt bis au? eines auf der Sec notgelandetes, das von unseren Seestre'rtkräften nicht mehr geborgen werden konnte.
In Luftkämpfen und durch Abwehrfeuer an der Front haben die Gegner gestern neun Flugzeuge ein gebüßt. Eines davon ist durch Leutnant Wolfs ab geschossen worden, der damit seinen 33. L u f t s i e g er rang.
Hstttcher Kriegsschauplatz. j Heeresfront des GeneralseldmarschallS Prinz Leopold von Bayern.
Heeresgruppe des Generalobersten v. Böhm-Ermolli
Ans dem Kampffelde zwischen S t r y p a und Z l o t a Lipa haben die Russen ihre Angriffe nach den nutzlosen Opfern der Vortage nicht erneuern können.
Heute morgen brach ein Angriff ohne Feucrvorberei- tunff bei Zborow verlustreich zusammen. Bei Stanislau ist gestern und heute früh gekämpft worden. Österreichisch-ungarische Regimenter wiesen dort nachmittags mehrere russische D r v i s i o- »r» ab, deren Sturmwellen, durch unser Vernichtungsfeuer gelichtet, bis an die Stellung vorgedrungen waren.
Auch bei Hnta im oberen Tale der Bystrizyca Solotwinska wurde ei» Angriff der Russen abgeschlagen.
Bei den übrigen Armeen der Ostfront hielt sich die 8efecht§tätigkeit in mäßigen Grenzen.
An der
mazedonischen Front & die Lage unverändert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendarff.
schlug, ebne zu explodieren. Menschen sind nicht verletzt worden. Ter Sachschaden ist unerheblich.
W. T.-B. Essen, S. Juli. (Drahtbenckt.) In der ver- aanaenen Nacht war hier zweimaliger Fliegeralarm, um 2.28 Uhr bis 2,33 Uhr. Bon 3,23 Uhr bis etwa 3,40 Uhr waren die Flugabwehrkcrnonen überaus heftig tätig. Bombenabwürfe oder irgend welcher Sachschaden srnö nicht gemeldet. Auch war nickt mit Sicherheit festzustellen, ob tatsächlich feindliche Flieger über unserer Stadt gewesen sind.
Die Offensive-Interpellation in der französischen Kammer.
W T -B. Paris. 7. Juli. (Nichtamtl.) ^Die Kammer nahm beute nach Beendigung der geheimen Sitzungen die öffentliche Sitzung zur Besprechung der Interpellationen üfer die Führung der militärischen Operationen wieder aus. Dcschanel verlas die vierzehn cingebrachten Tagesordnungen. Augagneur erklärte, er wolle cius den Dcsprcchungen in der geheimen Sitzung einige Schlüsse sichen: der 21tiß erfolg unserer letzten Offenswe rührt von der ungenügenden Autorität der Regierung und dem Mangel an Kontrolle über da? Oberkommando her. Abel F°crv bezeugte der Aufrichtigkeit Englands seine Hochachtung und verlangte, daß jpan sich an England wmde zwecks gerechter Verteilung der Streitkrafte der Alliierten an der Front. Dalbiez erörterte die Frage der Verantwortlichkeit ffir die letzte Offensive und ging auf die Verwendung der Truppenbestände ern.
Tiefgehende Entmutigung in Panis.
# Lugano. 7. Juli. Der italienische Deputierte Pome bericktet aus Paris an das „Giornale d'Jtalra": Die
vorübergehende Begeisterung über die Erfolge der Aprrl- CffenHöc hat einer tiefgebenden Entmutigung Platz gemacht^ Phantastische Ziffern über Verluste an Toten und Verwundeten werden überall herumgesprochen «nd haben eine Stimmung erzeugt, als ob Frankreich die schlimmste Niederlage erlitten hätte. Und dies ist erklärlich. 1917 sollte ta s Siegesjahr sein, aber 1916, 1916 und 1914 sollten es auch 'sein. Das französische Volk, dem man niemals die Wolibett sagen wollte, ist so oft enttäuscht worden und glaubt jetzt nichts mehr. Die Regierung habe sich nun aus- aerrfit um der Verbreitung entmutigender Nachrichten ent- gegcuMtreten. Sie habe namentlich auch eine scharfe Überwachung aller Fremden, einschließlich der Verbündeten, angeordnet und bei der Bevölkerung eine nur allzu weitgehende Unterstützung gefunden. Ein dumpfe- fremde uh atz mache sich bei der Pariser Bevölkerung bemciklar und es sei tief bedauerlich, daß nämentlich die Italiener wie Feinde behandelt würden.
Die englischen Verluste.
- Amsterdam, 7. Juli. Die „Times" vcm 29. Juni gibt dre britischen Be-Lrftr mir IW Offizinen mid 1880 Man» an.
ver Tauchbootkrieg.
Wiederum über 73 VW Tonnen^
W.T.-B. Berlin, 7. Juli. (Amtlich.) .1- Im A t- lantischen Ozean wurden durch eines unserer Unterseeboote wiederum 2 3000 Bruttoregrstertonneu vernichtet. Unter den versenkten Schlffeilbefandcn sich die englischen Dampfer „Lord Roberts (4180 Tonne«) mit Weizen, „South Wales" (3888 Tonnen) mtt Rer^ zwei englische Dampfer mit Mars bezw. Fruchten. Zwer der versenkten Schiffe haften Kohlen geladen.
2. Im M i t t e l m e e r wurden neuerdings 11 Dampfer und 39 Segler mit über 50000 Bruttoregistertonnen durch unsere U-Boote verse ntt. Darunter befanden sich der von 2 Zerstörern gcsicherft englische Transporter „Cestrmn (89B, Tonnen) die bewaffneten englischen Dampf« „Ruperra" (4232 Tonnen) mit Baumwolle und Stuckgut, „Birdoswald" (4013 Tonnen) und „Tong Hong (2184 Tonnen), die bewaffneten französischen Dampfer „Craonnc" »nd „Diasse", cm unbekannter bewaffneter Dampfer von etwa 4000 sonnen und zwei unbekannte vollbeladene Dampfer von etwa oüüO Tonnen, sowie 2 4 fast durchweg mit Phosphat für Italien beladene italienische Segler. Mehrere Dampfer wurden aus stark gesicherten Gelertzugem einer im Nachtangriff, abgeschossen. Em mod«ues 7,6-Zentimeter-Geschütz des englischen Dampfers „Tong .Hong" wurde erbeutet.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Weitere Versenkungen.
Haag. 7. Juli. Nach dem Korvespondenzbureau ist beim Ministerium des Äußern die Nachricht eingetroffen, daß dre Fischersabrzeuge „Thor" und „Proesneming" aus Vlaar- dlnaen von einem deutschen U-Boot versenkt wurden. Dm Besatzung wurde geler-det.
W.T.-B- Washington. 7. Juli. (Nichtamtlich. Reuter.) Das Staatsdepartement teilt mit: Ein deutsches U-Boot hat den Dumpfer „5Hrlenns" torpediert und versengt. Bier Mann der Besatzung sind umgekommen.
Das französische Unterseeboot „Ariadne" versenkt.
W. T.-B. Paris, 7. Juli. (Havrs.) Das Umterßwboo-i. „Ariadne" ist am 19. Juni im Mrttelmeer von «wem feindlichen Unterseeboot torpediert und versenkt worden. We Offiziere und ein Teil der Bemannung sind n-mg«» kommen. 9 Mann konnten gerettet werden^
Ein englischer Minensucher gesunken.
I \v. T.-B. London, 7. Juli. Ein im Mittelmeer verwew deter britischer Minensucher ist am 24. Juni auf eine Mine gestoßen und gesunken. 10 Raum der Besatzung »erden vermrßt, wahrscheinlich sind sie durch die-Exploftgnze. tötet worden.
Die politische Hochspannung.
(Von unserer Berliner Abteilung.)
I,. Berlin, 8. Juli. (Eig. Drchkbericht. zb.) In d«r jetzt schweibenden Fragen der inneren und äußeren Polittk, die sich zu der jetzigen sehr kritischen Hochspannung entwickelt haben, und in den damit zusammenhängendLN Misönlichen Frag«, ist eine Entspannung bis jcht keineswegs emge- treten. Es scheint hier eine Stockung sich bemerkbar zu machen, da nämlich, wo es sich uni die Entscheidung an höüsster Stelle drehc. irgend ioelche Jnittative nickst nrchr ergriffen werden kann. Unterdessen gehen die Verhandlungen unter den Ddehrheitsparteien im ReickStrg weiter, wo die Frvkttv- nen ihre vertraulichen Besprechungen fortsetzen. 2Rit um ft größerer Ausführlichkeit wird aber m der Presse die Krise besprochen, um den Ansichten und Wünschen der hinter den Zeitungen stehenden Parteien den notigen Nach, druck zu verschaffen und auf das Publikum einzstw-rken. Wäh« «nd sich die linksstehenden Blätter frisch und lebhaft de- ihnen sympathiscken Stoffes bemäckttgen, sind die alldeutfcherr wnd k-mseovatiben Zeitungen sehr vorsicktiz, und sogar d« ifOnft fchr „D eutfcöc ’joc
i'e2>c Kampfesftmnmung verloren und ruft nur noch verzwerfett nach dem „Starken Mann", der helfen soll. Das „Berliner Taaeblatt" fügt noch zu dem Bericht über de« Verlaus der gestrigen Ausschußjttzung hinzu, daß der Zentrumsabge. ordnete Fehrenbach eine sehr eindrucksvolle Rede hielt, in der er seinem Parteigenossen Erfberger rückhaltlos zujttnrmts. Das Zentrum'stehe mtt Ausnahme einiger Mtglieder geschlossen auf dem Standpunkt Erz-bergerS. Es heißr dann weiter in dem Blatt zu .den Fragen der inn e ren PoIi ti k - Wir halten sie für mindestens so not. wend-g und f-fft noch wichtiger als dst Abweisung der Annexianspolittk. Voraussetzung ist, daß rwan sich dabei nicht mit Halbheiten begnügt. Es liegt sowohl :m Interesse des Volkes wie im Interesse der Krone, unzweideutig ausfw- fpr-echen, daß in Zukunst die Regierung im EinverfiändnS mit der Bc-IksveftreftMg ernannt wird. Der StzachSdnzzl«
