Verlag Langgafse 21
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13 Ausgaben.
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„Tagblntthaus" Nr. KS50-53.
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Donnerstag, 5. Iuli 1917.
Ein Mgerangriff auf harvich!
Der Tagesbericht vom 5. Juli.
/«r ©tof?e$ Hauptquartier, 5. Juli.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprrcht
In Flandern und im Artois blieb gestern die Feuertatlgkeit meist gering. An mehreren Stellen wurden feindliche Grknnduugsvorstöße abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz
Unser Geläudegewinn am Chemin des Dames, östlich von Cerny, veraulaßte die französische Führung anch gestern und heute morgen wieder zu Angriffen die verlustreich scheiterten. Bisher haben die Franzosen dort fünfzehn Mal ohne jeden Erfolg, jedesmal aber unter erheblichen Opfern an Toten,Verwundeten und Gefangenen versucht, den verlorenen Boden zuriickzw erobern.
Auf beiden Maasnfern nahm abends der Feuerkampf zu.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
3« den letzten Tagen führten Aufklärungsabteilungen östlich der Mosel mehrfach gelungene Unternehmungen durch.
Eines unserer Fliegergeschwader griff gestern Vormittag die müitärischen Anlagen und Küstenwerke bei Harvich an der Ostküste Englands an.
Trotz starker Abwehr von der Erde und durch englische Lnststreitkräfte gelang es mehrere tausend Kilogramm Bomben ius Ziel zu bringen und gute Wirkung zu beobachten. Sämtliche Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt.
Hceresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Auf dem Kampffelde in Ostgalizien herrschte gestern nur geringe Feuertätigkeit. Es kam aus den Hohen der Brcezany zu örtlichen Gefechten, bei denen die Russen aus einigen Trichterlinien geworfen wurden, in denen sie sich noch gehalten hatten.
In den benachbarten Abschnitten blieb es im allgemeinen ruhig.
Au der
Front des Generalobersten Erzherzog Joseph und bei der
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen zeigte sich vereinzelt der Feind tätiger als sonst.
Mazedonische Front.
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Oer Tauchbootkrieg.
5 Dampfer und 4 Segler!
W. T.-B. Berlin, 4. Juli. (Amtlich.) Neue Untersee- boctserfolge im Atlantischen Ozean und in de- B i S - kaya: 5 Dampfer und 4 Segler. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a die englischen Dampfer „Tevict- dale" (3947 Br.-R.-T.) auf dem Wege nach England, „Ra- Honda 2" (7196 Br.-R.-T.), der Munition geladen hatte und fast gleichzeitig mit der Torpedodetonation in die Luft flog, ein grctzer bewaffneter Dampfer, anscheinend mit Erzladung auf dem Wege nach England, ein englischer Zweimästschoner „Carrie Harry".
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Weitere Versenkungen.
w ; T.-B'. Stockholm. 4. Juli. Nach „Stockholms Tid- ningen/ meldet der schwedische Vizekonsul in Newcastle, daß der schwedische Dampfer „Germania" (1064 Br.-R.-T.) auf der Reise von Göteborg nach Hüll versenkt worden ,ft.
Die zwingenden Zahlen des U-Bootskrieges.
— Berlin, 5. Juli, (zb.) Die im Hauptausschuß aus- gegebene Parole auf u n b e i r r t e s F e st b l e i b e n ist, wie mit c-i>deren Blattern die „Germania" sagt, das einzig Richtige. Die Zuversicht des Staatssekretärs Helfserich wiegt für das Blatt besonders schwer. Es dürfte an der Er- fabrungstotsache festzuhalten sein, daß Zahlen beweisen. Die Zah.en des Unterseebootskrieges bedeuten für England
- .i r” < wr n ** k a „ r e § und unentrinnbares Schicksal. dessen Erfüllung zwar auf Tag und Stunde man nicht anzllgcben vermöge, das aber darum nicht minder sicher sich erfüllen werde. Das Festbleibeii wird uns er- leichtert Lurch die Aussicht, daß wir für dieses Jahr wieder einmal glücklich über den Berg der wirtschaftlichen, insbesondere der E rn äh r u ng s sch w i e ri g k e i t e n hinweg sein dürste»
5lbend-5lusgabe.
Rußland.
Die Paufe in der großen russischen Zwangsosfenstve.
rx W- T.-B. Berlin, 4. Juli. Während es an der slandci- scheu Front und an der Arrasfront den 3. Juli über ruhig bneb, setzten die Franzosen am Abend deS 3. Juli neuer- lich zu mebreren unglücklichen Gegenangriffen an. Nachdem das Artilleriefeuer tagsüber verhältnismäßig gering gewesen war. steigerte es sich gegen Abend und wuchs bis 10 Uhr abends zum Trommelfeuer an, dem Angriffe auf dem linken Alugel der neuen deutschen Stellung bei Cerny folgten. Die angreifenden Franzosen brachen ini Feuer zusammem eigenem Antrieb stießen zwei deutsche Kompagnien den Fliehe, den nach und schoben an dieser Stelle die eigenen Linien weiter vor. Ungefähr zur gleichen Zeit füllten weiter westlich sich am Bovelle-Rücken die französischen Gräben mit Sturmtruppcn Sobald dies die gegenüberliegende deutsche Grabenbesatzung merkte, brach sie aus ihren Gräben heraus, griff den zum Angriff bereitgeftellten Gegner über- raschend an und zerstreute ihn. Um Mitrernacht versuchten die Franzosen einen neuen Angriff bei Cerny, der gleichfalls unter blutigen Verlusten scheiterte.
An der Ostfront ist bereits am dritten Tage in der großen russischen Zwangsosfenstve eine Pause cingetreten. Die Rücksichtslosigkeit, mit der hier die russischen Divisionen unter Leitung englischer und französischer Offiziere in den Kampf getrieben wurden, stand den blutigen Methoden der zaristischen Kriegführung kaum noch, ja übertraf sie womöglich. Die zahlreichen Gefangenen, die ein gebracht wurden, waren froh, dieser Hölle entronnen zu sein. Übereinstimmend sagten sie aus, daß die Kodallerie bereit stand, um die Weichenden wieder in b e it Kampf zu treiben. Am 3. Juli stockte an der ganzen ruß-scheu Front der Angriff. Lediglich bei Brzezany ver- mcchten die Russen ihre Angriffe fortzusetzen. Das schauerliche Bild von der Frühjahrsoffensive 1916, wo die Angreifer regimenterweise fielen, wiederholte sich. Alles Einschieben fnscher Kräfte half den Russen nicht weiter. Bereits den Vormittag über waren südlich Brzezany mehrere starke Angriffe znsammengebrochen. Um 1 Uhr nachmittags setzte a-if d:e Stellur.gen nördlich der Höhen Brzezanh-Tarnopol erneut starkes Feuer aller Kaliber ein. Gegen Abend griffen die Russen die Höhen den Brzezany an. Ein Ruffennest von K-.mpagniebreite war der ganze Erfolg der mit vielfacher Überlegenheit eingesetzten Angriffe. Es ist jetzt größtenteUs bereits wieder gesäubert. Eigene Vorstöße in die russische Stellung auf dem Westufer der Zlota Li Pa und bei Z w b z y n brachten Gefangene ein.
Ein Aufruf des Arbeiter- und Soldatenrats
IV. T.-B. Petersburg, 5. Juki. (Dvahtbericht. Petersburger Telegraphsn-Ag-mtur.) Anläßlich der russischen Offen- stve beschloß der Kongreß aller Arbeiter- und Soldatenräte Rußlands mit erdrückender Mehrheit, folgenden Ausruf an das Heer zu richten: „Soldaten. Offiziere! Die vorläufige Negierung des revolutionären Rußland ruft euch zur Offensive auf. Euch, die chr aus den Schlachtfeldern die russisch- Revolution verteidigt und euer Blut für die Freibeit' und e-nen allgemeinen Frieden vergießt, sendet der Kon- greß der Arbeiter- und Soldatenräte ganz Rußlands und der Vollzugsausschuß der Bauernvcrtreter ganz 'Rußlands brüderlichen Gruß. Die russische Revolution ruft feit langem die Volker aller Länder zum Kan,pfe für den allgemeinenFriedeu auf. Solange die Völker Europas ncht auf unseren Ruf ant- worren, geht der Krieg ohne unsere Schuld weiter. Unsere Organisation und Stärke, von der die Offensive zeugt, wird der Stimme des revolutionären Rußland bei seinem Aufrufe an die sich bekämpfenden Länder sowie au die Neu- traleu und Bundesgenossen Gewicht verleihen und das K riegsende näher rücken. Alle unsere Gedanken sind bei euch Söhnen des revolutionären Heeres. In dieser enistbeideuden Stunde fordert der Ktmgreß'der Arbeiter- und Soldatenräte ganz Rußlands und der Vollzugsausschuß der Danernvertreter ganz Rußlands däs Land auf, alle seine Anstrengungen zur U n t e r st ü tz n ng d e s H e e r e s zu vereinigen. Bauern! gebt dem Heere Bri^t- Arbeiter! sorgt dafür, daß das Heer nicht au Munitionsmairge! Icidei! Soldaten iind Arbeiter in der Etapve! bildet Abteilungen und Regimenter zur Verstärkung und geht in die erste Linie! Bürger! seid eingedenk eurer Pflicht! Möge niemand im gegenwärtigen Augenblick oersuckieu. sich der Erfüllung seiner Pflichten gegenüber dem Vaterland zu entziehen. Arbeiter- und Sol- datenräte und Vertreter der Bauern! wacht über die Freihnt Rußlands! Soldaten und Offiziere! Eure Herzen können keinen Zweifel hegen, ihr kämpft für die Freiheit und däs Glück Rußlands, für einen nähen allgemeinen Frieden. Wir senden euch heißen, brüderlichen Gruß. Es lebe die Revolution, es lebe das revolutionäre Heer."
Eine besondere Regierungskommifsion für die Ukraine!
W. T.-B. Petersburg, 4. Juli. Die vorläufige Regierung hat beschlossen, eine besondere Abordnung in die Ukraine zu senden, um sich über die Lage zu unterrichten. Die Abordnung wird sich aus sehr volkstümlichen Persönlichkeiten und den Hauptvertretern der politischen Parteien unic Vereinigungen xusammensetzen
Nr. 337. ♦ 65. Jahrgang.
Der Krieg gegen England.
Die ohnmächtige Wut über den Fliegerangriff auf London.
■W. T.-B. Berlin, 4. Juli. Die englische Zeitung „Ln- server" schreibt am 16. Juni: Niemcnd sollte sich mit Protesten gegen Repressalien hervorwagen, der nicht selbst durch Luftangriffe gelitten hat. Es besteht eine allgemeine und überwältigende Forderung nach Repressalien in einem Maßstabe, der weiteres Teufelswerk dieser Art verhütet. Durch unerbittliche Konzentration, durch eine Reihenfolge von Angriffen können wir irgend eine deutsche Stadt, ohne Rücksicht auf irgend ein Kunstdenkmal, das sie enthält, ganz zerstören. Und das sollten wir tun. Es ist schrecklich, daß es so weit gekommen ist. Aber der Kaiser und seine Kriegerkoste haben den Würfel geworfen, und es bleibt uns keine Wahl.
Die Engländer wollen also die Wiederholung des deutschen Angriffs durch Bergeltungsmaßregeln verhindern. Obwohl der Ar griff vom 13. Juni nach dem Eingeständnis zahlreicher e n g l i s ch e r Zeitungen nur militärische Zwecke verfilzte, verlangt die englische Auffassung von der Kriegführung. daß Gegenangriffe „ohne Rücksicht auf irgend ein Kurstdenkmal" durchgeführt werden sollen. Durch heimtückische Zerstörung, Mord und Brandschatzung rächt sich gemeinhin ein Gegner, der sich sonst n i ch i wehren kann. Bisher war dieser Brauch nur bei unzivilisierten Völkern verbreitet. „Observer" belehrt uns eines anderen, falls wir es bisher noch nicht wissen sollten: A.lch di: eng-
lische Nation führt auf ihre Weife Krieg.
Anfänge eines Stimmungsumschwnnges in England?
. Berlin, 5. Juli, (zb.) Zu den Alizeichen von einem sich in England vollziehenden Stimmungsumschwung rotrc in der „Voss. Ztg." die veränderte Haltung des Blattes „John Bull" gerechnet, das bisher eines der ersten nationalistischen Hetzorgane war und nun offen ins Lager der Opposition übe'- gegangen ist. Die Regierung trete dem Volke immer an- moßender gegenüber, sagt „John Bull", und reize die öffentliche Meinung immer mehr auf. Und so sei das englische Volk sehr mißtrauisch geworden. Jnr Innern nähme der Ausruhr immer mehr zu, und eine Regierung, die den KriegSarbetter zu allerlei Humbug und Torheit ansnutze, könne sicher sein, daß sie schließlich wankend werden muffe.
Die Ereignisse in Griechenland.
Bulgarien und die Haltung Griechenlands.
W. T.-B. Sofia, 5. Juli. (Drahtbericht. Bulgarische Teleqrapheu-Aqeutnr.) Sämtliche Blätter besprechen in Lett- artikeln mit Rübe, ja sogar mit einer gewissen Befriedigung den Abbruch der Beziehungen zu denüvenizelisti- schen Griechenland und Heven hervor, daß dieses 'Ereignis den l e tz t e n T r u m p f der Entente darstelle, und daß er schon langst erwartet und 5ie Bulgaren nicht überraschen könne. „Nrvenii Jsvestia ßrgt u. a.: Griechenland ist unser Feind, aber seine getrennten Armsen greifen zu svät ein, selbst wenn es Venizelos gelingen sollte, die Armee kampffähig zu machen, I-ildet sie fiir uns keine Gefahr, zumal da infolge de- Teilnahme eines Feindes wie Griechenland am Kriege unsere Hand frei wird. „Kuvodni Preß" schreibt: das venizelisbische Griechenland wird kein anderes Schicksal 'haben als Serbien und N u m ä n i en. Heute fit der Gang vor Geschichte uns günstig, neue Kleinodien ttyr^ Bulgariens Krone emgefügt werden.
Die Neutralen.
Zunahme der Amsterdamer Unruhen.
B*. Amsterdam, 5. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Unruhen begannen gestern nachmittag von neuem. ES wurden wiederum Läden geplündert und es kam zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei, wobei eine Frau uni ein Kind getütet wurden. In Erwartuiig neuer Unruhen wurden Maschinengewehre nach Amsterd-rm verbracht Die Unruhe in der Bevölkerung wächst zusehends. Selbst der „Telcgraaf" erkennt an, daß die Krawalle mit der Lebensmittelknappheit n i ch t s z u t u. n haben, sondern einen durchaus aufrührerischen Charakter tragen. Verschiedene Blätter greifen den „Telegraaf" heftig an und heben hervor, daß dessen Hetzereien an den gegenwärtigen Unruhen die Hauptschuld trogen.
Deutsches Reich.
Hauptausschufr des Reichstags.
IV. T.-B. Berlin, 4. Juli. In der Weiterberatuug der politischen und wirtschaftlicher! Fragen im Hauptarchschuß des Reichstags begründete auf Anregung eines nationallibe- ralen Abgeordneten der Stratssekretär deö Rcichsamts deS Innern die Kontingentierung des Papiers und Lob gleichzeitig die außerordentlich wichtigen Maßnahmen her*
