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Verlag Langgaffe 21

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Dienstag» 3. Juli 1917.

Morgen-klusgabe.

Nr. 332. * 65. Jahrgang.

Schwere Kämpft in Gstgalizien.

Ungeheure russische Verluste.

Der Tagesbericht vom 2. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier» 2. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Nur in wenige« Abschnitten zwischen Meer und Somme steigerte sich der Artilleriekampf.

Während Erkundungsvorstößr der Engländer östlich von Nieuport» bei Gavrelle und nordwestlich von St. Quentin scheiterten» gelang es einigen unserer Sturm­trupps in der User-Niederung nördlich von Dixmuiden durch überfall dem Feinde erhebliche Verluste zuzufügen und eine größere Anzahl Belgier als Gefangene einznbringen.

Frühmorgens und von neuem am Nachmittag griffen die Engländer westlich von Lens an. Sie drangen an einigen Punkten in unsere Linien» find jedoch durch oberschlesische Re­gimenter im Nahkampf» bei denen wieder 175 Gefangene und 17 Maschinengewehre von uns einbehalten wurden, überall wieder geworfen worden.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nach starker Feucrvorbereitung setzten die Franzosen am Chemin-des -Domes neue Angriffe gegen die von ihnen südlich des Gehöftes La Novelle verlorenen Gräben an. In Kämpfen, die am Osthang der Hochfläche besonders er­bittert waren, sind sämtliche Anläufe des Gegners abgeschlagen worden.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Keine Ereignisse von Belang.

östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfrout des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Die ruffischen Angriffe am 1. Juli zwischen der oberen Strvpa und dem Ostufer der Narajowka führten zu schweren Kämpfen.

Der Druck der Rnffen richtete sich vornehmlich gegen den Abschnitt von Ko n i u ch y und die Höhenlinien östlich und südlich von B >pz e z a n d. Zweitägige stärkste Artillerievor­bereitung hatte unsere Stellungen zum Trichterfeld gemacht, gegen das die feindlichen Regimenter den ganzen Tag über anstürmten. Das Dorf Koniuchy ging verloren. In vor­bereiteter Riegelstellung wurde der ruffische Maffenvorstoß aufgeßangen» neue Angriffe gegen sie zum Scheitern gebracht.

Beiderseits von Brzezany wurde besonders erbittert ge­kämpft. In immer neuen Wellen stürmten dort 16 russi­sche Divisionen gegen unsere Linien» die nach wechsel­vollem Ringen von sächsischen» rheinischen ,md osmanischen Divisionen in tapse.ster Gegenwehr völlig behauptet oder im Gegenstoß zurückgewonnen wurden.

Die russischen Verluste übersteigen jedes bisher bekannte Maß. Einzelne Verbände sind aufgerieben.

Längs des S t o ch o d und am D n j e st r hielt die leb­hafte Feuertätigkeit der Rnffen an. Nördlich der Bahn K o w e l - L u ck brach ein Angriff des Gegners vor der Front einer österreichisch-ungarischen Division zusammen.

Bei den anderen Armeen keine besonderen Ereignisse.

Mazedonische Front.

Die Lage ist unverändert.

Der Erste Generalqnartiermeister: Ludendorff.

Der deutsche Kbendbericht vom 2. Iuli.

W. T.-B. Berlin» 2. Juli» abends. (Amtlich. Draht- ibericht.) Im W e st e n nichts Neues.

Im Osten bei Koniuchy russische Angriffe zusammengebrochen und weiter nördlich neue Kämpfe entbrannt.

Gsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien» 2. Juli. (Drahtboricht.) Amtlich verlautet vom 2. Juli» mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Gestern hat der Feind zwischen der Narajowka und der Strypa seine zusammengeballtün Jnfanterie- f® , tn der ihm eigentümlichen Art voll in die Schlacht geworfen. Ungeachtet der schweren Verluste, die chm unser Artilleriefeuer zugefügt hat» schickte er seme Sturmwellen durch fortwährenden Einsatz dichter Re, '^en rn den Nahkampfbereich heran. Allmählich kamen mindestens 20 Infanteriedivisio­nen zum Angreifers. An der ganzen 50 Kilometer breiten Schlachtfront tobte der Jnsanteriekampf mit außer st er Heftigkeit und Erbitterung. Hier­her wurde der Feind größtenteils schon vor unseren vordersten Gräben abgewiesen. Die stärksten Massen- Soße richteten sich gegen die Räume südlich B rz e-

z a n») und Koniuchy, wo sie in Riegelstellungen ab­gewehrt wurden. Alle auch in den heutigen Morgen­stunden mit Zähigkeit erneuten Versuche des Gegners, den Angriff in diesen Räumen vorzutragen» brach äußerst verlustreich zusammen. Westlich von Zborow rmd im Stochodknie konnte sich ein angesetzter Angriff in unserem Artilleriefeuer nicht entwickeln. Die Fortdauer der Schlacht ist zu gewärtigen. An anderen Frontstelleu nur vor­übergehend auflebendes Artillerie- und Minenfeuer.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Außer einer schneidigen Unternehmung des öster­reichischen Landsturmbataillons 42 westlich Riva» bei welcher 16 Alpini aus den feindlichen Gräben geholt wurden, ist nichts Wesentliches zu berichten.

Der Chef des Geaeralstabs.

Der englische Druck zur Erzwingung einer ' russischen Offensive.

W. T.-B. Berlin, 2. Juli. (Drahtbericht.) Nach einer Reuter-Meldung ans London vom 20. Jnni berichteten Buck:anan und Henderson, dost ihr Veriuch» eine russi­sche Offensive durchzusetzen. von Erfolg begleitet sei. Russi­sche Kommandeure protestierten verschiedentlich gegen diese Einmischung und legten ihre Kommandos nieder. Eng­lische und französisch.: Off ziere übernahmen dafür die Kom­mandos. Die LiverpoalerPost" schreibt unter dem 22.» sag die Derwnrunq in Rußland ernste Folgen für die Entente zu haben scheine Der Berichterstatter» der kürzlich von einem siebenwöchigen Aufenthalt in Rußland zurückgekehrt ist, äußerte, daß eine ernste Hungersnot bevorstehe Das eng­lische Blatt leitet daraus die Notwendigkeit einer russischen Offensive ab. Einsichtige Kreise in Rußland selbst aber mögen daraus die dringende Ilotwendigkeit erkennen» rechtzeitig Frieden zu schließen» damit bereits in diesem Herbst eine wenigstens halbwegs normale Feldbestellung möglich wird. Nur durch eine gute Ernte kann Rußland soweit gehoben werden, daß es nicht in die völlige Sklaverei fin-in- zieller und wirtschaftlicher Abhängigkeit von seinen Verbün­deten gerät. _

In China wieder ein Kaiser!

W. T.-B. London» 2. Juli. Das Reutersche Bureau nieldet aus Schanghai, daß der junge Kaiser Hsuantung seine Thronbesteigung verkündet hat.

VV. 1.-1. Peking, 2. Juki. (Drahtbericht. Reuter.) General Tschang Schun, Führer der Militärpartci» suchte am 1. Juli, 3 Uhr morgens» den Präsidenten auf und forderte seinen Rücktritt» wobei er ihm die Mitteilung machte, daß der Mandschn-Kaiser Hsuantung den Thron wieder bestiegen habe.

Sieg der kriegsgegnerischen Generale in Peking.

Br. Genf, 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) DieNew Dort Sun" meldet aus Peking: Die aufständischen Militär- gonverneure ziehen ihre Truppen aus Peking zurück» nachdem tue Regierung sich verpflichtete» nicht in den europä­ischen Krieg eiuzutreten. (Die Meldung beweist, daß die Militärgouverneure der chinesischen Nordprovrnzen in Peking die Macht in der Hand haben. Der Präsident Li Avon Hung war stets für die Aufrechterhaltung der Neu­tralität» wurde aber überstimmt. Die neutralistisch gesinnten Generale der Nordtruppen waizdten sich mit immer stärkerem Druck gegen die dem Einfluß der Entente völlig preisge- gebenc Pekinger Regierung. Ihr jetziger Erfolg scheint voll­kommen zu sein. Schrift!.)

Oie griechische Abbruchs-Erklärung.

W. T.-B. Berlin, 2. Juli. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt-Ter xiiechischc Geschäftsträger Pr oy ch- r r n i a d i s hat der dentschen Regierung gestern iur Aufträge des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten P o l i t i s die nach- stehende Erklärung übergeben: Infolge der soeben wirklich zustande gekommmen Bereinigung der beiden bisher getrennten Parteien der Griechen und augesichts der Tatsache, daß mehrere gri-uhische Regi­menter an der BalkansroM an den Feindseligkeiten teilnehmm, hält es die griechische Regierung nicht für möglich, werter amtliche Be- Ziehungen zur deutschen Regierung zu unterhalten. Zugleich forderte der Geschäftsträger für sich und das Gesandtschasts- und Konsulats­personal die Pässe zur Rückkehr über, die Schweiz. Den Schutz der griechischen Interessen wollen die Niederlande übernehmen.

Die Begründung des Abbruchs der Beziehungen durch die griechische Regierung ist bemerkenswert. Eine Kriegserklä- r u n g wird nicht ausgesprochen. Dagegen wird die Tat- fache verzeichnet, daß an der Balkanstont schon mehrere griechische Regimenter gegen uns fechten. Diese käurpsenden Truppen waren bisher in dem Verhältnis zu den Griechen alsAbtrünnige" ange­sehen worden. Jetzt sucht die griechische Regierung, an deren Spitze das Oberhaupt der Abtrünnigen Benizelos getreten rst, die Tat­sachen ans den Kopf zu st eilen und tut so. als sei BmizeloS von jeher das einzige rechtmäßige Oberhaupt Griechenlands gewesen und als hätte sich der den: König ergebene wnt überwiegende Teil des Volkes nach langer Irrfahrt glücklich an BentzeloZ h-range- stuideu

Zurückgabe der Kriegsschiffe an die griechische Negierung.

W. T.-B. Athen, 1. Juli. (Drahtbericht.) Reuter-Meldung. Die leichte griechische Flottille und die Kriegsschiffe, die in Salami: liegen, sollen der griechischen Regierung zurückgegeben Weeden.

Strafrechtliche Verfolgung für die Dezember-Ereignisse.

W. T.-B. Athen» 1. Juli. (Reuter.) Die Regierung bc° schloß» alle für die Dezember-Ereignisse verantwortlrchci: Persenen strafrechtlich zu verfolgen. Für Minister Wirt keine Ausnahme gemacht.

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König Konstantin in St. Moritz.

VV. T.-B. St. Moritz» 1 . Juli. (Meldung der Schweize­rischen Depeschen-Agentur.) Heute nachmittag traf Könitz Konstantin mit Familie und Gefolge in St. Moritz ein und stieg im Hotel Earltou ab. Eine große Volksmenge» Gästk des Ortes sowie amtliche Vertreter der Gemeinde und des Kurvereius bereiteten dem von Bergün Kommenden einen freundlichen stillen Empfang

ver Tauchbootkrieg.

Drei große Getrcidedampfer im Golf von Neapel versenkt.

Bx. Wien» 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Reichspost" meldet aus Lugano: Der italienische Lebens- mittelkoutrolleur Eanepa teilt mit, daß in den letzten Tagen in unmütelbarer Nähe des Hafens von Neapel drei große Transportdampfer mit australischem Getreide, und zwar mit 300 000 Doppelzentner» versenkt wurden. Darunter befanden sich die japanischen DampferEuropa Maru" (3141 Tonnen) undBandai Maru" (3227 Tonnen). Wie ein Blatt meldet, fand die Versenkung mitten im Golf von Neapel statt.

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Schwere Kesselexplosion auf einem russischen Linienschiff.

Br. Stockholm» 2. Juli. (Eig. Drahtbencht. zb.) Dem »Tjen" zufolge entstand auf dem zu dem baltischen Ge­schwader gehörigen LinienschiffRes Publitza" aus un­bekannter Ursc-che eine schwere Kesselexplosion. 80 Offiziere und Mannschaften wurden getötet. Das Schiff wurde schwer beschädigt in dev Hafen von Reval geschleppt. (Das Linien­schiffRes Publitza", früherImperator Pawel I.", ist ein 1807 von Stapel gelaufenes Schlachtschiff von 17 680 Tonnen Wasseiwerträngung. Das sehr moderne Fahrzeug hatte im Frieden 930 Mann Besatzung.)

Oie Lage im westen.

Vielsagende Forderungen an den Kriegs, minister.

Nr. Genf» 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der Abge­ordnete Albert Favre unterbreitete dem Kriegsmmister folgende Forderungen: Formelles Versprechen der Aus­dehnung derenglischen Front noch vor dem Herbst die Erfüllung dieses Punktes sei eine Lebensfrage für Frankreich» schleunige Vorlage eines Gesetzes» das die kriegsgerichtliche Bestrafung der schuldigen Armee- f ü h r e r ermöglicht» Vorlage einer Liste der bereits ge­troffenen Sühnemaßnahmen» das Versprechen» das Oberkommando in demokratischem Sinne zu reorganisieren, scharfe Regierungskontrolle bei der Armee» Bekanntgabe des Programms für die Vcrbeveitungen des Feldzuges 1918.

Die Franzosen verlangen noch weitere Ausdehnung der englischen Front?

Bern» 2. Juli.Bonnet Rouge" zufolge.Wied Albert Favre in dem Geheimkomitee den Kriegsminister aufforder», mit den Engländern zu verhandeln, damit diese noch vor Herbst einen weiteren Teil der französischen Front über­nehmen.

Zusammentritt der französischen National­versammlung in Versailles?

17. Rotterdam, 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Ans Paris wird gemeldet: Eine Reihe Senatoren und Abgeord­neter hat setzt m beiden Kammern den Antrag gestellt» wäh- re-rd des Krieges zur Nationalversammlung zusammenzo- treten, d. h. gemeinsame Sitzungen von Senat und Kammer in Versailles abzuhalten, um so die parkamentari­schen Arbeiten zu beschleunigen.

Die Geheimsitzungen der französischen Kammer.

Nr. Genf» 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Ge. heinisitzuogen der französischen Kammer beziehen sich nicht nur auf die Berentwrrtur>g für die zurückliegende O'st e r - offensive, scudern werden sich offenbar zu einer Aus­sprache über die allgemeine Kriegspolitik aus- wachsen Nach Mitteilungen von Persönlichkeiten, die über die Vorgänge auf dem lausenden sind und in derRevue de Lausanne" zur Wiedergabe kommen» handelt es sich um einen Angriff der Abgeordneten nicht nur gegen die militäri­schen Behörden, sondern auch gegen die Person des Präsi-